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Doubs der Unschlüssige (18): Les Brenets bis Biaufond

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Königsetappe. Weil schön & lang. Weil Längste & Schönste. Weil schattig & kühl. Wichtig bei der herrschenden Hitze. Deshalb habe ich sie mir zum Schluss aufgespart.

Mäxle darf am Lac des Brenets im Schatten warten. Um 10 Uhr fährt das Schiff bis zum Ende des Sees. Die Fjorde des Lac des Brenets (siehe auch hier) wirken vom Schiff aus am schönsten. Deshalb dürfen die Füsse noch etwas schifflifahren und ich hänge am Schluss noch die Strecke von Maison Monsieur bis Biaufond an.

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Der ca. 27 Meter hohe Wasserfall Saut du Doubs ist Folge eines Bergsturzes vor etwa 14’000 Jahren, der an dieser Stelle das enge, tief eingeschnittene Doubstal auffüllte und den Lac des Brenets staute.

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Nach dem Anblick des Wasserfalls rettet sich die Mehrzahl der Schiffsgäste zurück in die Wirtschaft am Ende des Sees, um sich wieder einzuschiffen. Mit mir waren es nur 3 Personen, die an diesem heissen Tag die Wanderung in der schattigen Schlucht Richtung Maison Monsieur fortsetzten.

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Kurz nach dem Wasserfall öffnet sich das Tal zum Stausee des Lac de Moron hin. Schöner, leicht coupierter Wanderweg unterhalb von Felsbändern, teilweise durch kurze Galerien, fast immer mit Sicht auf den See.

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Um den See heuer noch zu füllen, müsste es wieder einmal ein paar Wochen regnen, lieber Petrus! Am Ende des Sees: die Barrage du Chatelôt, 1951-53 als schweizerisch-französisches Gemeinschaftswerk erbaut.

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Durch vom Kraftwerk angelegte Tunnel und Galerien gelangt man auf die Unterseite der 74 m hohen Staumauer.

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Und schon sind wir in „unberührter“ Natur. Allein mit dem Restwasser, das die Kraftwerke gnädigerweise dem Fluss belassen. Das im Stausee von Moron gefasste Wasser wird durch eine Druckleitung zu der vier Kilometer flussabwärts liegenden Elektrizitätszentrale geführt und dort wieder in den Fluss geführt. Immerhin wird dem Doubs seit 2005 etwa 8 mal mehr Restwasser als früher belassen. Die am Fuss der Mauer eingebaute, kleine Turbine kompensiert den Verlust beim Nutzgrad teilweise.

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Die Ausbreitung des Protestantismus auf Neuenburger Boden (1530-1536) führte zu einer Spaltung zwischen Neuenburg und der Franche-Comté. Doch vermochte sie die nachbarlichen Beziehungen nicht zu behindern. Bis ins 20. Jahrhundert deckten sich viele Franzosen unter Umgehung von Zoll- und Steuerabgaben in Schweizer Geschäften ein, die an entlegenen Stellen eingerichtet waren. Selbst Hochwasser des Doubs war kein Hindernis. Die Waren wurden an Seilen über Flussengen gehievt. So entstand auch der einsam gelegene Halte du Chatelôt, der heute noch zeitweise bewirtet wird. Anstelle von Schmugglern sind es heute Wanderer, die hier einkehren. Hier wird mit Doubswasser gewaschen. Pasta wäre gemäss Speisekarte zu haben.

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Die Wanderung folgt nun auf weiten Strecken in tiefer Schlucht, am Fuss von teilweise spektakulär überhängenden Felsbändern. Schaurig schön. An ehemalige, zerfallene oder verschwundene Mühlen, Glashütten und andere Industrieanlagen erinnern Schautafeln des Kraftwerks.

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Gegenüber das französische Ufer, steil, meist weglos.

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Zyklopische Felsenformation.

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Schattig und feucht: Im Reich der Moose. Moos überwuchert alles. Totholz. Lebendes Holz. Nur schnell raus hier, bevor mich eine Schicht Moos überwuchert.

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Doch langsam öffnet sich das Tal. Nach Umgehung der Centrale du Torret, dem Elektrizitätswerk von Le Chatelôt, das den ganzen Uferbereich für sich und eine steile Standseilbahn beansprucht -hieher führt keine Strasse-, zieht sich der Wanderweg weiter entlang des wieder breiteren Doubs bis zum kleinen Weiler Maison Monsieur.

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Früher gab es kaum Brücken über den Doubs. Zwischen Morteau und Goumois kein einzige. Waren und Reisende, die von der Grafschaft Neuenburg nach Morteau befördert werden mussten, wurden im Dorf Les Brenets auf Fähren übergesetzt. Dasselbe in Maison Monsieur für die Destination Mömpelgard. Seit 1592 lagen die Zoll und Fischereirechte bei den Herren von Neuenburg, die diese hier an einen Statthalter verpachteten, der als Fährmann, Fischer, Zöllner und Gastwirt amtete. Heute Restaurant, direkt am Ufer. Leider nur Feldschlösschen-Bier (die grösste Brauerei der Schweiz). Aber ich bin leidensfähig. Nach 5 Stunden Wanderung trinke ich alles.

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Gestärkt passiere ich den Pavillon des Sonneurs, Versammlungsort eines Freundeskreises radikaler Neuenburger Patrioten aus dem Jahre 1841. Unangefochten von den patriotischen Musen im Garten. Der Name „Sonneurs“ erinnert an die Glocke, mit der früher die Fähre gerufen wurde. Ich wechsle bei La Rasse auf die französische Seite, um die abends von Grenzgängern stark befahrene Strasse zu umgehen.

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Nach einer weitern Stunde ist die Brücke von Biaufond erreicht. Das Postauto tutet mich -Heimat wie bist du schön- mit Dreiklang im Tritonus nach La Chaux-des-Fonds. Schnell umsteigen in den supermodernen RER der französischen Staatsbahn. Bis Le Locle. Von dort mit dem Bus nach Les Brenets an den Ausgangspunkt zurück. Geschafft.

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Georges Wenger: Le cuisinier du Noirmont

Wenn ein Mentor und Altmeister der jurassischen Regionalküche (2 Michelinsterne) ein rein vegetarisches Menu auf die Speisekarte setzt, das Restaurant mitten im geliebten Jura steht und ich mit der Menu-affiche „ohne Fisch&Fleisch“ sogar Frau L. nach zweijähriger unfreiwilliger Restaurant-Abstinenz dazu brachte, die 15 Meter Distanz vom Auto samt 4 Treppenstufen mit Gehhilfe zu überwinden um mich als Mitesserin zu begleiten…. Ja, dann ist Sonntag an einem Donnerstag. Auch wenn wir ausser 2 geschäftlichen Lunchessern an diesem Mittag die einzigen Gäste waren und auch wenn Frau L. nach den Amuse gueules eigentlich schon satt war und mir danach ganze Tellerladungen zum fertig essen zuschob.

