schinkenpastete

Feuilletée au Jambon. Schinkenpastete

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Vom Menu zum Häppchen. Mit zunehmendem Alter benötigt der Mensch weniger Kalorien, bewegt sich weniger, isst weniger, denkt weniger, entwickelt sich zum Faulpelz. Wie schön, dass meine Hassliebe, die Tante B., deren voller Name mir eben entfallen ist, sich „ins Zeug gelegt hat“ (Zitat) und (eigens?) für mich 9cm grosse Backmulden aus Silikon herstellt. Niedliche Einportionen Pastetchen! Musste ich haben, obwohl ich mir schon vielfach geschworen hatte, Tante B.’s „nützliche und innovative Küchenhelfer“ zu ignorieren. Nun sind sie halt da. Bezahlt sind sie auch. Noch mehr küchenverstellender Küchenkrempel.

Ausprobieren wollte ich die aus viel edlem Kunststoff gepresste, 40cm lange Dreier-Lade dann aber doch: am Rezept meiner geliebten Schinken-Feuilletée.

Feuilletée au Jambon


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Zutaten
für 3 Pastetchen

1 Rolle Butter-Fertig-Blätterteig ca. 42×25cm.
ca. 6 grosse Blätter gekochter Schinken, 150-200 g
1 Ei zum Bestreichen

für die Béchamelsauce (Mornay):
20 g Butter
15 g Mehl
ca. 2 dl Milch
Muskatnuss, Salz
1 Lorbeerblatt
30 g Parmesan frisch gerieben
1 Schalotte
30 ml weisser Portwein
30 ml Weisswein

Zubereitung
(1) Aus dem Schinken mit einem 9cm Ausstecher möglichste viele Rondellen ausstechen. Die Abschnitte fein würfeln und für die Béchamelsauce verwenden.
(2) Butter in einem kleinen Topf schmelzen, Mehl dazu sieben und mit dem Rührblitz (Rührbesen mit kleinen Kugeln) zu einer Crème verrühren, unter fortgesetztem Erwärmen Milch in kleinen Portionen unterrühren bis die Masse glatt und gebunden ist. Würzen mit Muskatnuss und einem Lorbeerblatt. Etwa 10 Minuten auf kleinem Feuer unter häufigem Rühren leise kochen lassen, damit der Mehlgeschmack auskocht. Parmesan darin schmelzen. Abschmecken mit Salz und Pfeffer.
(3) Parallel dazu die feingeschnittene Schalotte in wenig Butter hellgelb werden lassen, die feingeschnittenen Schinkenabschnitte zugeben, kurz mitdünsten, dann ablöschen mit Port- und Weisswein, fast bis zur Trockene einreduzieren und unter die Béchamel mischen. Erkalten lassen.

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(4) Kalten Teig bemehlen, längs halbieren, die eine Hälfte vom Papier lösen, auf den Muldenrahmen legen und in die Mulden drücken (zweite Hälfte kühl stellen). Abwechslungsweise mit Schinkenrondellen und der dicken Schinken-Béchamel belegen. Teig um die Füllung mit Eigelb bestreichen. Die zweite Teighälfte über die Füllung legen. Bemehlen.

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(5) Den bemehlten Ausstecher aus dem Zubehör auf die teigbedeckten Mulden drücken, Teigreste entfernen, die Mulden aus dem Rahmen heben, auf ein Backblech legen, 15 Minuten in den Kühlschrank stellen, dann die Teigoberfläche mit Ei bestreichen.
(6) ca. 25 Minuten backen bei 200°C U/O auf der untersten Schiene.

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Erkenntnis: Eine 20 cm grosse Feuilletée aus einem Blatt Fertigblätterteig herzustellen und zu verschliessen, geht ohne Küchenhelfer schneller und einfacher als 3 kleine, 9 cm grosse. Zudem fallen dabei weniger Teigabschnitte (314 statt 191 cm2 Fläche) an. Mit weniger Kalorien war auch nichts: Frau L. isst die Erbsen, knabbert etwas Teigrand und mir bleibt der Rest. Damit lässt sich nicht abnehmen. Das hätte ich mir schon vorher denken können. Aber eben, im Alter nimmt auch die Denkfähigkeit ab.

12 Kommentare zu „Feuilletée au Jambon. Schinkenpastete“

  1. Oh, die sehen aber sehr, sehr gut aus und schmecken sicher auch so. Dass die Denkfährigkeit nachlässt, meine ich eher nicht, denn da hat der Kopf schon für die nächsten Radtouren gedacht. 🙂 Herzliche Grüße!

  2. Die Denkfähigkeit ist (bei mir) solange ausgesetzt, bis das Leckerchen verputzt ist. Dann klopft es Hand in Hand mit dem Schuldbewusstsein wieder an die Tür.
    Aber ich werde dieses köstliche Rezept natürlich ausprobieren. Der Blätterteig in der Truhe ruft mich schon!
    Merci und einen schönen Sonntag!
    LG

  3. Ich finde es sieht sehr fein aus!
    Zu den Mengen, ich koche auch immer zuviel und friere es dann ein, für die Tage an denen abends der kleine Hunger anklopft. 😉

  4. Beim Essen soll man nicht denken, sondern nur genießen! Keine Schwierigkeit bei den allerliebst aussehenden Pastetchen. schönen Sonntag!

    1. das habe ich noch nicht verinnerlicht. Beim Essen denke ich bereits daran, was ich als Nächstes kochen werde. Danke für den Sonntagswunsch, hier ist nach der Schlacht bei Waterloo wieder Friede eingekehrt. Wellington ganz entgegen dem Verlauf der Geschichte besiegt und Napoleon zum Saucenkaiser gekrönt.

  5. wunderschön und gluschtig sehen sie aus deine pastetchen. die könnte man sicher auch tiefkühlen und aufbacken. allerdings brauche ich förmchen aus metall, da mich silikon „grüslet“.👋🏼❤️🐝

  6. die Pastetchen sehen überaus lecker aus.

    Andere Frage, wenn du immer mit dem Alter koketierst, wie alt bist du 🙂

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