Salat aus dem Garten der Semiramis

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Ein Salat aus den hängenden Gärten der Semiramis, einem der sieben Weltwunder der Antike ?

Der Salat wurde von den Damen der Vorspeisengruppe des Kochkurses in der Berufsfachschule Basel angerichtet nach einem Rezept von Annegret Bohmert, 1001 Rezept, 2000, Lehrmittelverlag des Kantons Zürich. Interessant daran ist die Vinaigrette, die mit ihren Zutaten einen orientalischen Einschlag bringt. Wohl deshalb wurde der Salat im Lehrmittel als Salat nach Wüstenart benannt. Salat aus der Wüste ? Na ja, Filme wie Die Wüste lebt haben mich nie interessiert. Wenn ich beim Essen des Salates die Augen zusammenkneife, sehe ich hingegen Semiramis durch ihren Garten huschen. Deshalb heisst er bei mir nach ihr.

Zutaten
für 4 Personen

50 g Portulak
50 g Gartenkressse
150 g Schnittsalat
Radieschen, in Scheiben
frischer Estragon, Koriander, Minze geschnitten.
Schnittlauch war auch noch dabei.

für die Vinaigrette:
2 Elf. Obstessig
1/2 Tlf. Honig
Salz
2 Elf. Olivenöl extra
1 Tlf. (insgesamt) von Anis, Koriandersamen, Dillsamen, Kreuzkümmel
5 Datteln

Zubereitung
(1) Die Gewürzkörner in einer trockenen Bratpfanne anrösten, dann mörsern. Die Zutaten der Sauce mit dem Schwingbesen verrühren. Das Gewürzpulver untermischen.
(2) Salate waschen, gut abtropfen lassen. mit der Vinaigrette überträufeln und mit den fein geschnittenen Datteln garnieren. Auf meinen Teller hatte sich anstelle der Datteln eine Erdbeere verirrt.

und weils heute arg kurz war -ist ja Samstag, mein freier Tag-  hier noch ein Zückerchen, Cecilia Bartoli, als Semiramis. Genau, die ist vor meinen Augen durch den Salat bzw. Garten gehuscht.

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24 Kommentare zu „Salat aus dem Garten der Semiramis“

  1. Sehr gut – Rossini kocht 🙂 Da hat es dazu in Wien mal ein Theaterstück gegeben.
    Nach Wüste sieht der Salat nicht aus, du hast recht – obwohl, hängen tut da auch nix… 😉 Aber er sieht sehr, sehr erfrischend aus und ist ganz bestimmt WUNDER-voll! 🙂

  2. Sehr beeindruckend, der Salat und Frau Batroli; mich erstaunt immer wieder, welch breites Repertoire sie besitzt und vom 17.-19. Jahrundert singt.

  3. Zugegeben, erst habe ich gestutzt: Wüstensalat? Nicht, dass da etwas in der Vinaigrette knirscht 😉

  4. Und, wie sieht Semiramis in Deinem Kopfkino aus?
    Ich denke beim Lesen Deiner Beschreibung an lange schwarze Haare, mokkabraune Haut und fließende Gewänder.

  5. Oh, wie phantasievoll geht das heute denn hier zu? :-))) Ich nehme den Salat sehr gerne und denke mir gar nichts hinein…

  6. Was für eine Überraschung am sonst eher mauen Samstag mit diesen seltsamen Figuren 😉 und dazu noch einen, mit Musik untermalten, kleinen Ausschnitt aus Deinem Phantasieleben.

    Die Vinaigrette liest sich gut. Gestern Abend habe ich ein Zitronendressing mit Zitrone, Orange, verschiedenartigem Senf, Honig, Mayo, Rotweinessig, Estragon, Olivenöl ausprobiert – schmeckte grässlich! Da verlasse ich mich doch besser auf Deine Rezepte, lieber Robert! Einen angenehm, schönen freien Tag wünsche ich Euch!

  7. Wenn ich die Augen zusammen kneife, sehe ich meinen Mann mit einem Bier in der Hand auf dem Sofa sitzend Fussball sehen. Wenn ich die Augen aufmache, allerdings auch….

    (Gerade die Datteln in dem Salat fand ich spannend, die kannst Du doch nicht einfach weg lassen!)

    1. Datteln mit dieser Salatsauce schmecken wahrscheinlich himmlisch. Erdbeeren gehören doch in den Risotto.

  8. Ach so, jetzt ist mir auch klar, warum nur so wenig Grünzeug auf dem Teller ist – Semiramis hat beim Huschen durch den Salat die Hälfte zerstört 😉

  9. @Elisabeth: alles Illusionen, nur die Erdbeere war echt 😉 Rossini kochte übrigens ausgezeichnet. Nicht nur seine Tournedos.

    @duni: wer gut ausgebildet ist, kann alles singen.

    @Alex: ein Rezept mit eigenartigen Zutaten. Ich kann leider nicht mehr sagen, woher die Kochschule den Dillsamen bezogen hat, aus einer Samentüte ?

    @bee: oh doch, der gemörserte Koriander knirscht wie Wüstensand !

    @Evi: hm, bin ja auch kein Salatesser.

    @sammelhamster: wenns heiss ist und man seine Augen lange auf die rote Beere fokussiert, kann das schon mal vorkommen.

    @Hesting: welche Frage, wie Cecilia Bartoli !!!!!

    @Eva: das muss das kühle, norddeutsche Klima sein, das die Menschen nicht an Wüstenlandschaften denken lässt.

    @nina: also ich esse den auch schwebend, wenn er mir von Cecilia B. gereicht wird.

    @Rosa: ehrlich, an Gesundheit habe ich dabei zuletzt gedacht.

    @Christine: grässlich, aus lauter guten Zutaten ? Vielleicht sind es etwas zuviele aufs mal gewesen.

    @Susa: ich habe den Salat ja nicht selbst angerichtet, wunderte mich erst beim zusammenschreiben über die fehlenden Datteln. Ein Küchentuch ums Haupt gebunden, ein Glas Pfefferminztee in die Hand gedrückt, dann sieht auch dein Mann aus wie Lawrence von Arabien.

    @Sophie: wenn Cecilia über den Teller rennt, ist das Gras niedergetrampelt. Damit muss man rechnen.

  10. Die Erdbeere macht es -zumindest optisch- für mich zum achten Weltwunder 😉

    Das Dressing klingt sehr anregend.

  11. @tobias kocht!: man muss sich einfach das rote braun denken.

    @Arthurs Tochter: Keramikkügelchen ?

    @Nathalie: die ist schon bei mir 😉

    @Suse: und im Gegensatz zu den Weltwundern der alten Welt fotografisch dokumentiert !

  12. Ich hatte denselben Gedankengang, Robert: wegen der vielen Zutaten wollte ich die Vinaigrette probieren und genau die waren deren Tod. (Aber: die Geschmäcke sind verschieden.)

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