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Fondation Beyeler: Claude Monet

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Die Fondation Beyeler in Riehen/Basel präsentiert zu ihrem 20. Geburtstag vom 22.01.2017 bis 28.05.2017 eine Sonderausstellung mit Werken Claude Monets. Die Ausstellung vereint 62 Meisterwerke aus privaten Sammlungen und renommierten Museen. Es liegt mir fern, die Entwicklung des Malers hier anhand seiner Bilder nachzeichnen zu wollen. Ich verstehe nichts von Malerei. Ein paar Stimmungsbilder, alle mit dem handy aufgenommen, müssen genügen. Wer will, mag sich die Ausstellung ansehen. Sollte sie ansehen.

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La cathédrale de Rouen: Le portail, effet du matin, 1894

Der sixtinische Kapellentrick, die Ausstellung gleich nach Türöffnung vom Ende her abzuschreiten, hat sich einmal mehr bewährt. Die hintersten Räumlichkeiten stehen lange leer, während sich die Besuchermassen in den vordersten Räumen stauen.

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Gedränge vor der Prairie à Giverny
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Bilder aus der Abteilung „Die Küste und das Meer“

Die Bilder der Ausstellung sind gegliedert in die Themen: Gegenlicht, Bäume, Die Seine, Die Hütte des Zollwärters, Die Küste und das Meer, Matinee sur la Seine und Nymphéas.

1859 zieht Monet nach Paris, um dort Malunterricht zu nehmen. Die Malerei „en plein air“, in der freien Natur, mit Farbe, Pinsel und Spachtel prägt Monet nachhaltig. Keine Malerei im damaligen pingelig-heroischen Akademiestil, sondern zügiges Festhalten des flüchtigen Augenblicks, der einem Bild so viel Leben einhaucht. In den folgenden Jahren malt er oft in Le Havre u.a. Meereslandschaften und Gärten.

Zu Beginn des Deutsch-Französischen Krieges 1870 verlässt Monet Frankreich und zieht nach London. Dort begegnet er den Werken des englischen Landschaftsmalers William Turner, in dessen Bildern sich die Konturen im Licht auflösen. 1871 kehrt er nach Frankreich zurück und lässt sich in Argenteuil nieder. 1872 richtet er sich ein Boot als Atelier ein und malte darauf am Ufer der Seine: Wasser, Bäume, Spiegelungen.
1873 lernt Claude Monet in Argenteuil den Maler G. Caillebotte kennen, mit dem er zusammen gemeinsame Ausstellungen veranstaltet. Vom Titel eines Bildes von Monet entsteht der Begriff Impressionismus.
1878 zieht er mit seiner Familie nach Vétheuil. 1879 stirbt Monets erste Ehefrau Camille mit 32 Jahren. Die Freundin der Verstorbenen übernimmt Haushalt, Kinder und Bett. Zu Beginn der 80-er Jahre verbessert sich seine wirtschaftliche Situation. In den nördlich von Le Havre gelegenen normannischen Ortschaften Étretat, Fécamp und Pourville, findet er beeindruckende Felslandschaften als Malsujets, darunter das Haus des Zollwärters bei Varengeville. Seine einst idyllischen Landschaften werden zunehmend wilder.

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Prairie à Giverny, Automne 1886
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Morgenstimmung an der Seine. Matinée sur la Seine, 1897. Lieblingsbild

Monet reiste viel: so an die französische Mittelmeerküste, die Riviera, Holland, die Bretagne und wiederum London. 1895 nach Norwegen.

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Grosszügig gehängt: En Norvégienne, 1887
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En Norvégienne, 1887

Monets Alterswerk entstand in Giverny nahe Vernon. 1883 mietet er ein Haus mit Garten, das er 1890 erwerben kann. In der Folge wird Monet zum passionierten Gartenliebhaber. Vom Frühjahr bis zum Herbst bietet ihm sein Garten eine ständig wechselnde, sich erneuernde Blumenpracht als Inspiration für seine Malerei. 1893 kann er ein Grundstück dazukaufen, auf dem er -vom damals modischen, japanisierenden Gartenbaustil erfasst- einen vorhandenen Teich mit exotischen Seerosenarten und Wasserpflanzen samt Fussteg im japanischen Stil anlegen lässt. Der Teich mit seinen Seerosen animieren Monet zu zahllosen Bildern. Darunter über 20 grossformatige Grand Décorations.

