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Tortellini an Ingwer-Karottensauce

Tortellini mit Ingwer-Karotten-Sauce 20180121_124709

Habe Zauberberg fertig. Fertig gelesen und noch immer Essbares im Tiefkühler. Wie etwa die köstlichen Kürbistortellini von hier, dazu noch ein paar undatierte, eisverkrustete Gemüse-Tortellini. Deshalb wird es Zeit, Buch und Sphäre des Zauberbergs zu verlassen und ersatzweise eine zauberhafte Sauce zu kochen. 2 Handvoll selbstgemachte, tiefgekühlte Tortellini ins heisse Wasser werfen und fertig ist das Mittagessen. Getreu der Devise #makeitsimple und ausnahmsweise -eher zufälligerweise- sogar einmal #makeitnice.

Tortellini an Ingwer-Karottensauce


Tortellini mit Ingwer-Karotten-Sauce 20180121_124718

Zutaten
für die Ingwer-Karottensauce:
250 ml Karottensaft, frisch zentrifugiert, ca. 6 rote Karotten. ersatzweise geht auch Biotta-Karottensaft, der ist jedoch gelb
1 Schalotte, gehackt, 15 g
20 g Ingwer, gewürfelt
100 g Kürbis, gewürfelt
50 ml Geflügeljus von LeSaucier,  oder 1 dl kräftiger Geflügelfond
2 EL Orangenöl
1/2 TL Thymian, getrocknet
1/2 TL Tapioka-Pfeilwurzelmehl oder Guarkernmehl, angerührt mit Noilly Prat
Kräutersalz
Piment d’Espelette
1 EL Zitronensaft
2 Handvoll Tortellini mit vegetabiler Füllung

Tortellini mit Ingwer-Karotten-Sauce Tortellini mit Ingwer-Karotten-Sauce 2018 01 21_1334

Zubereitung
(1) Schalotten, Kürbis und Ingwer im Orangenöl dünsten. Geflügeljus oder-fond zugeben und je nachdem etwas einkochen.
(2) Karottensaft und Thymian zugeben und 10 Minuten köcheln. Vom Kochfeld ziehen und zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen.
(3) Danach fein mixen, anschliessend durch ein feines Sieb passieren, aufkochen und mit der angerührten Stärke abbinden. 3-4 Minuten köcheln und mit Kräutersalz, Piment d’Espelette und Zitronensaft abschmecken

Anrichten
1 violette Ur-Karotte, in 1 mm Scheiben, im Dämpftopf kurz vorgegart, anschliessend kurz in der Butter geschwenkt.
Butter, gesalzen
Parmesanspäne
Dekogrün

Tortellini 4-6 Minuten in schwach siedendem Salzwasser al dente garen, abschöpfen und in der Butter mit wenig Kochwasser überglänzen.

Nächstes Buch: Knochenlieder von Martina Clavadetscher (und höchste Zeit, wieder einmal eigenen Fond zu kochen).

Henkersmahlzeit

Henkersmahlzeit 20180104_104155

Klassische Kürbissuppe mit Kokosmilch. Orientalisch angehaucht. Die ideale Henkersmahlzeit vorher. Ideal fürs allfällige Überleben danach. Besonders wenn sie nur noch aufgetaut werden muss. Und wie von mir bereits angedroht: #keepitsimple

Das Einheizen überlassen wir der Pappbecherkonkurrenz, denn wir dürfen die Suppe in der geheizten Wohnung schlürfen, während das Strassenfutter meist draussen im Freien genossen wird.

Kürbis-Kokos-suppe with oriental touch


Henkersmahlzeit 2018 01 13_1322

Zutaten
1 Hokkaidokürbis, ca. 500 g
1 EL Ghee
1 Schalotte, 40 g
1 dl Gemüsejus, Le Saucier. wenn nicht vorhanden, die Gemüse für die Brühe vorher im Ofen leicht anrösten
ca. 5 dl kräftige Gemüsebrühe
1.5 dl Kokosmilch
1 TL Curry (halb Madras, halb Annapurna)
1 TL Mekeleshagewürz (auch unter Mekeleisha zu finden, äthiopische Gewürzmischung aus gleichen Teilen Bockshornklee, Fenchelsamen, Kreuzkümmel und Ajowansamen. Mein Schlachtross für alle Kreuzfahrten in den Orient)
Kräutersalz

Zubereitung
(1) Kürbis waschen, ungeschält vierteln, Kerne und Strunk entfernen. Kürbisfleisch in grobe Würfel schneiden.
(2) Kürbiswürfel in Ghee ca. 5 Minuten dünsten, die gehackte Schalotte und die Curries zugeben und weiterdünsten bis die Schalotte glasig ist. Ablöschen mit Gemüsebrühe.
(3) ca. 20 Minuten köcheln. Kokosmilch und Gemüsejus zugeben und alles im Mixer zu einer feinen Creme mixen. Konsistenz bei Bedarf mit Gemüsebrühe adjustieren. Würzen mit Kräutersalz, Curry und Mekelesha.

Anrichten
mit gehackten, gerösteten Kürbiskernen und ein paar Tropfen Kürbiskernöl garnieren.

Henkersmahlzeit 20180110_151734

Danke übrigens für all die guten Wünsche für die OP.  Bin bereits wieder wohlauf und zuhause. Weiter gehts hier, wenn ich mit dem angefangenen Buch fertig bin. Derzeit über der Hälfte. Es gibt nun mal spannendere Dinge als elektronischen Medien. Zumal in den tausend Seiten des „Zauberbergs“ im „Internationalen Sanatorium Berghof“ öfters Suppen gegessen werden:   nebst mehreren nicht näher bezeichneten sind das Spargelsuppe, Juliennesuppe, Mittagssuppe, Kohlsuppe, eine Wassersuppendiät und sogar Ewigkeitssuppe. Ein Detail, das in allen bisherigen Textinterpretationen des Werkes zu Unrecht völlig vernachlässigt wurde.

