CH-3380 Wangen: klein und krumm

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Es gibt Ortschaften, durch die man, weil sie die Eigenschaft haben am Nachhauseweg zu liegen, immer wieder kommt. Nie sind sie Reiseziel, immer nur Durchgangsstation. Bestenfalls gut, um einen Kaffeehalt einzulegen. Wangen an der Aare ist ein solcher Ort. Nahe der Autobahn Bern-Zürich gelegen, hält hier keiner freiwillig an. Warum auch nicht ?

CH-3380 Wangen Unter dem einen Tor durch
Unter dem einen Tor durch
CH-3380 Wangen ist schon das andere in Sichtweite
ist schon das andere in Sichtweite

Das Städtchen ist so klein, dass man, kaum beim einen Tor herein, gleich zum andern wieder rausfällt. Deshalb vermutlich die leichte Krümmung, damit allfällige Feinde die Kleinheit des Widerstandes nicht einschätzen konnten.

CH-3380 Wangen Schlossteil und Aaretor
Schlossteil und Aaretor
CH-3380 Wangen Schloss, Aareseitig
Schloss, Aareseitig

Die grosse, Schlossanlage, die einen Teil der Stadtbegrenzung bildet, wurde um 1407 von den Kyburgern erbaut, später von den Bernern als Landvogteisitz genutzt. Noch heute sind im Gebäude Teile der regionalen Verwaltung einquartiert. Die Siedlung wurde an strategisch wichtiger Stelle an einem Aareübergang erbaut. Sie schützte diesen und war deshalb von militärischer Bedeutung, war Zoll- und Etappenort für die damalige Aareschifffahrt. Ausserdem, dass wir hier gelegentlich unsern Kaffee trinken, gibt es ein reiches Vereinsleben: unter vielen anderen sind mir der Kaninchenzüchterverein, der Kanu-Verein Aare-Indianer, das Wirtekonsortium Culinarium und eine Trachtengruppe aufgefallen.

Beeindruckend die gedeckte, einspurige Holzbrücke über die Aare aus dem frühen 15.Jahrhundert. Dieses Bild vom Februar, mit spiegelglatter Aare. Welche Betonbrücke würde so lange halten ?

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11 Kommentare zu „CH-3380 Wangen: klein und krumm“

  1. So schlimm ist doch das Städtchen nicht. Mit einem Ortskern, wenn auch klein. Besser als jedes „Straßendorf“, daß sich ein, zwei Kilometer hinzieht und in dem nicht mal der kleinste Spaziergang möglich ist.
    Gibts wenigstens guten Kaffee in Wangen? Das wäre ja auch schon was wert.

  2. Sieht doch gut aus, bei uns in Köln findet man so kleine andächtige Dörfchen in dem Zustand nicht mehr.

  3. Der alte Ortskern sieht sehr malerisch aus und scheint vollkommen intakt. Fragt sich, wie es drumherum aussieht, ob es Neubaugebiete gibt. Mir gefällt das Örtchen so wie du es gezeigt hast.

  4. Mir gefällt dieses kleine Städtchen sehr gut und vor allem die Brücke ist einzigartig.

    Das Foto ist dir wirklich super gut gelungen!

  5. Mir gefällt das kleine Dörfchen sehr gut. Und die Brücke ist herrlich. Die Fotos finde ich sehr schön.

  6. Wunderschön, dieses Flair ist wirklich was ganz Besonderes! Die Brücke einzigartig… Sehr schöne Impressionen – danke dafür! Es ist schon wieder vier Jahre her, dass ich in der Schweiz war, Luzern hat es mir angetan damals… mit Alpenglühen…

  7. @Nathalie: bisher haben wir noch keinen guten gefunden, aber der Ort liegt genau richtig für eine Kaffeepause.

    @gourmet: mir gefällt er, nicht umsonst fahren wir lieber hier durch, als auf der Autobahn.

    @april: wie überall, Industriezone, Einfamilienhauszone etc.

    @Rosa:
    @Johannes:
    @Eva:
    die Bohlen holpern, wenn man über die Brücke fährt.

    @Isi: Danke, willkommen hier.

    @Bolli: Du fährst zu viel Ski 🙂

    @the rufus: unter der Brücke, als alte chlochards.

    @Elisabeth: die Luzerner Holzbrücke ist noch schöner, und wenn dann noch die Alpen glühn 🙂

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