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Doubs der Unschlüssige (22) Besançon-Dole Teil 2

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Seitenkanal des Doubs bei Rochefort-sur-Nenon und mein Velo steht zuhause

Von Besançon bis Dole mäandriert der Doubs in einer Vielzahl von Schleifen erst durch Verengungen, dann durch die immer breiter werdenden Niederungen des Doubstales. Teils vereinigt sich der Fluss mit dem Canal du Rhin-Rhone, dann trennt er sich wieder, schafft Platz für Schleusen oder um Schwellen zu umgehen. Bei Salans überquere ich die Brücke auf das linksseitige Ufer des Doubs bis Dole. Enge Landstrassen. Viel Landwirtschaft.  Wenige Weiler. Kleine Dörfer. Kaum Menschen. Schon gar keine Touristen.

Zweiter Besuch in Dole. Angenehm die vielen, freien Parkplätze am Wasser des Canal du Rhin et Rhone. Und das in der Ferienzeit Mitte August.

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Quartier au Prélot
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Unterirdischer Zugang zur Grande Fontaine

Erfrischung verheisst eine ungewöhnliche Pforte in das Quartier au Prélot (von: près de l’eau).

Vom Canal des Tanneurs führt ein unterirdischer Gang zu einem grossen Brunnenbecken (La Grande Fontaine) aus dem 18. Jahrhundert. Das Wasser einer am Hausberg Mont Roland versickerten Quelle tritt hier am Fusse der Stadt erneut ans Tageslicht, Licht, das durch eine Öffnung in der Rue du Prélot in die Tiefe dringt.

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Grande Fontaine: Waschbecken

Während der Belagerungen von Dole in den Jahren 1479 und 1636 durch den französischen König deckte der seit 1274 genutzte Brunnen den Wasserbedarf der Einwohner. In der Fortsetzung des unterirdischen Gangs gelangt man über eine Treppe in die Rue Pasteur 77 wieder ins Freie.

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Geburtshaus von Louis Pasteur, der in der Franche-Comté allgegenwärtig ist

In der Rue Pasteur liegt das Geburtshaus von Louis Pasteur, ein Forscher, dem die Menschheit so viel mehr als nur die pasteurisierte Milch zu verdanken hat: Begründer der Stereochemie; mit seinen Arbeiten über die Mechanismen der Gärung und der Entwicklung von Impfungen (Geflügelcholera, Pocken, Milzbrand, Tollwut) zeigte der geniale Pasteur das wirtschaftliche und medizinische Potenzial experimenteller Biologie auf.

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Vorbei an den mächtigen Mauerquadern der Bastion Saint-André, die zwischen 1540 und 1595 unter dem Habsburger Kaiser Karl V. errichtet wurde. Die einzige von 7 Bastionen, die nach der endgültigen Einverleibung durch Frankreich nach 1678 nicht abgerissen wurde. Auf der Bastion steht das Charité-Krankenhaus, zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichtet, das lange Jahre als öffentliche Fürsorgeeinrichtung diente und heute das Internat eines Gymnasiums beherbergt.

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Hôtel-Dieu
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Hôtel-Dieu, Innenhof

Gleich dahinter majestätisch das Hôtel-Dieu aus dem 17. Jahrhundert, das ehemalige Armenhospiz. Heute sind hier Kultureinrichtungen der Stadt untergebracht.

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Porte d’Arans

Im Südwesten der Altstadt steht das einzig verbliebene Stadttor, die Porte d’Arans, eingefasst von Resten des ehemaligen Walls (Courtine d‘ Arans).

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Hôtel Froissard
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Hôtel Froissard, eine schöne Doppeltreppe. Hinten der Gesindehof

Das Stadthaus Hôtel Froissard ist ein schönes Beispiel für die späte Renaissance, die in Dole Anfang des 17. Jahrhunderts aufblühte.

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Treige de la Tour de Chamblans. Mittelalterliche Gassen.

