Saracenotto

Buchweizenrisotto mit Rosenkohl

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„Kulinarisch sei in diesem Blog nichts mehr los“ urteilte kürzlich ein Leser. Der Mann hat recht. Warum das so ist, habe ich im Blog mehrfach dargelegt. Ich habe noch andere Interessen als nur Kochen und will diesen in meinem Leben wieder mehr Gewicht verschaffen, solange mir das vergönnt ist. Ich blogge, falls überhaupt, nur noch einmal die Woche und davon rücke ich nicht mehr ab. Auch heute nur ein einfaches Gericht, dazu noch nachgekocht: Rosenkohl nach einem Rezept von Tanja Grandits in der Coopzeitung. Vielleicht auch nur von einer Redakteurin der Zeitung im Namen der Frau Grandits verfasst, um den Rosenkohl- und Rapsölabsatz anzukurbeln. Wer weiss das schon. Als Anregung für einfache Alltagsgerichte ist mir die Kolumne aber mehr als recht.  Saracenotto al cavolo di bruxelles, Italiener kennen das längst.

Buchweizenrisotto mit Rosenkohl


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Zutaten
1 Schalotte fein gewürfelt
1 Messerspitze Wacholder gemahlen
200 g Buchweizen
3 EL Rapsöl
1 dl Weisswein (L.: Vin jaune du Jura)
250 ml Gemüsefond

500 g Rosenkohl
25 g Butter
50 g Parmesan
2 EL geklärte Butter
Saft einer halben Zitrone (L.: ein paar Spritzer)
Salz, Pfeffer.

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Zubereitung
(1) Schalotte, Wacholder und 200 g Buchweizen in Rapsöl andünsten. Mit 1 dl Weisswein ablöschen und einkochen lassen.
(2) Mit Gemüsefond bedecken und unter Rühren köcheln lassen.
(3) Immer wieder etwas Fond nachgiessen, bis der Buchweizen bissfest gegart ist.
(4) Rosenkohl entblättern. Ich habe ihn zusätzlich 30 Sek. in kochendem Salzwasser blanchiert, kalt abgeschreckt und zwischen Küchenpapier trocken gelegt. Das nimmt ihm den aufdringlichen Kohlgeruch und hält ihn grün.
(5) Rosenkohlblätter in der geklärten Butter anbraten und mit dem gegarten Buchweizen, frischer Butter und geriebenem Parmesan verrühren. Abschmecken mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer. Geröstete und gehackte Baumnüsse sowie Parmesanspäne darübergeben.

Januaressen. Muss man nicht unbedingt nachgekocht haben, schmeckt aber immerhin gesund. Sehr gesund.

48 Kommentare zu “Buchweizenrisotto mit Rosenkohl”

  1. Kulinarisch war in deinem Blog jahrelang so viel los wie in kaum einem anderen! Und so eine Aussage kann nur jemand treffen, der nicht weiß, wieviel Zeit, Arbeit und Herzblut in jedem Beitrag steckt. Und in deinen Beiträgen steckte davon immer besonders viel.

    1. Ein Blog ist eine freiwillige Dienstleistung. In unserm Falle eine kostenlose, die uns nichtkommerziellen Bloggern keinen cent einbringt sondern nur kostet. Das wird halt meist übersehen.

  2. Nach de erschte zwai, drei Sätz bin‘ i grad wach gsi … !
    Dä Stänggeri sell doch emol bald zäh Joohr zrugg läse (und ggf. noochkoche) und wenn är denn no mag, sich wieder mälde.
    I find di Entscheidig meh als guet, ha e ellelangi Lischte vo dir, was‘ i au no Noochebaschtle- und kiechle will. Ich ka scho gar ni so viil ässe, wien‘ i no koch will. 🙂
    Ze hyt: I froog mi èb (nur fir mi) e paar Späggwyrfeli dim Januarässe no e bsundere Kick gän. Vom Wätter här dusse, mag s‘ es sicher liide.