Tortellini di zucca

Tortelli di zucca 20171008_135809

Gut Ding will Weile haben. Eigentlich wollte ich die Kürbistortelli nach Claudio schon letztes Jahr zubereiten. Aber der dazu benötigte Mostarda mantovana machte sich derart gut zu Terrinen und Pasteten, dass er im Nu weggegessen war. Ich weiss nicht mehr, fehlte es in der Folge an Quitten, an Kürbis oder an meinem Elan. Jedenfalls musste das Thema Kürbistortelli um ein Jahr vertagt werden.
Neues Jahr, neue Quitten, aus der Türkei, die hiesigen scheinen mehrheitlich erfroren zu sein. Neue Kürbisse. Ja und sogar die Freude, wieder einmal Ravioli zu basteln.

Aenderungen zum Rezept von Claudio:

  • Als Ravioliteig verwende ich nur noch den „Kempinski“-Teig von hier. Nach der Zubereitung vakuumiere ich ihn, das beschleunigt die Hydratation des Teiges. Für mich der beste Ravioliteig.
  • Für die Quittenmostarda extrahierte ich auch Kernhäuser, Abschnitte und Schalen mit. Weil viel vom Quittenaroma und Pektin im Abfall steckt. Reduzierte den Zuckeranteil und nahm Muskatellerwein statt nur Wasser.
  • Anstelle von gekochtem Kürbis verwendete ich im Ofen gebackenen, um weniger Aroma zu verlieren. Dafür musste ich ihn nach dem cuttern durch ein Sieb passieren.
  • Die gekauften, angeblich besten Amaretti der Stadt Basel waren derart zuckerdolcesüss, dass ich sie nicht verwenden mochte (essen schon gar nicht) und auf die Alternative Bittermandelessenz zurückgriff.

Zutaten
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Quittenmostarda:
für ca. 4x 2 dl Gläser
4 Quitten, ca. 1.4 kg (800 g Quittenwürfel, 600 g Abschnitte)
3 dl Moscato d’Asti (notfalls geht auch Süssmost)
2 dl Wasser
50 g Karamellzucker oder frisch zubereiteter Karamell
1 TL Szechuanpfeffer
1 TL Kardamomsamen
1 TL Korianderkörner
240 g Zucker (weniger als im Rezept von Claudio )
2 EL möglichst scharfes, weisses oder gelbes Senfpulver

Pastateig:
110 g Weissmehl Typ 00
110 g Semolina (De Cecco, rimacinata)
2 g Salz
Je nach Eigrösse 4-5 Eigelb, 1 Vollei

Füllung:
600 g Kürbis, geschält, gewürfelt (Hokkaido), nach Backen und Passieren noch ca. 350 g
40 g geriebenen Parmesan
40 g Mie de pain und 8 Tropfen Bittelmandelessenz
1 Eigelb, statt 1 Ei
1 Prise Muskat
1 TL Bio-Zitronenschalenabrieb
50 g Quittenmostarda, fein gehackt

marinierte, rohe Kürbisstreifen:
ein paar hauchdünne Scheiben Kürbis (mit der Mandoline oder der Aufschnittmaschine geschnitten)
50 ml Quittenessig (Gölles)
50 ml frisch gepresster Orangensaft
3 Scheiben frischer Ingwer
10 Körner Szechuanpfeffer
Salz

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Zubereitung
Quittenmostarda:
ein bis 2 Wochen im Voraus zubereiten:
(1) Quitten schälen, vierteln, entkernen und in 1 cm grosse Würfel schneiden. Kernhäuser und Abschnitte mit Wasser, Moscato d’Asti, dem Karamellzucker und den Gewürzen während 2 Stunden leise köcheln lassen, danach absieben. Jus auffangen.
(2) Quittenwürfel mit dem Zucker versetzen und 24 Stunden zugedeckt stehen lassen. Danach absieben, den gebildeten Saft mit dem Jus der Abschnitte vereinigen und auf niedriger Stufe langsam zu einem Sirup einkochen lassen.
(3) Damit die Quittenwürfel übergiessen und erneut 24 Stunden zugedeckt ziehen lassen. Absieben, jetzt kann bei Bedarf nochmals mit frischem Gewürz nachgewürzt werden, den Saft auf- und wiederum etwas einkochen, absieben, falls nachgewürzt wurde, und damit die Quittenwürfel übergiessen und ein drittes Mal 24 Stunden zugedeckt stehen lassen.
(4) Danach die Quittenwürfel im Sirup während ca. 10 Minuten auf niedriger Stufe knapp weichkochen und erkalten lassen. Das Senfpulver unterrühren und alles in sterilisierte Gläser abfüllen. Im Kühlschrank lagern oder zur Konservierung mit verschlossenem Deckel im Dampfgarer oder Ofen 15 Minuten auf 85°C erhitzen.

marinierte, rohe Kürbisstreifen:
Zutaten für die Marinade einmal aufkochen, abkühlen bis lauwarm, dann über die Kürbisscheiben giessen und zugedeckt im Kühlschrank 24 h marinieren. Vor Verwendung in feine Julienne schneiden.

Pastateig:
Alle Zutaten zu einem festen, nicht klebrigen Teig verkneten, in einen Vakuumbeutel vakuumieren und 1 Stunde ruhen lassen. Mit der Pastawalze hauchdünn (feinste Stufe) zu 7 cm breiten Bahnen ausrollen.