Über fremdgegessene Speisen berichte ich grundsätzlich nicht mehr; uninteressant für andere Leser. Die Ausnahme mache ich für mich, weil ich die eine oder andere Idee zuhause in vereinfachter Form nachkochen will. Der französische Text ist aus der Menukarte. Der deutsche Text sind meine Notizen.

Amuse-bouche: Raviole de caillé des Reussilles à la sauge, purée d’ortie mousseuse et croquants
Ravioli mit Quark aus Les Reussilles gefüllt, an Salbei. Brennessel-Püree und rote Linsen mit Biss. Der Quark ist leicht aromatisiert mit Salbei und sehr weich. Fritiertes Brennesselblatt.

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Amuse-bouche: Légumes aux agrumes et livèche, sorbet à l’olive.
Karotten und Stangensellerie-Gemüse, eingelegter Rhabarber mit in Zucker konfierten Zitronen auf Liebstöckelpüree. Dazu ein ungesüsstes Olivensorbet aus Olivenöl, Wasser, Salz und einem Bindemittel.

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Déclinaison de tomate aux saveurs estivales
Verschiedene Tomaten mit Sommer-Aromen: Auf einem rechteckigen Stück angeschmorter Ochsenherztomate 3 kleine Mini-tomätchen befestigt mit Avocadocreme, gefüllt mit Auberginenpüree und zwei Pilzpürees. Deko-Steinpilz fritiert. Auberginenpüree, Tomatensauce und Oregano.

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Farci de colrave aux chanterelles et quinoa, jus mousseux au serpolet
Offenes Raviolo, mit gehackten Pfifferlingen gefüllt, „Hülle“ aus Kohlrabischeiben.  Thymian-Schaum. Kohlrabi vorgegart und sehr dünn geschnitten. Bodenscheibe und sternförmig eingeschnittene Deckscheibe (Schöne Idee!). Quinoa mit winzigen, rohen Apfelstückchen. Borretschblüte und Red Chard als Deko.

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Aubergine laquée aux épices, suc de poivron confit à la framboise et tamarin
Gewürz-Aubergine. Scheiben lackiert mit einer Gewürzjus u.a. mit Vanille (Soja?) gewürzt und gegart. Champignonsköpfchen. Saft aus eingelegten Peperoni mit Himbeer und Tamarinde. Dekoriert mit eingelegten Peperoni-Streifen, Himbeeren, Salicorne und Grünzeug..

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und das Fleischgericht 😉
Haricot coco farci aux mousserons et pomme de terre fumée à l’estragon.
Coco-Bohnen zu einem Schiffchen aufgeschnitten, gefüllt mit Sommerpilzen, geräuchten Kartoffelscheiben, eigenwillig abgeschmecktes Kartoffelpüree, mit Estragon parfümierte Sauce. Dekoriert mit Estragonblättern.

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Fraises au chocolat gratinées aux pignons et à l’orange, glace aux bourgeons de sapin
Gratinierte Schokolade-Erdbeeren mit einem Meringue-häubchen mit Pinienkernen und Tannensprossen-Eis auf einer Scheibe Orange. Tannenförmiges Guetzli.

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Pêche de saturne aux cerises et amande fraîche, glace marasquin
Geschmorter Saturnie-Pfirsich mit einem aufgesetzten Ring aus gebackenem Mandel-Zuckerteig mit Kirschen und Eiweissgebäck und (echten) etwas zu bitteren Gänseblümchen, Maraschino-Eis und Kirschenschaum.

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Mignardises, chocolat et bonbon Damasson
Hausgemachtes Gebäck, Pralinen und der Wenger-Klassiker: das schnapsgefüllte Damasson-Bonbon.
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Das Menu kostete 160.- p.P.

Restaurant & Hôtel Georges Wenger
Rue de la Gare 2 – CH-2340 Le Noirmont

2 Michelinsterne. 18 GM.

Highlights, die ich von diesem Menu mitnehme und in vereinfachter Form zuhause selber zubereiten will:

  • die weiche Quark-Salbeifüllung der Ravioli,
  • das Liebstöckelpüree zu Gemüse,
  • das Pfifferling-gefüllte, offene Kohlrabiravioli,
  • die vanillige Auberginenscheibe und
  • die gefüllten Cocobohnen.

Und wer jetzt Lust auf Fleisch bekommen hat, sollte sich auf die Seite von Lucas Rosenblatt hinüberbemühen. Dort habe ich die Markt- und Menu-Bilder aus dem letzten 8plus8-Kurs hochgeladen. Als Rezept eine einfache Galantine vom Freilandhuhn mit Eierschwämmen.

Doubs der Unschlüssige (17) La Combe de Biaufond. Mutter aller Schluchten

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Das Hinweisschild ist nicht zu übersehen: „Nur für schwindelfreie Personen begehbar“.  Wer in die Schlucht absteigen will, muss Stege, Treppen, Brücken und nahezu senkrechte Felswände auf langen Leitern überwinden. Ein no-go für Höhenschwindler und Schwindelwanderer wie mich. Doch murkse ich nun schon soo lange an dieser Wanderung herum. Einmal muss es sein. Augen zu und niemals und nie in die Tiefe schauen. Und kein Wort über mein Vorhaben an Frau L.

Mäxle parke ich wiederum in La Goule, dem Endpunkt der Wanderung. Ein in Saignelégier angeheuertes Taxi  bringt mich wieder auf die Jurahöhen und an den Ausgangspunkt La Ferrière. Schliesslich stehen mir 5 Stunden Wandern bevor.

Von La Ferrière führen Forstwege etwa 200 Höhenmeter hinab mitten in die Combe de Valanvron, eine Schlucht, die hinter dem Friedhof von La Chaux-de-Fonds beginnt. Dunkler Wald, liebliche Lichtungen, gesäumt von mannshohem Kerbel, Mädesüss und Wildblumen. Umflattert von einem Schluchtengetümmel bunter Schmetterlinge. Stille. Einzig vernehmbarer Schluchtenlärm ist das Schluchzen, Zwitschern und Kreischen von Vögeln.

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Entwässert wird das Tal durch den Wildbach La Ronde, der aber in der warmen Jahreszeit kein Wasser führt. Am tiefsten Punkt weitet sich die Schlucht und findet in einem weitgehend verlandeten, braunen Tümpelsee mit dem sinnigen Namen Cul des Près  ihren Abschluss.

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Dann naht die Stunde der Wahrheit. Die ersten Leitersprossen sind noch harmlos.