    1. wer nicht regelmässig mitliest, kann schon mal einen Wandel verpassen. Ich hab einfach die Gelegenheit wahrgenommen, das wieder einmal klarzustellen.
      Alles Ungesunde wie etwa Speck kann diesem Gericht nur gut tun 😉

  3. Soll der letzte Satz bedeuten, dass es Dir etwa nicht so richtig geschmeckt hat? 😉
    Also: mir wird angesichts des schon leicht angestaubten Buchweizenvorrates im Küchenkasten schon ganz wepsig in den Kochfingern. Morgen wird Rosenkohl gekauft!
    Danke fürs Rezept und einen schönen Sonntag wünscht Kari

    1. Bin heute erst dazu gekommen, das Rezept nachzukochen. Habe den Parmesan durch Bergkäse ersetzt, die Brühe für den Buchweizen mit frischem Lorbeerblatt ergänzt und zum Schluss (statt des Zitronensaftes) noch eine Art Gremolata aus Cashewkernen, Zitronenschale und Petersilie darübergestreut. Es war köstlich!
      Ich gebs zu: fast ein neues Rezept. Danke für die Inspiration. Und: Ziel erreicht, der Buchweizen ist weg!
      Liebe Grüße von Kari

      1. P.S.: Grüße an Frau L. Geht auch als Beilage.
        Mein Käpt’n B. bekam ein Stück Wolfsbarsch dazu. Er sah sehr zufrieden aus.

  4. Es schmeckt gesund, was für ein vernichtendes Urteil. Es sollte gut, köstlich, fein oder meinetwegen auch lecker schmecken.

    Und ja., das Leben außerhalb des Blogs ist so wichtig. Genieße es!

    1. Ach Ulrike, so vernichtend war das nicht gemeint. Wenn das Urteil 1:1 steht, gibt das eine Durchschnittsnote, die so oder so ungerechtfertigt ist.

  5. Ansprüche stellen an ein Blog – ist immer ein bisschen schwierig aber durchaus lässt sich in so einer Aussage auch ein herzliches Vermissen ahnen. Ich bin für auch „nur” einmal die Woche bloggen sehr, sehr dankbar und es ist deutlich mehr als man Dir überhaupt abverlangen könnte.

    Was den Rosenkohl an Buchweizen anbelangt: gut, ich habe Dich verstanden – ich werde es nicht nach kochen! ,-)

  6. wir haben herzhaft über das schlusswort gelacht…..
    mach was dir spass macht. wir bleiben trotzdem lamiacucina fans. wir haben noch lange nicht alles gelesen und nachgekocht. danke für alles.

  7. „Kulinarisch nichts mehr los“??? Was für ein Vollpfosten! Pardon, aber das musste mal gesagt werden. Soll diese Person sich doch den hippen Werbebloggern mit ihren beinahe täglich erscheinenden 08/15-Rezepten zuwenden, vielleicht sagt ihm das mehr zu. Ich bevorzuge Qualität statt Quantität, und das steht bei deinen Rezepten nicht zur Diskussion (auch wenn ich Buchweizen so gar nicht mag ;-).

    1. Nicht so schlimm, hier darf jeder meckern. Im Moment probiere ich halt Glutenfreies Essen aus. Aber das ist nur temporär, die Faschtewajie sind stärker.

  8. Gewagte These mit deinem Rezeptefundus… sehr gewagt. Dann merke ich mir diese wunderbare Inspiration schon mal für die nächste passende Gelegenheit vor!

    1. Zählen tut in erster Linie das, was man aktuell macht. Der Fundus mag für einzelne eine Fundgrube sein, ist aber für mich Geschichte. Vorbei. Abgeschlossen. Liebe Grüsse!

  9. Ganz gewiss werde ich es nachkochen. Rosenkohl ist schon immer einer meiner Winter-Lieblinge und der Buchweizen verstaubt schon lange im Vorratsregal. So schön, dich immer wieder zu lesen, egal wie oft.

  10. Das mit dem Leben leben auch mit echten Menschen, nicht nur in einem Blog ist schon eine gute Sache, wahrscheinlich sogar die beste.

  11. Ein ganzes Pfund Rosenkohl zu entblättern ist ja auch ein schönes, meditatives Rezept für lange Wintersonntage 😉

    1. dafür hab ich meine eigene Technik: mit einem scharfen, spitzen Messer höhle ich einen Kegel in den Strunk, dann kann man ein bis zwei Blätterkränze leicht abziehen, dann wiederum Strunk einhöhlen etc.

