Gnocchi von lustigen Weibern

Gnocchi nach Art lustiger Weiber
Das Thema zarter Kartoffelgnocchi glaubte ich in diesem Blog detailliert und weitgehend abgehakt zu haben. Bis mir Frau L. mit ihren „aufwandminimierten Gnocchi“ beweisen wollte, dass es mit weniger tamtam auch geht. Nachdem ich sie gegessen und für gut befunden habe, hat sie mir ihr Geheimnis verraten: ordinäre Kartoffelflocken. Damit bin ich zum Schweigen verurteilt. Schlecht waren sie wirklich nicht, fatto in casa, etwa wie beim Italiener um die Ecke. Frau L. freut sich wie ein Maikäfer auf einem frischen Buchenblatt über ihren coup, während ich mit mulmigem Unwohlsein in grösstem Erklärungsnotstand ihr Rezept zu einem Beitrag umsetze. 

Zutaten
110 g Kartoffelflocken StockioderKnorroderPfanniodersonstwas (1 Beutel)
3 dl Wasser
1 Tlf. Salz (gestrichen), Muskatnuss
1 Ei
ca. 6-8 Elf. Weissmehl

Zubereitung
(1) In eine angewärmte Teigschüssel 3 (nicht 5) dl siedendes Wasser geben, Salz, Muskatnuss dazu und die Kartoffelflocken kurz untermengen bis alles feucht ist, dann das Ei und das Mehl portionsweise hinzugeben, jeweils mit einer Teigkarte kurz untermengen bis ein Teig entstanden ist, der nicht mehr an den Händen klebt. Das kann alles auch in der Küchenmaschine mit dem Knethaken gemacht werden.
(2) Teig auf einem mit Hartweizengriess bemehlten Brett zu fingerdicken Strängen rollen. Diese in etwa 2cm lange Stücke schneiden und bis zum Kochen auf ein mit Weizendunst bestäubtes Backpapier oder Tuch legen. Um mit meinen Gnocchis gleichziehen zu können, hat sie Frau L. noch über das Rillenbrett gezogen, schönes Täuschungsmanöver.
(3) Gnocchi portionenweise in knapp siedendem Salzwasser ziehen lassen, bis sie aufsteigen. Weitere 2 Minuten ziehen lassen. Dann mit einer Schaumkelle herausheben, abtropfen lassen und in wenig heisser Butter schwenken. (Natureversion)

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49 Kommentare zu „Gnocchi von lustigen Weibern“

  1. Das gibt mir Mut meinen ersten Tiefkühlbericht umzusetzen an dem ich gerade arbeite. Das wird noch viel mulmiger dennn das Produkt ist komplett fertig.

  2. Möglicherweise ist es ein evolutionsbedingt entstandener Vorteil der Frauen, aus vorhandenen, teilfertigen Zutaten schnell etwas köstliches für den säbelzahntigerjagenden Gatten zu kreieren 😀 .

  3. Frau L. gefällt mir, setzt Dir einfach Kartoffelflocken-Gnocchi vor und bietet dir Küchen-Paroli. Danke an Frau L. für dieses einfache Rezept! Genau das richtige für mich momentan!

  4. Hört sich nicht schlecht an und scheint auch recht unkompliziert zu sein.

    Was ich aber gar nicht ausstehen kann, ist, wenn das jemand „Gnodschi“ ausspricht…

  5. Das ist tatsächlich ein Coup. Gratulation an Frau L. Denn auch, wenn es im Blog nicht so gerne getextet wird, so sind diese Rezepte durch Alltagstauglichkeit geradezu prädestiniert zum Nachkochen.

  6. Mit Kartoffelflocken mache ich manchmal auch flotte Mohn-(Wutzi)-nudeln. Ich gebe dazu oft 1-2 EL Grieß, dann haben sie schönen Biss und sind beim Kochen nicht so dem Zerfall ausgesetzt. Viel aufwändiger erscheint mir nach wie vor die Musterwutzlerei der Gnocchi.
    Mit Butter und ein bissl Käse aber schon, oder?

  7. @mipi: Du hast das als Tipp verstanden ?

    @Dandu: Bist Herbst kannst Du noch üben, dann wirst Du froh drum sein.

    @sammelhamster: oder der Vorteil grösserer, geistiger Beweglichkeit ?

    @Dolce: Du bist jetzt anderweitig beschäftigt.

    @Alex: und dazu ein Glas Tschianti

    @the rufus: einen leichten Anflug von Knatschigkeit hatten sie schon, wenn ich mir das so überlege… aber ich stehe voll hinter Frau L. (ich hätte Politiker werden sollen)

    @rike: wenn mit zuviel Wasser angerührt wird, sind auch diese zerfallsgefährdet.

    @Ursula: unersetzlich, wirklich.

    @kochundbackoase: nachdem das Tütchen ausgeleert, ist Dein Gewissen unbeschwert.

    @entegutallesgut: mit was immer auch, klar. Danke für die Erinnerung an die Wutzinudeln.

    @Hedonistin: an Pfingsten gehts am Ringsten.

