CH-8260 Stein am Rhein: Von Klosterkost und Salzstangen

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Städtchen am Rhein mit Kloster St. Georgen und Klosterkirche

Stein am Rhein, am Ausfluss des Bodensees in den Rhein gelegen, besucht man am besten im Winter, oder vor der Ferienzeit. Bevor unabsehbare Touristenströme das Städtchen besetzt halten. Alex von foto & fornelli war schon hier. Nun habe auch ich (wieder einmal) an einem der wenigen Sonnentage Ende Mai den Weg hieher gefunden.

Wie alle dem Rhein entlang gelegenen Orte ist auch die Geschichte von Stein am Rhein durch seine Lage am Fluss geprägt. Aufgrund archäologischer Funde ist bereits in der Spätantike eine kleine, römische Befestigung belegt, welche den Rheinübergang vor den Überfällen der Alemannen schützen sollte.

Im Mittelalter und der frühen Neuzeit kam Stein vor allem strategische Bedeutung zu, da es über eine der wenigen Brücken über den Rhein verfügte. Die spätmittelalterliche Rheinbrücke wurde bei Kämpfen zwischen Russen und Franzosen während der Franzosenzeit zerstört.

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Haus zur vorderen Krone, Rother Ochsen, Steinerne Traube am Rathausplatz

Im Jahre 1007 verlegte König Heinrich II. das Benediktinerkloster St. Georgen von Hohentwiel/Singen hieher, um den Verkehrsknotenpunkt abzusichern. Stein am Rhein wird 1267 erstmalig als Stadt urkundlich erwähnt. Grund- und Marktherr der Stadt war das in der Altstadt am Rhein gelegene Kloster. Die hohe Gerichtsbarkeit gehörte zuerst den Herzögen von Zähringen, später den Kastvögten des Klosters St. Georgen, den Freiherren von Hohenklingen, schliesslich der süddeutschen Adelsfamilie Klingenberg.

1457 gelang es den Stadtbehörden, die Vogteirechte mit einem finanziellen Kraftakt von der überschuldeten Familie Klingenberg zu erwerben und so den Status der Reichsfreiheit zu erlangen.

Das gut erhaltene, neulich renovierte Schloss dominiert auf einem schmalem Bergsporn das Städtchen und stammt etwa aus der Mitte des 13. Jhdt. Die Freiherren von Hohenklingen, Vögte des Klosters St. Georgen, erweiterten die Anlage mit Ringmauer, Palas, Kapelle und Wirtschaftsgebäuden. Nach 1484 bezogen die Zürcher die Burg in ihr Hochwachtennetz ein. Seit 1863 besteht hier eine beliebte Gastwirtschaft.

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Altstadt mit Burg Hohenklingen

1459 verbündete sich Stein mit Zürich und Schaffhausen, um sich vor Übergriffen der Habsburger zu schützen. Stein am Rhein versuchte in dieser Zeit, seine Stellung als Handelsort und Marktzentrum durch den Erwerb umliegender Orte zu entwickeln. Es gelang der Stadt aber nicht, die Schirmherrschaft über das Kloster St. Georgen zu erwerben, da Zürich ihr zuvorkam. Danach geriet sie aber mehr und mehr unter die Oberhoheit des mächtigen Zürichs, das seine Nordgrenze am Rhein sichern wollte.

1484 begab sich Stein aus finanziellen und politischen Gründen vollständig unter die Schutzherrschaft Zürichs und kam so definitiv zur Eidgenossenschaft. Nach der Aufhebung des Stifts in der Reformation baute Zürich als Rechtsnachfolger des Klosters schrittweise seine Landesherrschaft über Stein auf.

Die Zugehörigkeit zu Zürich endete in der Helvetik, als Stein im Mai 1798 an Schaffhausen angeschlossen wurde. Zwar versuchte Stein 1802 wieder zu Zürich zurückzukehren, musste aber schliesslich mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung 1803 seine Zugehörigkeit zu Schaffhausen akzeptieren.

In den malerischen Gassen und auf dem Rathausplatz bezaubern zahlreiche Bürgerhäuser den Betrachter mit ihren Erkern und Fassadenmalereien aus verschiedenen Epochen. Das im 16. Jahrhundert erbaute Rathaus diente früher als Kaufhaus.

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Blick von der Brücke auf das Rathaus
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Gasthof zur Sonne am Rathausplatz
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reich bemalte Bürgerhäuser
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Krieger auf dem Stadtbrunnen 16. Jhdt.
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Rathaus im Hintergrund
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Riegelhaus am Rathausplatz

Beeindruckend das Kloster St. Georgen, eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Klosteranlagen der Schweiz. Die Abtei war bedeutend für die Entwicklung der Stadt Stein am Rhein. Das Kloster wurde in romanischer Zeit gegründet und in der Zeit vom 15. bis zum frühen 16. Jahrhundert mehrfach umgebaut. Das Kloster wurde in der Reformation aufgehoben. Heute ist es ein Museum.

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Eckgebäude des Klosters am Rhein
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Blick auf die Rheininsel Werdt

Zu Mittag gegessen haben wir im modernen Restaurant Chlosterhof (das Restaurant Sonne hatte Schliesstag). Sehr schöner Ausblick auf den Rhein, freundlicher Service, ordentliches Essen. Teuer. Kalbsschnitzel mit Serrano-Schinken und Frischkäse gefüllt an leichter Trüffelsauce, Basilikumlinguine und Spargelspitzen.

