P-Püntnerfleisch

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Püntnerfleischriemchen

Ich weiss, das Fleisch heisst Bündnerfleisch, seit dem Heiterkeitsausbruch unseres Finanzministers, Bundesrat Hans-Rudolf Merz vor versammeltem Parlament, schreibe auch ich es nur noch mit P-t.

Bei unserem Besuch in Scuol im Unterengadin haben wir uns reichlich mit Trockenwürsten der Metzgerei Hatecke eingedeckt. Über diese einzigartige Metzgerei, die die Wurst neu erfunden hat, habe ich schon vor 3 Jahren geschrieben [klick]. Eingekauft haben wir diesmal u.a. ein eigenartiges, fächerförmiges Gebilde langer, dünner Streifen, die an einem Ende mit einer Schnur zusammengebunden sind. Metzger Hatecke hat es uns persönlich verkauft. Leider habe ich den Namen, den er mir für seine neueste Kreation nannte, wieder vergessen, für mich sind es nun halt Püntnerfleischriemchen.

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Auslage im Hateckeladen in Scuol, auf Design-Arvenholzbrettchen

Für jene, die Bundesrat Merz nicht kennen, hier sein Auftritt in Bern:

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26 Kommentare zu „P-Püntnerfleisch“

  1. Ich wußte gar nicht, daß es auch hier in Europa noch Traditionen mit getrocknetem Fleisch gibt (bin gestern auf einen Online-Shop gestoßen, der ebensolches aus Südafrika anbietet). Mit Bündner Fleisch habe ich bisher eine Art Schinken assoziiert. *schäm*

    Den Videoclip kannte ich schon, der ist aber immer wieder gut. 🙂

  2. Als sehr guete Finänzler und nit so mit alle Wasser gwäschene Verhandligstaktiger het dr Bunderoot Merz mit dere Erklärig übers „P-Püntnerflaisch“ (eigentlig ungewollt) sälbscht sini greeschte Gegner vor sim Abgang wiider kenne besänftige. Ändi guet – alles guet !

  3. Lieber Robert, vielen Dank für diesen herrlichen Post und ein schönes Wochenende wünscht Dir Sabine, die sich immer noch die Lachtränen abtupft.

  4. Ist er sonst auch so sympatisch, der Herr Merz? Getrocknetes Fleisch gibt es bei uns auch, hat aber keinen bestimmten Namen.

  5. Bündnerfleisch mag ich auch sehr gerne. Bei uns findet man häufiger den benachbarten Bresaola.

    Den Ausdruck Arvenholz für Zirbelholz kannte ich noch nicht. Ist es denn nicht zu weich für Schneidbrett?

    Danke für den Videoclip! Ansteckend 😀

  6. Es handelt sich vermutlich um einen der seit Urzeiten dort verwendeten Fächer. Während die Hausmutter sich und den Ihren mit aromatischem Fleischduft Appetit zufächelte, nutzte der heranwachsende Damenflor das Requisit für manch appetitliches Lockspiel – hatte der Herr Melonenschnitz und Feigen im Gepäck, so stand einem gemeinsamen Mahl nichts im Wege.

  7. Hallo Robert,
    und ich dachte immer, dass das „Trockenfleisch“ in jedweder Regierung zu finden ist. :mrgreen:
    Besonders schön, wenn dann das eine über das andere P-püntnerfleisch referieren muss… 🙄
    Da merkt sogar der Politiker, wie staubtrocken Beamtendeutsch ist – und kriegt sich selbst nicht wieder ein. 😀
    Den Clip kannte ich zwar auch schon – aber Bundesrat Merz bis Dato nicht – er hat sich damit sozusagen nachhaltig p… pe… pekannt gemacht… 😆 😆 😆

  8. Herrlich, köstlich, auch wenn ich das – ehrlich gesagt – nicht verstanden habe, was daran so witzig ist. Aber wer kann schon widerstehen, wenn jemand so lacht? Außerdem kennt wohl so mancher diese Situation: man muss was sagen, muss aber gleichzeitig lachen …
    Diese P-üntner Fleischstreifen kann man sicher auch gut als Schlüsselanhänger mitführen 😉

  9. @Hesting: zumal in den alpinen Regionen ist Trockenfleisch eine nach wie vor beliebte Tradition zur Haltbarmachung von Fleisch. Dafür musst Du nicht nach Südafrika.

