CH-4052 Meriangärten

CH-4052 Basel: Meriangärten

CH-4052 Meriangärten 2016 11 23_0537

Seit Wochen ist das Wetter von Hochnebel bestimmt. Und wenn mal die Sonne scheint, kann ich nicht raus oder muss Verpflichtungen nachrennen. An Ausreisen ist nicht zu denken, an Alleinwandern schon gar nicht. Dabei ist heute ein Reisebericht fällig. Ich könnte stattdessen auf die rechte Seitenleiste unter den Stichworten hinweisen, allwo ich meine -derzeit täglich- geposteten Instagram-Bilder veröffentliche. Unter dem account ohlamiacucina. Dabei hat es ab und zu auch mal Gekochtes. Ich könnte auch darauf hinweisen, dass sich meine Blogadresse geändert hat: neu bin ich -kürzer als bisher- unter lamiacucina.blog zu finden.  Wordpress sei Dank. Aber das wird die Reiseinteressierten kaum zufriedenstellen. Was tun? Trotz Nebelmief bin ich mit der Tram in die Grün 80 gefahren. Da war ich seit 36 Jahren nicht mehr, seit der Gartenbauausstellung im Jahre 1980. Bitte, aber mit Nebel:

CH-4052 Meriangärten 2016 11 23_0544
Die Orangerie von Melchior Berri aus dem 19. Jahrhundert

Die Merian Gärten liegen in der Flusslandschaft der früher in der Brüglinger-Ebene mäandrierenden Birs. Die Flussterrassen gliedern die Merian Gärten topographisch.
Christoph Merian-Burckhardt (1800-1858) stammte aus einer der vornehmsten Familien Basels. Sein Vater war Grosskaufmann im Rohbaumwolle-Handel, in Speditions-, Bank- und Spekulations-Geschäften und galt seiner Zeit als reichster Schweizer. Sein Sohn bildete sich zum Kaufmann aus, war aber mehr an Landwirtschaft interessiert und liess sich 1818–1821 im Landwirtschaftlichen Institut in Hofwil bei Münchenbuchsee sowie in der Landwirtschaftlichen Akademie von Hohenheim bei Stuttgart zum Agronomen ausbilden.
1824 kam Christoph Merian –frisch vermählt- als junger Agronom nach Brüglingen. Er hatte den Brüglingerhof samt 56 Hektar Land als Hochzeitsgeschenk erhalten und baute hier einen landwirtschaftlichen Grossbetrieb auf. Seine Frau Margarethe überlebte ihn um beinahe 30 Jahre. 1886, nach deren Tod, ging das Land in das Vermögen der gemeinnützigen Christoph Merian Stiftung über. Ein Teil davon, der Brüglingerhof, blieb noch bis 2012 ein eigenständiger landwirtschaftlicher Betrieb. Heute ist er in die Merian Gärten integriert.

CH-4052 Meriangärten 2016 11 23_0546
Rechts die Mühle. Oben die Villa Merian.

Die Mühle aus dem 16. Jahrhundert ist eines der ältesten Gebäude in den Merian Gärten. Seit 1980 wird hier kein Getreide mehr gemahlen, trotzdem darf das wasserbetriebene Mühlerad im inzwischen als Museum eingerichteten Bau sporadisch zu festgelegten Zeiten noch laufen.

CH-4052 Meriangärten 2016 11 23_0549

Die 1711 erbaute und von Christoph Merian als Sommerresidenz genutzte Villa (siehe auch headerbild) wird heute für kleinere Tagungen und Kurse vermietet. Im Erdgeschoss befindet sich das Café Merian. Novemberangebot: klassischer Afternoon Tea mit Champagner, Scones, clotted cream und Erdbeerkonfitüre, eine gefüllte Etagere mit frischem Gebäck und Tee à discretion.

CH-4052 Meriangärten 2016 11 23_0553
Vorder-Brüglingen

Zwischen Villa Merian und Vorder-Brüglingen ruhen im Boden die Zwiebeln von rund 2000 Sorten Iris, die bedeutendste Sammlung der Gärten. Helene von Stein-Zeppelin hatte sie in den 1920er Jahren zusammengetragen und über den  2. Weltkrieg gerettet. 1969 verschenkte die Gräfin ihre Iris nach Brüglingen, wo sie im Mai und Juni blühen.

CH-4052 Meriangärten 2016 11 23_0552
Ökonomiegebäude (ehemals Kutschenmuseum) mit hängenden Topfpflanzen

Schade, dass das Wetter so trostlos-trübe war. Gute Fotografen werden auch mit Nebel fertig. Ich nicht, ich brauche Sonnenlicht. Aber ich kann ja nächsten Sommer nochmals dahin. Dafür hab ich im kleinen Italienerlädeli am Dreispitzareal farina doppio zero gefunden. Hat sich die Tramfahrt doch gelohnt.

Quellen:
Merian-Gärten siehe auch den Plan der Anlage
wiki: Christoph Merian

20 Kommentare zu “CH-4052 Basel: Meriangärten”

  1. Danke für die Anregung, kommt auf meine Liste für einen Basel-Besuch! Sehr schöne Fotos und stimmiger Text, Dankeschön! Sonnigen Gruß aus Wien!

  2. Was hast du denn? Ich finde die Bilder sehr schön – mit geschultem Auge aufgenommen, gestochen scharf und farblich passend zur Jahreszeit.
    Danke fürs extra hinfahren und uns so – virtuell – mitnehmen! 🙂

    Habt einen schönen Restsonntag, liebe Grüße Eva

  3. Den Hochnebel haben wir doch alle derzeit. Da freue ich mich doch gerade besonders über so schöne noble Nebelbilder aus den Meriangärten. Ein guter Tipp für den nächsten Basel-Besuch.
    Einen schönen 1. Advent wünsche ich euch.

  4. Ich bin ja (fast) ein Allesfresser, daher nicht immer auf Gekochtes und Reisen angewiesen. Was mich schon interessiert: wie bist Du zu der .blog Domain gekommen? Ist das ein „ganz normales“ kostenpflichtiges Upgrade oder habe ich in letzter Zeit bei WP etwas versäumt?

    1. Ich hab den wordpress blog abonniert. Da wurde Mitte Jahr berichtet, dass wordpress für ein paar Millionen die Rechte an der gesamten .blog Domain (heisst das so?) gekauft hat. Kürzlich konnte man sein Interesse auf die domain anmelden und ich hab sie (unvermutet) gratis gekriegt. Die interessanteren domainnamen werden versteigert. Aber an lamiacucina war niemand interessiert. 🙂 Probiers doch mal.

      https://en.blog.wordpress.com/2016/11/21/blog-domains-are-now-available-to-everyone/

        1. Ich hab den Tarif „persönlich“. Da ist die domain inbegriffen. Lass dich nicht täuschen durch die Anzeige, dass es koste. Am Schluss wurde 0.00 $ belastet.

          1. Ich hatte auch gesehen, dass es fuer mich kostet, und es kostet wirklich, denn mein Account ist ohne Plan, gratis. Fuer 36 $/Jahr ist man bei den besser gestellten Members. Mit kleinem Toechterchen und junger Frau muss man an die Zukunft denken 🙂

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.