Doubs der Unschlüssige (19): Besançon Teil 1

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Zitadelle und Vauban-Bastionen am Ufer des Doubs

Nein, auf meinen Reisen entlang des Doubs bin ich immer noch nicht am Meer angelangt. Zum Ende der Reisesaison gönnte ich mir den Besuch der Stadt Bisanz. Mit dem Auto. In einer Tagesreise hin/zurück gerade noch zu bewältigen. Mit rund 120’000 Einwohnern die grösste Stadt am Doubs. Und zugleich die Schönste.
Die Altstadt ist in einer grossen Schleife des Doubs gelegen und wird von einer Zitadelle und viel Mauerwerk des französischen Festungsbaumeisters Vauban geschützt. Sie war aber schon vor Römerzeiten besiedelt.
Im 2. Jahrhundert v. Chr. wurde das Territorium zwischen Rhone, Saône, dem Jura und den Vogesen vom Keltenstamm der Sequaner beherrscht. Die Siedlung war von einem Wall (murus gallicus) eingeschlossen. Das auf Latein Vesontio genannte Oppidum war Hauptort und wirtschaftliches Zentrum der Sequaner. Es wurde zunächst durch die Sueben (einer Stammesgruppe von Germanen), später durch die Haeduer (gallische Kelten), schliesslich im Jahr 58 v. Chr. durch die Römer erobert. Letzteres durch Julius Caesar.

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Reste eines antiken Theaters

Vesontio wurde Militärstützpunkt und -an der via francigena gelegen- Handelsknoten des römischen Galliens; es erlebte eine Blütephase. Kurz nach dem Fall des Römischen Reichs wurden die gallischen Völker unter dem Merowingerkönig Chlodwig I. vereint. Bis 879 war Vesontio Teil des Westfrankenreichs.

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Porte noire: Triumphbogen zu Ehren von Marc Aurel, Symbol der Unterwerfung und Loyalität der Sequanen
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Detail der Porta nigra: Steinewerfer und sequanische Schönheit (insta-konform fotografiert)

Durch die noch weitgehend intakten Vauban-Bastionen verfügt die Stadt über viele Parks und Grünflächen und wurde daher mit der Auszeichnung „Grünste Stadt Frankreichs“ geehrt.

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La belle au bois dormant (im Parc Chamars)

Im 9. Jahrhundert fiel die Stadt an die Grafen von Burgund. Gleichzeitig wurde Besançon ein unabhängiges Erzbistum und Bischofssitz. Im 11. Jahrhundert wurde Besançon und die gesamte Grafschaft Burgund ein Teil des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation. Während des gesamten Mittelalters war Besançon eine Freistadt, direkt der kaiserlichen Herrschaft unterstellt und unabhängig von der Grafschaft Burgund. Die Freigrafen von Burgund, die die Herrschaft über die Franche-Comté erlangt hatten, wurden zur Schutzmacht für die Stadt, die in dieser Periode zu Wohlstand kam.

Nach dem Tod von Karl dem Kühnen wurde Besançon von Ludwig XI. mit Privilegien begünstigt, um sich die Stadt für Frankreich gewogen zu halten.

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Blick auf die Grand Rue mit den üblichen Modeläden.

Mit Beginn der Renaissance fiel die Franche-Comté wieder an das Deutsche Reich. Kaiser Karl V. befestigte Besançon und machte aus der Stadt ein Bollwerk für sein Reich. Ein Comtois, Nicolas Perrenot de Granvelle, wurde 1519 Reichskanzler und Justizminister. Die Region profitierte vom Wohlwollen Karls V., Besançon wuchs zur fünftgrößten Stadt des Reichs und erhielt einige Baudenkmäler wie das Palais Granvelle oder das Rathaus.

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Palais Granvelle, 1534-1547 erbaut
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Bürgerhaus. Hinterhof mit Aussentreppe und Schmal- bzw. Schmalstspurbahngleis ohne Anschluss.

Während das 16. Jahrhundert von Prosperität geprägt war, wurde das 17. Jahrhundert eine Periode der Kriege, Hungersnöte und Pestilenz.

