Dijon I: Abseits des Doubs (32)

Steigende Coronafallzahlen in Frankreich, wie überall. Bevor die Grenze wieder unpassierbar wird, wollte ich meinen monatlichen Tagesausflug am 30. August „einziehen“. Regen war angekündigt, doch die Betreuung für Frau L. bereits organisiert. Autofahrten im Regen sind mir zu anstrengend. Dann halt bequem mit dem TGV in die nahe liegende, mir völlig unbekannte Stadt. Ankunft um 9 Uhr in Dijon: es regnet.

Jardin de Darcy

Vorbei am Jardin de Darcy, eine Garten- und Brunnenanlage aus dem Jahre 1880. Die Anlage umschliesst einen 40 Jahre älteren, grossen Trinkwasserspeicher, der durch Ing. Darcy für die Bewohner der Altstadt erbaut wurde. Die Bassins, der Wasserfall, Treppen und Balustraden erinnern ein klein wenig an die Wasserspiele der Villa d’Este in Tivoli/Rom.

Porte Guillaume

Vor der Porte Guillaume, 1788 auf den Fundamenten eines mittelalterlichen Stadttores errichtet, machen Plakate auf die in der Altstadt geltende Maskenpflicht aufmerksam. Es regnet immer noch.

Halles de Dijon

Mit Regenschirm und angenässter Kleidung rette ich mich an der Masken- und Desinfektionswache vorbei in die gedeckte Markthalle. Hier ist es trocken. Und angenehm. Ein Paradies auf Erden. Mein Gott, wie armselig ist unser Basler Markt. Unter dieser von Ingenieur G. Eiffel inspirierten Struktur aus Glas und Eisen findet man alle burgundischen Köstlichkeiten, für die das Land bekannt ist und die einem den Mund wässrig machen: Epoisses, Jambon persillée, Geflügel, Fleisch von Charolais-Rindern, Wein.

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Halles de Dijon
Halles de Dijon: Poulets de Bresse

Geplant und erbaut wurde die Halle auf dem Gelände eines alten Dominikanerklosters in den Jahren 1873 – 1875 durch lokale Ingenieure, inspiriert durch Bauten von G. Eiffel. Fläche: 4.400 m2, Gesamthöhe: 13 Meter. Die Halle ist in zwei Hauptkreuzschiffe mit vier Pavillons gegliedert und beherbergt bis zu 246 Geschäfte.

Halles de Dijon: Le „petit“ Persillée. Immerhin etwa 30 x 20 cm Querschnitt.
Halles de Dijon: Hier scheint alles grösser
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Halles de Dijon: nur mit dem Emmentaler wills nicht richtig klappen
Halles de Dijon: 4 Poissonniers für eine Stadt, die kleiner ist als Basel
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Halles de Dijon: Goûts et Saveurs

Schade, dass ich nicht an eine Kühltasche gedacht hatte. Das passiert mir kein zweites Mal. Trosttee zum Aufwärmen und Trocknen: ein Kännchen vorzüglichen Yunnans, im Le Paï-Sho mit einer grossen Auswahl und zuvorkommender Bedienung durch den Inhaber.

Gegen 11 Uhr bricht die Sonne durch die Wolken, gleich neben den Hallen treffe ich auf Wandkunst, die das Thema der Hallen reflektiert, davor noch mehr Kunst. Kunst der andern Art. Da ich keinen Jambon persillée nach Hause tragen konnte, wollte ich auch keinen weiblichen Torso unter dem Arm mitschleppen. Ohne Schinken und Kunst läuft es sich entschieden leichter. Wird fortgesetzt…

Halles de Dijon: Wandmalerei mit weiblichen Torsi im Regen

20 Kommentare zu „Dijon I: Abseits des Doubs (32)“

  1. Diese Architektur! Einfach toll! Für Regen muss man inzwischen dankbar sein… ich geh heute mit meinen Kindern zum globalen Klimastreiktag. So viel Schönes auf diesem Planeten muss gerettet werden…

  2. Die Bahn ist doch eine gute Erfindung! Und Dijon bietet ja auch etwas für schlechtes Wetter – die Markthalle ist wunderschön.

    Klasse, dass Du das beste daraus gemacht hast.

  3. fantastisch diese markthalle…..schön kann ich dank dir und dem internet, dijon vom „ofenbänkli“aus geniessen. dankeschön 👋🏼❤️🐝&👑🐶 welcher gestern die wenigen eierschwämme, die kamen,gefunden hat😃. ich hoffe der regen lässt nun die 🍄🍄auch in meiner gegend wachsen.

  4. Cher Monsieur
    Markthallen sind für Geniesser immer Höhenpunkte. Dijon ist einer. Selbst für Burgunder mit Migrationshintergrund. Freitagabend mit klei-nem Gepäck. Übernachtung und dîner à deux, Samstagmorgen in Les Halles, verköstigt mit kleinen Leckereien, mit der Kühltasche auf den Heimweg ins Südburgund. Vielleicht mit einem nachmittäglichen Zwi-schenhalt in Beaune; na ja.

  5. Eifach toll – daas isch Läbe!
    Danggscheen für di Bricht, wo mi sehr aaspricht. Im Momänt halt au ich mi sehr zrugg – aber irgendwenn chunt‘ s bestimmt besser. Sälbscht mi „Riis-Uszyt“ muess warte …
    Dini Ziile und Helge mache mi richtig gluschtig – P.S. d‘ Côte(s) de boeuf sin e Augeweid für sich 😉

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