Archiv der Kategorie: Besuch in..

Basel Tattoo Parade 2017

Tattoo 2017 2017 07 22_0954Impressionen von der diesjährigen Basel Tattoo Parade durch die Innenstadt.  Wobei ich den Betrieb im Aufstellungsraum Münster-Rittergasse interessanter finde als die eigentliche Parade. Warten auf den Einsatz: Mitglieder der British Band of the Kings Division schlecken Eiscornets. Unter pinkem Ballon.

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The Kings Guard of Norway. Band and Drill Team. Der Drill ist an der Hut- und Posaunenablage ersichtlich.

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Noch mehr norwegischer Drill.

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Mit den Wasserflaschen klappts noch nicht ganz.

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Dafür wird der Unteroffizier vom Chef (rechts) gerüffelt.

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Die Basler Fraktion der Dudelsäckler löscht ihren Durst am Pisonibrunnen.

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Schweizer Kavallerie Schwadron 1972. Alles Rösseler Veteranen.

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6 kg wiegt der Trachtenhut, den die Damen des Trachtenvereins St. Georgen im Schwarzwald auf dem Kopf balancieren müssen. Ob der schmucke Hut ledigen Mädchen oder verheirateten Frauen vorbehalten ist, vergass ich zu fragen. Jedenfalls fröhliche Weihnacht!

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Die Honoratioren der Markgräfler Trachtengruppe Lörrach/Weil überzeugten mit hohlem Kreuz, gewichtigem Schritt und gnädiger Miene.

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Sauber hergerichtet ist wichtiger als medizinische Kompetenz: Fahrzeug des US Army Med Corps 1942-1945

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Der Chef der Band of the Kings Division weist den Weg: to the left. Ohne das Zeichen hätte sich sein Korps in alle Richtungen verlaufen.

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Der Dudelsack erfreut sich in Basel grosser Beliebtheit. Hier die Basel Tattoo Massed Pipes and Drums.

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La musique des sapeurs-pompiers de Paris, die Musik klingt einfach ein wenig eleganter.

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The Australian Army Band: erfrischender Umgang mit Kupferpfannen.

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The Lochiel Marching Drill Team aus Neuseeland. Beine sind immer ein guter Schlusspunkt. Im Querformat haben davon mehr Platz auf dem Bild. Und dann begann es zu regnen.

Doubs der Unschlüssige (8): Von der Quelle bis Pontarlier

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34°C. Zu heiss für lange Autofahrten, und doch musste es einmal sein. Mit der klimatisierten Benzinkutsche an die Doubsquelle nach Mouthe (F). Gerade noch rechtzeitig vor dem Quatorze Juillet, dem Ferienbeginn in F, bevor die Touristen den naheliegenden Campingplatz überfluten und die Quelle als Badeplatz benutzen.

Endlich! Endlich hat mich die Quelle gefunden und ich den Anfang meiner Geschichte. Ein hübscher, klarer, eiskalter Bach, der munter aus dem Fels strömt und danach in die Landschaft der Franches-Montagnes mäandriert. Eine halbe Stunde sass ich am Quellbecken im Wald, allein und ungestört und zählte die hier noch ungeschliffenen Kieselsteine im Wasser.

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Die Source du Doubs liegt im regionalen Naturpark Haut-Jura auf einer Höhe von 937 m am Fuße der bewaldeten, bis zu 1419 m hohen Jura-Bergkette des Mont Risoux, auf der die Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz verläuft. Der Doubs entspringt einem komplexen Höhlensystem unter dem Fôret du Noirmont und dem Fôret du Risoux. Gespiesen wird er durch unterirdische Klüfte, Syphons und kleine Seen, teilweise sickert sogar Wasser aus dem schweizerischen Lac de Joux in das Quellgebiet des Doubs. Zollfrei.
Angereist bin ich vom Lac de Joux her, über den kleinen, relativ flachen Grenzpass Col de Landoz-Neuve, welcher das Vallée de Joux mit dem Val de Mouthe verbindet

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Lac de Joux

Erst läuft das Wasser des Doubs in ein tiefes Quellbecken, fällt danach über einen kleinen Wasserfall und sucht sich anschliessend ihren Weg in die dort sumpfige Landschaft. Die Quelle schüttet durchschnittlich 1740 Liter pro Sekunde aus, mir schien es eher weniger zu sein, aber ich hatte keinen geeigneten Messbecher zur Hand.

