Archiv der Kategorie: Gourmandisen

Freitagstexter, der Sieger der Steine

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Die Teilnehmerzahl am aktuellen Freitagstexter, der -neben dem deutschen Buchpreis- wichtigste literarische Preis, den die deutsche Literaturszene zu vergeben hat, hielt sich, sagen wir mal in Grenzen, war matt. Der Pokal glänzte nicht, schimmerte fahl, als ob er aus gelb eloxiertem Aluminium bestehen würde. Das kommt davon, wenn man den Pokal vor der Übergabe nicht mit dem Putzmittel der Putzblankwerke abreibt. Danke Erich Kästner für den tipp.

Immerhin war zwischen fünf gültigen, hochkarätigen Beiträgen auszuwählen und die Regeln fordern nur einen Sieger.

Hubbie erinnert an das altenglische, traditionelle Volkslied Scarborough Fair: „Ask him to reap it with a sickle of leather, Parsley, sage, rosemary and thyme…“, das es auch in unzähligen modernen Versionen zu hören gibt.

Bee überzeugt mit dem pharmakologischen Wissen eines Homöopathen: „Den hohen Gehalt an Vitamin C sieht man dem Steinbrech gar nicht an“

Kulturflaneur brilliert mit dem finalen Heilsversprechen: „Diese Kur ist nicht schmerzfrei, aber nach der Steinigung sind alle Schmerzen garantiert weg“

Die Jury entschied sich für Houdini als Sieger mit „… und Rolling Stones heben die Stimmung!“

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Houdini holt sich den Pokal zum ersten Mal und entführt in nach Thailand. Gratulation zum Gewinn und auf Wiederlesen in der nächsten Runde am Freitag, 02. Dezember 2016 im Blog Houdini.

NB. Der Pokal ist wieder auf Hochglanz poliert

Freitagstexter: Gegen Schmerzen und Entzündungen

Diesmal waren es die Würfel von Pfeff.eroni.de, die mir den virtuellen Wanderpokal für das Betexten eines türkischen Wackelsitzes -wieder einmal- für ein paar Tage anvertrauten. Vorgestern besuchte ich den Merianschen Kräutergarten in Basel. Die in der Erde steckenden Schilder geben Aufschluss über das, was hier wächst. Oder auch nicht.

Blogbesitzer und -abstinenten (dann aber ausser Konkurrenz) sind aufgerufen, das obenstehende Bild in einem Kommentar mit einem -oder gleich mehreren- geistreichen und witzigen Untertitel zu versehen. Das Bild ist heikel und nicht einfach zu untertiteln. Steine sprechen nicht und Schmerzen sind kein Anlass zum Schenkelklopfen; Herzliches Lachen kann aber auch Schmerzen überwinden. Probieren wir es doch!

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Die Regeln sind in einfachem Deutsch gehalten und stehen wie immer hier. Nur Lesen sollte man können.

Der Wettbewerb läuft bis Dienstag, 29. November 2016, 23:59:59 Uhr.

Mittwoch, 30. November 2016 wird der Gewinner unter Ausschluss des Rechtswegs gekürt und der Pokal virtuell übergeben. Die Siegerin/der Sieger darf dafür am Freitag, 02. Dezember 2016 den nächsten Freitagstexter ausrichten. In keinem andern Wettbewerb sind die Gewinnchancen so hoch.

Crepinette vom Goldfasan auf Cassoulette vom Schenkelfleisch mit Linsen und Federkohl

Der Hauptgang im Oktober 8plus8-event: Crepinette vom Goldfasan auf Cassoulette vom Schenkelfleisch mit Linsen und Federkohl ist auf dem Blog von Lucas Rosenblatt online.

#gekocht #gegessen #8plus8 #lucasrosenblatt

Lucas Rosenblatt

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Crepinette vom Goldfasan
4 Goldfasane
Doppelrahm
1 Eiweiss
Gewürzsalz für helles Fleisch
Weisser Pfeffer
1 Rigitrüffel
8 Scheiben Lardo di Colonnata
Olivenöl- Butter-Mischung zum Anbraten
Wildfond
Wacholderlatwerge

Markt 2016-10 Rupfen, vorzugsweise im Freien

Markt-20161029_102339 Gerupft

Markt-20161029_113948 Die Ausbeute von 4 Fasanen

Fasane entfedern, Schenkel wegschneiden, alles enthäuten. Brust und Brustfilets auslösen, allfällige Schusslöcher säubern. Brust im Schmetterlingsschnitt anschneiden und aufklappen.

Rezept 2016-10

Die Spitzen der Brust wegschneiden und die Abschnitte (100 g) mit 60 g Doppelrahm, Gewürzsalz für helles Fleisch, dem Eiweiss und weissem Pfeffer mischen und 30 Minuten kalt stellen.
Danach zu einer Farce cuttern, nachwürzen, den Trüffel dazureiben, mischen und mit einem Spritzbeutel in die aufgeklappte Brust spritzen. Das Brustfilet einlegen und die Brust satt zusammenrollen. Mit einer Scheibe Lardo zusammenrollen.