Nach soviel altem Graffelwerk und Nöten ein Hupf in die Neuzeit. Den Rest der Stadtgeschichte streife ich in Teil 2.

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Besançon: Pont Battant, die Sainte Madeleine und die türkisfarbenen Trams (CAF Urbos)

Sind wir schon auf der Battantbrücke, sind es nur ein paar Schritte ins lebhaftere Battant Quartier.

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Épicerie orientale in der Rue Battant, das Reich des Toufik Abdelli.
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Bric à Brac: Gegenstände des täglichen Bedarfs, Plüschbären, gelbe Kunstrosen, Vasen für unter oder über die Blumen, edles Kristall aus Glas oder Plastik.

Zurück in der Altstadt links des Doubs lockt Dienstag und Freitag Morgen der offene Markt auf der place de la révolution.

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Neben dem offenen Markt gibts gleich nebenan noch eine moderne, gedeckte Markthalle, der Marché couvert des Beaux Arts. Dienstag bis Samstag, tagsüber und Sonntagmorgen geöffnet.

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Wie traurig sich dagegen der Basler Markt ausnimmt! Auf der Suche nach einer Essgelegenheit wäre ich beinahe im Café des félins (Katzencafé) gelandet, konnte mich aber nicht zwischen Gavroche, Fantine und Marius als Essensbegleiter/innen entscheiden.

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Schliesslich entschied ich mich für das Le Saint Cerf, Holztische, einfach, gut. Grosse Sterneküche findet man in Besançon eh nicht.

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Le Saint Cerf: Pastinakensuppe, Speck, Sesam

Quellen:
wiki Besançon

Kürbiskernknöpfli mit Krautstielen

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Zweite Hälfte Oktober und mein Basilikum ist mir immer noch grün. Wenn das noch lange so weitergeht, fällt mir zu Basilikum nichts mehr ein. Deshalb nochmals Kürbiskernpesto. Diesmal gleich in die Knöpfli eingearbeitet, der Schweizer Form von Spätzle. Mit roten Krautstielen und Salbei. Angelehnt an ein Rezept in der Schweizer Landliebe, welches jedoch die Knöpfli mit Kernöl statt mit Pesto zubereitet. Einfache Küche. Gut. Vegetarisch.

Kürbiskernknöpfli mit Krautstielen


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für das Kürbiskernpesto (siehe auch Kürbiskern-Capuns):
40 g Kürbiskerne, leicht geröstet
40 g Basilikumblätter (2 Bund)
20 g Petersilienblätter (1 Bund)
1 Knoblauchzehe
40 g Sbrinz (oder Parmesan 24 Monate) gerieben
1 dl Rapsöl
1 dl Kürbiskernöl
1/2 TL Salz
schwarzer Pfeffer

für die Knöpfli (3 Portionen zu 300 g für 2 Personen):
400 g Pastamehl (Knöpflimehl)
4 Eier
80 g Kürbiskernpesto
1 TL Salz
ca. 2 dl Wasser nach Bedarf

für die Krautstiele:
15 g Butter
1 kleine Zwiebel, fein geschnitten
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
5 Stangen rote Krautstiele (Stielmangold), Stiele in Rauten geschnitten, Blätter in Streifen
5 Blätter Salbei, in Streifen geschnitten
0.5-1 dl Halbrahm (15%Fett)
1 geh. TL Biogemüsebrühe Granulat
Salz, Pfeffer

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Zubereitung
für das Kürbiskernpesto:
(1) Kürbiskerne mit allen Zutaten bis und mit Öl in einem kurz im Tiefkühler vorgekühlten Mixer oder Cuttergefäss grob pürieren, würzen. Hält in einem Glasgefäss im Kühlschrank etwa 6 Tage.

für die Knöpfli:
(2) Zutaten ca. 10 Minuten zu einem glatten Teig verrühren bis er Blasen wirft. Wasser mit Salz zum Kochen bringen. Teig portionsweise durch ein Knöpflisieb in das heisse Wasser passieren. Sobald sie an die Oberfläche kommen, mit einer Schaumkelle abschöpfen und in einem Sieb gut abtropfen lassen.