  12. Habe auch ob des letzten Satzes herzlich gelacht. Vielleicht würde gerösteter Buchweizen etwas Gesundheit nehmen? 😉

  13. Oh je…nun also doch ….nach über sechs Jahren lamiacucina ….mehrmals die Woche gut in letzter Zeit vielleicht noch zwei Mal die Woche….. lesen, lachen, oft nachkochen oft nur wunderschöne Fotos gucken und viel über die schöne Schweiz erfahren bin ich immer noch ein treuer, wenn auch bisher stummer Fan .
    Ja und vor allem – froh, dass Du Dich schon zum zweiten -oder wars zum dritten Mal entschlossen hast ,doch noch ein wenig weiterzumachen.
    Nun also doch ….kann Ichs Maul ned mehr halten : Dankschön für alle Mühe, Leidenschaft, Freude und für jede Zeile und jedes Foto der letzten Jahre ! ich hoffe, Du bleibst uns allen noch lange in dem Ausmaß, das Dir Freude macht als aktiver Blogger erhalten.

    1. Danke, ich weiss, ein ewig hin und her und trotzdem immer weniger. Die Richtung stimmt. Solange ich hier noch nicht ganz aufhören muss, gehts mir wenigstens gut.

  14. mir scheinen die aromen in diesem gericht recht schlüssig. ein bisserl käse, ein wenig salbeibutter und es ist hart an pizzoccheri valtellinesi – und die sind eine köstlichkeit.

  15. Du hast ja so recht – wie immer!!! Ach, könnte ich doch wenigstens einmal pro Woche…………………was schreiben und erst recht was kochen 😀

  16. Vielen Dank für diese tolle Anregung! Ich liebe Risotti und ich liebe Rosenkohl – ich glaube, morgen gibt es bei mir Dinkelsotto mit Rosenkohl.
    Liebe Grüße, Monika

  17. Ich möchte allen Gourmets empfehlen einmal mit russischem Buchweizen zu arbeiten! In Gegensatz zu dem blassen alemannischen Produkten scheint dieser dunkler und geröstet zu sein. Heutzutage sind Produkte im gut sortierten Supermarkt erhältlich (z.B. Firma Dovgan).

    Beste Grüße und vielen Dank für den tollen Blog!

      1. Das besagte Produkt kommt – nachdem der eiserne Vorhang wieder hochgezogen wurde – aus Litauen (und ja es ist geröstet). Da muss es in der Schweiz doch auch was geben? Sonst selber in der Pfanne schwenken, aber bis er richtig kräftig Farbe angenommen hat. Der geschmackliche Unterschied ist erheblich.

  18. Mit Buchweizen bin ich bisher nicht so recht warm geworden, gebe ihm aber immer wieder mal eine Chance. Zuletzt als Buletten. Ist durchaus ausbaufähig … Danke für die Anregung, Buchweizen mal als Risotto zu testen, auch wenn das Fazit des gesunden Geschmacks nicht allzusehr anspornt. 🙂

    Was den Kritiker angeht, kann man es eh nie Allen recht machen. Ist auch nicht nötig. Aber das weißt du von uns allen wohl am Besten. Genieße deine Blog-freien Tage!

    1. Der saracenotto wird nicht so cremig wie normaler Risotto. Danke für die Aufforderung zum Genuss. Freie Tage habe ich deswegen zwar nicht, bin einfach anders beschäftigt: mit Stadtwandern und Landwandern. Die einen Fotos gehen ins instagram, die andern in die Reiseberichte.

  19. Ist doch wieder mal ein super Rezept! Danke.
    “ Ich blogge, falls überhaupt, nur noch einmal die Woche…“ Das langt
    mir jedenfalls vollkommen, mehr kann ich ohnehin nicht nachkochen.
    Und Deine/Ihre Gründe für die Reduzierung verstehe ich schon, auch
    ohne Blogger zu sein.

  20. Lieber Robert, ich bin jetzt auch freudiger Besitzer einer Chitarra. Du hast ja einige Rezepte damit bewerkstelligt. Muß die Chitarra bei Benutzung gespannt werden und danach entspannt und wenn ja, wie stark? Vielen Dank im voraus und herzliche Grüße

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