Schlagwort-Archive: Rote-Grütze

Rote Grütze mit Lorbeereis

Rote Grütze und Lorbeereis 2013 07 17_1040

Rote Grütze – Rødgrød. Die norddeutsche & skandinavische Beerenspeise. Etwas, das die Schweizer für einmal nicht erfunden haben. Wie bei allen Klassikern gibt es von diesem Gericht unzählige Rezeptvariationen, die meisten sind uns entweder zu süss, die Früchte zermanscht oder zu Konfitüre verkocht, mit Wasser gekocht, mit Fruchtsaft statt mit Früchten hergestellt, milchig-trübe, mit Puddingpulver aus Bielefeld oder mit Eischnee angerührt, mit Stärkemengen, die für ein festes Fruchtbonbon ausreichen. Kurz: nichts für uns. Bei einer kurzen Blog-Internetrecherche bleibt für uns nur wenig Gutes in den ersten 5 google Seiten hängen, wie z.B. dieses hier aus Bremen, das hier aus Hamburg oder jenes aus einem Hamburger Verlagshaus.

Diese erschreckende gastronomische Leere in google 😉 ruft geradezu danach, dass wir „Südländer“ die Sache selbst in die Hand nehmen und uns, unbelastet von nordischen Traditionen -auch wenn das vermessen klingen mag-, eine rote Grütze nach eigenem Gusto kochen. Früchte in Fruchtsaft gekocht, abfiltriert und das klare Dekokt mit frischen Früchten versetzt. Mehr Frucht geht nicht.

Rote Grütze 2013 07 16_1020
Rote Grütze nature

Zutaten
900 g frische, rote und blaue Beeren, wozu ist denn jetzt Beerenzeit ?  (z.B. Himbeeren, Johannisbeeren rot, Cassisbeeren, Blaubeeren, Brombeeren, Kirschen, evtl. Erdbeeren). Davon 100 g für die Deko beiseitestellen.
250 ml Fruchtsaft [Rosenblatt: Apfelsaft; Lamiacucina: Cassis]
75 g Zucker (süsse Beeren brauchen weniger Zucker)
1 Elf. Hibiskusblüten [nur wenn Apfelsaft als Fruchtsaft verwendet wird]
Saft einer halben Zitrone
15 g Weizenstärke
20 ml roter Portwein

Zubereitung
(1) 400 g der weniger schönen Beeren für den Beerenfond mit Zucker und Zitronensaft verrühren und 10 Minuten stehen lassen.
(2) Fruchtsaft mit den Hibiskusblüten aufkochen, die gezuckerten Beeren zugeben, nochmals aufkochen, auf ein Holzbrett ziehen und zugedeckt weitere 15 Minuten ziehen lassen.
(3) Anschliessend ohne Druck (damit der Fond nicht trübe wird) langsam durch ein Sieb abtropfen lassen. (*)
(4) Die Stärke mit dem Portwein kalt glattrühren.
(5) Den abgetropften Beerenfond aufkochen, die angerührte Stärke zugeben und etwa 3 Minuten kochen, bis der Fond klar wird und der Stärkegeschmack weg ist. Vom Feuer ziehen, dann die restliche Hälfte der Früchte (die festeren Johannisbeeren, Blaubeeren, Brombeeren, Cassis) zugeben, die weichen Früchte (Erdbeeren in Spalten, Himbeeren, Kirschen) erst zugeben, wenn die Grütze lauwarm abgekühlt ist.
(6) Die Grütze etwa 6 Stunden kühl stellen bis sie leicht angeliert ist. Vor dem Servieren mit frischen Beeren und Pfefferminze garnieren.

(*) Den Trester der abgesiebten Früchte nicht wegwerfen.  Daraus ein Fruchtcoulis mixen oder mit einem neutralen Essig ein paar Tage anstellen, das gibt einen guten Fruchtessig.

und was gibt es bei Hitze schöneres, als die Grütze mit einem Lorbeerkranzeis zu veredeln ?