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Und plötzlich steht man überrascht am Abgrund: halb so schlimm, entschärft durch zwei lange Treppenleitern aus brossiertem, edlem Chromstahl,  beinahe stöckelschuhgängig, solide Schweizer Wertarbeit mit ungezählten Treppentritten samt beidseitigem Geländer, immer wieder unterbrochen durch vertikale Leitertritte und kleine Podeste. Auf solchen Leitern würde ich sogar aufs Matterhorn klettern! Geht doch!

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Auch wenn sich der verwöhnte Wanderer bei den folgenden Leitern und Treppen wieder mit verzinktem Stahlblech, Steinstufen und zuletzt mit Holzbohlen bescheiden muss: mit Bedacht ist alles sicher und schwindelfrei zu bewandern.

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Feuchte Moosfetzen hängen von den Bäumen herab, modernde Baumstämme liegen kreuz und quer und erinnern an einen Tropenwald. So geht es an hoch aufragenden Felsen vorbei weiter abwärts.

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Unterwegs trifft man auf schauderliche Höhlen, die ich leise auf Zehenspitzen umgehe. Soll den schlafenden, siebenköpfigen Drachen töten wer will. Ohne dass dafür eine schöne Königstochter zu gewinnen wäre, rühre ich keinen Finger. Mein Schweizer Taschenmesser bleibt im Rucksack.

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Am tiefsten Punkt der steilen Schlucht gelangt man an den Seitenarm des Lac de Biaufond, einem Paradies für Wasservögel.

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Hier bin ich wieder am Doubs. Am Stausee entlang geht es erst über Felder dann über Forstwege wieder hoch hinauf. Alles im Wald. Weit unten hört man den Doubs rauschen. Hin und wieder sieht man ihn auch in der Tiefe glitzern. Langweilig. Ich hätte doch auf die französische Seite wechseln sollen. Dort verläuft der Weg meist näher am Ufer. Aber das lässt sich ja wiederholen.

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Nach weiteren 3 Stunden winkt endlich das einsame Gasthaus in La Bouège mit Wasser und Kaffee.

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Nun fehlt noch die Königsetappe mit 6 Stunden Marschzeit. Dann fühle ich mich fit für 3 Tage Wandern in Strassenschluchten: Mitte September in Berlin. Ick freu mir.

Doubs der Unschlüssige (16) Von La Goule nach Goumois und zurück

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Schattenwandern. Wandern im Schatten einer Schlucht. Eine kurze Etappe, deshalb laufe ich sie hin und zurück: einmal auf der Schweizerseite mit Morgenlicht auf der französischen Seite des Doubs. Zurück auf französischer Seite mit Nachmittagslicht auf Schweizer Seite. Details, die zu beachten sind, wenn man schattenwandern will.

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La Goule, ein winziger Weiler, ein verlassenes Zollhaus, eine kleine schmale Brücke auf die französische Seite, eine Barrage aus Beton die den Fluss zum See staut und ein Parkplatz. Den Mäxle lasse ich hier stehen.  Im unterhalb des Staudamms erstellten Kraftwerk wird seit 1894 Strom erzeugt und fernverteilt. Damit waren die Mühlen und Sägereien nicht mehr an die Ufer des Doubs gebunden. Sie konnten näher an Siedlungen und Transportwege angebunden werden.

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1356, während des Erdbebens zu Basel, brach in La Goule eine ganze Felswand weg, verschüttete und staute den Fluss zu einem See. Hat man einmal das unterhalb der Staumauer gelegene Elektrizitätswerk passiert, ist man mitten in der Natur. Die enge Schlucht bietet viel Schatten, hohe Luftfeuchtigkeit, moosbehangene Äste und Bäume, viel Farn und führt durch das Waldreservat von Theusseret. 1992 vom Kanton, der Gemeinde und von Pro Patria gestiftet, umfasst das Reservat heute 89 ha.

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Felsen und Seeli von Theusseret.

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Nach einer knappen Stunde erreicht man, zwischen Felsen gezwängt, das Restaurant Vieux Moulin du Theusseret. Davor der Wasserfall (siehe auch Headerbild), der durch ein altes Stauwehr gebildet wird, der Rest des ersten Kraftwerks, das 1892 am Doubs erbaut und 1972 durch die Bernischen Kraftwerke stillgelegt wurde. Doubs und Felsen bilden hier eine unglaublich malerische Szenerie. Das alte Gebäude der Mühle und Sägerei ist angelehnt an die Felsen der engen Schlucht. Heute steht der Mahlstein als Deko in der Gaststube. Zeit für die Mittagspause bei schönstem Sonnenschein auf der Terrasse: Einmal Forelle an Beurre Ciboulette trotz Proviant im Rucksack und ein Galopin als Stärkung.

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Weiter bis nach Goumois, über die Brücke nach Frankreich und wieder flussaufwärts zurück. Erst auf einem Fahrweg, der aber vor dem eben noch als malerisch gefeierten Felsklotz zu Ende ist. Auf Trampelpfaden und Felsstufen steil hoch. Immerhin darf man vom ungesicherten Felsen den gegenüber essenden Gästen auf die (Reklame)-Sonnenschirme gucken.

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Der Rückweg auf französischer Seite ist weiterhin nur bedingt Kinderwagengängig, meist auf Trampelpfaden über Stock, Stein und umgestürzte Bäume. Sogar eine Leiter ist zu überwinden.

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Jede Biegung des Tals lässt immer wieder neue Perspektiven entstehen. Das Wasser des Doubs strömt an einigen Stellen wild schäumend, an andern Stellen leise vorüber. Verharrt an flachen Stellen, um die Bäume sich im Wasser hoffärtig spiegeln zu lassen: Eine wundervolle Palette in schönsten Grüntönen. Noch viel schöner im Herbst nach einem trockenen Sommer.

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Kurz vor La Goule, mitten im Felststurzgebiet von Bief d’Étoz, neben einer Kapelle die Skulptur einer offenherzigen „Madonna mit Malerpalette“, Schutzpatronin und Fürsprecherin der bildenden Künste, die den Felssturz im Jahre 1356 weitgehend unbeschadet überstanden hat und heute noch dem müden Wandersmann den rechten Weg weist. Hach wie schön, mitten im Wald auf solch erhabene Kunstwerke zu treffen!

 

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Wo Honig und Milch fliessen

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Auf Besuch bei meiner Lieblingsimkerin. Die jahraus jahrein dafür sorgt, dass ich mein Brot nicht trocken essen muss. Ihre Zöglinge leben in einem verwunschenen Häuschen vor den Toren der Stadt Basel. Tore hat es nordwärts zwar keine mehr, aber Blüten genug (nicht nur Stilblüten) um Bienen zu ernähren. Daselbst durfte ich das Leben der Bienen ein wenig mitverfolgen und für mich aufschreiben.

Erst galt es, die obligate Tracht anzulegen. Eine Massnahme, die sich als überflüssig erwies, Mädchen und Buben waren friedfertig.