  8. sag‘ mal liegen die gnocchi (eine kollegin in der schule sagte knochi, das ist noch lustiger als gnotschi) denn in der luft? bei uns in der küche warten die erdäpfel und paradeiser auf die verwandlung. ich nehme so wie in einer der beiden älteren stories irgendwo vermerkt auch immer nur ein ei – und kartoffelmehl statt weizen. das habe ich von einer freundin, die gnocchi ungefähr so oft macht, wie andere leute sich ein butterbrot schmieren… liebe grüsse an frau l., aber kartoffelflocken kommen mir nicht ins haus. (das sind aber weniger kulinarische als grundsatzfragen.)

  9. @katha: die Herstellprozesse von Kartoffelmehl und -flocken haben viele Gemeinsamkeiten 🙂 Ich versteh Dich ja schon, aber…. kein aber.

    @Ulrike: dann setz Dich mal in Dein Gärtchen, nimm eine Portion Deines Oreo-Eises, und alles wird wieder gut.

  10. Kartoffelflocken werden in einigen Brotrezepten eingesetzt. Ich habe mich beim Einkauf an der Kasse ganz vorsichtig umgesehen, ob mich niemand kennt – es war mir ausgesprochen peinlich 😉

  11. einspruch! da müssten wir jetzt eure kartoffelflocken und unser kartoffelmehl vergleichen. wenn die flocken vorgekocht und dann erst verarbeitet wurden (und vermutlich nicht nur kartoffeln auf der zutatenliste stehen, sondern auch emulgatoren, magermilchpulver, stabilisatoren u. a.), dann ist das was anderes als das kartoffelmehl, das üblicherweise aus getrockneten rohen kartoffeln hergestellt wird (glaube ich zumindest) und sonst nix enthält. aber mir ging’s eh eher um die konzerne… mein kartoffelmehl ist übrigens dieses hier.

  12. @Ulrike: Leichen ?

    @Cascabel: Hoffentlich im Nachbarort eingekauft und nicht mit Kreditkarte bezahlt 🙂

    @katha: Dein Kartoffelmehl ist nichts als reine Kartoffelstärke, nicht etwa getrocknete, gemahlene Kartoffeln ! Das kann man selbst machen: Kartoffeln feinst reiben, mit Wasser schütteln, absieben, die weisse Suspension absetzen lassen, überstehendes Wasser abgiessen, das Sediment mehrfach mit Wasser waschen. Trocknen. Das weisse Pulver schmeckt nach Stärke, und sonst nach gar nichts mehr. Ernährungstechnisch wertlos. Demgegenüber schmecken Kartoffelflocken je nach Hersteller mehr oder weniger entfernt nach Kartoffeln, die Zutaten, die Du erwähnst, sind bei den Produkten der Grosskonzerne drin. Kartoffelflocken gibts aber auch in unverdächtiger Demeterqualität. Die Gnocchi von Frau L. waren leider nicht Demeter.

  13. Was lese ich da? Pfanni?

    Da ist man mal ein paar Tage verreist, schon meinst Du, mit Dosen- und Tütenfrass anzukommen?
    Was für ein Verfall der Sitten….

    Non, non, hatte ich schon mal gelesen, in Kochbüchern von besternten Leuten, und, jetzt auch von L, das kann nur gut sein.
    Verdammt, ich suche nach dem Namen des Koches….Was gibt’s morgen.?

  14. Ha! Fortschritt auch im Hause L.? Modern Times – bald verschwinden auch die Holzlöffel, gib gut acht!

  15. Klasse, Frau L.! Endlich mal jemand, der vernünftig denkt in diesem ganzen Selbstdarstellungsgedöns. Es muss nicht immer Kaviar sein, und auch Kartoffelflockenfertigknotschi haben eine Daseinsberechtigung, solange sie mit Liebe und vielleicht Omas Butterbrettlen geröllert dem hungrigen Herrn L. aufgetischt werden. Bis er sie isst, sind sie eh kalt, weil erst das Foto geschossen werden muss…ich würde an die Decke gehen…;-)

  16. @Bolli: sowas muss ich immer bringen, wenn Du nicht da bist 🙂

    @Jutta: ich sperre mich nur aus Platznot gegen den Fortschritt, Holzlöffel sind einfach schlanker.

    @elettra: Deine Worte sind Balsam auf die Seele von Frau L., wenn ich ihr Deinen Kommentar zeige ist mir ein schönen Tag sicher. Vielleicht steigt sie dazu sogar wieder mal von der Decke runter.

  17. Getestet – genial schnell – prima – wird wieder gemacht. Mein Dank geht speziell an Frau L. (und natürlich auch an dich, da du uns das Rezept weitergegeben hast)!

  18. Zu diesem Rezept bin isch schon länger einen Kommentar schuldig:
    Ich habe diese Gnocchi mehrfach nachgekocht und sie schmecken nicht nur super, sondern sind auch leicht zu machen. Vielen Dank, das hat meine Einstellung zu selbstgemachen Gnocchi verändert.

  19. gut gegessen !!!!! …trotzdem muß ich noch schnell dazu schreiben :-)))
    Heute habe ich die Gnocci von Frau L. gemacht … einfach Klasse und super lecker !
    Dazu gab es Ratatouille und ein rosa gebratenes Ryb Eye Steak
    Großer Dank an Frau L. !! so macht auch mir Gnocci zubereiten Spaß und Männe hat es auch genossen !!!!!!

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