I-39100 Bozen/ Bolzano

Bozner Lauben
Bozner Lauben

Ferien im Engadin = Ausflug nach Bozen. Nach Bozen führen viele Wege, der unsere, wie jedes Jahr, bei einem foodblogger ja auch verständlich, über eine Gaststätte: der Rose in San Michele/Eppan. Gleich neben der Rose hat ein anderer Besucher schon nach einem einzigen Besuch eine Gedenktafel an die Wand gemörtelt bekommen, mir hat es dazu nach mehr als zehn Besuchen mangels Profil noch nicht gereicht.

zur Rose San Michele/Eppan
zur Rose San Michele/Eppan
auch ER war da
auch ER war da

In der Rose gefällt uns jedes Jahr die grosse Auswahl an kalten, lauwarmen und warmen Vorspeisen, aus denen allein man sich schon ein umfangreiches Menu zusammenstellen kann. Gegessen haben wir: Artischockensuppe mit Zwiebelravioli, Variation vom Kalbskopf mit Senfeis, Kloaznravioli mit Graukäse, als secondo Millefeuille vom Kalbsrücken mit grünen Bohnen und Perzwiebeln, hier nur drei Bilder, der Rest war verwackelt.

Kloatzenravioli mit Graukäse und Butter
Kloatzenravioli mit Graukäse und Butter
Artischockensuppe mit Zwiebelravioli
Artischockensuppe mit Zwiebelravioli
Kalbskopfvariationen
Kalbskopfvariationen

Über Girlan danach in die Kellereigenossenschaft Schreckbichel, mein Weinkeller weist grosse Lücken auf, anschliessend an der Burg Sigmundskron des selbsternannten Ritters vom Goldenen Dach, Reinhold Messner, vorbei, direkt nach Bozen.

Im Herzen der Stadt ins Waltherparking, die Eingangspforte für einkaufsgeübte Bozenbesucher. Zwei Treppen hoch und man steht im Angesicht der Statue von Walther von der Vogelweide. Aber den kennt wohl kaum einer noch. Minnegesang ist seit Elvis Presley ausser Mode. Im Altstadtviertel in und um die Bozner Lauben findet man eine Fülle prächtiger, von Wohlstand zeugender Bürgerhäuser. Das Ganze ein Einkaufsparadies mit vielen guten Einzelhandelsgeschäften die sich immer noch wacker gegen die weltweit agierenden Lumpenwarenketten behaupten können.

Waltherplatz
Waltherplatz
Silbergasse
Silbergasse

Während ich mich in Seibstocks Delikatessengschäft bescheiden mit ein paar Kilo von Bollis und Nathalies Lieblingsspaghetti eindecke, macht Frau L. die für mich (und wohl auch für sie) unerwartete Entdeckung, dass sie nichts mehr anzuziehen habe. So kann man eine Frau nicht herumlaufen lassen, also rein in den Laden und gleichzeitig links beladen wie rechts hinten erleichtert wieder raus. Schlau die Frau, hat mich in der Schreckbichlkellerei einfach widerspruchslos einkaufen lassen.

Seibstock
Seibstock
Marina wie heisst sie schon
Marina wie heisst sie schon

Dann noch die obligate Runde um den Markt, beim Anblick der Früchte kann man nicht anders als zuschlagen:

Obstmarkt Bozen
Obstmarkt Bozen
Bitte !
Bitte !

Die auf die bevorstehende Obsternte hochhaushoch wartenden riesigen Transportbehälter weisen den Weg wieder durchs abendliche Vinschgau ins Engadin.