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Der junge Fluss, gleich nach der Quelle
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Doubs in Mouthe
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Doubs in Mouthe

Und alles dem Doubs entlang bis er sich zum Lac Saint-Point erweitert. Im Badeort Malbuisson durch den Wald hoch bis zum Fort Lucotte (Fort de Saint-Antoine). Erbaut von 1879 bis 1882, hätte die unterirdische Festung Einfällen von Germanen und Alemannen Einhalt gebieten sollen. Hat sie aber bekannterweise nicht: Nutzlos geworden, bröckelte das Fort leise vor sich hin, bis es 1966 von Marcel Petit, dem Chef einer grossen Käsereifungsfirma aus dem Dornröschenschlaf geküsst und als Käsereifungskeller eingerichtet wurde. Hier lagern und reifen über 100’000 Laibe Comtékäse aus verschiedenen Gebirgsmilchkooperativen zwischen 10 und 20 Monaten. An bestimmten Tagen sind die Keller zu besichtigen. Die Festungswächter hatten aber kein Einsehen mit einem spontan anreisenden, ehemaligen foodblogger und beharrten darauf, dass nur Einlass kriege, wer sich zuvor rechtzeitig im örtlichen Tourismusverein für eine 90-minütige Führung angemeldet habe. Anschluss an eine eben eingelassene Gruppe unmöglich. Impossible. Bureaucratie à la française. Selber schuld, aber ich bin ja nicht zum letzten Mal hier.

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Fort St. Antoine

Im Lac de Saint-Point macht es sich der Doubs auf einer Länge von über 7 km so richtig gemütlich. Der See ist der drittgrößte Natursee Frankreichs, Genfersee nicht mitgezählt. Im Sommer ein beliebter Badesee und Fischerort auf 885 m Meershöhe mit Hotellerie und Strandbetrieb. Im Winter ist er meist zugefroren.

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Lac Saint Point in seiner ganzen Länge
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Lac Saint Point

Am Ende des Lac Saint Point wird der See wieder zum Fluss. Von hier an mäandriert er wieder durch die Talauen bis kurz vor Pontarlier.

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Doubs in Oye et Pallet

In Pontarlier halte ich mich am Comté im Laden der Crèmerie von Marcel Petit schadlos. Alles Nachdenken, wo ich zuhause ein hydraulisches Käsemesser mit Laserstrahljustierung unterbringen könnte, führte zu keinem Ziel. Zuviel Messer für zuwenig Käse.

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Käselaib-Laserstrahljustierung

Und mache in einer Brasserie ein selfie von mir und dem Oberkellner (das Hundert im Gruselkabinett ist voll! (mit mir sind es jetzt 101). Das reicht.

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Bisherige Beiträge:

  1. Doubs, der Unschlüssige (1): Biaufond
  2. Doubs, der Unschlüssige (2): Les Brenets-Châtelot
  3. Doubs, der Unschlüssige (3): St. Ursanne
  4. Doubs, der Unschlüssige (4): St. Hippolyte-St. Ursanne
  5. Doubs, der Unschlüssige (5): La Goule-La Bouège
  6. Doubs, der Unschlüssige (6): Pontarlier-Morteau
  7. Doubs, der Unschlüssige (7): Val du Dessoubre

Doubs der Unschlüssige (7): Val du Dessoubre

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Vorgesehen war die Fahrt zur Doubsquelle, aber für solch lange Reisen wars mir zu heiss. Begnügen wir uns heute mit dem Val du Dessoubre. Ein über 30 km lang gezogenes, sehenswertes, wenig besiedeltes Tal, durch das sich der Dessoubre, ein Nebenfluss des Doubs, in vielen Windungen zieht. Der Dessoubre fliesst bei St. Hippolyte in den Doubs und versorgt den bis dahin schwächelnden Fluss mit frischem und unbelastetem Wasser.
Die Zufahrt aus der Schweiz über Morteau und Fuans gibt Gelegenheit, Würste nachzutanken. Hinter Fuans beginnt das Tal mit der Felsarena von Consolation-Maisonnettes.

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Ein steiler, ca. 150 Meter hoher Felsenzirkus, an dessen Fuss die Karstquelle des Dessoubre entspringt. Oben auf dem Fels liegt einer der beiden Aussichtspunkte, das Bellevue de Consolation, der auf stotzigem Fussweg erklimmt werden muss. Aussicht: viel Wald, wenig Kloster und fast kein Fels. Denn dieser liegt unter den Füssen. Dafür kann man sich auf einer Tyrolienne, einer 500 Meter lange Drahtseilrutsche, auf die andere Talseite rutschen lassen. Aber was soll ich dort, hier bin ich ja sowieso. Und gerutscht wird nur während der Sommermonate, sonst verirren sich hieher nur wenige Touristen.