Die Honigbienen leben in einer Monarchie, die neben einer Königin einige Tausend arbeitsfreudige, unfruchtbare Weibchen und zeitweise auch ein paar Hundert Männchen (Drohnen) umfasst. Die Königin legt als einzige Eier (bis zu 2000 pro Tag), Die Weibchen bauen und säubern die Waben, sammeln Pollen und Nektar, ziehen die Larven auf und verteidigen den Stock. Wer Einlass begehrt, wird verscheucht, es sei denn, er bringt reichlich Nahrung mit, dann drücken die Eingangswächterinnen schon mal ein Auge zu.

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Aus unbefruchteten Eiern entstehen Drohnen. Aus befruchteten Eiern die Weibchen. Die Art der Fütterung der Larven bestimmt, ob sich ein befruchtetes Ei zu einer Königin oder Arbeiterin entwickelt. Königinnen kriegen vor allem den luxuriösen Futtersaft Gelée royale und können mehrere Jahre leben, die Lebensspanne einer Arbeiterin ist hingegen maximal ein paar Monate.  Mit Pheromonen (duftende Botenstoffe) hält die Königin ihr Volk zusammen.

Wird im Frühjahr der Platz im Stock zu eng, erzeugt die alte Königin zuwenig der den Altruismus der Bienen fördernden Pheromene oder stirbt gar, beginnen die  Arbeiterinnen mit der Aufzucht neuer Königinnen, lassen dabei die alte, dick und  flugunfähige gewordene Königin hungern. Das Heranwachsen einer neuen Königin gibt das Signal zum Schwärmen. Das Volk teilt sich. Die alte Königin fliegt mit ihren Getreuen weg und gründet eine neue Kolonie.

Eine junge Königin hält bereits wenige Tage nach dem Schlüpfen Hochzeit. Lässt sich bei schönem Wetter im Flug von bis zu einem Dutzend Drohnen begatten. Ihre Promiskuität führt zu einer genetischen Vielfalt, die sich positiv auf das Volk auswirkt. Die Drohnen sterben nach der Kopulation. Überlebende werden aus dem Stock vertrieben.

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Bienen bauen ihre Waben aus Wachs, welches sie als kleine Schuppen von ihren Wachsdrüsen ausschwitzen. Meine Lieblingsimkerin hilft ihnen dabei, indem sie ihnen aus Bienenwachs vorgefertige Waben in den Stock einbaut. So haben die Bienen mehr Zeit, um Nektar zu sammeln. In den Waben ziehen sie ihren Nachwuchs auf, lagern Nektar sowie Blütenstaub (Pollen). Der Nektar dient ihnen als Energiequelle. Der eiweißreiche Blütenstaub dient zur Aufzucht der Larven. Honig wird von den Bienen entweder aus dem Nektar von Blüten oder aus Honigtau (einem Sekret von Pflanzen oder Blattläusen) erzeugt.

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Da in einem Stock eine relativ hohe Betriebstemperatur herrscht, können sich Krankheiten leicht ausbreiten. Bienen überziehen deshalb das Innere von Wabenzellen mit Propolis, einem selbsthergestellten, harzähnlichen Kitt aus Pollen und Baumharz mit antibiotischer, antiviraler und antimykotischer Wirkung. Damit werden auch nicht entfernbare Fremdkörper und Ritzen überzogen und abgedichtet.

Nektar wird über der Brut eingelagert, der Pollen in Zellen neben der Brut. Durch allmähliches Verdunsten (Wasserentzug) wird der Nektar eingedickt, wodurch er nicht mehr gären kann und zu haltbarem Honig wird. Erwachsene Bienen ernähren sich nur noch von Nektar bzw. Honig und etwas Pollen.

In Zeiten, in denen die Sammlerinnen witterungsbedingt nicht ausfliegen können, greift das Bienenvolk auf seine eingelagerten Vorräte zurück.

Am Ende des Winters kommt es an einem milden Tag mit einer Lufttemperatur von mindestens 10 °C um die Mittagszeit zum Reinigungsflug. Dabei entledigen sich die Bienen ihrer Exkremente, die sich in ihrer Kotblase während der wochen- oder monatelangen Winterruhe angesammelt haben. Im Bienenstock wird nicht gekotet. Wenn an diesen Tagen in der Nachbarschaft Wäsche zum Trocknen an die Luft gehängt wird, dienen die weissen Laken als Zielscheibe.

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Natürlich hat meine Lieblingsimkerin auch ein paar Flow hive Anlagen in Betrieb: die Erfindung eines australischen Bienenzüchters. Im geschlossenen Zustand bestehen die einzelnen Waben aus hexagonalen Plastikzellen. Diese lassen sich durch umlegen eines Hebel teilen und verschieben, so dass der Honig nach unten frei ausfliessen kann. Genial für ganzjährig produzierende Imker. In unsern Breitengraden ist jedoch die Kontrolle des Gesundheitszustandes der Völker wichtiger, und diese Kontrolle hat man eben nur, wenn man die hintereinander liegenden Wabenrahmen einzeln herausnehmen kann. Das stört die Bienen zwar, was sie durch lautes Brummen zu erkennen geben. Die Aufregung legt sich aber bald wieder.

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Die im Beitragstitel neben dem Honig erwähnte Milch bestand aus einer Flasche Wein. Die Milch der Alten. Danke Jacqueline!

Quellen:
Persönliche Informationen der Imkerin
wiki
Die Honigmacher

Doubs der Unschlüssige (15) Von Goumois nach Soubey. The sound of eternity.

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Wasser, Wald, Wiesen und Wege. Viel mehr gibt es hier nicht zu sehen. Dazwischen viel Stille. Dazu noch zwei Campingplätze. 3.5 Stunden Wanderzeit. Den Mäxle lasse ich am Bahnhof von St. Ursanne stehen. Mit Auto, SBB, den CJ (Chemins de fer du Jura) und dem Postauto ist man mit dem ÖV in weniger als 3 Stunden in Goumois.

Goumois ist ein kleines Grenzdorf am Doubs. Verbunden mit einer Strassenbrücke über den Doubs mit dem gleichnamigen, französischen Ortsteil. Ab 1247 gehörten Dorf und Gegend den Herren von Mömpelgard, rund 200 Jahre später eroberte der Bischof von Basel das Gebiet, doch blieb der Besitz weiterhin umstritten. Nach der französischen Revolution wurde er zunächst Frankreich einverleibt. Der Wiener Kongress  teilte den Ort 1815. Die Häuser rechts vom Doubs kamen damals an den Kanton Bern, der am linken Ufer gelegene Teil an Frankreich. Noch heute teilen sich die beiden Ortsteile die Infrastruktur: Die Dorfkirche steht auf der französischen Seite, die Schule auf Schweizer Boden.

