Kartoffelsalat, wie ich ihn liebe

Besonders bei dieser Hitze, die mir zunehmend das Hirn austrocknet.

Ein für einen seriösen Blog beinahe unanständig simpler Kartoffelsalat (Männer sind nun mal einfache Naturen), vermischt mit feingehackten Mixed-Pickles aus dem Glas, dazu ein paar Wursträdchen für die Fleischeslust, und schon ist er fertig.

Mein Kartoffelsalat 0_2010 07 15_8046

Zutaten
500 g festkochende, weibliche Kartoffeln
ca. 1.5 dl kräftige, gesalzene, heisse Gemüsebrühe

für die Salatsauce:
2 Elf. Obstessig
2 Elf. Sonnenblumenöl oder Rapsöl
1 Tlf. Dijon-Senf
1/2 kleine Zwiebel, fein gehackt
Salz, Pfeffer
1-2 Spritzer Maggi

80-100 g saure Mixed Pickles aus dem Glas (Cornichons, Peperoni, Stangensellerie, Karotten, Silberzwiebelchen, Blumenkohl)

Zubereitung
(1) Die Kartoffeln im Sieb über Wasser garen. Die Pellkartoffeln noch heiss schälen und von Hand in ca. 3 mm dicke Scheiben schneiden. Sofort mit der heissen Brühe begiessen und 15-30 Minuten ziehen lassen. Gelegentlich umschwenken, nicht umrühren. Die Kartoffelscheiben sollen allseitig Brühe abbekommen. Zusammenklebende vorsichtig mit dem Messer trennen. Danach überschüssige Brühe (Hand an den Schüsselrand halten) abgiessen. Die nachfolgend zugefügte Saucenmenge wird damit unabhängig vom Wasseraufnahmevermögen der Kartoffelsorte.
(2) Indessen die Zutaten der Salatsauce mischen und die Sauce vorsichtig unterziehen. Keinen Kartoffel-Brei anrichten ! Mit den feingehackten Mixed Pickles überstreuen.

Anmerkung

Dieser Kartoffelsalat lässt sich (aus Gründen der Genderneutralität) selbstverständlich auch aus männlichen Kartoffeln zubereiten 😉

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46 Kommentare zu „Kartoffelsalat, wie ich ihn liebe“

  1. Das Rezäpt mitsamt de Helge isch nit nur „klein und fein“ sondern zeigt au interessanti bzw. anderi Gender-Symbol. Und das im Verhältniss 3:1 .

  2. Die Kartoffel Kunst finde ich klasse. Aber wieso kommt die maennliche Kartoffel nicht im Badeoutfit?
    Es geht nichts ueber einen einfach guten Kartoffelsalat. Wird bei uns auch immer sehr gerne gegessen.

  3. Dass sogar Kartoffeln irgendwann Einzug in die Gender Studies halten, hätte ich auch nicht gedacht! 🙂 Und ich mit meinem Kartoffelsalat-Delirium kann ein einfaches Rezept immer gut brauchen.

  4. Es mag ja ein einfaches Rezept sein, aber trotzdem kam ich bisher nicht auf diese Idee. Klar, Cornichons in den Kartoffelsalat, das kennt man. Aber Mixed Pickles sind ungewöhnlich.

    Ich weiß jetzt nur noch nicht, ob meine Mixed Pickles Deutsch oder Schweizer Deutsch sprechen werden, denn sie schmecken doch recht unterschiedlich. Bei uns, in Deutschland, sind die Pickles eher mild und süß eingelegt. Bei Euch sind sie normalerweise so sauer, dass es einem die Schuhe auszieht. 🙂

  5. Dein Salat sieht für mich eher männlich aus, obwohl die verwendeten Kartoffeln alle weiblich sind. Ich kenne keine männlichen Kartoffeln, nur männliche Erdäpfel. Die Spritzer Maggi sind doch recht männlich, ja.

  6. Zuerst hab ich tatsächlich gedacht, du hättest die Kartoffeln selbst ‚geschmückt’…dann hätte ich mich gefragt, ob Robert zu viel Zeit hat. 🙂

    Der Salat klingt lecker!

  7. Ich schäle nicht gern heisse Pellkartoffeln. Deshalb schäle ich die rohen Kartoffeln, geht viel einfacher, schneide diese in Scheiben und gare sie im Dampf.

  8. @Basler Dybli: kleine piepschau 🙂

    @My kitchen: männliche Kartoffeln mit Badehosen gibts auch im Angebot. Das sah mir aber zusehr nach oben ohne aus.

    @mipi: ein Schweizer Jugendlager musste eben wieder verarztet werden wegen Kartoffelsalat mit schlecht gewordener Eier-Mayo.

    @Christina: was man aus Kartoffeln mit einem Messer alles machen kann, ist tatsächlich ungewöhnlich.