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Das Kloster von Consolation-Maisonnettes geht auf eine der Notre Dame de Consolation (Maria Trost) geweihte Kapelle des 15. Jahrhunderts zurück. Ende des 17. Jahrhunderts wurde hier ein Kloster gegründet, das später als Priesterseminar diente. Heute ist ein spirituelles Zentrum einquartiert. Barock zweiter Klasse. In Gottes Namen. Damals kannten sie nicht anderes. Interessanter sind die Anlagen der Electricité de France. Zeugen dafür, dass die Elektrizität seit geraumer Zeit im Tal angekommen ist.

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Nach Consolation führt die Strasse abwärts, alles entlang dem Dessoubre, der die Richtung vorgibt. Manchmal wird das Tal eng, felsig, der Fluss zwängt sich durch sein schmales Bett. Hin und wieder öffnet sich das Tal, macht kleinen Weilern und Ortschaften Platz. Eine schöne, abwechslungsreiche Fahrt.

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Kurz nach Consolation trifft man auf die restaurierte Moulin Girardot, eine ehemalige Sägemühle.

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Weiter talabwärts liegt, direkt am Dessoubre, eine gute Fischbeiz (La truite du moulin, Ortschaft Cour St. Maurice) mit Zuchtforellen aus dem Fluss. Dumm nur, dass an diesem Tag gerade eine Armada Cabrioletfahrender Herrenfahrer das Restaurant belegt hatte. Muss ich nicht haben. Ein andermal. Nach den Porsches präsentierte sich das Tal wieder still, ruhig und schön.

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Gleich unterhalb der Brücke von St. Hippolyte liegt der Zufluss des Dessoubre in den Doubs.  Den sparen wir uns für die nächste Etappe, die Hungerbekämpfung mittels des vorzüglichen Comté aus dem örtlichen Käseladen hatte Priorität.

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Irisblüte in den Meriangärten

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Mitten im nebligsten Wintermief besuchte ich die Meriangärten. Und versprach, wiederzukommen, wenn die Iris blühen. Mehr über die Geschichte der Gärten ist hier beschrieben.

Zwischen Villa Merian und Vorder-Brüglingen ruhen im Boden die Zwiebeln von rund 2000 zumeist historischen Sorten Iris. Helene von Stein-Zeppelin hatte sie in ihrer Staudengärtnerei im badischen Laufen in den 1920er Jahren zusammengetragen. Während der Kriegsjahre war die Gärtnerei gezwungen, die Irispflanzung unterzupflügen und stattdessen Kartoffeln anzubauen. Frau von Stein-Zeppelin gelang es jedoch, von jeder Sorte ein paar Exemplare zu retten und sie in kleinen Hausgärten verteilt unterzubringen und so zu verstecken. Nach Kriegsende und der Entdeckung, dass Leben nicht nur aus Kartoffeln bestehen darf, baute die Gräfin ihre Sammlung neu auf. 1969 verschenkte sie ihre Iris nach Brüglingen, wo sie im Mai und Juni blühen.

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Meine Favoriten hab ich jedoch im Kräutergarten gefunden: Die Schlafmützchen, eine Mohnart (Escholzia californica). Nicht nur weil der Name zu mir passt, auch weil sie so viel bescheidener aussehen.

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Die Meriangärten bieten jedoch zu jeder Jahreszeit weit mehr als nur die Irissammlung. Natur. Erholung.

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Doubs der Unschlüssige (6): Pontarlier-Morteau

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Und schon wieder Morteau. Wegen der Wurst. Da lag es auf der Hand, der Wurst noch eine weitere Teiletappe meiner Doubsreise anzuhängen. Vom Val de Travers her kommend gelangt man nach Les Ferrières über die Grenze nach Frankreich in das Doubstal. In La Cluse-et-Mijoux kreuzten die früher wichtigen Handelsstrassen Dijon-Lausanne und Dijon-Bern das Jura-Gebirge. Hoch über dem Ort liegt das mächtige Chateau (Fort) de Joux. Von der Burg aus konnte die Strasse, die hier durch eine Felsenge führt, gut kontrolliert werden.

