Tomatenflüstern mit Xenia

Der Sommer? Zu nass. Zu kalt. Gut für den Wald. Gut für den Grundwasserspiegel. Schlecht für die Tomatenernte. Alle Nachbarinnen, egal ob mit oder ohne Gewächshaus, beklagen den Totalausfall ihrer Ernten. Tomatenflüsterin Frau H. hingegen weiss ihren Tomaten gut zuzureden. Vermehrt unter dem Vorschärm ihres Hauses im Auftrag von und für ProSpecieRara Saatgut einer ukrainischen Sorte Ксенія (Ksenia). Mit Erfolg. Ob sich die Sorte durch Einflüsterungen beeindrucken liess oder einfach ihre Tomatengene an schlechtes Wetter angepasst sind, kann ich nur vermuten.

Vor der Verarbeitung gilt es, die Samen sorgfältig zu separieren und in einer von PSR vorgeschriebenen, kurzen Gärung vom Gelee zu befreien.

Anderes Saatgut, das in den ProSpecieRara-Gärten Wildegg und Basel reifte, wird jeweils Ende September an einem Sonntag von freiwilligen HelferInnen (wir waren dabei) gedroschen und gereinigt, um anschliessend in der Samenbibliothek am ProSpecieRara-Hauptsitz eingelagert zu werden.

Arbeit für die freiwilligen Helfer steht bereit:

Dabei gelangen, je nach Pflanzenart, die unterschiedlichsten Methoden zum Einsatz: Dreschsieben, Rütteln, Reiben und Quetschen um die Samen von ihren Hülsen zu befreien. Dabei war Kreativität gefragt.

Herr L. worfelt welschen Weizen (welch schöne Alliteration):

Mit einer vom Tagungsleiter gebastelten Windsichtungsmaschine werden Samen, die sich hiefür eignen, in einem Luftstrom in vier verschieden feine Fraktionen getrennt und von Verunreinigungen befreit.

Zurück zum Rezept der Woche: Zuhause im Jura kochten wir aus dem entsamten Tomatenfleisch die Tomaten-Butter-Sauce nach Marcella Hazan (Danke für Erinnerung und Vorkochen an Arthurs Tochter). Dass dazu selbst gemachte Nudeln gehören, ist Ehrensache.

Kseniatomaten im Hintergrund. Black Plums im Vordergrund:

Tomaten-Buttersauce nach Marcella Hazan

800 g Fruchtfleisch von frischen, reifen Tomaten, nach der Entnahme der Samen und des Gelees grob gehackt
75 g Butter
Salz
1 mittelgroße, geschälte und halbierte Zwiebel

(1) Die vorbereiteten Tomaten in einem offenen Topf mit Butter, Zwiebel und Salz circa 45 Minuten leise köcheln lassen und gelegentlich umrühren. Mit der Zeit wird sich die Butter oben absetzen, Größere Tomatenstücke während des Kochens mit einem Löffel im Topf zerdrücken.
(2) Am Ende der Kochzeit die Zwiebel entfernen (und separat essen). Für das Foto die Sauce durch ein passevite (Flotte Lotte) passieren.

Zu selbstgemachten Nudeln servieren.

Und jetzt ab in die Herbstferien… ans Meer….. und in die Berge.



22 Kommentare zu „Tomatenflüstern mit Xenia“

  1. tomatenrezept passt 😄.muss aber warten. unsere sind gegessen.
    nach so viel einsatz wünsche ich erholsame, aber auch erlebnisreiche ferien.
    👋🏼❤️🐝👑🐶

    1. Wer sich an den Samenkernen in Himbeerkonfitüre oder in Tomatensauce nicht stört, darf die Kerne ruhig drin belassen. Bei uns war die Samengewinnung der Zweck der Aktion. Zur Freude all jener, denen die Samengewinnung nicht schnuppe ist.

    1. Die Tomaten-Buttersauce wird fantastisch. 🤪 habe sie gestern ausprobiert.
      Eine schöne Zeit mit lieben Grüssen Elisabeth

  2. Alle guten Wünsche für einen schönen Herbsturlaub! Wir waren früher zu dieser Zeit oft und sehr einsam immer auf Mallorca, zauberhafte Buchten für uns allein, warmes Meer, gutes Essen. Mehr braucht es ja nicht. Ich wähne Sie in französischen Gefilden? Viel Freude und Genießen für Sie Beide.
    Die Tomatensoße muss ich einmal nachkochen, mit Butter kannte ich sie nicht. Herzlich, Sunni

      1. Oh, im Engadin suche ich seit 30 Jahren bestimmte Spuren, die mit meinem Namen zu tun haben…Soglio/Salis. Marseille sahen wir immer nur aus der Luft, auf der Reise nach Mallorca/Banyulbufar. Hauptsache: Es war schön und trägt über die grauen Monate. Herzlich, Sunni

  3. Nach einer kurzen Suche in diesem Internet, schien mir, als seien die Ksenia F1 Hybride. Wird die nächste Generation dann nicht ungleichmäßig von ihren Eigenschaften?

    1. Ksenia F1 sind bestimmt Hybride. Frau H. zieht ihre Ksenia, die sie über Pro Specia Rara zur Vermehrung erhielt, schon im zweiten Jahr und sie sind unverändert, also eher sortenecht. PSR hat die Samen übrigens aus der Ukraine erhalten, von einer Frau, deren Mutter die Tomaten schon vor 30 Jahren anbaute.

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