Rezept 2016-10

Vor der Verwendung 8 Minuten bei 85°C im Dampfgarer vorgaren. Anschliessend in Olivenöl-Butter-Mischung rundum anbraten, mit Gewürzsalz für helles Fleisch nachwürzen und mit einer Glace aus Wildfond und etwas Wacholderlatwerge glasieren.

Cassoulette vom…

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Freitagstexter: Siegerehrung ohne Kuss

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Eine schwierige Runde. An Heiratsanträgen und liebestollen Radfahrern wollten sich nur wenige die Finger verbrennen. Aus eigenem Erleben weiss ich zu berichten, dass ich mich über den Kommentar von Micha gefreut hatte, denn die wollte einen Kuss von mir einfordern. Sofort. Was wiederum Frau L. missfiel, und das auch sofort: Du Esel, die meint doch nicht du, also dich, sondern sie meint mit du ihn, den auf dem Foto!.….. Also nicht mich, sondern den, der Rad fährt? Alles klar. Wie man sich doch an Personalpronomen irren kann.

Hier nochmals das Bild:

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Gefallen hat mir Baslerdybli (ausser Konkurrenz) mit:
„Giro d’amore“. Treffender kann man die Szene nicht beschreiben.

Silber geht an den bloglosen hubbie mit:
„Fahr mal einen Achter Guido, dann gibt es noch einen Bacio auf die andere Wange“

Bei Gold war sich die Jury uneinig. Ich gab meine Stimme -ungeküsst- für Micha vom Blog grain de sel:
„Wenn ich nicht sofort einen Kuß von dir bekomme, drehe ich am Rad…“

Dagegen erhob Frau L. Einspruch und votierte für den Herrn bee vom Blog zynaesthesie mit:
„Im letzten Augenblick hatte sich Georg qualifiziert fürs Hoch-Zeitfahren“

Patt.

Also musste das Los entscheiden: Gewinnerin ist Micha, die sich damit den Gewinn (den Pokal, um die Sache klar zustellen) nach Frankreich holt.

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Gratulation zum Gewinn und auf Wiederlesen in der nächsten Runde am Freitag, 30. September 2016 im Blog Grain de sel

Bulzani mit Sugo oder Zwegschtenkompott

Bulzani mit Hackfleischsugo

Bulzani? Noch nie davon gehört? Ich auch nicht. Erstmals gesehen im letzten marmite-Kochheft 4/2016. Der Schweizer Spitzenkoch Arno Sgier kocht im Heft diese einfache Bündner Spezialität, ein Rezept seiner Mutter.  Der Begriff Bulzani entstammt dem Rumantsch grischun, geläufiger sind die Begriffe Tatsch oder Schmarren. Ein Spitzenkoch, der auch einfache Gerichte liebt, ist mir sympathisch. Wir waren deshalb in der Traube in Trimbach essen. Mein Gewinn von hier. Doch zuerst die Bulzani. Schmecken wie Knöpfli, an denen nicht mit Eiern gespart wurde. Und der ganze, mühsame Abwasch von Knöpflikochtöpfen, Knöpflisieben, Knöpflischabern, Knöpflischüsseln, Knöpfli-abtropfsieben etc. entfällt. Ich werde künftig statt Knöpfli nur noch Bulzani zubereiten. Einfacher&schneller.

Zwegschten? Zwägschte? Im Schaffhausischen wird „Zwetschge“ in Form der Metathese (mit vertauschtem Laut) ausgesprochen. Passt doch zu Bulzani, den vertauschten Knöpfli. Irgendwie.

Bulzani


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Zutaten
für die Bulzani nach Arno Sgier:
220 g Weissmehl
5 g Salz
4 Eier
3 dl Milch
60 g Bratbutter
40g Butterflocken

für das Zwegschtenkompott: (eigenes Rezept)
500 g Zwegschten (Zwetschgen)
100 ml Rotwein (mein Fabelhaft vom Douro)
50 ml Aceto Balsamico, vom mittelteuren
je 1/2 Abrieb von einer Bio-Orange und Bio-Zitrone
2 cm Zimstange
50 g Zucker

Zubereitung
für die Bulzani nach Arno Sgier:
(1) Eier verquirlen, mit der Milch mischen und in eine Rührschüssel geben. Mehl dazu sieben, Salz zugeben und alles von Hand oder mit dem Handrührer oder der Küchenmaschine glattrühren, bis der Teig Blasen bildet.
(2) Bratbutter in einer grossen, beschichteten Pfanne erhitzen. Teig zugeben und bei mittlerer Stufe stocken lassen, dann mit 2 Holzkellen fein auseinanderreissen, bis auf etwa Knöpfle-Grösse und rundum leicht knusprig braten. Butterflocken untermischen und kurz weiterbraten.

für das Zwegschtenkompott:
(3) Zwegschten entsteinen, vierteln, mit den restlichen Zutaten ca. 20-30 Minuten leise köcheln, bis die Zwegschten gar, aber nicht zerfallen sind. Zimt herausfischen, dann alles durch ein Sieb abgiessen und gut abtropfen lassen.
(4) Den Saft auf etwa einen Viertel einkochen lassen, Zwetschgen wieder zugeben und darin aufwärmen.

