Weinrallye 15: Urlaubsweine, Urlaube und Weine

Lafoa Cabernet-Sauvignon 2003
Lafoa Cabernet-Sauvignon 2003

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Einmal im Monat wird am selben Tag von an Wein interessierten Weblogs über ein vorher bestimmtes Thema geschrieben: das nennt sich Weinrallye. Und dieser Tag ist genau heute. Das neue Thema ist der Aufarbeitung der Ferienerinnerungen und mitgebrachter, flüssiger Ferienschätze gewidmet. Der event diesmal ausgerichtet von gotorio.

Wir waren, wie hier nachzulesen war, im Engadin; bei einem Ausflug ins Südtirol haben wir zum Mittagessen bei Herbert Hintner in der Rose zu St.Michael/Eppan einen ausgezeichneten Cabernet-Sauvignon der Kellereigenossenschaft Colterenzio/Schreckbichl getrunken. Und weil der schönste Weg von Eppan nach Bozen praktischerweise an der Kellerei Schreckbichl vorbeiführt, gleich ein paar Flaschen für den heimischen Keller eingeladen. Auf dem Bild die gleich unterhalb Schreckbichl gelegene Burg Sigmundskron, in welcher der Alpinist Reinhold Messner ein Bergmuseum betreibt.

Weinberge bei Girlan mit Blick auf Burg Sigmundskron
Weinberge bei Girlan mit Blick auf Burg Sigmundskron

Schrecken lassen darf man sich nicht von den modernistischen, hässlichen Bauten der Genossenschaft. Schrecken lassen darf man sich auch nicht vom furchtbaren Gustav Klimt-Verschnitt der Etikette. Die Weinlage „Lafòa“ liegt auf einer Anhöhe zwischen Girlan und Schreckbichl – ein trockener, sonnenexponierter Standort. Der Boden wird als karger, sandig-schottriger Moränenboden beschrieben. Der Cabernet-Sauvignon wurde 1987 mit französischen Klonen gepflanzt. Der sortenrein gekelterte Wein wird in Stahltanks vergoren. Der Ausbau erfolgt in neuen Barriques (Allier und Troncais) während 22 Monate. Vor dem Abfüllen wird er mit Eiweiss geschönt und grob filtriert.
Meine Flaschen (Jahrgang 2003) haben die Reise über die Alpen gut überstanden, er ist aber noch sehr jung. Die Farbe purpur-schwarz, undurchdringlich, in der Nase dichte rote und schwarze Beeren, im Gaumen robuste, kräftige Struktur, leicht mehlige, robuste Gerbstoffe, pfeffrig. Ein Wein für kräftige Gerichte.

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10 Kommentare zu „Weinrallye 15: Urlaubsweine, Urlaube und Weine“

  1. Wie gerne wäre ich da jetzt – ob mit oder ohne Wein; ganz egal: nur da jetzt 1-2 Wochen Urlaub machen…das wär’s!

  2. Mit Eiweiß geschönt? Kapier ich nicht. Trübstoffe raus? Aber hier wird doch nichts erhitzt.
    Das muß aber ein leckeres Tröpfchen sein, wenn er mit fünf Jahren noch sehr jung ist.

  3. Schönes Urlaubsbild,Robert und trotz Klimtverschnitt schönes Foto, das die Farbe des Weins wohl gut wiedergibt!

    Poulette: Natürlich kann man mit Eiweiss schönen: das wird zu steifem Schnee aufgeschlagen und dann in den Wein gerührt. Die Trübstoffe, die noch im Wein vorhanden sind (auch das ist ganz natürlich), binden sich dann an das Eisweiss und fallen aus. Das ist eine ganz alte Methode. Ich meine gelesen zu haben, dass sich Mouthon Rothschild (oder eine ähnliches Prestigegut) früher sogar extra „Biohühner“ dafür hielt:-) – ob das heute noch so ist, weiß ich nicht…

    Es gibt da viel fiesere Methoden, um einen Wein zu schönen und nicht jeder Konsument ist aufgeklärt genug, um einen ungeschönten Wein zu schätzen, bei dem es z.B. zu einem leichten Depot auf der Seite der liegenden Flasche kommen könnte – ich weiß als Winzerin, wovon ich rede.

  4. Der Regen kann ja nicht ewig dauern und dann wär ich auf alle Fälle auch gerne ein paar Tage dort! Südtirol ist einfach wunderschön!

  5. @ Iris: Wenn man Brühe klärt, gibt man das Eiweiß in die heiße Flüssigkeit. Das es bei der Weinherstellung tatsächlich auch in kalter Flüssigkeit funktioniert ist interessant. Danke für die Aufklärung.

  6. @Iris: Danke, dass Du für mich kompetent Auskunft gegeben hast. Ich selber habe es auch lieber, wenn der Wein nur grob filtriert wird (ohne Filterhilfsmittel). Dann geht auch weniger Aromatik verloren. Aber exportorientierte Genossenschaftskellereien fürchten halt um die Klarheit ihrer Weine.

    @Heidi: dann können wir ja gleich ein Bloggertreffen im Südtirol abhalten 🙂

  7. Robert: was den Verlust an Aromatik angeht, heißt es nicht umsonst bei naturreinen Weinen: nicht geschönt oder Filtriert, denn gefiltert wird anschließend natürlich oft auch noch. Bei Weißweinen, die schnell auf den Markt kommen und aus unsauberem Lesegut gemacht wurden, verständlich, da da die Kunden wohl wirklich keine Trübung schätzen, bei Roten, die lange genug ausgebaut wurden und durch mehrere Abzüge von den Fässern natürlich geklärt sind (was natürlich zu Mengenverlusten führt, da das „Dicke“ ja immer unten im Fass zurückbleiben sollte…), kann man durchaus ohne diese Hilfsmittel arbeiten.

    Wenn den Verbrauchern einmal klar ist, dass ein sichtbares Depot eines Bioweins vermutlich weniger Schadstoffe enthält, als ein glasklar gefilterter Industriewein, dessen Pestizidrückstände aus dem Weinberg man nur einfach nicht sieht…

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