Farina Bona und daraus ein Zabaion

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Farina Bona ? Farina buona ! Eine fastvergessene Spezialität aus dem Onsernonetal im Tessin. In der Museumsmühle von Loco röstet der Teilzeitmüller und Museums-Kurator Marco Morgantini Mais und mahlt ihn danach zu einem feinen, natürlichen, wohlschmeckenden Mehl mit erstaunlichen Eigenschaften. Öffnet man die Packung, verströmt das Mehl einen unglaublich intensiven Duft nach Mais, Popcorn, gerösteten Haselnüssen und einer Spur Caramel. In Wasser kalt angerührt weist das Mehl ein erstaunliches Quellvermögen auf. Ein Wundermehl. Und kaum jemand weiss davon.

Auf das Mehl bin ich durch die Kochzeitschrift Marmite (Herbst 2007) gestossen. Eigentlich sollte ich für das Mehl keine Reklame machen. Die verfügbaren Mengen sind bestimmt gering. Und wenn der Doktor Oe. dahinterkommt, kauft er alles auf und ich kriege keins mehr. Ach was, warum denn nicht ? Dr. Oe. liest meinen Blog nicht. Anschrift: Mario Morgantini, Museo Onsernonese, Mulino di Loco, CH-6661 Loco. Wo liegt denn das ? 500g kosten Fr. 7.50 + Porto. Mit handgeschriebenen Lieferschein und freundlichem Gruss, ohne Computer erstellt. Da scheint die Zeit stille gestanden zu sein.

zum Ausprobieren mach ich gleich mal das Zabaion, das in der Gebrauchsanleitung aufgeführt ist, allerdings in einer von mir verbesserten Version und nächste Woche gibts Nudeln aus dem Maismehl:

ZutatenBona Zabaion1_redc2008_0045
25 g Farina bona
1- 1.5 dl Milch
etwa 30 ml Marsala, mein bester, der aber für Marsalaschnitzel zu süss ist
1 Elf. Zucker

kein Ei ! mal etwas für Eier-Allergiker, wenn nicht gleichzeitig eine Marsala-Allergie besteht.

Zubereitung
Zutaten kalt mischen und mit einem Schwingbesen (Rührblitz) aufschlagen.

Das ergibt einen mitteldicken Brei, der nach Erwärmen auf etwa 50° ganz ordentlich an eine Zabaglione erinnert. Erhitzt man bis zum Kochpunkt, quillt die Maisstärke noch mehr an und die Sache wird pastös. Frau L. meint zwar, es erinnere sie eher an eine Mehlsuppe. Aber sie hat im Moment für meine grenzenlose Begeisterung keine Verständnis.

Ich bin am Überlegen, was man damit noch anstellen könnte:

(1) eine Mais-Béchamelsauce
(2) besonders schmackhafte Polenta und Polentaschnitten
(3) zum Panieren oder Bemehlen
(4) Mais-Pasta
(5) Gnocchi
(6) Brot, Backwaren: da lass ich lieber andere ran 🙂

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20 Kommentare zu „Farina Bona und daraus ein Zabaion“

  1. Mais-Pasta fände ich interessant, aber die hast du ja für nächste Woche schon geplant. Bin auf deinen Bericht gespannt.
    Viele Grüße

  2. Bloglesen bildet!

    Hatte ich noch nie was von gehört, und, ist ja echt süss, handgeschriebener Lieferschein! Davon sollte es mehr geben!!!!

  3. slow food italien war unlängst mit einem stand auf einer lebensmittelmesse in münchen vertreten und bot farina bona feil.
    sehr fein!

  4. @Petra: eben gemacht, sind sehr gut geworden.

    @Bolli: drum sind wir so gescheit 🙂

    @Barbara: Spätzle hats auch keine mehr. Normale.

    @C.: keine Ahnung ob das eine rein lokale oder überrregionale Spezialität ist. Im Internet existiert nichts darüber.

    @Hape42: Danke, praktisch, ich hab schon eines erhalten, das geht zusammen.

    @kulinaria: Perlen ? Mehl !

  5. Das ist ähnlich dem kanarischen Gofio, der ist auch nussig und aromatisch. Wird ähnlich verwendet. Köstlich.

  6. @lavaterra: wenn mit Ei gebunden kein Problem, sonst werd ich mit normalem Mehl mischen.

    @fressack: da war ich nie. Nächstes Bloggertreffen auf den Kanaren ?

    @nysa: wohin ?

    @Jutta: Ich bring Dir eins mit ans Bloggertreffen !

  7. Da müssen wir ja Ostern vielleicht doch wieder ins Onsernonetal fahren. Beim letzten Besuch haben wir beim Bäcker Philipona in Berzona eingekauft – ein Tipp aus dem Urchuchi-Buch, was ja auch deine farina bona preist. Danach lässt ich angeblich auch eine nach Popcorn schmeckende Glace daraus fertigen?

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