CH-2882 St. Ursanne

St. Ursanne Brücke
Der Besuch liegt zwar schon gut 4 Wochen zurück, wir wollten hier nur zum Mittagessen einkehren, doch alle halbwegs akzeptablen Gasthäuser waren gleichzeitig geschlossen. Die einzige offene, verrauchte Bierkneipe haben wir auf dem Absatz drehend gleich wieder verlassen. Gelegenheit, sich das Besucher- und Gastronomieentleerte Städtchen wieder einmal in aller Ruhe näher anzusehen, wenn auch mit knurrendem Magen. Wir haben uns am Abend zuhause an einem Käsefondue schadlos gehalten. Rauchfrei.

St. Nepomucène Portal eines noblen Hauses
St. Nepomuk Eingangsportal eines Hauses

Saint-Ursanne liegt an einer Schlaufe des Doubs an einem Ort, an dem 612 der Eremit Ursicinus, ein Schüler des Heiligen Columban, seine Klause aufgeschlagen hatte. Später gründeten andere Mönche über dessen Grab ein Kloster, das gegen 850 erstmals in einer Urkunde eindeutig erwähnt ist und zur Diözese Besançon gehörte. Im 11. Jahrhundert wurde eine neue Abtei errichtet, während die alte Klosterkirche zur Pfarrkirche umgewandelt wurde. 1139 wird der Ort als Sancti Ursicini erwähnt. Im 12. Jahrhundert erfolgte die Umwandlung der Abtei in ein Chorherrenstift, das ab 1210 dem Fürstbistum Basel unterstand und das gesamte Gebiet des Clos du Doubs umfasste. Das um das Kloster entstandene mittelalterliche Städtchen erhielt 1338 Marktrechte.

Die romanische Stiftskirche Krypta
Die romanische Stiftskirche Krypta
Von 1793 bis 1815 gehörte Saint-Ursanne zu Frankreich und war anfangs Teil des Département du Mont Terrible, ab 1800 mit dem Département Haut-Rhin verbunden. Das Kloster wurde 1803 säkularisiert und die ehemalige Klosterkirche ist seither Pfarrkirche. Durch den Entscheid des Wiener Kongresses kam das Städtchen 1815 an den Kanton Bern. Mit der Eröffnung der Bahnlinie Glovelier – Porrentruy (1877) trat Saint-Ursanne erstmals aus seiner Isolation, die Industrialisierung begann und neue Häuser wurden ausserhalb der Stadtmauern errichtet.Saint-Ursanne, neben Delémont und Porrentruy die dritte historische Stadt im Kanton Jura, besticht durch sein malerisches mittelalterliches Stadtbild. Die Stiftskirche, eine romanische Pfeilerbasilika mit einer Krypta unter dem Chor, stammt aus dem 12. bis 14. Jahrhundert. Von der Abtei des 11. Jahrhunderts wurden Kapitelle und Teile des Nordportals in den Bau einbezogen. Das Südportal (um 1200) im Stil der burgundischen Romanik gehört zu den bedeutendsten Portalen dieser Stilrichtung in der Schweiz. Das etwas später entstandene Kirchenschiff zeigt bereits Merkmale der Gotik, und die Innenausstattung stammt im wesentlichen aus dem 18. Jahrhundert. Der heutige Frontturm wurde 1442 neuerbaut. Bergseitig schliesst an die Kirche der frühgotische Kreuzgang an, der im 14. Jahrhundert erbaut wurde.

Der Kreuzgang Das Leben hat uns wieder
Der Kreuzgang Das Leben hat uns wieder

Historische und kulturelle Textauszüge aus: Artikel Saint-Ursanne. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 22. März 2008, 04:28 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Saint-Ursanne&oldid=43995936 (Abgerufen: 11. April 2008, 13:23 UTC)

4 Kommentare zu „CH-2882 St. Ursanne“

  1. Danke für einen wieder wunderschön zu lesenden Reisebericht. Ich finde Deine Kategorie „Besuch in…“ immer wunderschön. 🙂

    Auch hier wieder, toller Text mit interessanten Informationen, wunderschöne Fotos. Glück mit dem Wetter hattet Ihr – naja, das Käsefondue zuhause war bestimmt auch lecker…

    Seit Anfang des Jahres ist bei uns rauchfrei, so dass man auch den Geruch des Essens oder des Tischnachbarn wahrnehmen kann. Auch in Stockholm und Paris habe ich mich darüber gefreut, vor einer Woche in Wien gewundert – dort darf man noch rauchen. Die EU ist sich also auch noch nicht ganz einig.

  2. Genau, darf man bei Euch in der CH hemmungslos weiterrauchen?
    Wie Barbara schon sagt, hier ist es seit 1.1. verboten und es ist echt sehr angenehm, wenn Dir in den eh schon engen Bistros wo man dem Nachbarn auf dem Schoss sitzt, nicht auch noch der Rauch um die Nase zieht……

  3. Rauchfrei ist schön – bei uns wird’s da wohl noch lange nichts ansprechendes geben …

    Schöner Bericht, tolle Fotos – danke.

  4. Das war aber ein netter Spaziergang.
    Danke, dass du uns diese Ecke der SChweiz auch gezeigt hast.
    (Und die Quelleninformation ist ausgesprochen akkurat erfasst, da staun ich nur.)

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