
Wozu für Weltwunder die Welt bereisen ? Alles haben wir im Kleinformat in der Schweiz auch zu bieten. Manchmal etwas weniger pittoresk, etwas weniger alt, etwas weniger gross, etwas bieder, manchmal verschweizert, dafür solide .
Heute über das Basler Pantheon:

Der 27 Meter hohe Kuppelbau mit seinen 60 Metern Durchmesser gehörte bei der Eröffnung im Jahr 1929 zu den drei grössten Massivkuppeln weltweit. Das Pantheon in Rom misst zum Vergleich mickrige 43.3 m im Durchmesser. Der Bau wurde als Grossmarkthalle in Stahlbeton (Schalendicke 8 cm) errichtet und bis ins Jahr 2004 genutzt.

Ein paar Jahre stand die Halle leer, bis sie von einer Immobilienunternehmung umgebaut und mit dem üblichen, austauschbaren Standardangebot: Mode, Gastronomie und Elektronik bestückt wurde. Trotz (oder wegen) des Werbe-Engagements strammer, abgehalfterter Damen und weichgespülter Herren wie Dolly Buster, Pamela Anderson und Harald Glööckler, blieb die Halle leer. Nach einem Jahr gaben praktisch alle Erstmieter auf. Die periphere Lage nördlich des Bahnhofs der SBB mag am Ausbleiben der Laufkundschaft mit schuld sein.
Künftig sollen Essen, Trinken und Geniessen im Mittelpunkt stehen. Aus der Markthalle soll eine Fresshalle werden. Auf dem Weg zum Samstags-Markt in Luzern hab ich rasch hinein geschaut. Gähnende Leere. Das grosse Sitzplatzangebot weist auf bessere Auslastung an Wochentagen hin. Das Fressangebot am Samstag, 3-4 Marktstände, ist sehr bescheiden. Eine Trouvaille ist hingegen der Gemüsestand von Peter Berg.

Peter Berg, bekannt vom SWR-Fernsehen, u.a. der Gemüsegartensprechstunde, ist über den Winter mit seinem Demeter-Sortiment in die Markthalle eingezogen und mit ihm seine Stammkunden. Allein kann aber auch er keine volle Markthalle generieren.