für die Krautstiele und den finish:
(3) Butter in einer grossen, beschichteten Pfanne schmelzen. Zwiebel darin farblos andünsten, Knoblauch mitgehen lassen. Krautstielrauten dazugeben und mitdünsten. Ablöschen mit Rahm. Salbei, Krautstielblätter und Gemüsebrühegranulat unterrühren und etwas einkochen, bis die Krautstielrauten und -blätter nahezu gar sind. Abschmecken, die Knöpfli untermischen und heiss werden lassen.


zum Schluss noch das Lied zum Sonntag. Mitsingen nach der Melodie „Oh Tannenbaum…“:

Ba-silikum, Ba-silikum,
wie grün sind deine Blätter!
Noch nie hast du zur Weihnachtszeit
mit deinem Grün mich hoch erfreut!
Ba-silikum, Ba-silikum,
du kannst mir sehr gefallen!

Zanderfilet, Quitten-Orangen-Sauce, Blumenkohl, Broccoletti

Es ist Herbst geworden. Die Farben überall satt. Auch wenn sich der Himmel am letzten 8plus8-Kochevent grau und trübe zeigte. Die vollständigen Berichte über den Marktbesuch vom 22. September 2018 und das Menu gibts wie immer unter Kein Kochbuch.

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für 19 Menuportionen in einem 8-Gang-Menu
Zander
1.3 kg Zanderfilets (6 Stück)
Zitronenöl
Zitronenabrieb
Schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Thymian
wenig Dill
Estragon
Fischgewürz

Haselnüsse grob gerieben
Mie de Pain, grob gerieben, gleiche Teile
Butter zum Binden
Fleur de Sel

Zanderfilets parieren, entgräten, in 19 Stücke portionieren. Mit Zitronenöl beträufeln, mit Zitronenabrieb, den gehackten Kräutern und Pfeffer gut mischen und 3 Stunden zugedeckt kühl stellen.
Auf ein mit Backpapier belegtes, mit Olivenöl besprenkeltes Ofenblech legen, die Hautseite mit der Masse aus Bröseln, Nüssen und Butter gleichmässig belegen .

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Vor Verwendung im vorgeheizten Ofen bei 200°C (Umluft/Grill) ca. 5 Minuten backen.

Quitten-Orangen-Sauce
4 Quitten
Saft einer kleinen Orange
ca. 3 dl Geflügelbrühe
1 Schalotte
3 Scheiben Ingwer
Piment d’Espelette
Schuss Prosecco
Ca. 60 g Butter

Quitten in einer Entsafterzentrifuge entsaften. Schalotte, Ingwer zugeben und mit Orangensaft und Geflügelbrühe stark einreduzieren. Durch ein Sieb passieren. Abschmecken. Vor Verwendung mit der Butter aufmontieren und nach Bedarf nachwürzen.

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Blumenkohl, Broccoletti
1 kleiner Blumenkohl, 12 Broccoletti-Stile
Kräutersalz
Schwarzer Pfeffer

Gemüse in kleine Röschen zerteilen. Blumenkohl im Wok in Olivenöl anbraten bis er nahezu gar ist, Den Broccoletti zugeben und weiter braten. Würzen mit Kräutersalz und Pfeffer.

Fertigstellen
Garnieren zB. mit einem Salbeiblatt

Sauce zu einem Spiegel auf die Teller vorlegen. Kohl daneben, Fischfilet auf die Sauce legen.

Berlin in drei Wanderungen: Tag Drei

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Glück muss der Mensch haben. In einem extrem trockenen Sommer beginnt es heute morgen zu regnen. Kein richtiger Regen, keine Pfützen, einfach nur ein wenig nass. Nachdem ich Friedrich Wilhelm, den mannhaften Don Quijote, in seinem Kampf mit den Windmühlen meiner vollen Unterstützung versichert hatte, wandere ich der Georgenstrasse und S-Bahn entlang Richtung Gendarmenplatz. Unterwegs finden sich wie fast überall Kleinode der Kunst.