Füllung:
Kürbis schälen und grob würfeln. Auf einem mit Backpapier belegten Blech Im Ofen bei 120°C ca. 40 Minuten backen. Fein cuttern oder durch einen Fleischwolf drehen. Durch ein Sieb passieren.
Mit den übrigen Zutaten zu einer homogenen Masse mischen und mit Salz, Pfeffer und Bittermandelessenz abschmecken.

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Tortellini:
Die Teigbahn mit dem Teigrad in Quadrate von 6 x 6 cm schneiden oder ausstechen. Auf jedes Quadrat etwas Füllung platzieren.
Quadrat zu einem Dreieck falten und dabei den Teig um die Füllung gut andrücken. Die beiden Ecken der Hypotenuse aneinanderfügen und fest zusammenpressen. Falls der Teig zu trocken ist, zwei zusammenstossende Ränder mit Wasser oder Eiweiss einpinseln und verkleben.

Fertigstellen
Tortellini in schwach siedendem Salzwasser ziehen lassen bis sie auftauchen und weich sind (etwa 4 Minuten). Schwenken in Salbeibutter. Servieren mit den marinierten Kürbisstreifen.

Teig und Füllung gehen gut aus. Etwas über 100 Stück. Die marinierten, rohen Kürbisstreifen gehören nicht zu Claudios Rezept. Aber sie geben Knack ins Weiche und Quittensäure zur Kürbissüsse. Die 6cm Tortellini waren für mich eine Herausforderung. Sonst mache ich die Dinger grösser zu Tortelloni. So viel Arbeit… und so rasch gegessen. Aber… so gut.

Kürbis-Gnocchi mit Pilzragout

Kürbis-Gnocchi

Ein Kürbis kommt selten allein. Der schöne Teller mit den ausgestochenen Kürbisscheibchen ergab jede Menge Abschnitte. Kann man nicht wegwerfen. Ich hackte alles in kleine Stücke, würzte mit Piment und schob die Kürbistrümmer in den Ofen.

Kürbis-Gnocchi mit Pilzragout


Kürbis-Gnocchi (2015 09 09_8875)

Zutaten
750 g Kürbisfragmente, geschält
Nelkenpfeffer (Jamaicapfeffer)
30 g Hartweizendunst
30 g Weissmehl Typ 00
1 Eigelb
20 g Parmesan, fein gerieben
Muskatnuss
Salz
Pfeffer
Orangenöl

250 g Steinpilze
1 Schalotte, geschält, gehackt
je 1/2 Elf. Olivenöl und Butter
Thymian
1 dl Geflügelbrühe
Fleur de Sel
etwas Rahm
3 Tomaten Cornue des Andes, geschält, entkernt, Filets in Stücke geschnitten

Zubereitung
(1) Kürbis schälen und entkernen, in kleine Stücke schneiden. Mit etwas gemahlenem Nelkenpfeffer bestreuen. Im Ofen bei 200°C Umluft während etwa 20 Minuten rösten, gut ausdämpfen lassen. Durch die flotte Lotte drücken (braucht etwas Kraft und Geduld), Eigelb, Hartweizendunst, Weissmehl, Parmesan und Gewürze unter den noch warmen, durchgedrückten Kürbisbrei mengen. Gnocchiteig 1 Stunde in den Kühlschrank stellen.
(2) Den Gnocchiteig auf Hartweizendunst zu Rollen von 1 cm Durchmesser ausrollen, diese in 1 cm Stücke schneiden, zwischen den Händen rund abdrehen. Für Rillenreliefs habe ich im Moment keine Zeit. Das Buch. Der letzte Punkt.
(3) Gnocchi in knapp kochendem Salzwasser pochieren, herausheben, abtropfen lassen und in einer beschichteten Pfanne in wenig Orangenöl anbraten. Nach Bedarf nachwürzen.

Kürbis-Gnocchi (2015 09 09_8869)

für die Pilze:
(4) Pilze mit Messer, Bürste und mit angefeuchtetem Küchenpapier putzen, in grosse Ragoutwürfel oder Viertel schneiden.
(5) Pilze mit der Schalotte in Olivenöl-Butter anbraten. Würzen mit Thymian, Fleur de Sel und Pfeffer. Ablöschen mit Geflügelbrühe, kurz zudecken, bis die Pilze gar sind.
(6) Pilze über ein Sieb abgiessen, den Saft auffangen, Tomatenstücke zugeben und etwas einreduzieren, mit wenig Rahm binden. Pilze wieder zugeben, abschmecken und mit den inzwischen gebratenen Gnocchi servieren.

Kürbis gegessen.

Marinierte Scheiben vom Kürbis und schwarzen Nüssen

Kuerbis und schwarze Nuesse

Wie aus einem ungeliebten, alljährlichen Pflichtkürbis unversehens ein Lieblingsgericht wurde:
Heuer wollte ich mich der lästigen Kürbiskochpflicht geschenkter Kürbisse möglichst früh entledigen und entschied mich für ein Gericht der Douce Steiner aus ihrem Buch „Unsere verrückte Gemüsewelt“. Noch selten hat mich ein einfaches Rezept so überzeugt. Habs nur minim verändert.