Eben aus dem Postauto ausgestiegen, darf sich der Wanderer für die eine oder andere Seite des Doubs entscheiden. Der Weg auf französischer Seite liegt meist näher am Wasser. Aufgrund eines zwei Tage zuvor erlebten Anfalls von Vorhofflimmern zog ich es vor, im Land zu bleiben. Dort wo der Affe vom Affenfelsen (Rocher du singe) grüsst. Wenngleich die vielen Funklöcher die Sicherheit auch auf dieser Seite relativieren.</p

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Goumois ist Wasserungsstelle für Kanufahrer. Hier herrscht an Wochenenden reger Betrieb, der sich aber nach wenigen hundert Metern beruhigt. Wanderer wandern. Kanufahrer fahren Kanu. Auf dem Wanderweg ist man allein.

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Gemäss DSGVO hätte ich von den beiden Kanuten eine schriftliche Einwilligung zur Publikation meiner Fotografie einholen müssen. Doch die fuhren schneller als ich laufen konnte, meine verzweifelten Zurufe „Arretez, j’ai besoin de votre déclaration de consentement selon le Règlement général sur la protection des données“ wurden überhört. Beim Kanufahren gelten andere Gesetze. Auch hier bin ich der Einzige, der sowas ernst nimmt.

Wasser, Wald, Wiesen und Wege habe ich anfangs versprochen. Hier sind sie. Mehr habe ich nicht zu bieten.

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Unterhalb von Goumois fliesst der Doubs mit geringem Gefälle gemächlich und frei dahin. Kein Stauwehr hält ihn auf, nur kleine, natürliche Schwellen lassen ihn hin und wieder schneller fliessen, dann beginnt er zu flüstern, zu gurgeln und rauscht etwas von vergangenen Zeiten. Im 17. Jahrhundert wurden hier 3 Glashütten bis ins 19. Jahrhundert betrieben, solange, bis rundum alles brennbare Holz gerodet war. Von ihnen ist nicht mehr viel zu sehen. Wald hat die Menschen wieder verdrängt.

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Vereinzelt trifft man auf Mauerresten ehemaliger Mühlen, wie etwa bei der Moulin Jeannottat. Das alte Schild mit Basler Warteckbier winkt dem durstigen Wandersmann verheissungsvoll zu. Doch ist das Gasthaus seit 2002 geschlossen. „à cause de retraite“ wie eine verwitterte Handschrift auf der Schiefertafel verrät. An der Hauswand angeschlagen die Ode eines Gastes aus dem Jahre 2000:

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Etwa 8 km vor Soubey trifft man auf den ersten Steg, der den Doubs überquert. Von hier aus könnte man in das gegenüberliegende, schweizerische Clairbief zurück laufen. Dort steht das einzige Restaurant unterwegs. Doch die fortgeschrittene Zeit drängt, in Soubey darf das Postauto zurück nach St. Ursanne nicht verpasst werden.

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Doubs der Unschlüssige (14) Von Soubey nach St. Ursanne

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Frühling ist’s. Winter hat sich auf die Gelenke gelegt, sich schmerzhaft  in die Knochen gefressen. Die wollen nicht mehr wie ich will.  Seit Wochen trainiere ich sie mit Stadtwanderungen, um wieder wandern zu können. Denn ich bin noch lange nicht am Ende meiner Reise, am Ende meines Flusses angelangt. Vor ein paar Tagen galt es ernst: 16 km Anfängerstrecke, flach, durch Wiesen, Wälder und Auen, meist auf schmalen Pfaden dem Fluss entlang wandern. Einlaufen. Und die Gelenke hielten. Diclofenac sei Dank.

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Das Auto bleibt in St. Ursanne. Mit dem kleinen Postauto nach Soubey, einem verschlafenen Dorf am Fluss. Die Glasbilder in der Kirche hätte ich mir gerne noch angeschaut, doch die Knie wollten laufen, nicht knien.

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Seit dem 15. Jahrhundert waren Mühlen Haupteinnahmequelle des Dorfes. Gespiesen von einer Karstquelle, deren Wasser dem Hochplateau der Freiberge entspringt, trieb der Wildbach Bief de l’Envers drei Mühlen, zwei Sägereien, eine Ölmühle und einen Maschinenhammer an. Mühlen und Maschinen sind längst stillgelegt, der ungestüme Wildbach wird nun von einer Forellenzucht genutzt, bevor er sich mit dem Doubs vereinigt.

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An den wenigen Stellen, wo sich das Tal weitet, liegen einsame Bauerngehöfte. Blühende Natur. Stille. Kaum ein Mensch. Leider auch keine einzige Morchel.

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Die Wanderstrecke liegt grösstenteils in einem Naturschutzgebiet. Das Tal ist auf dieser Wanderstrecke lieblicher und offener als die weiter flussaufwärts gelegenen Abschnitte, wo sich der Fluss durch enge, dunkle, teils schroffe Schluchten frisst.

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Kurz nach La Charbonnière wechsle ich über einen Metallsteg auf die linke Seite des Doubs, von der Strasse auf den Wanderpfad.

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Beim Weiler La Tariche ist Schluss mit Einsamkeit. Durch Rufen und Winken macht man auf sich aufmerksam. Mit etwas Glück kommt des Wirtes Töchterlein und setzt einen mit einer Fähre am Seil über. Und nach einer Stärkung wieder zurück auf den linksseitigen Wanderpfad. Wer auf der rechten Seite bleiben will, wandert auf Asphalt. Wer am Wochenende oder in der Ferienzeit kommt, muss den Fluss mit Wasser- und Freizeitsportlern, Campingbesuchern und Sonnenbadenden teilen.

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Tanz der Todgeweihten: Fest umschlungen würgt der Efeu den Apfelbaum langsam zu Tode, will ihm die blühende Lust ein für allemal austreiben. Daneben versucht die siechende Esche ein paar Tanzschritte. Doch auch sie ist vom Tod gezeichnet. Die Eschenpest wird Sieger des Ringens, überwältigt alle.

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Schlussstein einer wunderschönen Wanderung.

Die weiteren, bisherigen Etappen sind unter dem tag „Doubs“ auf der rechten Seitenleiste abgelegt.

Herbstliche Gugelhöpfchen in den Wäldern des Creux du Van

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Nun ja, es ist auch schon wieder 4 Wochen her, mein letzter Ausflug zum Creux du Van (mehr über diesen imposanten Felsenzirkus hier). Wer den Jura liebt, liebt auch die Herbstfarben des Jura. Gewiss kein amerikanischer Indian Summer. Die Farben sind weniger vielfältig, strenger, doch in ihrer Schlichtheit von eigener Schönheit. Zuhause hat mich das Braun des Buchenlaubes dazu angeregt, Marronigugelhöpfli zu backen, das Rezept stammt ursprünglich von Nenad Mlinarovic. Lucas Rosenblatt bäckt es mit weniger Zucker. Einfachst und bislang das zarteste aller ausprobierten Marronikuchenrezepte. Ohne Mehl. Dazu eine schwach gesüsste Hagebuttensauce. Inzwischen wird am Creux du Van Schnee liegen. Wer mag, kann ihn mit Puderzucker nachstellen.