    @nata: um Gottes Willen keine deutschen, in Zuckersirup eingelegten Mixed Pickles. Die müssen schon sauer sein. Habs im Text ergänzt.

    @Erich: ich habe mich auch gewundert, dass alle Kartoffelnamen weiblich sind, bis ich den blauen Schweden als Ausnahme gefunden habe, vielleicht gibts noch mehr davon.

    @Nathalie: ich anerkenne diesbezüglich die weibliche Superiorität 🙂

    @sammelhamster: woran hast Du das gemerkt 😉

    @Rosa: sehr gesund, ja !

    @Suse: so soll es sein, wir haben ja sonst nichts zu lachen 🙂

    @Eva: ich habs mir lange überlegt, ein Fehlschnitt und die Armen wären nackisch dagestanden.

    @Bolliskitchen: darüber haben wir früher schon diskutiert, ich bleibe dabei.

    @Frau Schmunzel: das sagt schon Ihr Name 😉

    @Elisabeth: alles harmlos, nur keine falschen Schlüsse ziehen.

    @Hunk: das wären dann Salzkartoffeln, etwas mehr ausgelaugt. Gekocht lassen sie sich viel feiner schälen. Ich halte sie dazu in einem Frotteetuch.

    1. Keine Spur von ausgelaugten Salzkartoffeln. Woher das Salz ? Mit dem Dampf bindet sich die oberflächliche Stärke und isoliert die Scheiben. Salzkartoffeln werden deshalb immer in kaltem Wasser aufgesetzt.

      1. Ich koche zu wenig mit Kartoffeln. Habe eben bei Frag-Mutti.de nachgeschlagen und bestätigt erhalten, dass man Salzkartoffeln tatsächlich in kaltem Wasser aufsetzt. Ich hab sie bis anhin immer ins heisse Wasser geschüttet.

  9. Kein Wunder, dass man früher die Kartoffel für ein Aphrodisiakum hielt, sie ist bei Dir ja sogar dann noch schick, wenn nicht mehr in Schale 😉

  10. Na toll, die Damen müssen mal wieder im Bikini posieren und die Herren der Schöpfung erscheinen im Businesslook 😉

  11. Genauso ess ich ihn … nur ohne mixed …
    Humor trotz Hitze find ich gut – hier noch ein Nachschlag:

    Der liebe Gott ist seit sieben Tagen nicht mehr gesehen worden. Am achten Tag findet ihn der heilige Petrus und fragt: „Wo warst du denn die ganze letzte Woche?“ Gott zeigt durch die Wolken nach unten und sagt stolz: „Schau mal, was ich gemacht habe!“ Petrus guckt und fragt: „Und was soll das sein?“
    Gott antwortet: „Es ist ein Planet und ich habe Leben darauf gesetzt. Ich werde ihn Erde nennen und es wird eine Stelle des Gleichgewichts sein.“
    „Gleichgewicht?“, fragt Petrus. Gott erklärt sein Werk, während er zu unterschiedlichen Stellen auf der Erde zeigt: „Dort ist ein Kontinent mit überwiegend weissen Menschen und hier mit überwiegend Schwarzen. Ich habe Lebewesen geschaffen, die vornehmlich entweder im Wasser, auf der Erde oder über der Erde leben. Manche Länder sind sehr warm und trocken, andere mit dickem Eis bedeckt. Fruchtbare Böden gibt es dort und unfruchtbare Böden hier.“ Petrus ist von Gottes Arbeit sehr beeindruckt. Er guckt sich die Erde genauer an und fragt: „Und was ist das?“

    „Das“, sagt Gott, „ist die Schweiz. Die schönste Stelle auf der ganzen Erde. Dort wohnen freie, intelligente und glückliche Menschen. Sie leben in einer wunderschönen Landschaft mit traumhaften Seen, Wäldern und Bergen. Die Schweiz ist ein Land der Kultur und der Demokratie. Die Schweizer sind nicht nur schöner, sie sind auch intelligenter, geschickter, motivierter und erfindungsreicher. In einem Wort: Sie sind erfolgreicher in allem was sie tun. >>Darum haben die Schweizer hohe Einkommen und niedrige Steuern.<< Ein glückliches Land!"
    Petrus ist zutiefst beeindruckt. Er fragt Gott: "Aber was ist mit dem Gleichgewicht? du hast doch gesagt, überall wird Gleichgewicht herrschen!"
    "Mach dir mal keine Sorgen", sagt Gott beschwichtigend, "gleich nebenan ist Deutschland." 😉

  12. @bee: bei Kartoffeln gibt erst die Enthüllung den Blick auf ihre inneren Qualitäten frei.

    @Magdi: der Kartoffel hat sich mit Rosmarinöl eingekremt und lässt sich unter dem Ofengrill bräunen.

    @Linda: jedes Jahr kommen neue hinzu, eine Freude für Kartoffelfans.