Marinierte Scheiben vom Kürbis und schwarzen Nüssen

Kuerbis und schwarze Nuesse

Zutaten
Vorspeise oder Dessert für 4 Personen

1/2 Kürbis Muskat oder kleiner Knirps
8-12 schwarze, eingelegte Nüsse (vom letzten Jahr)
4 Zweige Thymian

für den Fond:
1 Elf. Olivenöl (L.: Orangenöl)
1 Elf. Zucker (L.: 1 Elf. Ahornsirup)
1 Elf. Weissweinessig (L.: weisser Balsamessig Gölles)
1/4 L Wasser (L.: 1 dl Wasser, 1 dl Orangensaft)
1 Biozitrone, der Schalenabrieb
wenig Ingwer, geschält, fein gerieben
Salz, Piment d’Espelette

für die Marinade:
2 Elf. Walnussöl (Baumnussöl)
Piment d’Espelette
schwarzer Pfeffer (L.: weisser Kampotpfeffer)
1 Orange, der Schalenabrieb
(L.: dazu 4 Elf. vom Fond)

Zubereitung
(1) Kürbis teilen, schälen, entkernen, mit einem 4 cm Ausstecher von innen nach aussen runde „Zapfen“ ausstechen. Diese auf einer Aufschnittmaschine in hauchdünne, runde Scheiben schneiden. Die schwarzen Nüsse an der Spitze anschneiden, Sirup auslaufen lassen, dann ebenfalls mit der Aufschnittmaschine fein schneiden.
(2) Alle Zutaten für den Fond aufkochen. Von der Wärmequelle ziehen, die Kürbisscheiben zugeben und ein paar Minuten ziehen lassen, bis sie weich und noch ein wenig bissfest sind.
(3) Die gegarten Kürbisscheiben auf Küchenpapier abtropfen und abwechselnd mit den Nussscheiben auf die Teller legen.
(4) Alle Zutaten für die Marinade in ein verschliessbares Glas geben, zur Emulsion schütteln und die Teller damit beträufeln. Mit Thymianblättchen bestreuen und 30 Minuten marinieren lassen.

Ein himmlisch schmeckendes „petit rien“. Wegen der leichten Süsse haben wir es als Dessert gegessen.
Hauptgericht war die Linsensuppe der Douce Steiner (siehe hier), ergänzt mit dem obigen Kürbisfond (statt Orangensaft) und den zuviel geschnittenen Kürbisscheiben.

Kürbis und schwarze Nüsse (2015 09 08_8845)

Kürbis- und Kichererbsensalat mit Tahini-Sauce

Pumpkin, Chickpea, Tahini Salad 2013 10 11_1857

„Der Kürbis, der war kerngesund,
Ein dicker Kerl und kugelrund,
Er hatte Backen rot und frisch;
Püriert stand er als Suppe auf dem Tisch.
Und wieder fing ich an zu schrei’n:
„Ich esse keinen Kürbis! Nein!
Ich esse meinen Kürbis nicht!
Nein, meinen Kürbis ess’ ich nicht!“

Heinrich Hoffmann (der Struwwelpeterautor) sah das Verhängnis schon 1845 voraus: Alle Jahre wieder Kürbis. Wild und Kürbis. Kürbis und Wild. Kürbis als Suppe. Kürbis als Risotto, Stampf, Gnocchi und Ravioli. Alle Jahre wieder Kürbis. Alles schon gekocht, (siehe hier). Alles schon probiert. Nein, meinen Kürbis ess’ ich nicht!

Jahr um Jahr wird das Kürbis-Angebot grösser und meine Lust auf Kürbis geringer. Wenn nur dieses unverschämt leuchtende Orange nicht wäre, das mich jedes Jahr wieder dazu verlockt, einen letzten, allerletzten Kürbis einzukaufen. So soll es denn auch heuer wieder sein: diesmal als warm servierter Salat, mit einer Zitrus-Tahinisauce. Das Originalrezept stammt aus dem 2004 herausgegebenen Buch Casa Moro der Autoren Sam und Samantha Clark, die zuvor einige Zeit im River Café arbeiteten und seit 1997 in London ihr eigenes Restaurant führen. Von diesem Buch aus zog das Rezept seine Kreise, erst nach den USA, u.a.  von Smitten Kitchen nachgekocht, später nach Deutschland, u.a. zu Katharina kocht.

Zutaten
für 2 Personen

400 g festes Kürbisfleisch, entkernt, z.B. Butternut geschält, oder oranger Knirps, ungeschält
2 Knoblauchzehen
2 Elf. Olivenöl (L.: Zitronenöl)
Salz, Pfeffer, 1/4 Tlf. Piment gemahlen
130 g Kichererbsen (wer lieber Dosen öffnet, darf. Ich weiss aber nicht wieviel darin ist)
1/2 kleine, rote Zwiebel
1 Handvoll Korianderblättchen (L.: gemischt mit viel Petersilie, zur Geschmacksdämpfung)

für die Tahinisauce:
doppelte Menge für 4 Personen angesetzt:
1 Knoblauchzehe
3-4 Elf. Zitronensaft
3 Elf. Tahinipaste
2 Elf. Olivenöl (L.: Zitronenöl)
1-2 Elf. Wasser
Salz, Pfeffer

Zubereitung
(1) Tags zuvor die Kichererbsen in reichlich Wasser mit einer Prise Natriumhydrogencarbonat einweichen.
(2) Die Kichererbsen abgiessen, mit Wasser spülen und in frischem, gesalzenem Wasser ca. 1 Stunde gar kochen, zwischendurch entschäumen.
(3) Backofen auf 220°C vorheizen.
(4) Kürbis (wenn notwendig schälen) und entkernen, in 2 cm grosse Würfel schneiden. Die Knoblauchzehen fein würfeln und zusammen mit den Kürbiswürfeln in einer Schüssel mit Olivenöl, etwas Salz, Pfeffer und dem Piment gut vermischen. Auf ein Backblech legen und etwa 15-20 Minuten rösten, bis der Kürbis gar, aber nicht allzuweich ist.
(5) Indessen die Zwiebel hacken und das Grünzeug klein zupfen.
(6) Die Zutaten der Sauce zusammenrühren. Die Knoblauchzehe hacken, zugeben und alles mit dem Mixstab mischen. Abschmecken, dabei eine Balance zwischen Zitronensaft und Tahini anstreben. Wenn die Sauce zu dick ist, wenig Wasser unterrühren.
(7) Die Kichererbsen abgiessen und auf dem heissen Blech mit den Kürbiswürfeln, den Zwiebeln und dem Grünzeug mischen. Die Sauce reichlich aufträufeln.