Doch erst die Bäume: In Kuhweiden stehende Buchengruppen. Die Kühe grasen -eher blättern- die Bäume von unten ab, soweit sie sie erreichen. Das gibt den Bäumchen das Aussehen von Pilzköpfen. Kneift man die Augenlider zusammen, gehen sie auch als Gugelhöpfe durch.

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Pilzkopf I
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Pilzkopf II
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Pilzkopf III
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lichter Buchenwald
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Buchenlaub zum durchrascheln

Hunger? Bitte:

Marronigugelhöpfli mit Hagebuttensauce


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Zutaten
für etwa 10 kleine Gugeli

80 g Butter
60 g Puderzucker (Original 80 g)
60 g Eigelb (3 Eigelb)
80 g Eiweiss (Original 3 Eiweiss)
125 g Marronipüree
40 g Haselnüsse gemahlen, gesiebt
40 g Baumnüsse, gemahlen, gesiebt
1-2 EL Kirsch

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Zubereitung
(1) Butter und Staubzucker schaumig schlagen.
(2) Eigelb nacheinander in die Masse einarbeiten. Danach das Püree und die Nüsse unter die Masse rühren und mit Kirsch abrunden.
(3) Eiweiss schaumig schlagen und unter die Masse heben.
(4) Die Masse in gebutterte Gugel- oder Muffinförmchen füllen und 20-25 Minuten bei 180°C Umluft backen.

für die Sauce:
Hagebuttenmark (Hägenmark) mit 20% Zucker 1 Stunde in der Cooking Chef kochend rühren. Was nicht umgehend verbraucht wird: tiefkühlen oder in kleinen Portionen sterilisieren.

Noch lauwarm genossen, schmecken sie am besten.

Doubs der Unschlüssige (13) Vallée de la Loue

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Die Loue, als wasserreichste Karstquelle des Jura, ist einer der wichtigsten Zuflüsse des Doubs. Sie entspringt im Gemeindegebiet von Ouhans in 535 m Höhe  und fliesst dann in weit ausholenden Schleifen durch die Region Bourgogne-Franche-Comté, um letztlich bei Parcey, südlich von Dole, in den Doubs zu münden.

Die Quelle der Loue besitzt einen magischen Reiz. Am Fuss einer gewaltigen Felswand bricht der junge Fluss aus einer grossen Höhle tosend und voller Leben hervor. Das Quellwasser stammt unter anderem vom oberen Doubs, der bei Pontarlier teilweise versickert. Dieses Phänomen wurde 1901 entdeckt, als eine Absinth-Destillerie in Pontarlier in Brand geriet und größere Mengen Absinth in den Doubs ausliefen. Einige Tage später roch das Wasser der etwa 14 km entfernten Louequelle stark nach Anisschnaps.

Spricht man vom Vallée de la Loue, muss man auch vom französischen Maler Gustave Courbet (1819-1877) sprechen. Im verschlafenen Kleinstädtchen Ornans wurde er geboren, er studierte in Besançon und Paris Malerei. In Ornans entstanden seine wichtigsten Bilder. Courbet erregte mit seiner einfachen, realistischen Bildsprache Aufsehen und Widerstand in künstlerischen und politischen Kreisen. Courbet war der Hauptvertreter der realistischen Malerei in Frankreich und hatte damit einen grossen Einfluss auf die Entwicklung der nachfolgenden Malerei. 1870 floh er vor der französischen Justiz in die Schweiz, wo er im Waadtland seine letzten Lebensjahre verbrachte.
Die Loue-Quelle inspirierte G. Courbet zu einem seiner schönsten, aber auch dem berüchtigsten Gemälde der Kunstgeschichte: L’Origine du monde, der Ursprung der Welt. Das Bild wird von facebook&Co. nach wie vor blockiert, google versteckt es notdürftig zum Schutz der Jugend. Ach ja…, die Jugend ist natürlich findiger, als sich das IT-Spezialisten erdenken können.

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Gedenkplakette der Gebirgsstrasse nach Ornans. Immerhin ist erwähnt, dass auch die Bevölkerung zur Kasse gebeten wurde.

Genug der hehren Kunst. Vom Plateau oberhalb der Quelle führt eine steile, in den Fels gehauene Gebirgsstrasse über Lods in das Tal der Loue (Vicky Leandros besingt übrigens mit „Theeeo, wir fahr’n nach Lodz“  eine andere Stadt).  Lods ist als Bilderbuchstädtchen in der Liste der „Les plus Beaux Villages de France“ klassifiziert. Daher besteht hier Anhaltezwang mit Fotografierpflicht zu Beweiszwecken.

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Lods, Brücke und die wieder aufgebaute Burg
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Lods, einige Bürgerhäuser, die Kirche und die Loue-Schwelle

Im Talboden angelangt, führt die Strasse entlang der Loue nach Ornans. Die Loue erreicht dasselbe Ziel etwas langsamer, dafür mit mehr Andacht.

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La Loue, kurz nach Lods

Ornans, der Hauptort des Départements Doubs. Rund 5000 Einwohner.

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Ornans, Unterstadt

Sigismund, nachmaliger König der Burgunder, gründete 515 die Abtei von Agaune (Saint Maurice) und schenkte ihr einen großen Teil der Grafschaft Warasch (Varais), die das ganze Gebiet des Oberlaufs des Doubs bis Besançon hin umfasste. Der Ort Ornans ist erstmals 1151 urkundlich erwähnt und gehörte zu dieser Zeit den Grafen von Burgund.

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Ornans: Stadtkirche St. Laurent, 16. Jahrhundert

Im Zentrum der Altstadt an der Loue sind die Adels- und Bürgerhäuser aus dem 15. bis 18. Jahrhundert und die Brücke Grand Pont sehenswert.

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Ornans: Das Ancien Hotel de Grospain aus dem 15. Jahrhundert
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Ornans: Die Rue St. Laurent mit ihren Bürgerhäusern

Zu allen Zeiten immer wieder das Wüten von Mensch gegen Mensch: Kriege, Verwüstungen, Plünderungen und Brandschatzungen. Hin und wieder Pestilenz. Im 19. Jahrhundert erlebte der Ort durch seine Lage am Fluss und dessen gewerbliche Nutzung  einen Aufschwung. Heute sind die Alstom und eine Verpackungsfirma die grössten Arbeitgeber.

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Ornans: Postkartenmotiv Grand Pont im „Petit Venise“
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Links das Musée Gustave Courbet

Am Place Gustave Courbet und in dessen Verlängerung, der verkehrsreichen Rue Vernier, befindet sich die Restaurantzeile. Der Guide Michelin empfiehlt das Restaurant Courbet mit Blick auf die Loue. Ich hätte gerne im Griotte in Saules gegessen, ein paar Kilometer ausserhalb von Ornans. Wenn es denn nicht gerade geschlossen gewesen wäre.

