CH-4242 Laufen: Stedtli

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Obertor mit astronomischer Uhr (Zytturm)

Laufen, ein kleines Städtchen (5200 EW)  im Birstal, an der kurvigen Linie Basel-Delémont gelegen. Hier fahren wir meist durch, wenn wir in den Jura wollen. Ohne anzuhalten. Damit tun wir dem Städtchen Unrecht. Es gibt überall etwas zu sehen, wenn man will.

Die Talschaft gehörte 853 bis 1033 zum Königreich Burgund. 999 gelangten grosse Teile durch Schenkung in den Besitz der Basler Fürstbischöfe, die sich an den Steuereinnahmen bis zur französischen Revolution erfreuen durften. Mit der Verleihung des Stadtrechtes im Jahre 1295 durch den Fürstbischof von Basel, Peter Reich von Reichenstein, wurde der Stadt Laufen auch das Marktrecht zugesprochen. Damit waren u.a. auch bauliche Massnahmen zur Befestigung des Städtchens verbunden. Die Ringmauer mit drei Stadttoren wurde errichtet. Das Untertor im Norden, das Obertor im Süden, sowie der Wasserturm im Osten prägen bis heute das Stadtbild.

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1793 bis 1813 wurde das Laufental durch Frankreich einverleibt und durfte im Département Mont Terrible sogar die Kantonshauptstadt stellen.
1815 wurde am Wiener Kongress Laufen und der Rest des ehemaligen Fürstbistums der Schweizerischen Eidgenossenschaft (genauer dem Kanton Bern, als Ersatz für die verlorene Waadt) zugesprochen. Daher die vielen Bären im Stadbild. Inzwischen wechselte das Laufental nach einer Volksabstimmung die Kantonszugehörigkeit und ist heute ein Bezirk des Kantons Basellandschaft.

Soviel zur Geschichte. An der Hauptstrasse, die vom Untertor zum Obertor führt, entdeckt man im Schaufenster einer Beiz einen der etwas verschlafenen Stadtbürger.

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verschlafenes Städtchen
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Amtsgebäude an der Hinteren Gasse
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Hotel du soleil, ehemaliger Etappenort
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Stadthaus

Die Altstadt ist klein, vom einen Tor sieht man gleich wieder zum andern Tor hinaus. An jedem ersten Dienstag im Monat treffen sich seit Menschengedenken jung und alt aus der Region beim bunten Markttreiben im Stedtli.

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Untertor (Basler Tor)

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11 Kommentare zu „CH-4242 Laufen: Stedtli“

  1. Das Laufen hat mich beim ersten Lesen ein wenig erschreckt, das kann doch nicht sein, dachte ich, aber ………………

    Ach ja, die schöne Schweiz mit ihren kleinen, versteckten Örtchen, wieder so gut präsentiert wie ein leckeres Mahl !

    Und Sonne gibt es bei Euch auch ! 8)

    Von Sonne zu Sonne
    von Nord nach Süd
    ciaooooooooo

  2. Sicherlich hat sich der Herr im Pelz seinen Schlummer redlich verdient, er wird den ganzen Vormittag die Lachse den Wasserfall hinaufgejagt haben 😉

  3. Einmal im Jahr – ziemlich genau zu Ostern, fahren wir mit der ganzen Familie vom flachen Münsterland runter zum Bodensee zu unserem Onkel. Einen „Abstecher“ in die Schweiz machen wir jedesmal. Jedes Städtchen, jedes Dörfchen welchen wir aufsuchen versetzt einen in eine Zeit zurück, in der noch alles in Ordnung war; Es ist reich besucht, aber ruhig, entspannt und vor allem sehenswert! Das liebe ich so an der Schweiz.

  4. nun, abknallen müssen sie den Bär nicht, der sieht nicht so aus als wenn er irgendwann Probleme machen würde ….!

    Interessant fand ich (was mir nicht bewußt war): das Einhergehen von Markt- und Stadtrecht, da habe ich direkt nochmals gegoogelt und festgestellt, dass…
    dass die Verleihung zu anfangs allein dem König oblag – etc.:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Marktrecht

  5. @Freundin des guten Geschmacks: wie fast jeden Sonntag 😉

    @ultraistgut: Laufen hat Dich erschreckt ? Mich nicht, ich fahre hier ja durch 😉 schön, wenn die Sonne für Alle scheint.

    @bee: ist lange her, seit hier Lachse den Rhein hoch gelangten.

    @Rosa: ziemlich quaint.

    @thally: Die Zeiten waren früher nicht so friedlich hier. Nichts als Krieg und Streitigkeiten über Jahrhunderte.

    @Christine: bestimmt kein Problembär ! Das Leben im Mittelalter war nicht einfacher als das Heutige.

  6. Habt Ihr nur so bezaubernde Ortschaften – bei uns tauchen dann meist hässliche Glastürme auf … oder bist Du so geschickt bei der Auswahl der Motive ? 😉

  7. @Christine: zu moderner Architektur habe ich ein gespaltenes Verhältnis, wenig, was von bleibenden Wert ist.

    @the rufus: der Vorteil hässlicher Glastürme, sie sind durchsichtig 😉
    Architektonische Hässlichkeiten gibt es auch hier zuhauf. Ich versuche daran vorbeizusehen, in der Hoffnung, dass der Ramsch über kurz oder lang wieder Neuem weichen wird. Vielleicht werde ich mal ein paar Bilder bringen.

  8. Ein schmuckes Städtchen (andere gibt es in der Schweiz sowieso nicht, glaub‘ ich).

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