Pumpkin, Chickpea, Tahini Salad 2013 10 11_1854

Was andere sagen:

Deb von smitten kitchen: Glad you’re all as excited about this as I am!
Katharina kocht:  Und die Empfehlung, in Großbuchstaben: NACHKOCHEN!

Nun hab ich ihn doch gegessen und sage nicht mehr dazu als:  Kürbis bleibt Kürbis, siehe ganz oben. Mein allerletzter Kürbis. Bis auf Weiteres.

Per la Gloria d’Italia: der UNESCO-Kürbis und sein Risotto

Kürbisrisotto Buriani 2013 04 19_0099

Werbeanfragen lasse ich grundsätzlich unbeantwortet. So auch diese. Was die Agentur nicht hinderte, mich mit einem Fresspaket, das für das UNESCO-Weltkulturerbe der Regionen Emilia Romagna, Lombardei und Veneto wirbt, zu beglücken.

Was mach ich nun mit dem herbstlichen Kürbis, mitten im Frühling ? Kürbis, ein ganzer Kürbis aus Italien ausgerechnet an uns Kürbis-Verächter. Die Werbeagentur empfiehlt Alessandra Burianis Kürbis-Risotto.  Alessandra wie bitte ? Wer ist denn das ?  Tante google liefert das Bildnis der Köchin. Hoppla [neudeutsch: wow]. Schon gut. Ich koche das Kürbis-Risotto der Frau Buriani. Und da ich eh das ganze Jahr mit italienischem Einschlag koche, singe ich obendrein das Loblied der italienischen Küche. Der Küche jener Regionen, aus der soviel Gutes herkommt, die uns den Parmesan, den Risottoreis, den Aceto Balsamico sowie die guten Köchinnen schenkt. Danke Italien.

Zutaten
für 2 Personen
200 g Risottoreis
200 g Kürbis
1 kleine Schalotte, geschält
1 Schuss Weisswein
ca. 7 dl Gemüsebrühe, fatto in casa [korr.]
30 g Butter
30 g Parmesan
Olivenöl extra
Salz, Pfeffer
Aceto Balsamico vom teuren aus der vom Designer Giorgetto Giugiaro entworfenen Flasche.

Kürbisrisotto Buriani 2013 04 19_0097

Zubereitung
Rezept von mir leicht verändert: Gemüsebrühe zum weichkochen des Kürbis statt Wasser. Kürbiswürfelchen als Deko. Aceto nicht eingekocht.
(1) Die gehackte Schalotte in Butter andünsten, etwa 3/4 des gewürfelten Kürbisfleisches zugeben, mitdünsten, mit heisser Gemüsebrühe ablöschen. Abgedeckt stehen lassen, bis der Kürbis weich ist. Mit dem Handmixer kurz durchfahren. Das restliche Viertel der Kürbiswürfel beiseitestellen.
(2) Den Reis in wenig Olivenöl anrösten, mit einem Schuss Weisswein ablöschen und weiter kochen, dabei langsam und stetig unter rühren den Kürbisbrei sowie die Gemüsebrühe zugeben.
(3) Daneben das restliche Viertel der Kürbiswürfel in wenig gesalzener Gemüsebrühe weichkochen.
(4) Nach 20 Minuten mit Butter und Parmesan abschmecken und mit einigen Spritzern des Balsamessigs beträufeln und mit den Kürbiswürfelchen verzieren.

Ideale Verwertung für den Kürbis. Wie recht doch Micha hat, wenn sie den Frühling heuer so gelb findet. Als Zückerchen für Musikfreunde das Lied eines ganz grossen Sängers des letzten Jahrhunderts. Mattia Battistini [1856-1928]. Zeitgenossen bezeichneten ihn als La gloria d’Italia oder auch als Il Re dei baritoni. Hier in Caro Ideal (Tosti), Aufnahme 1920 oder 1921.

Risotto all’Amarone

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Es war eine Einzelflasche. Einer der besten Weine aus dem Valpolicella. Von Tommaso Bussola. Ab in einen Risotto. Freunde des Amarone werden jetzt aufzucken. Spinnt der ? Ja. er spinnt. Aber 17% Alkohol hauen mich einfach um. Für mich nur schlückchenweise trinkbar. Die Verwendung in einem Risotto-Rezept von Elia Rizzo aus dem Restaurant Il Desco in Verona finde ich jedoch nicht unangemessen. Das Rezept habe ich im Wartezimmer eines Arztes in einer Basler Wochenzeitung gefunden und aus dem Gedächtnis frei nachgekocht.