    @Claudia: Das ist Werbung, die ich voll unterstütze.

    @Toni: ganz wie im richtigen Leben 😉

    @Christine: Eine Ausdehnung der Schweiz auf ihre Nachbarregionen wurde kürzlich allen Ernstes im Schweizer Nationalrat diskutiert, http://www.bernerzeitung.ch/schweiz/standard/Ach-wie-schoen-es-waere-Schweizer-zu-sein/story/31289043

    1. Einen Beitritt zur Schweiz hätte es nicht gleich sein müssen – aber eine durchlässigere Grenze, gemeinsame kulturelle Feste, mehr Austauschmöglichkeiten etc. hätte mir damals sicherlich gefallen, da ich mich mehr als Allemannin weniger als „die Deutsche“ fühlte – vielleicht wären wir uns dann mal übern Weg gelaufen 🙂

  13. also da bin ich doch glatt reingefallen…auf “ Deine “ Schnitzkunst :-))
    Auf den ersten Blick habe ich auch gedacht, daß du kreativ tätig gewesen bist und ich habe auch sofort Deine künstlerische Ader und das Talent bewundert !
    “ Aha “ ..habe ich gedacht, “ der Mann kann nicht nur Kochen…“ !

    Der Salat gefällt mir, schön frisch !

  14. Natürlich mit Maggi, was sonst. Ohne geht’s nicht, überhaupt nicht. Ich habe ein Kochbuch einer hier lebenden Vietnamesin, die Maggi als Ersatz für eine hier nicht aufzutreibende spezielle vietnamesische Fischsauce empfiehlt 🙂

    Die sexy Kartoffeln haben sich gleich auf einen catwalk in DK begeben. Genau was man so braucht in dieser Hitze und an einem Freitag.

  15. Und wie beim Nudelsalat, bekommt auch der norddeutsche Kartoffelsalat (nicht immer – wir haben halt auch zugereiste Butenländer 😉 aus Bayern z. B.) Mayonnaise. Aber bei den derzeitigen Temperaturen würde ich lieber zu dieser Version greifen. Ansonsten kommt an dem Kartoffelsalat von mir nicht viel ran – Kartoffeln, Zwiebeln, Mayonnaise, Salz, Pfeffer, Öl und Essig (nicht unbedingt in der Reihenfolge). Dazu ein Würstchen und schon kommt das geliebte Kindheitsgefühl auf. Übrigens – hübsche Kartoffelschnitzkunst. *g* Nur hätte ich die männliche Kartoffel lieber mit einem Sixpack und Badehose gesehen.

  16. mit männlichen und weiblichen Kartoffeln fällt mir auch noch was ein:
    Der Städter kommt zum Bauern und verlangt Kartoffeln.
    Bauer: männliche kosten 10 Euro den Zentner, weibliche 9 Euro.
    Städter: und wo liegt der Unterschied?
    Bauer: die männlichen sind im Sack.

  17. @Karin: dein erster Gedanke hat dich nicht getäuscht, ich kann mehr als kochen 😉

    @Isi: Tolle Knolle.

    @aftenstjerne: beide Saucen sind Glutamat-verstärkt. Auf den catwalk hätte noch das Model mit warmem Schal gepasst.

    @Hilke: mittlerweile habe ich schon eine kleine Vorstellung von norddeutscher Küche. Sixpack passt schlecht zur Kartoffelfigur 😉

    @provenremedy: mein Blog ist mein Kochbuch.

    @wolfhos:
    @Thomas:
    mir fällt nichts mehr ein.

  18. Bei allem Respekt, aber Maggi? Oder ist das ein Tipper?

    Gruß aus Düsseldorf

    Cafedurst

  19. Ok, Gemüsebrühe kann man selber machen, kein Ding. Aber Maggi! Ich komm‘ nicht darüber hinweg.

    Kopfschüttelnd

    Cafedurst

  20. Wunderbar, ganz nach meinem Geschmack, natürlich nicht die kartoffeligen Bikini-‚Schönheiten‘, sondern das Rezept. Warum nicht einfach? Daran ist nichts verkehrt. Hoffentlich ist es nicht nur der Hitze zuzuschreiben? 😉

    Ich bin gespannt, was du zu ‚Maggi‘ sagst. Neulich hab‘ ich das auch gekauft, für den warmen Kartoffelsalat, den du hier mal hattest. (Wenn du ‚Maggi‘ sagst, kann es nicht schlecht sein ;-))

  21. @cafedurst:
    @april:
    Maggi ist kein Vertipper, kann man weglassen, aber dann fehlt etwas im Kartoffelsalat. Dochdoch, Kopfnickend. In einen echt schwäbischen Kartoffelsalat gehört reichlich Liebstöckelgeschmack, entweder von der Pflanze, oder aus dem Fläschchen.

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