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Fort de Joux

Die Burg stammt im Kern aus dem 11. Jahrhundert und besteht heute aus 5 aufeinanderfolgenden Festungsmauern. Ursprünglich wurde sie von den Herren von Joux erbaut, einer reichen Adelsfamilie, die damals eine wichtige Stellung zwischen der Freigrafschaft Burgund und den Waadtländer (damals: Savoyer) Herrschaften einnahm. Nach dem Aussterben der Herren von Joux kaufte Herzog Philipp der Gute die Festung 1454 für Burgund. 1530 kam sie in den Besitz Karls V. Während des Dreissigjährigen Krieges wurde sie 1639 von Truppen des Herzogs Bernhard von Sachsen-Weimar besetzt. Zusammen mit der Franche-Comté gelangten die Burg und der Ort La Cluse-et-Mijoux mit dem Frieden von Nijmwegen 1678 an Frankreich. Nach Plänen von Vauban wurde das Château de Joux zu einer bedeutenden Grenzfestung ausgebaut und mit einer Garnison belegt.
Ab dem 18. Jahrhundert diente es als Gefängnis; hier waren unter anderen Graf Mirabeau und der als preussischer Spion verdächtigte Heinrich von Kleist inhaftiert.

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Fort de Joux: Martialischer Festungsbau von General Vauban

Doubs abwärts folgt die rund 800 Meter hoch gelegene Provinzstadt Pontarlier. Sie gehört zum Département Doubs in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Dank ihrer geographischen Lage spielte die Stadt schon früh eine bedeutende Rolle für den Warenaustausch zwischen Nord- und Südeuropa, im 12. Jahrhundert wurde sie zum Handelszentrum. Durch ihre strategische Grenzlage bedingt, geriet sie mehrfach in kriegerische Konflikte der damaligen Grossmächte. Pontarlier (wie Morteau) hatten im Laufe der Geschichte immer wieder unter großen Feuersbrünsten zu leiden. Die Holzheizungen in harten Wintern forderten ihre Brandopfer.

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Porte Saint-Pierre de Pontarlier (1772)

Der Doubs, der die Peripherie von Pontarlier teilweise umfliesst, ist hier noch ein bescheidenes Bächlein. Was einen nicht wundern darf, entspringt er doch wenige Kilometer süd-westlich in La Mouthe (da muss ich auch noch hin).

Mich hingegen ziehts heute wurstwärts, dem Doubs entlang nach Morteau. Etwa Mitte der Distanz liegt die ehemalige Abtei von Montbenoît. Um das Jahr 1000 vom heiligen Benoît als Einsiedelei in der kaum besiedelten Gegend des Saugeais gegründet, etablierten sich die Augustinermönche von St. Maurice als Nachfolger. Die Landbesitzer, die Herren von Joux, statteten die Abtei mit umfangreichen Rechten, Lehen und Besitztümern aus. Weitere Donatoren folgten ihrem Beispiel. Die Abtei verteilte willigen Zuzügern aus der Schweiz, Deutschland und Savoyen Land, das von diesen urbar gemacht werden musste. Gegenüber der Abtei waren diese Siedler zins- und für eine Anzahl Tage arbeitspflichtig, mit und ohne Sense. Ledigen Männern des Saugeais wurde erlaubt, Frauen aus andern Regionen zu ehelichen. Ein guter Deal für alle Seiten, vor allem für die Abtei, aber auch für die ledigen Männer. Ob auch für die Frauen? Die wurden nicht befragt. Die Gegend prosperierte. Während rund 700 Jahren galt die Seigneurie von Montbenoît als praktisch unabhängige „Republik“.
Die Kirche wurde im 30-jährigen Krieg von deutschen Truppen des Herzogs von Sachsen-Weimar verwüstet. Nicht zu vergessen. dass es Kardinal Richelieu war, der sich die Dienste des Weimarer Herzogs erkauft hatte, um damit die Kaiserlichen im Hochburgund anzugreifen, das damals noch zum Burgundischen Reichskreis des Heiligen Römischen Reiches gehörte.

Die Kirche ist ein Stilmix vom 12. bis ins 20. Jahrhundert. Sehenswert sind die alten Teile und  vor allem der kleine Kreuzgang.

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Abtei von Montbenoît
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Abtei von Montbenoît, Kreuzgang

Weiter auf der Strasse nach Morteau durchquert man das Défilé d’Entre-Roches. Stellen, an denen sich der Doubs durch die Jahrtausende tief in den Fels gefressen hat.