Risotto all'Amarone 2_2012 11 19_8539

Zutaten
400 g Kürbis (Garten), geschält und gewürfelt
ca. 5 dl Gemüsebrühe, homemade
1 mittlere Schalotte
2 Elf. Olivenöl
200 g Risottoreis (Carnaroli)
3 dl Amarone di Valpolicella
30 g Butter
30 g Parmesan, frisch gerieben
Pfeffer, Salz
Petersilie

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Sanftes, langsames Rühren des Rührpaddels

Zubereitung
(1) 400 g Kürbis mit 4 dl Gemüsebrühe auf kleinem Feuer 15 Minuten kochen. Wenn die Würfel gar sind, ca. 1/3 davon mit einer Schöpfkelle herausheben und beiseitestellen. Den Rest mit einem Stabmixer pürieren.
(2) Die Schalotte und den Reis in Olivenöl glasig dünsten. Ablöschen mit der Hälfte des Amarone. Den Wein unter stetigem Rühren etwas einkochen, den Kürbisbrei zugeben, leicht salzen, wiederum etwas einkochen, den restlichen Amarone zugeben und den Risotto damit fertig kochen. Nach Bedarf weitere Gemüsebrühe zugeben. Seit einiger Zeit lasse ich die Kenwood Cooking Chef für mich rühren. Das lässt mir Zeit an einem Glas Kochwein zu nippen, wenns nicht gerade ein Amarone ist.
(3) Gegen Schluss die Butter, den Parmesan und die Kürbiswürfel unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit etwas Petersilie garnieren.

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Seit ich den Risotto vom Machinchen rühren lasse, ist er noch feiner geworden als er bisher schon war. Ein Indiz, das stetiges Rühren nicht falsch sein kann. Ein guter Amarone im Risotto ist schlicht eine Wucht ! Nun überlege ich mir, ob ich doch nicht zwei, drei Flaschen (es gibt auch preisgünstigere Amarone ab etwa 20 € ) an Lager legen sollte, um daraus ab und zu einen Rotweinrisotto zu kochen. Den Kürbis kann man sich ja sparen.

Fettucine di zucca, Kürbisnudeln. Mit Steinpilzen

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Nicht pasta mit Kürbis, sondern pasta, bei denen der Kürbis in der Nudel steckt. Das gibt mit einem roten Hokkaidokürbis gelb-orange Nudeln. Dazu Steinpilzragout. Bärlauch und Kürbis, zwei der sieben biblischen Plagen der Menschheit. Sagt Frau L.. Damit hat sichs mit Kürbis für dieses Jahr, schade.

Zutaten
für die Kürbis-Tagliatelle:
ca. 600 g Hokkaidokürbis
Piment, frisch gemahlen
Salz
1 Ei, 1 Eigelb
ca. 300 g Hartweizendunst (Semola di grano duro rimacinata)

für die Pilze:
4 mittlere Steinpilze
Bratbutter
1 kleine Schalotte
1 junge Knoblauchzehe
wenig Mehl
Ein Schuss trockener Weisswein
Salz, Pfeffer
Lorbeerblatt
1 Zweig Thymian
etwas Zitronenabrieb
ca. 1 dl Rahm
frische, gehackte Petersilie

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Auf die Pilze, fertig, los !

Zubereitung
für die Kürbis-Tagliatelle:
(1) Kürbis waschen, entkernen und ungeschält in ca. 3 cm grosse Stücke schneiden. Würzen mit Piment und wenig Salz. Im Ofen auf einem Blech ca. 30 Minuten bei 200°C rösten. Anschliessend Ofentüre eine Spalt öffnen und Kürbis erkalten lassen.
(2) Ca. 4 Würfel beiseitestellen, den Rest im Cutter mit den Eiern zu einer feinen Masse cuttern. Masse durch ein Sieb passieren.

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Unverzichtbar: ein Sieb

(3) Masse in der Knetschüssel der Küchenmaschine mit 2 Elf. Olivenöl und Hartweizengriess zu einem festen, nicht klebrigen Pastateig verkneten. Je nach Restfeuchte des Kürbis braucht es mehr oder weniger Mehl. Teig mind. 2 h im Kühlschrank ruhen lassen.
(4) Mit der Pastamaschine zu Bahnen ausrollen (6/9), diese zu Tagliatelle schneiden und gut bemehlt beiseitestellen.

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Gut bemehlt

für die Pilze:
(5) Die geputzten, klein geschnittenen Pilze in einer Bratpfanne portionsweise in Bratbutter scharf anbraten. Schalotte und Knoblauch kurz mitdünsten. Pilze salzen und pfeffern und mit wenig Mehl bestäuben. Thymianzweig und Lorbeerblatt dazu. Mit Weisswein ablöschen, Wein einkochen lassen, Rahm zugeben und das Pilzragout etwa 10 Minuten leise köcheln lassen. Methode ungefähr nach Wildem Poulet. Zum Schluss Zitronenabrieb, eine Handvoll gehackte Petersilie und die grob gehackten, reservierten Kürbisstückchen dazu geben. Abschmecken.

finish:

Nudeln in kochendem Salzwasser etwa 2 Minuten ziehen lassen. Abgiessen, einen Stich Butter unterziehen. Mit dem Pilzragout servieren.

Anmerkung
Der hohe Anteil an Kürbismasse gibt eine schöne Farbe, einen zarten Kürbisgeschmack, aber eher weiche Nudeln. Das war zu erwarten. Die restliche Hälfte des Teiges habe ich zu Lasagneplatten eingefroren. Mein Beitrag zum Farbevent cookbook of clours von Uwe:

HighFoodality Blog-Event Cookbook of Colors

Inversion statt Perv…: Vacherin Mont d’or aus dem Ofen mit Ofenkürbis

Kürbis im Vacherin Mont d'or 0_2011 12 20_2025
Ofenkürbis beim Bad im Vacherin Mont d'or aus dem Ofen

Manchmal genügen geringfügige Eingriffe in ein Rezept, um etwas neues daraus zu machen. Hat nicht Paul Bocuse unser Schweizer Fondue mit double crème angereichert und das ganze in Ermangelung eines Schweizer Fondue Caquelons in einer Kürbishälfte serviert ? Pumpkin Fondue konnte mein Interesse bis anhin nie wecken. Wenn aber  Arthurs Tochter, Heike, Shermins Zauberkessel und highfoodality (mit perv verführerischen Bildern) etwas in den Himmel loben, muss was dran sein. Die Kombination K. u. K. (Käse/Kürbis) liess mich ruhelos. Ein Blick auf das foodpairing Diagramm (search: pumpkin) gab letzte Gewissheit.