Hoffen wir, dass dieser wunderbare Raum von den Einheimischen mit der Zeit besser angenommen wird.
I seh das genau wie du. Obwohl s‘ Ganze e erhaltenswärte Bau darstellt isch är sit dr Restaurierig absolut fähl gnutzt !
Mi Gedangge: Statt ä Frässhalle an däm Standort hätte si lieber e “ Happy Night II “ drus gmacht. Das wär au (ohni dr legendäri Gerd) bestimmt gloffe und hät dèèrt erscht no niemerts deerangschiert.
Hab zwar nur verschwommene Vorstellungen, um was es sich bei Happy Night I handelt (nachts schlafe ich) aber wenn es mit Disco-Gewummer zu tun hat, geb ich Dir Recht.
Genau, das isch es gsi. Zwyscheduure sogar mit Live-Uftritt. Das isch in unserer Jugend DÄ aagsaiti Schwoof-Tämpel gsi. Hyt stoht d‘ U.B.S dèèrt.
ich kann nur eines tun.
auch mal rein gehen!
mit mir wären dann schon 2 Besucher drin gewesen 😉
Da kann man nur hoffen, dass sich die Halle füllt mit einem vielfältigen Angebot an Händlern. Etwas Gastronomie täte dem Projekt sicherlich auch gut. Da ist für mich die Stuttgarter Markthalle Vorbild mit gleich zwei Restaurants, dem traditionellen Marktstüble und dem italienischen Empore. Ein Publikums- bzw. Kunden-Magnet.
Die Hallen, die ich aus Deutschland kenne, sind an Samstagen immer proppenvoll. Bin skeptisch, ob das hier läuft. Entweder ist ein vielfältiges und gutes Angebot da, dann läuft es von alleine, sonst helfen auch Flohmärkte, wie jetzt an Sonntagen geplant, nicht.
Ja, warum nicht einfach ein Frischmarkt, er muss ja nicht gerade von der Klasse des Mercat de la Boqueria sein.
Gutes Foto, die Fassadespiegelung, erinnert an das Museo Guggenheim in Bilbao.
Schön wärs, ein Gourmetmarkt hat hier jedoch keine Chance. Der Basler ist zufrieden mit Tütensuppe und Fertigpizza aus der Migros.
und die Basler haben noch mehr bezug zu feinen lebensmittel als die ostschweizer (gefühlt)
Ein interessantes Ort! Die Architektur dieser Markthalle ist sehr schön.
Grüsse,
Rosa
oh ja, deshalb ist der Bau auch geschützt.
Was für ein tolles Gebäude! Es ist schon bedauerlich, dass die „modernen Zeiten“ (Discounter und Supermärkte allüberall) die alten Markthallen so oft ihrer ursprünglichen Funktion berauben und sie den „Projektentwicklern“ anheimfallen.
Projektentwickler komme zum Einsatz, wenn die Vermieter am Ende nicht mehr weiter wissen. Dabei stünde in unmittelbarer Nachbarschaft ein grosses Parkhaus.
dieses immer mehr an Immobilien-Leerständen und trotzdem wird überall ohne Ende neu gebaut…das erleben wir hier (vor allem in HH) und das ist keine gute Entwicklung!
Vielleicht gibts in ein paar Jahren aus den Leerständen wieder Wohnungen draus. Die Baufirmen verdienen gerne zweimal.
so ein schönes gebäude, und als markthalle mit gastronomie bestens geeignet (soweit man das nach fotos beurteilen kann?!) in stuttgart hat man eine halle mit einem bauernmarkt beleben können, am ehemaligen westbahnhof (nicht die bekannte markthalle in der innenstadt). ich hoffe das beste.
Auf dem Basler Markt hat nur noch wenige Erzeuger. Das Meiste sind Händler. Das hat auch mit der Lage von Basel an der Grenze zu tun. Das Hinterland fehlt.
Ein imposantes Gebäude! Obwohl es mich von außen weniger an das Pantheon als an die (hier etwas plattgedrückte) Kuppel von Santa Maria del Fiore (Dom von Florenz) erinnert.
Saluti
Ariane
da sind noch andere Unterschiede: es regnet nicht durch das Loch im Dach und ins Trauerbuch zu Ehren von Vittorio Emmanuele II kann man sich hier auch nicht eintragen 😉
Das gleiche Schicksal wie die Markthalle in Basel erlebte die Schrannenhalle am Viktualienmarkt in München.
Nach der Neueröffnung mit neuen Konzept sieht es im Moment positiv aus. Man kann nur hoffen, dass es so bleibt.
http://www.schrannenhalle.de/
ciao
Helika
so was hätte ich hier auch gerne ! Und den Viktualienmarkt gleich damit !
Ich bin ein großer Freund sowohl der bereits mehrfach erwähnten Markthalle in Stuttgart
http://www.markthalle-stuttgart.de/
(leckeres Essen, wunderbare Marktangebote)
als auch des Pantheons in Rom
http://de.wikipedia.org/wiki/Pantheon_%28Rom%29
(bietet trotz des Lochs in der Kuppel Schutz vor seltenem Regen, nebenan ausgezeichnete Gelateria)
Aber der (nicht gewollte) Verschnitt aus beiden würde mich nicht unbedingt anziehen …
Da gibt es schönere Ziele in Basel. In guter Erinnerung habe ich da das Restaurant Kunsthalle. Damals zumindest.
Was für eine wundervolle Spiegelung – wie zusammengesetzt.
LG, ‚Franka‘
Ich vermute, dass die Architekten (Herzog&De Meuron) die Fenster extra schief eingesetzt haben um der Fassade Struktur zu geben.
Das Projekt kommt mir ein bisschen vor wie das Viadukt in Zürich, das scheint ja leider auch nicht so gut zu laufen.
Dort war ich etwa vor 2 Jahren zum ersten Mal. Da war es schon ziemlich leer und Mieter am Ausziehen.