Weinrallye 31: Faszination Wein

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Heute ist wieder Weinrallye, der Tag, an dem von an Wein interessierten Weblogs über ein zuvor bestimmtes Thema geschrieben wird. Diesmal über die Faszination Wein. Der event durch Bernhard Fiedler von Bernhard Fiedler’s Weinblog betreut.

Weinbau ist harte, aufreibende Arbeit, kein Tag, kein Unwetter zieht vorüber, ohne Spuren im Rebberg zu hinterlassen. Sonne, Regen, Hagel, Trockenheit, Frost bestimmen den Alltag des Winzers. Der Kreislauf der Jahreszeiten, angefangen vom Rebschnitt bis zum Einbringen der Ernte mit all den Problemen wie der Gefahr des Verrieselns und der Fäulnis, fordern vom Winzer viel Fachwissen. Sind die Trauben endlich gelesen, ist die Arbeit des Önologen gefordert, der die Entwicklungsphasen des jungen Weines vom Fass bis zur Flasche überwacht, und idealerweise mit einem Minimum an Eingriffen einen charaktervollen, Lage- und sortentypischen Wein erzeugt. Wer sich die Arbeit vergegenwärtigt, die in dieses Getränk investiert wurde, versteht, warum Weinfreunde ihre Weine fachgerecht verkosten und beim Geniessen gebührend würdigen. Wer sich die über Jahrhunderte herangezogene, unermessliche Vielfalt der Rebe vergegenwärtigt, versteht, warum Weinfreunde immer wieder von neuem fasziniert sind von der Variabilität der Erscheinungsformen der Rebe und ihres Endproduktes, des Weines. Eine Faszination, die immer noch wirkt, obwohl die archaische  Herstellung von Wein längst durch Technikeinsatz im Rebbau und Keller verdrängt wurde.

Meine Wein-„karriere“ habe ich in den sechziger Jahren mit dem Jahrgang 1949 begonnen.  Eine Flasche Lagrein-Kretzer, Schloss Rametz. Der Name ist das einzige, woran ich mich noch erinnere. Anfänglich waren es unbedeutende Weinchen, meist die Schweizer Lokalfavoriten, Pinot noir, Chasselas sowie Elsässer Muscat. Gefolgt von den Entdeckungen, die Reisen in andere Länder mit sich brachten. Rieslinge, Italiener, Burgunder. Später  die totale Kehrtwende zu Weinen aus dem Bordeaux. Heute, nachdem ich das Ausprobieren aller möglichen Sorten und Provenienzen längst hinter mir habe, bin ich „altersmilde“ geworden,  weniger stur, offen für alles, was mir schmeckt. Treu nach wie vor den guten Weines des Bordeaux und den deutschen Rieslingen, ein paar Italiener, Spanier, Portugiesen und, nicht zuletzt als Folge des Weinrallyes, wieder ein paar Schweizer Weinen.

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Muscat Petit Grain, Robert Gilliard, Sion, 2008

Womit könnte man das besser feiern als mit einer Flasche Wein. Eine Wiederentdeckung: Muscat Petit grain, diesmal nicht aus dem Elsass wie vor bald 40 Jahren, sondern von Robert Gilliard, aus dem Wallis. 2008.

hellgelb, klar, in der Nase die fruchtig-aromatische Frische der Muskatellertraube. Im Gaumen die aromatische Kraft des Muskateller, sauber. Ein Wein zum entspannen. Ein idealer Sommerwein. mit nur 12 Vol-% Alkohol. Ich mag diese Art  Weine immer noch. Noch ein Glas bitte.

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15 Kommentare zu „Weinrallye 31: Faszination Wein“

  1. Ich mochte Wein lange nicht und habe erst ziemlich spät begonnen, ihn zu schätzen. Einzig mit den Franzosen hadere ich, die sind mir oft zu schwer – oder ich kenne noch nicht die richtigen.

  2. Bei Weinen bin ich sehr stur! Fast alle Rotweine finde ich furchtbar.Es gibt wenige, die mir schmecken, einer davon ist der Humagne.
    Bei Weißweinen bevorzuge ich, nach einer Testphase, die französischen, die deutschen und bedingt die italienischen Weine. Aber wenn Du sagst, dass legt sich im Alter, dann kann ich noch hoffen.

  3. @Robert:

    Herzlichen Dank für Deinen Beitrag und die tollen Fotos.

    @Nathalie:

    Ich würde mich freuen, wenn sich be Dir noch ein Beitrag ausgeht. So genau nehmen wir es mit dem Zieleinlauf um Mitternacht ohnehin nicht 😉

    Grüße

    Bernhard

  4. Lieber Robert, Dein Text ist (wenn ich an Sonntag denke) eine Wohltat, alles Wesentliche, in beschwingter, leichter Weise, schnell auf den Punkt gebracht und ein Wein, bei dem man preislich besehen auch einfach aus Neugierde einmal zugreifen kann!

  5. @Mestolo: deshalb sind mir die Bordeaux am Liebsten, obwohl auch hier der Trend der letzten Jahre in die schwere Richtung geht. 13 Vol-% sind für mich die Grenze bei einem Bordeaux.

    @Nathalie: das wirst Du noch schaffen !

    @Elisabeth: Muscat ist ein Fruchtkorb, ist glaube ich identisch mit eurem gelben Muskateller. Muscat habe ich übrigens wieder immer im Keller 🙂

    @nina: wer Humagne trinkt, der mag auch andere Rotweine, wenn die Qualität stimmt. Wie wir uns im Alter entwickeln, hängt vor allem von uns ab.

    @Bernhard Fiedler: Wein und Essen sind für mich eine Einheit. Deshalb mache ich an den Weinrallyes gerne mit.

    @Christine: Ich muss schon bald wieder nachkaufen. Das gibt eine längere Fahrt ins Wallis.

    @gourmeur: zuviel der Ehre, wenn Du wüsstest, wie schwer ich mich damit tue.

  6. Mein schönstes Erlebnis mit Wein: Vor etlichen Jahren kauften wir 2 Flaschen Brunello di Montalcino 1979, direkt bei einer Cantina in der Toscana. Norbert hat ihn aufgehoben, für einen ganz besonderen Anlaß. Wir teilen uns den Keller mit meinen Schwiegereltern. Irgendwann mal ist eine Flasche verschwunden. Nach Anfragen beim Schwiegervater, bekommen wir zur Anwort, für den Sonntagasbraten habe der Wein gefehlt, da habe man zu unseren Flaschen gegriffen! Wir waren ihm nicht böse,und nach der Erklärung um welchen Wein es sich gehandelt hat, ist nie mehr eine Flasche weg gekommen.

  7. Deinem Aussehen nach, mußt Du mit ungefähr zehn Jahren angefangen haben, Wein zu trinken. Ich bin geschockt!

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