Warum nicht der Sache einen andern Dreh geben ? Alles umdrehen, eine Inversion: Statt crème double und Gruyèrekäse im ausgehöhlten Kürbis zu erhitzen, verwende ich einen ganzen Vacherin mont d’or Käse, erhitze ihn im Ofen. Anstelle von Brot- oder Kartoffelwürfeln werden die im selben Ofen gleichzeitig gebackenen Kürbisstücke auf eine Gabel gespiesst und diese in den flüssigen Eingeweiden des Käselaibes gedreht (aaahh…) oder der Käse über die Kürbisspalten gelöffelt.

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Der Käse und sein Wein

Zutaten
Ca. 600 g Vacherin Mont d’or
trockener Weisswein, z.B. Vin jaune d’Arbois, Chateau Chalon geht auch 😉
1 kleiner Hokkaidokürbis
Salz, Pfeffer, Piment

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Kürbisspalten aus dem Ofen

Zubereitung
(1) Den Käse am Morgen aus dem Kühlschrank nehmen, Holzdeckel entfernen, ein kreisrundes Stück Rinde von ca. 5 cm Durchmesser aus dem Käse herausschneiden, Käse oben einige Male einstechen und ca. 3-4 Elf. Wein in die Öffnung und über die Rinde giessen. Manche wickeln die Holzspanschachtel in Alufolie, ich stelle den Käse samt Spanschachtel in eine passende, hitzebeständige Keramikform, man kann dann den heissen Käse auf den Tisch stellen, ohne dass er gleich wieder erkaltet.  Bis vor dem Mittagessen bei Raumtemperatur stehen lassen.
(2) Ofen auf 200°C (U-/O-hitze) vorheizen. Kürbis waschen, halbieren, Kernhaus entfernen und in ca. 2 cm dicke Spalten schneiden. Würzen und auf ein mit Backpapier belegtes, rundes  Ofenblech legen.
(3) Das Blech mit den Kürbisspalten in den obern Teil des Ofens, den Käse in der Keramikform in den untern Teil des Ofens geben und während ca. 25-30 Minuten (den Kürbis bitte nicht zu Brei) backen.
(4) Erst die Kürbisspalten herausnehmen, salzen,  den Käse umrühren und weitere 5 Minuten im Ofen belassen. Während der Mahlzeit habe ich den Käse einmal für 5 Minuten im Ofen nachgewärmt.

Der Chateau Chalon (erinnert an weissen Sherry, enthält aber weniger Alkohol) passt gut dazu.

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Der Wein hält sich unter dem Siegellack Jahrzehnte, einmal geöffnet Wochen

Mit einem 2011-er Kürbis habe ich 2012 meinen Vorsatz, pro Jahr nur ein Kürbisrezept zu kochen, bereits erfüllt. Ich bin wieder mal der Zeit voraus.

Kürbis Gnocchi

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Kürbis, Piment und Mörser

Kürbisse sind die herbstlichen Ableger der Zucchini. Je mehr ich davon an Strassenrändern aufgetürmt sehe, desto weniger reizen sie mich, daraus etwas zu kochen. Bis ich in Heikes Blog das altmeisterliche Stilleben „Kürbis mit Schlüssel“ eines flämischen Malers 😉 entdeckt habe. Das Bild musste ich unbedingt nachstellen. Fieberhafte Suche nach Schlüsseln: Autoschlüssel, Wohnungs- und Kellerschlüssel…. alle ungeeignet, im modernen Wohnungsbau ein echtes Problem, kein Problem hingegen der Kürbis. Dann halt mit anderem Raffelwerk aus meiner pharmazeutischen Jugendzeit.  Hauptsache, das Kürbisbild ist im Kasten.

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Gnocchi der robusten Sorte

Verkochen tue ich das orangene Ding zu den von Heike wenig geliebten Gnocchi. Die Idee dazu kommt über Umwege von Mestolo, ich habe jedoch noch viel Parmesan in die Gnocchi eingearbeitet. Käse und Kürbis beginnen beide mit K und scheinen deshalb besonders gut zu harmonieren 😉 Gewürzt habe ich mit Salbei und Piment. Die zimtig-nelkige Schärfe des Piments passt gut zum Kürbis. Salbei ohnehin.

Zutaten
für 4 Personen:
1 Hokkadokürbis, ca . 900 g
2 Eigelbe
60 g Hartweizendunst (Knöpflimehl)
2 Tlf. Kartoffelstärke
100 g fein geriebener Parmesan oder Sbrinz
Salz, Muskatnuss, Piment (Nelkenpfeffer)
Olivenöl extra
Salbeiblätter frisch

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die Zutaten, von blassgelb bis dunkelgelb

Zubereitung
(1) Kürbis schälen und entkernen, in kleine Stücke schneiden. Mit etwas gemahlenem Nelkenpfeffer vermischen. Im Ofen bei 200°C während etwa 20 Minuten rösten, gut ausdämpfen lassen. Durch die flotte Lotte drücken, Eigelbe, Hartweizendunst, Stärke, Parmesan und Gewürze unter den noch warmen, durchgedrückten Kürbisbrei mengen.
(2) wer kein Zutrauen hat, formt von der Masse ein Gnoccho und lässt es probekochen. Ist es zu wenig fest, noch ein wenig Dunst einarbeiten. Den Gnocchiteig 1 Stunde in den Kühlschrank stellen.
(3) Den Gnocchiteig auf Hartweizendunst zu Rollen von 1 cm Durchmesser ausrollen, diese in 1 cm Stücke schneiden, zwischen den Händen rund abdrehen und über eine Gabel oder ein Gnocchibrett rollen.