Apfelcontainerhochhaus
Apfelcontainerhochhaus

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27 Kommentare zu „I-39100 Bozen/ Bolzano“

  1. Danke! – Welch schöne Überraschung am (sonnigen) frühen Sonntagmorgen – damit hast du mir die Erinnerung an einen wunderbaren Urlaub in Südtirol letztes Jahr Anfang Oktober aufleben lassen; geparkt – wie von dir beschrieben – im Waltherparking, die Treppen hoch und – anders als bei dir – standen wir inmitten des Bauernmarktes/Erntedankfest rund um den Waltherplatz (so viel wunderbare Kunstwerke aus Kürbissen aller Art und Herbstblumen haben wir noch nie vorher gesehen), vom Markt waren wir mehr als beeindruckt und sind dort mehr als einmal auf und abgeschlendert und haben eingekauft (zuviel – wie immer bei solchen Gelegenheiten), auch durch die Bozner Lauben sind wir gegangen und konnten auch da nicht widerstehen (aber da habe ich mein Brotgewürz für die Vinschgerlen nach R. Ploner gefunden :-))…nur so lecker essen wie ihr waren wir leider nicht, weil wir dummerweise Halbpension gebucht hatten und daher auch wieder ‚pünktlich‘ zurück sein mussten (das machen wir nie wieder!) – hab Dank für die schönen Bilder und die Erinnerung!

  2. Da steuern wir ja die gleichen Lokalitäten an. Vielleicht sehen wir uns ja mal? Schwierig, wenn man sich nicht kennt! ;-))

    Die Rose haben wir noch in Studententagen entdeckt, Mitte der 90’er – da hatten sie – glaube ich – gerade den Stern bekommen.
    Mein zweites „Stammlokal“ bei Bozen habe ich Dir ja schon erzählt. Und auch immer wieder fein, wenn man direkt in Bozen essen will: Die Kaiserkron.

    Schön ist es auf jeden Fall in Bozen, und gut, daß es von uns nicht so weit ist.

  3. herbert hintner steht schon lange auf meiner dort-will-ich-unbedingt-essen-liste. so wie es sich bei dir liest, sollte ich nicht mehr länger zuwarten. und so wie sich die speisekarte in der rose liest, am besten noch heute fahren. sind die kloaznravioli aus buchweizen?

  4. @Eva: wenn mans gut trifft, isst man im Südtirol auch in Halbpension gut. Gute Lokale besuchen wir dann meist mittags, da braucht man nicht zu reservieren.

    @Nathalie: wir sind immer an Tisch 1 bei der Bar. Das nächstemal im September 2009.

    @katha: wirklich empfehlenswert. Frau L. isst immer nur Vorspeisen. Der Teig der Kloaznravioli ist mit Mehl aus gedörrten Birnen -und normalem Mehl- gemacht. Ich werd mich mal daran versuchen in nächster Zeit.

    @Rosa: there are so many nice places in Europe and our life is so short.

    @the rufus: das muss vor Elvis Presley gewesen sein 🙂

  5. Vielen Dank für die Stippvisite in Bolzano! Ist bei mir lange her. Das waren Zeiten, in denen ich mit zwei Kugeln Eis in der Tüte mehr als zufrieden war 😉 Heute würde ich das Vorspeisen-Menü in der Rose sicher nicht schmähen …

  6. Allein wegen des Kalbskopfs werde ich wohl übernächste Woche in der Rose essen, kriegt man ja nirgends mehr, zumindest nicht, wo ich einkehre. Vor langer, langer Zeit, als ich noch beim Dr. Blocher arbeitete, war Kalbskopf ein Grund, öfter mal zum Kornplatz in Chur zu gehen.

  7. Klar kennt ich den Walther noch – ist er doch im Lusamgärtlein zu Würzburg begraben – ein wirklich lauschiger Ort, den ich gerne Besuchern zeige.
    Schöner Bericht. Danke und einen schönen Sonntag noch!

  8. Bozen – schön! 🙂

    Klar kenne auch ich den Walther noch, ich glaube, „unter den linden“ wird Schülern auch heute noch reingeprügelt.

  9. Seitdem ich das Meuth Buch über Südtirol habe, reizt mich diese Gegend ungemein, auch wegen der Rose……Du hast die richtige Zeit gewählt, im August kann man ja fast nirgendwo hinfahren…..

