Weinrallye 18: Sekt zum Advent, Weihnachten und Silvester

Rieslingsekt Solter 2005
Rieslingsekt Solter 2005

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Heute ist Weinrallye, der Tag, an dem von an Wein interessierten Weblogs über ein zuvor bestimmtes Thema geschrieben wird. Heutiges Thema: Präsentiert eure Lieblings-Sekte zum Advent, Weihnachten und Silvester. Der event diesmal ausgerichtet durch Nikos Weinwelten

Mein Lieblingsschaumwein kommt aus der Schweiz. Damit wäre ich aber schon disqualifiziert. Deutscher Sekt soll es sein. In der Schweiz auf die Schnelle einen guten deutschen Sekt zu bekommen, ist nicht so einfach. Vier Läden habe ich in Basel abgeklappert. Exemplarisch dazu der Besuch in der Weinabteilung unseres Edelwarenhauses:

Deutscher Sekt ?
Haben wir doch, bitte hier: Bollinger, Klicko, Roederer.
Ich meine nicht Champagner, ich meine deutschen Sekt.
Mitleidiges Lächeln. Verweis auf die Bücketage.
Ich bücke mich, Bücken stärkt die Rückenmuskulatur des Kunden, sehe dort aber nur Prosecco und Cava.
Das ist aber kein deutscher Sekt.
Deutscher was? Haben wir nicht.
Beim Grossverteiler immerhin das Käppchen der Gebrüder Grimm und österreichischer Hochadel, den ich schon im Geschichtsbuch auf dem Wiener Kongress tanzen sah. Muss nicht sein. Gestern hatten wir Sauerkraut, da hätte ich Degustationsreste noch nutzbringend entsorgen können.
Kurz: Der Schweizer Markt ist im niederpreisigen Segment mit Prosecco und Cava gesättigt, nicht nur übersättigt, nein, überflutet. Kein Platz für deutschen Sekt.

Samstag Nachmittag. Letzter Versuch, im Weinladen der genossenschaftlichen Bezirkskellerei Markgräflerland im hintersten Kleinbasel am Bosporus doch noch fündig zu werden. Aus einer kleinen Auswahl greife ich mir den Solter Riesling brut 2005 aus dem Regal. Teilnahme gerettet. Im Fundes des Geschirrschrankes fanden sich für den Fototermin sogar noch Dessertkelche, damit die chose einen verruchten Anstrich erhält.

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Solter Brut Rheingau Riesling Sekt b.A. 2005 (sfr 20.30)

klares hellgelb, saubere Zitrusnoten in der Nase, im Gaumen herbe Agrumen, vor allem Grapefruit, feine Perlage, die sonst gerne dominierende Rieslingsäure zurückgebunden. Ein erfreulicher Zufallsfund. Meine Ansicht, dass sich aus einem ordentlichen Rieslinggrundwein ein Schaumwein gewinnen lässt, der vergleichbare Chardonnayqualitäten locker hinter sich lässt, fand ich wieder einmal bestätigt. Sollen die Franzosen die Anbauflächen der Champagne ruhig auf Maisäcker ausdehnen.

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13 Kommentare zu “Weinrallye 18: Sekt zum Advent, Weihnachten und Silvester”

  1. Ein bisschen „nosy“ möchte ich erwähnen, wir haben hierzulande sehr guten Sekt – der tanzt nicht am Wiener Kongress, sondern mit mir durch die Beletage!

    (Und weil du so böse über unsere Sektlandschaft herziehst, schnattere ich gleich ein wenig bissig: Das sind Martinikelche!)

  2. Ähnliches Problem für mich in Frankreich, wie für Dich in der Schweiz: Deutscher „Sekt“ – ich glaube, schon das Wort ist nicht bekannt (außer vielleicht in Paris, aber ich rede ja von Frankreich:-)…

    Immerhin bist Du fündig geworden – und die Photos sind mal wieder erste Sahne – auch und gerade wegen der zweckentfremdeten Gläser-)!

  3. Dann muß ich mich wohl auf die Suche nach dem Markgräfler Sekt machen (die Weine aus dieser Gegend fand ich persönlich gut; würde mich allerdings nicht als Weinkenner im Sinne des Wortes bezeichnen). Prosecco wird auch hier in Massen angeboten (jener aus Valdobbiadene trifft meinen Geschmack). Wie der Weinkenner urteilt, steht auf einem anderen Blatt -:).

  4. @entegut: der von mir erwähnte fürstliche Sekt stammt aus dem Rheingau, metternichten aus Österreich. Wenn Du Dich beeilst, kannst Du eine Freikarte zum fürstlichen Ball gewinnen. Wie kommen denn Martinikelche in unsern Haushalt, sowas trinken wir nie 🙂

    @Iris: noch schöner finde ich die Bezeichnung Wort „versektet durch..“ auf Etiketten. Die Gläser müsste man mit schwarzseidenen Handschuhen anfassen.

    @Charlotte: Neeein, das ist kein Markgräflersekt, der ist aus dem Rheingau. Markgräfler (von Brenneisen) habe ich zwar gleich miteingekauft, der ist aber noch verschlossen.

  5. „Kleinbasel am Bosporus“ … *kicher* Ich bin erstaunt, in was für verruchte Gegenden ihr euch traut!

    Am Kaiserstuhl gäbe es dann die Winzer mit gutem Winzersekt … mein Liebling: das Weingut Pix in Ihringen. Auch im Markgräfler Land (dem richtigen, nicht das der Zusammenschütter aus der Bezirksweinkellerei) findet sich sicher auch einiges. Auggen ist doch gleich hinterm Bosporus, oder? 😉

  6. @lamiacucina: lesen müßte man halt können oder nicht bei der Erwähnung des Markgräflerlandes in Erinnerungen schwelgen. Es steht ja klar und deutlich Rheingau bei der Bezeichnung. Danke für das Wachrütteln -:).

  7. @entegut: die Täterin ist überführt !

    @Martina: Auggen liegt am europäischen Ufer. Schon lange nicht mehr durchs Markgräflerland gefahren.

    @Charlotte: 12:56 wurde ja höchste Zeit 🙂

    @the rufus: den nehmen wir Dir nicht weg.

    @april:
    @lafida:
    @Swetlana:
    Weinflaschen sind geduldig und halten sich stille. Keine ruft „komm endlich essen“

    @Dieter: zwischendurch hätte ich aber gern ein Bier.

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