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Ornans: Place Gustave Courbet

Winterreisepause.

Quellen:

La Loue wiki (f)
Gustave Courbet wiki
Ornans wiki (f)
Headerbild: La Reflexion, G. Courbet

Doubs der Unschlüssige (12): Combes de Punay

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Wer im Auto kein Navi sein Eigen nennt, verfährt sich zuweilen. Wie ich zum Beispiel. Auf dem Weg vom Doubs zur Loue, einem Zufluss des Doubs, passierte ich auf Irrwegen ein eigenartiges Gebäude, das mich auf den ersten Blick faszinierte und anhalten hiess: wie sich später zuhause beim Recherchieren herausstellte, die Anciennes tuileries des Combes de Punay. Ich fühlte mich dabei ein wenig wie der britische Archäologe Howard Carter bei der Entdeckung der Grabkammer von Tutanchamun.

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Wer sich die Mühe macht, über allerhand Zivilisationsschutt in den Tempel einzudringen, wird von einer Zauberwelt empfangen. Eine alte, ehemalige Ziegelstein- und Klinkerfabrik. Dem Verfall preisgegeben. Aufgegeben. Verlassen. Denkmalgeschützt. Ein „édifice classé au titre des Monuments historiques“. Wie schön das in der Sprache der Pariser Verwaltungsaristokratie doch klingt.

Die ersten Gebäude der Fabrik wurden 1839 von Charles Guyot de Vercia erbaut. Die Fertigung war damals noch handwerklich. 1845 wurde eine Dampfmaschine in einem eigens entworfenen Gebäude installiert, um „tuiles perfectionnées“ zu produzieren.  Die Dampfmaschine betrieb die Mühle zum Zerkleinern des Mergeltons und später eine Pressmaschine zum Formen von Ziegel- und Klinkersteinen. Das Werk verfügte über 2 Brennöfen zur Herstellung von Ziegeln und Backsteinen, sowie einen Kalkbrennofen.
1884, Jahre nach dem Tod von Guyot de la Vercia, kaufte der Holzhändler Firmin Mourot die Fabrik und ergänzte die Brennöfen mit einem Sägewerk, um mit dem Holz die Öfen zu betreiben.

Um die 1930 war Schluss mit Fliesen.  Die Säge wurde noch ein paar Jahre weiter betrieben. 1965 stellte die Firma ihre Aktivitäten vollends ein.

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1978 und 1988 wurden Restaurierungskampagnen durchgeführt. Das Werk wurde am 31. Juli 1979 zum historisches Denkmal deklariert.

Die Gebäude sind immer noch in Privatbesitz eines Nachkommen von Firmin Mourot. Doch fehlt es an Geld zum Unterhalt. Ideen zur Einrichtung eines Ecomusée scheiterten. Anfängliche Unterhaltsbeiträge verschiedener Körperschaften des Pays d’Ornans mussten aus gesetzlichen Gründen 2012 wieder gestoppt werden. Langsam zerfällt die Anlage.

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Die Brennöfen und Maschinen sind längst ausgebaut und versilbert

Von einer eigenartigen Schönheit sind die Unterlagsbrettchen, auf denen die feuchtgeformten Ziegel und Steine unter dem Dach langsam trockneten, bevor sie im Ofen während ca. 5 Tagen gebrannt werden konnten. Lagerung unter dem Dachstock, weil sich dort wohl die Abwärme der Brennöfen staute.

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Unterlagsbrettchen

Die Trockenracks wurden wohl mit Seilzügen unter den Dachstock hochgezogen (?) und auf Querträgern gelagert.

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Gewaltig der Dachstock mit den Trockenracks. Ein Hochregallager aus dem 19. Jhdt.

Die Unterlagsbrettchen wurden offensichtlich in dieser Werkstatt handgefertigt. Heute haben die Spinnen das Regime übernommen.

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Der Dachstock mit dem Zugang zu den Trockenracks ist morsch. Katzen sind hingegen, wie im alten Aegypten, nicht nur geduldet, sondern werden offensichtlich als heilig verehrt. Schliesslich stehen sie unter dem Schutz der Göttin Bastet. Tochter des Sonnenkönigs Re.

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Allfällige Besucher bitte Katzenfutter nachfüllen!

Ganz zum Schluss meiner archäologischen Expedition stiess ich auf  ein antikes Reklameschild „Buvez les vins Grappe Exquise“. Das Siegel einer Schatzkammer? Was würde die Kammer bergen? Gold und Edelsteine? Sarkopharge? Mumien? weingefüllte Amphoren oder bloss den vergessenen Weinkeller des verblichenen Tempelbesitzers?  Aufgeregt schob ich das Siegel beiseite.

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Nichts von alledem. Die dahinter liegende Kammer war bereits von Grabräubern leergeräumt. Und enthielt alte Traktorenpneus statt Weinflaschen. Wäre doch zu schön gewesen.

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Anmerkung: Ich bin mir bewusst, dass ich mit solchen Themen die Mehrzahl rezepthungriger foodblog-Leser vergraule. Doch damit muss und kann ich leben.

Quelle:
Patrimoine en Bourgogne-Franche-Comté (mit Plänen)

Doubs der Unschlüssige (11): Baume-les-Dames

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Baume-les-Dames: Kirche St. Martin

Baume-les-Dames liegt auf halbem Weg zwischen Montbéliard und Besançon in einer Talweitung des Doubs, zwischen zwei Höhenzügen der Jura-Randketten. Rund 5000 Einwohner. 3 Apotheken.

Die Kirche Saint-Martin geht ursprünglich auf einen Bau aus dem 9. Jahrhundert zurück. Sie wurde von 1617 bis 1621 im gotischen Stil neu erbaut und im 19. Jahrhundert renoviert und teilweise neu erbaut.

An diesem Ort siedelten schon die Römer, die Abtei von Baume wurde wahrscheinlich von Germanus, Bischof von Besançon, um 400 gegründet. Sie entwickelte sich zum geistlichen Zentrum der Region. Die Nonnen stammten beinahe ausschließlich aus dem Adel, entweder Töchter aus Adelsfamilien (die sich damit die teurere Mitgift an einen Bräutigam sparten) oder verwitwete Adelsfrauen. Sie führten fernab der Männerwelt ein wohlversorgtes Leben, genossen gesellschaftliches Ansehen, arbeiteten an ihrer Bildung, kopierten Bücher und stickten geistliche Textilien.

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Abteikirche im romanischen Stil

Die zweite Kirche, die Abteikirche, wurde von 1738 bis 1760 in Anlehnung an romanische Stilformen erbaut, blieb jedoch infolge Geldmangels unvollendet und ist heute von Autos umlagert.