    Steht also auf der to do Liste!
    Sagt L. nichts, wenn Du das Essen in den restaurants photographiert? JN hat mir gesagt, wenn ich das einmal machen würde, würde er meinen Photoapparat im Weinkühler versenken….

  10. @Claudia: 2 Kugeln Eis in der Tüte stellen uns zuweilen auch heute noch zufrieden 🙂

    @Houdini: Der Kalbskopf war einmal paniert und gebacken, einmal mit Tomatenvinaigrette, einmal in einem Kartoffelcarpaccio, dazu Senfeis. freu Dich.

    @Petra: ich seh grade bei wiki, dass da noch jemand Blumen ans Grab legt. Warst Du das ?

    @Barbara: er war ja ein Allemanne 🙂

    @Bolli: L. murrt schon hie und da über die Fotografiererei, aber mehr zu Hause als auswärts. Geh nur nicht im Herbst, zur Traubenernte ist Südtirol überlaufen.

  11. „Artischockensuppe mit Zwiebelravioli“ – mmmjamm … zwei meiner Lieblings-Ingredienzen 🙂 Das macht mich neugierig 😀 Kann mir aber irgendwie gar nicht vorstellen, in welche Richtung das schmeckt? Eher sanft? Oder herzhaft? All das führt zu einer Bitte um ein paar mehr Infos, damit ich nicht tage- und nächtelang darüber grüble — Herzlich Danke 🙂

  12. @limette: sanft, Artischockenspalten mit Kartoffelwürfeln und Perlzwiebeln in Olivenöl angedünstet und mit Gemüsefonds aufgegossen und 12-15 Minuten kochen. Mit Knoblauchöl, Kräutern abschmecken. Dazu kleine Ravioli mit karamellisierten Zwiebeln gefüllt.

    @kulinaria: Kistchen ? die sind 1 Meter hoch jede. Das Vinschgau ist der Apfellieferant Europas.

  13. Ich hoffe, du hast zu diesem frugalen Mahl einen Lagrein getrunken. Das ist mein Favorit aus der Gegend.
    Die Kloatzenravioli sehen ein bisschen aus, als hätte man Ötzi ein Eck abgebrochen. Sind Kloatzen, die mir bekannten Kletzen (getrocknete Birnen)?

  14. Dankesehr 🙂
    Muss ich bei Gelegenheit unbedingt mal ausprobieren. Bozen ist leider zu weit, dafür aber die Küche nahe 🙂

  15. Du bist nicht nur ein gesegneter Koch, sondern zeigst immer wieder deine Foto-Künste, abgesehen von den sehr interessanten und kurzweiligen Berichten, kann Frau nicht anders sagen ! 8)

    In der Pfalz, aus der ich ursprünglich stamme, sagt man in solch einem Fall:

    “ Du kommst in die Supp‘ „

  16. @entegut: ausnahmsweise einen andern, den ich am 15. September im Weinrallye vorstellen werde.

    @limette: umgekehrt wäre schlecht.

    @ultraistgut: zum Pfälzer Saumagen ? 🙂

  17. Das Senfeis hätte mich interessiert….
    Lohnt sich das Nachmachen? Ich habe zwar nicht das Buch von Hintner aber in der Leseprobe war das Rezept für Senfeis enthalten.
    Panierten Kalbskopf kann ich natürlich nicht herstellen, aber panierte Kalbsschnitzel, die unsere Tochter liebt..

  18. @Ursula: das Senfeis ist wirklich gut, würde ich auch zu panierten Kalbsschnitzeln essen, eher aber noch zu etwas fetterem, derberem Fleisch wie dünn geschnittenes Schinkli oder Schweinsfuss.

    @ultraistgut: nein, nur über Altkanzler Kohl. Die Supp kostet nichts, hat dennoch gute Sachen drin ?

    @limette: dannn ist ja alles gut.

  19. Südtirol Besuch 24-26.4.09
    -zur Rose in Eppan
    -Girlan Weingut Schreckbichl und J.Niedermayr,
    -Sigmundskron Messner Museum!!
    Ohne das hier vorher gelesen zu haben, aber heute!

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