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fertig geformt

(4) Die Gnocchi in knapp kochendem Salzwasser pochieren, herausheben, abtropfen lassen und auf einem Kuchenblech mit etwas Olivenöl sowie den in Streifen geschnittenen Salbeiblättern vorsichtig vermischen. Eine halbe Stunde kühl stellen.
(5) Blech in einen auf 220°C vorgeheizten Ofen (U-/O-hitze, Schiene 3) geben und 10-15 Minuten backen max. bis die Unterseiten der Gnocchi teilweise leicht hellbraune Bäckchen aufweisen. Nach Bedarf mit Parmesan servieren.

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Rückseite eines Gnoccho

Anmerkung zu Punkt 4)
meine waren etwas weich und fragil geraten. Bevor ich sie in heissem Salzwasser gegart habe, legte ich sie nach dem Formen auf Backpapier 10 Minuten in den Ofen (Umluft 110°C). Dadurch verfestigt sich das Eigelb. Guter Trick Frau Kampi.

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wärmestabilisierte Gnocchi

Das wars mit frischem Kürbis für 2011. Mein bestes Kürbis-Rezept ist immer noch der unglaubliche Risotto von Luisa Vallazza: Ich freue mich schon auf die nächste Kürbis-saison. Andere Rezepte für Kürbis-Gnocchi sind bei Juliane oder Elisabeth, und beinahe übersehen, bei Magdi, zu finden.

Kastanien Taglierini, Taglierini di Castagne

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Meine letzten Kastaniennudeln habe ich Ende 2007 hergestellt. Zufällig habe ich in Tery’s italienischem Blog peperoni e patate entdeckt, dass Marronipasta auch mit einem höheren Kastanienmehlanteil (2:1) funktioniert.  Teig anrühren, die Gitarre hervorholen und Taglierini herstellen waren eins. Der Teig muss mehrfach gewalzt werden, bis er nicht mehr bröckelt, aber pastageübte foodbloggerinnen bringen das problemlos zuwege. Den einen Teller habe ich mit Rosmarin-Ingwer-Kürbis angereichert, erstes und letztes Kürbisrezept für 2010.  Nicht weil das Gericht nicht gut gewesen wäre, wir schätzen  Kürbis nicht besonders. Den zweiten Teller für Frau L., mit Salbeibutter und frisch gerösteten Marroni.

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Zutaten
125 g Kastanienmehl
80 g Hartweizendunst für pasta
2 Eier (100 g)
1 Eigelb
1 Tlf. Olivenöl
1/2  Tlf. Salz

dazu:
400 g Muskatkürbis, in 1 cm Würfel geschnitten
1 Zweig Rosmarin, die Nadeln feingehackt
3 cm frischer Ingwer, in feinen Scheiben
200 g Marroni vom Marronibrater Bild hier
Salbei
frische Butter
Olivenöl
Salz, Pfeffer

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Zubereitung
für den Teig:
(1) die Zutaten (ohne das Eigelb) in die Knetschüssel der Küchenmaschine geben und mit dem Teighaken gut verkneten. Soviel Eigelb zugeben, bis sich das Teiggekrümel vom Schüsselrand löst und ein fester, kompakter, nicht zu feuchter Teig entsteht. Mind. 1 Stunde zugedeckt im Kühlschrank ruhen lassen.
(2) Auf der Pastawalze der Küchenmaschine etwa 20 mal auswalzen. Anfänglich bröckelt der Teig, dann wird er zusehends elastischer. Stufenweise feiner stellen bis Stufe 4 oder 5. Jedesmal mit pastamehl bemehlen, damit der Teig nicht klebt und reisst.
(3) auf der Gitarre zu Taglierini formen, gut bemehlen.
(4) Ofen auf 180°C vorheizen. Ein Kuchenblech mit einer Backfolie auslegen
(5) Die Kürbiswürfel und die Ingwerscheibchen auf das vorbereitete Blech legen. Salzen, pfeffern, mit fein gehacktem Rosmarin, Salz und Pfeffer bestreuen, mit Olivenöl begiessen, von Hand gut durchmischen und im Ofen ca. 15 Minuten braten.

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für den finish:
(6) in einem kleinen Pfännchen ein paar Salbeiblätter in wenig Butter ganz leicht anrösten. Die die geschälten Marroni darin wärmen (Sonderwunsch)
(7) in einer grössern Pfanne etwas Butter schmelzen lassen.
(8) Die Taglierini in siedendem Salzwasser, das mit etwas Öl versetzt und mit viel frisch gemahlenem Pfeffer gewürzt wurde, etwa 3-4 Minuten knapp al dente kochen, mit einer Schöpfkelle etwas Kochwasser samt Öl in die grosse Pfanne abschöpfen.
(9) die Kastanientaglierini abgiessen, in die grosse Pfanne geben und unter wenden eine Minute nachgaren.
(10) die eine Hälfte der Taglierini mit der Salbeibutter übergiessen, die Marroni dazulegen. Die grössere Hälfte der Taglierini mit dem Kürbisgemüse überdecken.

Beide waren wir vollauf zufrieden mit dem guten Geschmack der pasta. Sie mit dem Salbei, ich mit dem Kürbis.

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