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Um viele Ecken herum stehe ich endlich auf dem Gendarmenplatz. Ein schöner Platz. Menschenleer beim leichten Niesel. Unter dem Schirm macht die Belichtungsautomatik des Handy was sie will. Und weil sie hell will, kriegen wir hell. Auch hübsch.

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All die berühmten Baudenkmäler scheinen aus schweren Steinquadern erbaut, „eine feste Burg…“. Doch wer genauer hinschaut, erinnert sich an den Pudel in Goethes Faust.

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Von dort mit der U6 und U3 nochmals zur Schlesischen Brücke. Zu gerne hätte ich dort ein Pfützenbild aufgenommen. Damit ist nichts, doch Speedy Gonzales bessert meine Laune gleich wieder auf. ¡Arriba! ¡Ándale! 

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Zurück zum Kottbusser Tor. Von dort zu Fuss zum Engelbecken, dem einzig verbliebenen Teilstück des ehemaligen Luisenstädtischen Kanals, der ab 1852 die Spree mit dem Landwehrkanal verband. 1926 wurde der Kanal bis auf das Engelbecken zugeschüttet und in eine Gartenanlage umgestaltet. Berliner Rosen. Schubkarrenweise.

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Hier könnte man bis zum Landwehrkanal durchwandern. Beim Oranierplatz breche ich ab.

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Treffe mich zu Mittag mit der Berliner Fotografin und Bloggerin Creezy vom Blog holy fruit salad, die seit Januar 2006 im web aktiv ist und mich am Nachmittag durch ihr Kreuzberg in die Markthalle IX führen will.

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Spider Man mit Muschelkalk.

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Die Markthalle IX, zentral gelegen, ist mit bekannten Delikatessläden besetzt, in denen nicht nur verkauft, sondern auch produziert wird, z.B. wird bei Bäcker Sironi Teig geknetet und gebacken, Kumpel&Keule füllt Würste, Mani in Pasta füllt Ravioli, Heidenpeter braut Bier. Und meinen Lieblings Comté gibt es bei Alte Milch zu kaufen.

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Wandern gibt Durst, im Restaurant der Markthalle schmeckt das von einem Berliner Stammgast gestiftete Pale Ale vorzüglich. Danke nochmals!

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Schon 3 Tage in Berlin und noch kein Mitbringsel für Frau L. gefunden. Die gastfreundliche Creezy führt mich mit der U3 noch ins KaDeWe, wo ich sofort fündig werde. Anschliessend teilen wir uns in der edlen Fressabteilung noch eine Portion Pommes mit Beilage.

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Unerwartet bietet sich im KaDeWe doch noch eine Frontalansicht auf das gestern nicht fotografierbare Brandenburgertor, zwar in Marzipan, doch ohne schwarze Brandflecken der Bombardierungen.

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Wider meine Absicht kriege ich noch die Kaiser-Wilhelm Gedächtniskirche und andere hohe Häuser zu Gesicht. Imposant, aber nicht mein Quartier.

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Am andern Morgen Bündel packen, an der Schönhauser Allee einen letzten Cappuccino trinken.

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Rollkoffer in U- und S-Bahn und Flugzeug zwängen. Schade. Mir und meinem Koffer hats gefallen. Wir kommen wieder!

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Berlin in drei Wanderungen: Tag Zwei

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Langer Tag heisst früh aufstehen. Früh aufstehen bedeutet lange Schatten. Hier in den Kolonnaden der Alten Nationalgalerie.

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An dem 1894 bis 1905 erbauten Berliner Dom, der das preussische Verständnis von italienischer Hochrenaissance, Barock und wilhelminischer Repräsentation in sich vereinigt, kann selbst ich nicht vorbeilaufen. Nur die Hohenzollern lasse ich in ihrer Gruft weiterschlafen. Denn der Himmel verheisst einen knall-sonnigen Tag.

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Mit der S3 zum Bellevue. Vorbei am pickelhaubenbewehrten Titanen des deutschen Volkes.

