Kulinarisches Gruselkabinett (19)

Gruselkoch (19)
Gruselkoch (19)

Juni 2008, Nähe Chiavenna

Unheimliches sehe ich auf mich zukommen. Liess nicht Shakespeare in einem Drama drei Hexen gegenüber Macbeth eine grässliche Prophezeiung aussprechen ? Dass dieser sich nur solange sicher fühlen dürfe, bis der Wald von Birnam gegen ihn vorrücke: „Macbeth shall never vanquished be until / Great Birnam Wood to high Dunsinane Hill / Shall come against him.“ Eine Weissagung, die sich später durch das Vorrücken der mit Zweigen aus dem Wald von Birnam getarnten englischen Krieger aufs Schlimmste bewahrheiten sollte. Macbeth ist enthauptet worden. Jetzt sehe ich schon Gruselköche, getarnt hinter Zweigen, die mir nach meinem Leben trachten. Schluss mit Wanderungen im Wald.

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16 Kommentare zu „Kulinarisches Gruselkabinett (19)“

  1. Von Wanderungen und Spaziergängen ist aufgrund der Gefahren, die sie birgen, besser abzusehen. Im Wald lauern Kochzombies ,ich hatte gestern im Garten der Nachbarn einen sehr unerfreulichen Zusammenstoß mit einem Stoffmurmeltier.

  2. Bleib lieber in deiner Küche, da trachtet dir keiner nach dem Leben……hat auch den Vorteil, dass wir dann alle an deinen wunderbaren Rezepten teilhaben dürfen 🙂

  3. Da heißt es aber wirklich aufpassen bei diesen Gesellen, denn die zweite Prophezeiung war, dass kein von einem Weibe geborener Mensch ihm schaden könne …

  4. Die letzten drei Tage waren erfüllt von einem Mix aus Freude, Horizonterweiterung, vermehrter Speichelproduktion und schönen Erinnerungen. Grund dafür ist dieser Kochblog!

    Einen Teil der Schulferien verbrachte ich als Kind mehrmals in Basel, da meine Oma dort wohnte. Von der Oberwilerstr. 108, mit Blick auf das Fuchsgehege des Zoos, machte ich mich jeden Tag auf in die Stadt. Kinder meines Alters hätten vermutlch einen Süßwarenladen angesteuert, mein direkter Weg führte zur Gourmetabteilung des Globus. Ich war fasziniert von den Obst-und Gemüsesorten aus aller Welt, den bunten Nudeln, verschiedensten Salaten, einfach von allem. Obwohl zu diesem Zeitpunkt jeder Fisch auf meinem Teller unangetastet blieb, übte die Auslage von Fisch und Meeresfrüchten eine besonders große Anziehungskraft auf mich aus. Hatte ich alles angeschaut, fing ich einfach wieder von vorne an. Wenn mich meine Oma nach der Arbeit dann noch zu einem Eisbecher ins Cafe Spielmann einlud, war ich einfach glücklich.

    Die Freude von damals an Delikatessenläden ist geblieben und die Liebe zu gutem Essen und Trinken stetig gewachsen. Ich freue mich deshalb sehr, dass ich diesen Kochblog entdeckt habe. Die letzten drei Tage las ich fast pausenlos Deine wunderbaren Beiträge. Was für eine Leistung! Vielen Dank für diesen stilvollen Kochblog und dafür, dass meine Erinnerungen an das wunderschöne Basel wieder gekitzelt wurden.

    1. Hallo Poulette

      Ich wohne seit 1991 an der Oberwilerstr. 108 und habe mich gefragt, wer denn Deine Oma sein könnte. Viellicht hilfst Du mir auf die Sprünge.
      Deine Faszination für die Globus-Spezialitätenabteilung kann ich nachvollziehen – aber von meinem Wohnort nehme ich lieber den Bus zur Manor-Lebensmittelabteilung – die ist gut und erschwinglich.

      Herzliche Grüsse

      Claude

  5. @Duni: Stoffmurmeltier ? Da hast Du aber Glück gehabt, die zerren sonst alles in ihre unterirdischen Gänge hinunter, dessen sie habhaft werden.

    @Eva: 🙂 nix da, ich geh wieder in den Wald, der Verdi-Macbeth-erfahrene rufus hat den Ausweg erkannt.

    @Ulrike: das hab ich auch gesagt 🙂

    @the rufus: da der Kerl aus Plastik besteht, bräuchte ich also keine Angst zu haben. Sehr beruhigend. Zum Verständnis: Im Stück von Shakespeare ergab sich der Dramatik wegen, dass Macbeth’s Rächer aus einem Weibe geschnitten war.

    @Poulette: da werde ich ja fast rot 🙂 Aber wenn ich mit meinem Blog jemand erfreuen kann, dann lohnt sich mein Aufwand.

  6. @ lamiacucina: Rot zu werden brauchst du höchstens, weil du jetzt soooo ‚tiefstapelst‘ – dein Blog ist genau so wie Poulette es formuliert hat und du erfreust viele, viele Menschen tagtäglich damit!

  7. Die Kochgötter werden ja immer gruseliger, hast du keine Angst das sie dich in deinen Träumen verfolgen?;)
    Ich kann mich nur dem Lob von Poulette anschließen. Bin immer wieder gern auf deiner Seite und habe dadurch schon viel gelernt.

  8. Shakespeare, Verdi … die haben dich aber ganz schön verwirrt, die Hexen. Lies nochmals nach und geh‘ in dich … wenn du dann noch in den Wald gehst, viel Glück. 😉

  9. @Kochsinn: der Wahnsinn bedrängt mich, das befürchte ich auch, und noch stehen ein paar in der Warteschlange.

    @the rufus: Perfidi! All’anglo contro me v’unite! Le potenze presaghe han profetato: „Esser puoi sanguinario, feroce; Nessuno nato da donna ti nuoce.. das singe ich noch auswendig. Fast so schön wie von diesem hier, um mal ein bisschen hochzustapeln: http://www.youtube.com/watch?v=p4PkLuOdrzE

    @Poulette: Internetslang muss ich auch immer wieder nachschlagen: http://www.edv-abkuerzungen.de/ (oh my god)
    DKduW ist der Kürzel für den Kochevent „Dein Kochbuch, das unbekannte Wesen“

  10. @the rufus: dann fehlt uns ja nur noch ein dritter Mann um als „die 3 Baritone“ durchs Land zu stapeln.

    @entegut: in den Schatten mit ihm, er ist ja ganz ausgebleicht.

    @Ute: Danke für die Köchin, selbst hab ich noch keine gesehen. Köchinnen traut man offenbar nicht mehr zu als Kartoffelknödel.

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