Zu unserem Besuch in der Traube Trimbach. Hier arbeitet, seit 1993 sozusagen in ländlicher Stille, ein Grosser. 1 Michelinstern, 17 GM). Ich mag nicht jedes Krümelchen analysieren, mag mich einfach hinsetzen und geniessen. Restaurantkritik überlasse ich jenen, die sich dafür kompetent halten oder es sind. Und Geniessen kann man hier. Empfehlenswert. Wir kommen jedenfalls wieder.

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Arno Sgier


Trotzdem müssen ein paar Tellerbilder sein, damit sich der Leser ein Bild über Leistungsfähigkeit und Qualitäten dieser Küche machen kann.

Freitagstexter: Heiratsantrag

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Meinem Heiratsantrag war Erfolg beschieden: JA, ICH WILL, hauchte mir Mildred lächelnd in mein langes, graues Ohr (das zugehörige Bild ist hier zu sehen) und der Goldpokal steht schon wieder bei mir. Zum sechsten 7. Male. Überreicht vom Meister der Worte: bee. Als ich mir den Eselskopf abnehmen wollte, rannte die hübsche Mildred allerdings schreiend davon. Verstehe einer die Frauen. So bescheide ich mich halt für ein paar Tage mit dem Glanz des Pokals, bevor ich ihn an den nächsten Gewinner weitergebe.

Mai ist zwar längst vorbei, aber Liebe und Triebe haben immer Saison. Deshalb bleibe ich beim Thema, einfach mit einem andern Bild. Wie jeden Freitag sind Blogbesitzer und -abstinenten (dann aber ausser Konkurrenz) aufgerufen, das nachstehende Bild in einem Kommentar mit einem -oder gleich mehreren- geistreichen, verblüffenden, einmaligen, witzigen oder umwerfenden Untertitel zu versehen.

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Original aus Italien. Nicht mehr identifizierbar, da site gelöscht. Foto im Internet weit verbreitet

Die in Stein gehauenen Regeln stehen hier.

Der Wettbewerb läuft bis Dienstag, 27. September 2016, 23:59:59 Uhr.

Mittwoch, 28. September 2016 wird der Gewinner unter Ausschluss des Rechtswegs gekürt und der Pokal virtuell übergeben. Die Siegerin/der Sieger verpflichtet sich, am Freitag, 30. September 2016 den nächsten Freitagstexter auszurichten und wird dafür in den Tempel der Dichterfürsten aufgenommen. Falls der Preisträger stattdessen eine Dichterbüste in Carrara-Marmor wünscht, werden die Mehrkosten in Rechnung gestellt.

Zu früh für uns

Loch

Alles, was ausklingt, stimmt traurig. Ich bedanke mich an dieser Stelle für all die vielen, herzlichen Zeichen des Bedauerns. Einzelne Kommentare und Zuschriften haben mich gar zu Tränen gerührt und mich noch tiefer in das Loch gestossen, in dem ich ohnehin stecke.
Antworten mochte, konnte ich nicht mehr. Ich habs immer befürchtet, dass, wenn ich einmal die Disziplin des regelmässigen Bloggens aufgebe, ratlos-rastlose Untätigkeit Oberhand gewinnt. Trübsal blasen ist aber nicht meine Art. Ich, lamiacucina, sprang dem Herrn mit der Sense von der Schippe:

Über alles ist dunkler Trauerflor ausgebreitet. Die Stimmung gedrückt. Kränze schmücken den Rand der Grube, auf blassvioletten Schleifen prangt in güldenen Lettern:  RUHE SANFT, ZU FRÜH FÜR UNS, DER LETZTE GRUSS. Als scheintoter Zombie mische ich mich unter all die Trauernden, tröste sie persönlich, drücke ihre Hand und umarme sie. Weine mit ihnen am Grabe von lamiacucina.

Gefassten Schrittes trete ich an den Rand der Grube, einsachtzig-mal-neunzig, rücke noch eine verrutschte Trauerschleife zurecht, beginne, meinen Nekrolog ab Papier vorzulesen: „Alles geht einmal zu Ende, und mancher ist tot, bevor er sein Ende erreicht“….

Aber doch nicht ich! Ich sprach von „loslassen“, davon, dass ich eine Auszeit und Abstand benötige. Wer meinen letzten Artikel wirklich zu Ende gelesen hat, aber wer macht das schon😉, der weiss auch, dass nichts endgültig ist. Jedenfalls bei mir nicht. Wörtlich: „Und falls ich etwas koche oder auf etwas stosse, das einen Eintrag wert ist, kann ich das immer noch veröffentlichen“.

Zunächst erfreue ich mich der wiedergewonnen Freiheit, die lasse ich mir unter keinen Umständen mehr nehmen. Nie&Nimmer. Unter uns: ich bastle bereits an einem Rezept und einem Reisebericht, nehme mir dafür aber jede Zeit der Welt.

Freunde, weg mit Trauerschleifen und Kondolenzschreiben. Ich lebe noch:  ZU FRÜH FÜR MICH.