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Défilé d’Entre-Roches mit Mäxle
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Défilé d’Entre-Roches

An ein paar typischen Tuyés (Räucherkaminen) vorbei nach Morteau.

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Keine Salzbohrtürme: Tuyés, Räuchertürme in Morteau

Die beste Wurst gibts jedoch nicht in den Grossbetrieben am Rand der Zufahrtsstrassen, sondern im Städtchen, in der Boucherie Vernereye. Den Blick ins Ladeninnere auf das Wurstparadies gibts in meinem Instagramaccount. Zwei Häuser nebenan in der Fruitière gibts Comtékäse und Vin jaune.

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Morteau wurde seit Beginn des 12. Jahrhunderts durch Mönche von Cluny besiedelt, um die Bergregion urbar zu machen.
Wer rastet, sieht ein schönes Rathaus, eine Einkaufsstrasse, die Grand rue, einen Bahnhof, ein Uhrenmuseum und die Kirche mit Friedhof.

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Morteau, Musée de l’Horlogerie
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Morteau, Kirche mit Friedhof, bei Schlechtwetter
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Morteau, Doubs gleich nach der Schneeschmelze Anfang März

Bei schlechtem Wetter (Besuch von Anfang März) sieht alles etwas trostlos aus, deshalb brauche ich mir keine Mühe mit Farben zu geben: dann gibt es fast keine Farben. Schwarz-weisses Jurawetter. Und kaum bricht beim nächsten Besuch 3 Wochen später die Sonne hervor, blüht wieder Leben.

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Morteau, Doubs im April

Quellen:
wiki: Fort de Joux
wiki: Pontarlier
wiki: Abbaye de Montbenoît

Doubs, der Unschlüssige (5): La Goule-La Bouège

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Ein winziges Teilstück nur, am Ende der Welt, zweimal 40 Minuten Wanderzeit, mehr als genug, um das schmerzende Hüftgelenk nach langem Winter wieder an ein paar Schritte zu gewöhnen. Hier gibts keine öffentlichen Verkehrsmittel.  Von Le Noirmont aus gehts rund 400 Höhenmeter steil an den Doubs hinunter. Mit dem Auto. Junge und Ehrgeizige machen das zu Fuss. Und laufen gleich weiter bis La Chaux de Fonds (26 km, mit vielen Höhenmetern)

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In La Goule verengt sich das Tal zu einer schmalen Schlucht. Hier wird das Wasser des Doubs wieder einmal gestaut. Unterhalb der Staumauer bleibt vom Fluss nur noch ein Bächlein. Der Winter war, einmal mehr, viel zu trocken.

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La Goule, ein winziger Weiler, ein verlassenes Zollhaus, eine kleine schmale Brücke auf die französische Seite und ein Parkplatz.

Hier beginnt die kurze Wanderung flussaufwärts bis zum nächsten Gehöft, der Auberge de la Bouège. Während die Natur oben sich daran macht, den Winter abzuschütteln, hat unten am Doubs der Frühling bereits begonnen.

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Das Grün der Terrassen-Auen leuchtet unglaublich satt.

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Kein Mensch weit und breit. Nach 40 Minuten erreicht man die Auberge de la Bouège. Hier könnte man übernachten. Oder Forellen essen. Für mich einen Kaffee. Mit dem einsamen Milchkrug ein paar Worte wechseln, wie schön er es auf seinem Fensterbrett habe. So still. So ruhig. Das werde sich an Ostern ändern, wenn es nicht regne, meint er. Und er muss es wissen.

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Blick weiter talaufwärts, ca. 3 Stunden bis Biaufond. Aber wie zurück zum Auto?

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Bisherige Beiträge:

  1. Doubs, der Unschlüssige (1): Biaufond
  2. Doubs, der Unschlüssige (2): Les Brenets-Châtelot
  3. Doubs, der Unschlüssige (3): St. Ursanne
  4. Doubs, der Unschlüssige (4): St. Hippolyte-St. Ursanne

NB: Die Linzertorte ist nochmals gebacken und fertig im Kasten. In 2 Wochen hier auf dem Blog.

Fondation Beyeler: Claude Monet

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Die Fondation Beyeler in Riehen/Basel präsentiert zu ihrem 20. Geburtstag vom 22.01.2017 bis 28.05.2017 eine Sonderausstellung mit Werken Claude Monets. Die Ausstellung vereint 62 Meisterwerke aus privaten Sammlungen und renommierten Museen. Es liegt mir fern, die Entwicklung des Malers hier anhand seiner Bilder nachzeichnen zu wollen. Ich verstehe nichts von Malerei. Ein paar Stimmungsbilder, alle mit dem handy aufgenommen, müssen genügen. Wer will, mag sich die Ausstellung ansehen. Sollte sie ansehen.