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Und da steht sie, die Goldelse, mein geliebtes Goldstück.  Die Aussicht von dort oben hängt bei mir in der Stube. Um dieselbe Aussicht mit Sonne im Rücken zu haben, hätte ich jedoch am Nachmittag hier sein müssen. Nun weiss ich es.

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Mit der U9 Richtung Moabit. Doch rechts der Spree ist die Sonne plötzlich weg. Die Moabiter Markthalle (Arminiushalle, Halle 10)  in fahlem, novembrig anmutenden Septemberlicht.

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Um zehn Uhr morgens, eh eine Unzeit, das hätte ich von der Basler Markthalle wissen müssen, ist in gastronomisch dominierten Hallen noch nicht viel los. 2 Stammgäste, die ihr Bier beim Brutzel-Werner trinken. Eine wunderschöne Halle mit filigranem Stahlskelett.

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Weiter mit U9 und Bus M45 nach Charlottenburg. Irgendwo hatte ich es gelesen und doch nicht wahrhaben wollen: der Park erstreckt sich auf 53ha. Den abzulaufen kann ich mir heute nicht antun. Ein Blick auf Schwert und Schild und Schloss und Busfahrplan muss genügen.

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Mit den Bussen M45, zu Fuss und M19 bis Yorckstrasse. Irgendwo dazwischen verliere ich Internetverbindung und Orientierung an meinem Handy und laufe eine Stunde lang im Kreis herum. Doch das Lützowufer des Landwehrkanals ist ja auch ganz nett.

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In der Yorckstrasse erwarten mich erst bunte Wohnbauten, deren Balkone verraten, wer Fernsehen in Bunt sieht.

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Dann die baufälligen, stützungsbedürftigen Yorckbrücken der S-Bahn. Die Strasse wird heute noch von insgesamt 33 Blechträgerbrücken, von denen 24 aber nicht mehr benutzt werden, überquert. Die alten, gusseisernen Stützen stammen noch aus den 90-er Jahren des vorletzten Jahrhunderts.

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Sowie neuzeitliche Fresken, siehe den Totentanz im Headerbild, Danse Macabre, auf Klinker der Unterführung gemalt. Auch an andern Bauwerken muss gestützt werden, wie hier das Portal durch Karyatiden.

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Läden des täglichen Bedarfs, wie etwa Schimala mit Möbeln,  Kleidern, Trödel und Gebrauchtwaren sind soviel sympathischer als gesichtslose Malls.

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Endlich ist mein Tagesziel an der Katzbachstrasse erreicht: das erste Haus am Platz für Linoleumböden. Falls ich mal welche benötigen würde. Hier gefällt es mir wieder besser als im Charlottenburg der erlauchten, hohen und höchsten Majestäten. Und ist zudem frei von Touristen. Ausser mir.

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Im modernen Laden der Bio Company nehme ich einen kleinen Imbiss. Den Appetit spare ich mir auf den Abend.

Mit der S2 zum Anhalter Bahnhof. Ziemlich kaputt hier alles. „…doch neues Leben blüht aus den Ruinen“. Ein Schweizer kennt seinen Wilhelm Tell.

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Und wieder mit der S2 zum Pariser Platz. Erst zum Holocaust-Denkmal. Grau & Sperrig. Vor allem sperrig.

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Dann zum Brandenburgertor. Pferdefuhrwerke und Touristen versperren mir die Sicht.

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Die bescheidenere Schmalseite ist mir ohnehin lieber. Da menschlicher.

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Von hier aus führt mich die Prachtsstrasse Unter den Linden erst zum Bebelplatz, danach die Friedrichsstrasse via Checkpoint Charlie runter zum Abendessen im  Nobelhart& Schmutzig.

Unter den insgesamt 10 Gängen sind 5 Gänge, die ich mir merken konnte und die ich im Kleinen bei Gelegenheit mal nachzukochen versuche:

Lauch / Sauerampfer
Müritzer Saibling / Haselnuss
Schmorgurke /Meerrettich
Zwiebel /Tomate
Kartoffel / Apfel (erledigt, siehe Blog)