Unter Friedrich Barbarossa wurde Baume-les-Dames ab 1153 mit einem Mauerring umgeben und erhielt das Stadtrecht zugesprochen. Anfang des 13. Jahrhunderts übernahmen die Herren von Neufchâtel-Bourgogne die Stadtherrschaft. In der Folge entwickelte sich Baume-les-Dames zu einer Handelsstadt am Verkehrsweg von der Rhône zum Rhein. 1448 wurde die erste Papiermühle am Doubs gegründet.  Während der vom Drahtzieher Ludwig XI. initiierten Burgunderkriege wurde das Schloss von Baume 1476 durch bernische und französische Truppen zerstört. 1501 zerstörte ein Grossbrand weite Teile der Stadt. Immer wieder aufflackernde Pestepidemien dezimierten die Bevölkerung.  Ab 1546 war Baume-les-Dames Sitz einer Vogtei. Zusammen mit der Franche-Comté gelangte der Ort mit dem Frieden von Nimwegen 1678 definitiv an Frankreich. Die Abtei wurde während der Französischen Revolution aufgehoben.

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Maison des frères Grenier

Der Kern von Baume-les-Dames hat sein mittelalterliches Erscheinungsbild mit zahlreichen schönen Bürgerhäusern und Repräsentationsbauten bewahrt. Hier zwei Beispiele:  das Maison der Frères Greniers (16. Jhdt., im 19. Jhdt renoviert im Stil eines Manoirs), einer der Brüder war Dichter, der andere Maler, heute sind beide vergessen. Sowie das aus der Renaissance stammende Maison à Tourelle (1574).

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Maison à Tourelle
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Rue du Levrault

Wie überall verschwinden im alten Kern die kleinen Läden. Werden verdrängt durch supermarchés an den Ausfallstrassen.

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Rue des Granges

Pizza hatte ich 2 Stunden zuvor in L’Isle-sur-le-Doubs gegessen. Derlei gibt es auch hier, dazu noch Kebab, Spaghetti und Sandwiches. Als Nummer eins am Ort empfiehlt der Adweiser das Charleston, 11 GM-Punkte.

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Quelle:
wiki Baume-les-Dames (fr)

Doubs der Unschlüssige (10): Montbéliard-Besançon

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Neue Etappe entlang des Doubs. Ein schöner Streckenabschnitt für Fahrer und Auto. Start im Hafen „La Petite Hollande“ von Montbéliard. Da wo die „FIN“ voreilig das Ende verheisst. Dabei ist meine Doubs-Reise hier noch lange nicht zu Ende. Zunächst gehts meist dem Rhein-Rhonekanal entlang, bis zum Wasserfünfeck von Voujeaucourt, einem kleinen See mit 3 Zu- und 2 Abflüssen. Hier mischt sich die aus der schweizerischen Ajoie kommende Allaine mit dem Doubs und mitten durch führt der Rhein-Rhone-Kanal, der sich hier kräftig am Flusswasser erlabt, auf dass die Freizeitkapitäne nicht trockenlaufen.

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Weiter dem Doubs entlang, den ich hier erstmals als richtig grossen Fluss wahrnehme.

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Rechtsseitig des Doubs bis L‘ Isle-sur-le-Doubs, dem bekannten Postkartenidyll. Ein kleiner hübscher Ort, dessen winzige Altstadt entlang des Doubs und auf einer kleinen, langgezogenen Insel mitten im Fluss liegt.

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L‘ Isle-sur-le-Doubs mit einem der hier so häufig geschmückten Brückengeländer
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Der clocher comtois. Eine in der Franche-Comté verbreitete Kirchturmform aus dem 18. -19. Jhdt.

Mittagessen im einzigen, geöffneten Lokal des Ortes, einer Pizzeria. Mit Pizza Franc-comtoise à la cancoillotte et à la saucisse de Morteau. Eine Kartoffelpizza mit Wurststückchen, überzogen mit einem flüssigen Sauermilch-Kochkäse, einer Spezialität der Franche-Comté.  Das muss ich zuhause unbedingt nachbacken, das kann ich bestimmt auch und vermutlich besser.

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Zeit fürs Mittagsschläfchen. Das Glas Aligoté tut seine Wirkung. Gelb hin oder her.
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Clerval: Le clocher comtois, again
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Clerval

Weiter über den kleinen Ort Clerval nach Beaume-les-Dames, einem grösseren Hauptort.

Der Kern von Baume-les-Dames hat sein mittelalterliches Erscheinungsbild mit zahlreichen schönen Bürgerhäusern bewahrt und kriegt dafür einen eigenen Beitrag in der nächsten Folge .

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Baume-les-Dames: L’eglise Saint Martin und Maison des Frères Grenier

Zwischen Montbéliard und Besançon verlaufen Doubs und der Kanal weitgehend parallel, mischen sich immer wieder. Während der Doubs über unzählige Schwellen fällt, muss der Kanal den Höhenunterschied Richtung Saone und Rhone durch viele Schleusen ausgleichen.

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Schleuse bei Baumes-les-Dames

Nimm uns mit, Kapitän, auf die Reise!
Nimm uns mit in die weite, weite Welt!
Wohin geht, Kapitän, deine Reise?
Bis zum Südpol, da langt unser Geld!…. Fernweh mit Hans Albers

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nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise!

Nach Baume-les-Dames wechsle ich auf die linke Doubsseite  bis Laissay, danach wieder rechtsseitig bis Vaire-Le-Grand und wieder linksseitig bis Chalèze. Kleine, enge Strässchen, die auch als Radweg dienen.

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Doubs bei Cugney-Douvot
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Schleuse nach Vaire-Arcier

Mitgenommen hat mich keiner der Kapitäne. Besançon: ein andermal. Dafür fand ich auf der Heimfahrt in Pontarlier den cancoillotte-Käse für meine Pizza. Wozu schleppe ich bei jedem Ausflug eine Kühlkiste mit? Genau dafür!

Liste der bisherigen Beiträge:

  1. Doubs, der Unschlüssige (1): Biaufond
  2. Doubs, der Unschlüssige (2): Les Brenets-Châtelot
  3. Doubs, der Unschlüssige (3): St. Ursanne
  4. Doubs, der Unschlüssige (4): St. Hippolyte-St. Ursanne
  5. Doubs, der Unschlüssige (5): La Goule-La Bouège
  6. Doubs, der Unschlüssige (6): Pontarlier-Morteau
  7. Doubs, der Unschlüssige (7): Val du Dessoubre
  8. Doubs, der Unschlüssige (8): Von der Quelle bis Pontarlier
  9. Doubs, der Unschlüssige (9): Nach Mömpelgard
  10. Doubs, der Unschlüssige (10): Montbéliard-Besançon, aktuell