Lorbeereis

Zutaten
250 ml Vollmilch
1.5 dl Vollrahm
1 Vanilleschote Tahiti
4-6 fein geschnittene, frische Lorbeerblätter
3 Eigelbe
50 g Zucker
50 g Invertzuckersirup

Zubereitung
(1) Das Vanillemark aus der Schote nehmen und mit wenig Zucker verreiben.
(2) Milch und Rahm mit der leeren Vanilleschote, dem Vanillezucker und den Lorbeerblättern aufkochen und mindestens 30 Minuten ziehen lassen.
(3) Eigelb und restlichen Zucker schaumig schlagen. Das Milch-Rahmgemisch absieben und nochmals aufkochen.

Lorbeereis 2013 07 10_0878
Lorbeer und Vanille

Das kochende Gemisch in die Eigelb rühren und bei kleiner Hitze unter ständigem Rühren pochieren, bis die Masse leicht anzieht (ich mache das in der Kenwood Cooking Chef bei 92°C)
(4) Die heisse Masse durch ein feines Sieb passieren, zugedeckt 3 Stunden durchkühlen. Danach in der Eismaschine frieren. Über Nacht im Tiefkühler reifen lassen. Vor Gebrauch 10 Minuten in den Kühlschrank stellen.

Beide Rezepte entstammen, von mir leicht geändert, der Küche von Lucas Rosenblatt.

Stachelbeergrütze

Stachelbeergrütze 0_2009 07 08_1307

Während der Früchtesaison essen wir die meisten Früchte unverarbeitet, so wie sie uns die Natur liefert. Mit Verarbeitung kann man den Auftritt, den Geschmack einer Frucht verändern, aber nur selten verbessern.  Mein Rezept ist deshalb denkbar einfach: eine leichte, fruchtige Grütze mit nur wenig Perltapioka als Bindemittel und wenig Zucker und Zitronenabrieb drin. So schmeckt uns die Stachelbeere. Mein Beitrag zum Gartenkochevent Stachelbeeren des Gaertnerblogs, diesmal betreut von Barbara.

Garten-Koch-Event

Zutaten
für 2 Portionen
350 g Stachelbeeren
2.5 dl Wasser
25 g Perltapioka
25 g Zucker
Zitronenabrieb einer halben Zitrone

Stachelbeergrütze 1_2009 07 08_1301

Zubereitung
(1) Stachelbeeren waschen, Blüte und Stiel entfernen, 250 g davon mit dem Wasser und dem Zucker während etwa 5-10 Minuten weichkochen, die Beeren dabei zerdrücken. Den Saft durch ein Sieb abfiltrieren, Schalen mit einem runden Löffel auspressen.
(2) Zitronenabrieb und Perltapioka zum Saft geben und nochmals 10 Minuten unter umrühren leise kochen. Etwas abkühlen, in Gläser abfüllen. Die restlichen Beeren halbieren und roh in die Gläser verteilen. Die Tapiokakörner müssen nach dem Kochen nicht vollständig zerfallen sein, es dürfen sich ruhig einige absetzen. Wer das nicht mag, nimmt Tapioka- oder Sagomehl.

AddThis Social Bookmark Button

Grütze all’Arance

BlutorangenGrütze00_redc2008_0424
Hört sich ja seltsam an, Blutorangengrütze wäre verständlicher. Die norddeutsche Nationalnachspeise erhält von mir eine Schlankheitskur in Sachen Stärkekleister verpasst. Ob mein Rezept deshalb zur Völkerverständigung beiträgt, weiss ich nicht. Franz von einfachköstlich hat seine hübsche Idee mit einem kussfreudigen Model aus Frankreich und zwei guten antipasti in die Welt gesetzt. Mit einer entsprechend kussfreudigen Sizilianerin kann ich nicht aufwarten, ich musste mich mit der Grütze trösten. Doch: sowas von Trost !  zum Rezept Grütze all’Arance weiterlesen