    @Nathalie: ich hinke mit meinen Beiträgen leider immer hinterher.

    @Basler Dybli: mit der neuen Finanzministerin wird es nichts mehr zu lachen geben.

    @Rosa: der gute Einfluss deines boy-friends 😉

    @Sabine: wünsche ich euch auch, bin mir allerdings nie sicher ob ich die Wünsche nach Norden oder in den Süden senden muss.

    @Heidi: die Erleichreung nach seinem Rücktritt scheint ihn befreit zu haben.

    @Magdi: Dörrfleisch vielleicht ?

    @Fritz: das ist kein Schneidbrett, durch die Riffelung wird das Fleisch von unten belüftet 🙂

    @bee: das war erst Jahrhunderte später, im Rokoko. Das älteste Zeugnis von Trockenfleisch ist durch Ötzi belegt. An seinem Schlüsselbund sollen lederartige Fragmente gefunden worden sein.

    @Heidi, die II.: da ihr nun alle den Bundesrat Merz kennt oder eben kennengelernt habt, wollen unsere vier weiblichen Regierungsdamen auch ins Bild. Bin eben am Überlegen, ob ich der Schönheit oder der Intelligenz den Vortritt lassen soll.

    @april: witzig daran ist die in perfektestem Amtsdeutsch verfasste Vorlage eines Beamten der Zolldirektion. Da verlor sogar der sonst so korrekte Herr Merz seine Fassung.

  10. Design-Arvenholzbrettchen ist ja schon schön, aber der Clip ist die Krönung. Danke für den sehr amüsanten Moment eben! ,-)

  11. Ich bin auch keine Anhängerin von allzu bürokratischen Festlegungen, was die Herstellung traditioneller Produkte angeht. Jede Rezeptur entwickelt sich ja über einen Zeitraum von Jahrhunderten, vor allem hat es nie nur ein Rezept für etwas gegeben. Das Bündnerfleisch kommt seit dem 18. Jahrhundert in der Literatur vor, aber in der Tat dürfte es getrocknetes Fleisch schon lange vorher gegeben haben. Interessant ist, dass es ähnliches Trockenfleisch auch im Wallis und im Tessin gibt.

  12. @creezy: habs mir doch gedacht, dass er nicht bis Berlin gelangte 🙂

    @the rufus: Techno ? Fleisch kommt in Bälde, muss mich noch zwischen Rind und Moorhuhn entscheiden.

    @Peter: jetzt hat er ja genügend Zeit.

    @Petra: Schon, solange nach traditionellen Methoden produziert wird. Aber unsere Zeit kennt Kniffe, Dinge zu beschleunigen, sprich billiger zu machen. Dann muss der Gesetzgeber Einhalt gebieten. Um Fleisch haltbar zu machen, gab es damals nur wenige Methoden.

  13. Meine Güte…ich habe ja so gelacht…das war ein derart herzlicher und vor allem menschlicher „Ausbruch“. Große Klasse!

  14. Ach wegen der Amtssprache (danke für die Aufklärung). Wie schön, dass er drüber lachen kann …

    1. Ich nie; ich wünschte ich könnte auch so herrlich albern darüber lachen. Das ist wahrscheinlich die beste Reaktion.

  15. Da hat der arme Norbert aber geguckt, als er gerade von der Arbeit kam und mich mit tränenden Augen vorfand. Als er das Video geschaut hat, ging es ihm genau so – herrlich!

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