Altstadtgasse. Alles proper. Keine tags, kein Urin. Keine Schmierereien. Was ist hier anders und wieso?

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Blumen statt Fleisch

Der charmante Place aux Fleurs wurde im 19. Jahrhundert oberhalb der ehemaligen städtischen Fleischereien angelegt.

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Place aux fleurs

Inzwischen ist es 12 Uhr geworden.

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Sandwiches
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Patisserie

Das beste Restaurant von Dole steht in Arbois. Vor 2 Wochen beim letzten Besuch ass ich dort im Maison Jeunet. Heute will ich in Dole essen. Die köstlichen Sandwiches von Damien Benetot? Oder im Restaurant Grain de Sel, ein Name, der mich an die Gartenküche von Micha erinnert?? Oder im vom Gummireifenmännchen empfohlenen, japanischen Restaurant?? Das vegetarische Menu mit Gyo-za Ravioli und Friture de tofu? Doch lieber runter zum Grain de Sel: Das dortige Menu: Adlerfisch und Ente. Nicht bei 35°C. Nichts von Gartenküche. Also doch wieder rauf: Un voyage au japon sans prendre l’avion. Ich war noch nie japanisch essen. Ich probiers mal.

Hätte ich mich doch für Sandwiches entschlossen!

Das vegetarische Menu war eine Variation von 3 mal Sojabrühe:
einmal mit Flan de Shiitaké
einmal mit (in eine essbare Art von Cellophan eingewickelte?) Tofuwürfel und Salatgemüse
Gyo-za waren aus. Stattdessen Brühe mit Udonnudeln, Salatgemüse und Sprossen.
Das hätte ich zuhause auch hingekriegt.

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Udonnudeln, Salatgemüse, Sprossen, Brühe

Nur noch 12 km bis zur Sâone entlang dem Canal du Rhin et Rhone. Der Doubs kümmert sich nicht um die Abkürzung, nimmt sich Zeit, windet sich entlang der Sâone über weitere 60 km bis er sich dem stärkeren Strom übergibt. Zeit will auch ich mir nehmen, beim nächsten Tagesausflug werde ich dem Doubs bis zur Einmündung in Verdun-sur-le-Doubs folgen. Ein Blick Richtung Meer. Weiter geht es für mich derzeit nicht mehr.

 

Quellen:
Itinéraire Le chat perché

13 Kommentare zu „Doubs der Unschlüssige (22) Besançon-Dole Teil 2“

  1. Schön, wie Du uns wieder einmal mitgenommen hast auf Deine Reise.

    Zum Essen, ich sage es mal so: Wenigstens bist Du bei dem Menü nicht „dicker” zurück gekommen als los gegangen. 😉

    Bist Du wenigstens noch einmal in die Pâtisserie eingekehrt?

  2. Wirgglig e wunderbare Summerusflug mit strahlend blauem Himmel. Danggscheen fir‘ s Mitnäh.
    I hätt mi sofort fi e Yyglèmmts entschiede (uf em vergrösserte Helge sehn die zem Driibisse guet us). Und grad no Tärtli derzue zem Abrunde. 😉

  3. Das Mittagessen war wohl der berühmte Wermutstropfen – ansonsten sieht dein Tag idyllisch aus. Zumindest hast du dir wunderschöne Ecken herausgesucht, die Dole regelrecht zum Glänzen bringen!

    Lustigerweise haben wir überkreuzt aufeinander verwiesen – Synchronizität. Oder – was mir noch besser gefällt: Sympathie 🙂

    1. An einem missratenen Mittagessen hängt nichts. Das passiert mir auch selber beim Kochen. Danke für die Steilvorlage mit den Zucchini. Pasta veredelt jedes Gericht und Pastateig ist der Kitt zu Freundschaften.

  4. Vielen Dank für die großartigen Fotos – wie Du kochst, so sind auch die Bilder – eben mit dem besonderen Etwas im Blick.

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