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Seerosen, Nymphéas, Giverny, 1916-1919
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Der Seerosenweiher, Le Bassin aux Nymphéas, 1917-1920
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Jungen Menschen wird das Sehen vermittelt. Für Basler kostenlos! Kornschober im Sonnenlicht, 1891
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Der zauberhafte Garten des Museums

Quellen:
wiki Claude Monet
Kunstmuseum Basel: Nymphéas, Ausstellungskatalog, 1986
Fondation Beyeler: Monet, Begleitbüchlein zur Ausstellung, 2017

20 Kommentare zu “Fondation Beyeler: Claude Monet”

  1. Kann man *Monet* nicht mögen? Und so viele Bilder, die wohl selten gezeigt werden in dieser Ausstellung. Und die Stimmung deines Lieblingsbildes… – ich schließe mich einfach an. Wie schön! Aber an der Stelle muß ich mal mein Bedauern ausdrücken, dass sich mehr und mehr Menschen nicht trauen, sich *ganz einfach* in Beziehung zu Kunst zu setzen. Dafür muß man doch kein Experte sein. Schließlich wird Kunst nicht nur mit dem Intellekt erfaßt und aufgenommen. Entweder *es sagt* einem etwas, *ein Bild spricht zu dir* oder nicht – Kunst ist für alle da und sollte für alle da sein. Gerade Malerei und Bildhauerei. Danke fürs Mitnehmen. *Deine Morgenstimmung nehme ich mit in den Tag…

    1. was das „nicht trauen“ betrifft: ich hab eine Zeitlang hinter der Schulklasse gestanden und mir das Bild als „Schwarzhörer“ erklären lassen, Wie einem Kind. Davon ist mir mehr haften geblieben als von all dem Kunstkauderwelsch mancher Experten.

  2. Ungefähr Mitte der achtziger Jahre gab es in Basel schon einmal eine Monetausstellung, ich glaube im Kunstmuseum. Der Clou damals war, dass das die Ausstellung begleitende Plakat ein wandfüllendes Triptychon war. Und so hatte dieses sich über einen längeren Zeitraum durch unser Wohnzimmer gezogen.
    Danke für die Eindrücke und vor allem für das Bild, dass man problemlos und 90° drehen kann.

  3. Die Uusstèllig isch jetzt wiirgglig e gùnnige Bsuech wärt!
    Di Kommentar zu dr Morgestimmig bi Instagram „bloss nicht umdrehen, die leere Leinwand will niemand sehen“ isch mr bliibe – und i lach hyt no. 😀
    Dir/Eych e scheene Sunntig!

  4. Hach wie schön, mein Lieblings-Museum! Wir gönnen uns dieses Jahr eine Kurzreise zu Monet, Vitra-Museum und auch zu den von dir gelobten Merian-Gärten. Quartier in Haltingen ist schon bestellt. Vielen Dank für deinen „Vorbesuch“ in Riehen.

  5. Seit ich von dieser Ausstellung in Basel gelesen habe, zieht es mich dahin. Bis Ende Mai habe ich ja noch Zeit, Monsieur zu überreden 😉

    Der Besuch in Giverny (vor mittlerweile acht Jahren) lässt mich immer wieder davon träumen, die Bilder dieses wunderbaren Künstlers im Original zu bewundern. Danke für diesen gelungenen „Vorgeschmack“

  6. Monets Impression soleil levant war einmal eine sehr große Inspiration für mich, als ich mit vierzehn, fünfzehn Jahren mit dem Fotografieren anfing. Für einen Wasser-, Hafen- und Meeranwohner wie mich war das Bild mit der roten Sonne wie ein Geschenk.

  7. Hallo Robert,
    Monet ist mein Lieblingsmaler…. ich liebe den Sonnenaufgang. Aber auch so ziemlich alles andere. Die Prairie à Giverny ist ja auch wunderschön. Vielen Dank für die virtuelle Übermittlung eines Stückes Kultur, da ich es nicht nach Basel schaffen werde!
    Grüsse,
    Sarah

  8. Monet ist eine Pest. Denn Garten, ich reise zu Gärten wie andere zu Restaurants, kann nur morgens besuchen. Dann kommen die Reisebusse über die Seerosenteiche gewuchert. Für Selfiesticks sollte ein Waffenschein eingeführt werden.
    Dann ist es besser sich im Parc de Bagatelle aufzuhalten. Dem schönsten Rosengarten auf diesem Planeten. In Ruhe.

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