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La cathédrale de Rouen: Le portail, effet du matin, 1894

Der sixtinische Kapellentrick, die Ausstellung gleich nach Türöffnung vom Ende her abzuschreiten, hat sich einmal mehr bewährt. Die hintersten Räumlichkeiten stehen lange leer, während sich die Besuchermassen in den vordersten Räumen stauen.

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Gedränge vor der Prairie à Giverny
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Bilder aus der Abteilung „Die Küste und das Meer“

Die Bilder der Ausstellung sind gegliedert in die Themen: Gegenlicht, Bäume, Die Seine, Die Hütte des Zollwärters, Die Küste und das Meer, Matinee sur la Seine und Nymphéas.

1859 zieht Monet nach Paris, um dort Malunterricht zu nehmen. Die Malerei „en plein air“, in der freien Natur, mit Farbe, Pinsel und Spachtel prägt Monet nachhaltig. Keine Malerei im damaligen pingelig-heroischen Akademiestil, sondern zügiges Festhalten des flüchtigen Augenblicks, der einem Bild so viel Leben einhaucht. In den folgenden Jahren malt er oft in Le Havre u.a. Meereslandschaften und Gärten.

Zu Beginn des Deutsch-Französischen Krieges 1870 verlässt Monet Frankreich und zieht nach London. Dort begegnet er den Werken des englischen Landschaftsmalers William Turner, in dessen Bildern sich die Konturen im Licht auflösen. 1871 kehrt er nach Frankreich zurück und lässt sich in Argenteuil nieder. 1872 richtet er sich ein Boot als Atelier ein und malte darauf am Ufer der Seine: Wasser, Bäume, Spiegelungen.
1873 lernt Claude Monet in Argenteuil den Maler G. Caillebotte kennen, mit dem er zusammen gemeinsame Ausstellungen veranstaltet. Vom Titel eines Bildes von Monet entsteht der Begriff Impressionismus.
1878 zieht er mit seiner Familie nach Vétheuil. 1879 stirbt Monets erste Ehefrau Camille mit 32 Jahren. Die Freundin der Verstorbenen übernimmt Haushalt, Kinder und Bett. Zu Beginn der 80-er Jahre verbessert sich seine wirtschaftliche Situation. In den nördlich von Le Havre gelegenen normannischen Ortschaften Étretat, Fécamp und Pourville, findet er beeindruckende Felslandschaften als Malsujets, darunter das Haus des Zollwärters bei Varengeville. Seine einst idyllischen Landschaften werden zunehmend wilder.

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Prairie à Giverny, Automne 1886
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Morgenstimmung an der Seine. Matinée sur la Seine, 1897. Lieblingsbild

Monet reiste viel: so an die französische Mittelmeerküste, die Riviera, Holland, die Bretagne und wiederum London. 1895 nach Norwegen.

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Grosszügig gehängt: En Norvégienne, 1887
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En Norvégienne, 1887

Monets Alterswerk entstand in Giverny nahe Vernon. 1883 mietet er ein Haus mit Garten, das er 1890 erwerben kann. In der Folge wird Monet zum passionierten Gartenliebhaber. Vom Frühjahr bis zum Herbst bietet ihm sein Garten eine ständig wechselnde, sich erneuernde Blumenpracht als Inspiration für seine Malerei. 1893 kann er ein Grundstück dazukaufen, auf dem er -vom damals modischen, japanisierenden Gartenbaustil erfasst- einen vorhandenen Teich mit exotischen Seerosenarten und Wasserpflanzen samt Fussteg im japanischen Stil anlegen lässt. Der Teich mit seinen Seerosen animieren Monet zu zahllosen Bildern. Darunter über 20 grossformatige Grand Décorations.

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Seerosen, Nymphéas, Giverny, 1916-1919
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Der Seerosenweiher, Le Bassin aux Nymphéas, 1917-1920
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Jungen Menschen wird das Sehen vermittelt. Für Basler kostenlos! Kornschober im Sonnenlicht, 1891
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Der zauberhafte Garten des Museums

Quellen:
wiki Claude Monet
Kunstmuseum Basel: Nymphéas, Ausstellungskatalog, 1986
Fondation Beyeler: Monet, Begleitbüchlein zur Ausstellung, 2017