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Blick aus dem Chlosterhof auf den Rhein
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Blick in einen Teller des Chlosterhof

Mit vollem Magen nimmt das Interesse an Kultur ab. Fortsetzung des Spaziergangs. Interessant das Bürgerasyl,  ehemaliges Spital zum Heiligen Geist, das fünf um einen Hof versammelte Gebäude umfasst, welche die historische Entwicklung vom mittelalterlichen Klosterspital zum städtischen Spital und zum Armen- und Waisenhaus spiegeln.

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Holzbaukunst an der Obergass
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Hausteil im Bürgerasyl

Bevor wir die Heimreise antraten, noch den unvermeidlichen, kleinen Abstecher an den Untersee, nach Mammern, allwo die kleine Dorfbäckerei des Jakob Weber die besten (und teuersten) Salzstangen der Welt herstellt.

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Gruss vom Bodensee

Quellen: Wiki, www.steinamrhein.ch

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21 Kommentare zu „CH-8260 Stein am Rhein: Von Klosterkost und Salzstangen“

  1. Das hast Du wieder eien schöne historische und kulinarische Reise gemacht… Irgendwann hast Du auch einen tollen kleinen Guide für die Schweiz… Und was für eine Salzstange – klasse!! Die sieht aber aus als sei sie ohne Lauge ??

  2. Deine Reportagen über die Steddli sind Spitze. Suchst du noch ein weiters ? Eines ist nicht weit entfernt von der Stelle wo am 9. Juli 1386 geschlachtet wurde. Im Nachbardorf Hildisrieden ( 1. Ausfahrt im Kreisel, dann 200 m weiter auf der rechten Seite) gibt es eine Sbrinzkäserei mit 1, 2 und 3-jährigem Sbrinz und mit einem für eine Dorfkäserei phantastischem Angebot.

  3. Auch eine der beiden Ulimengo Gründerinnen ist in diesem Moment in Stein am Rhein…Unsere Photostory von Stein fehlt jedoch noch. Deine bunten Bilder regen dazu an, dies bald nachzuholen…Merci

  4. Die Salzbröckchen auf den Stangen werden einzeln mit der Säge aus einem Block Steinsalz herausgearbeitet. Natürlich von Schweizern mit schweizer Pass und Diplom vom HSG. Daher auch der Ausdruck, „das kostet eine schöne Stange Geld“.

  5. Schon mal Güggeli im Adler in Mammern gegessen? Sehr zu empfehlen!
    (Stein am Rhein – immer ein schöner Ausflug, wenn wir Verwandtschaft in Tiengen und Singen besuchen.)

  6. Ein zauberhaft malerisches Städtchen. Allerdings wundere ich mich immer, wie nah‘ sie alle am Wasser bauen. Mir fällt da immer gleich ‚Hochwasser ‚ ein. –

    Erstaunlich, wie du an jedem Ort etwas weißt, was man dort besonders gut kaufen kann (hier die Salzstangen). Da müsstest du fast mal ein Buch drüber schreiben oder wenigstens eine Broschüre herausgeben.

  7. That is such a quaint and beautiful place! I’d love to go there once… Wonderful shots!

    Grüsse,

    Rosa

  8. @Alissa: die Salzstange ist kein Laugengebäck, eher ein besonders luftiges Grissini.

    @Peter: im Sommerurlaub überlassen wir das Städtchen den Touristen 🙂

    @Hunk: In Sempach war ich schon, bei schlechtem Wetter. Das kommt noch dran. In der Käserei in Hildisrieden habe ich auch schon eingekauft. Schöne Käseauswahl für das kleine Dorf. Ich glaube da war mal ein Artikel in der Zeitung. Sonst wüsste ich es nicht.

    @Ulimengo: Ihr wisst ja, wo es schön ist.

    @Nata: das Steinsalz selbstverständlich nicht vom Himalaya sondern aus den Salzhöhlen von Bex.

    @Nathalie: Frau L. isst kein Güggeli.

    @april: die tipps, wo es etwas Gutes einzukaufen gibt, habe ich bei unsern Reisen entweder selbst entdeckt oder ich habe sie mir irgendwo angelesen. Das läppert sich rasch zusammen.

    @Rosa: etwas weit weg von Genf 😦

  9. @Eva: eines der schönsten Schweizer Städtchen.

    @kulinaria: So konnte die Reklamebemalung aus den vergangenen Jahrhunderten gleich belassen werden. Umgekehrt wäre eine Neubemalung erforderlich gewesen.

  10. Sehr e scheene Bricht und alles gsait.

    Im 2007 het Stai am Rhy tuusig Joohr uf em Buggel gha und isch DAS Thema vonere 3-er Briefmarggeserie gsi. Derfsch drei Mol rote was fir Helge druff gsi sind. S‘ Roothus, d‘ Fassade mit de Erker und dr Brunne. Do hämmer’s doch wieder.

  11. @SchnickSchnackSchnuck: im Sommer möchte ich lieber nicht hier wohnen.

    @the rufus: einen Spiess.

    @Basler Dybli: das ist leider an mir vorbeigegangen. Man trifft sich dennoch immer wieder.

  12. Die zwei Restaurants muss ich mir für das nächste Mal merken. Bei uns gab es nur vermicelles aus der Konditorei 🙂

  13. Ach wie schön. Da waren wir fast zeitgleich dort. Der Salzstangentipp in Mammern ist toll – ist mir neu, wird beim nächsten Besuch getestet! (Und ich kriege Heimweh, wenn ich die Bilder sehe).

    Eine Fahrt mit dem Schiff über den Untersee bis zur Reichenau lohnt übrigens auch immer.

    Wie findest Du die Weine von dort?

      1. Ja, von der Halbinsel Höri. Kennst Du bestimmt auch, oder? In aller Kürze: Höribülle, Obstbäume, Hermann Hesse, Otto Dix und guter Schnaps. 🙂

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