Brizza 2019

Aller guten Brioches sind Drei. Nach der Toetché jurassienne und der Briche mit Kardy, Lauch und Fonduta folgt eine Brizza. Der Name Brizza steht bei mir für BriochePizza. Une tarte Briochée franco-italienne. Was immer man mit der guten, alten Pizza anstellt, sie bleibt das Mass aller Dinge, das Original. An einer guten Pizza gibt es nichts zu verbessern. Doch ist die Brizza keine Pizza. Basta. Wenn ich so etwas erfinde, dann mit Blick auf Frau L., die leider keine echte Pizza mehr schlucken kann.
Brizza kennt man auch in Bayern und Franken, doch dort handelt es sich um eine BreznPizza. Pizza auf Brezelteig zu Bier und Lederhosen. Die Idee ist gar nicht schlecht. Doch ist darum ein Namensstreit entbrannt. Wer hats erfunden? Bayern oder Franken? Ich nicht. Lassen wir sie streiten.


Mein bewährter Allzweck-Briocheteig mit Mutterhefe gibt den Boden, belegt mit Mozzarellacreme, Tomaten und etwas Basilikumpesto. Den oder die Mozzarella könnte man ja einfach in Fetzen reissen und auflegen, aber als Creme passt sie besser zu der zarten, luftigen Unterlage.
Dann wäre noch das Jahrgangsattribut 2019 zu klären: Im Tiefkühler fand ich gefrorene Sommertomatenfilets (orange verblichen) und Pesto (olivengrün verfärbt) aus dem Jahre 2019. Höchste Zeit, die Ware zu verkochen.

Zutaten und Zubereitung

Vorbereitungen: Tags zuvor Mutterhefe aktivieren.

Briocheteig: von meiner Toetché, siehe dort

200 g Zopfmehl oder Weissmehl
100 g  aktive Mutterhefe (20 g Mutterhefe mit 40 g Weissmehl und 40g Wasser aktiviert)
8 g Frischhefe (ich weiss immer noch nicht, ob sie neben der Mutterhefe benötigt wird, sicher ist sicher)
10 g Zucker
2 Eigelb
50 g Butter, weich
ca. 0.7 dl Milch
4 g Salz

(1) alle Zutaten für den Teig (ausser Salz) in der Rührschüssel der Küchenmaschine total 20 Minuten auf Stufe 1-2 kneten. Das Salz nach der halben Knetzeit unterstreuen. Anschliessend 2 Stunden zugedeckt an einem warmen Ort der Küche aufs doppelte Volumen gehen lassen.
(2) Teig zwischen Backpapier für ein 28-er Blech rund auswallen, mit Papier in das Blech legen (mit dem von mir verwendeten 26-er Blech wird der Boden etwas gar soliede). Den Rand von Hand hochdrücken. Boden stupfen und nochmals 30 Minuten gehen lassen. (ein Zuviel an Teig könnte man auch zu kleinen Brioches verbacken). Rand mit Eiweiss bestreichen.

Mozzarella Creme:

ca. 150 g Büffelmozzarella, in kleine Stücke geschnitten, abgetropft
ca. 50 g Val Lesina, klein geschnitten (Halbhartkäse aus dem Veltlin)
1 Eigelb
0.3-0.5 dl Rahm, nur soviel zum Mixen nötig ist
Weisser Pfeffer, Muskatnuss, Salz

(3) Käse und Eigelb im Rahm in einem Mixbecher oder mit dem Mixstab zu einer dicken Creme mixen, würzen.
(4) Ofen auf 200°C Umluft aufheizen.

Tomaten- und Pestobelag:

2 Handvoll enthäutete, leicht anconfierte Tomatenfilets Sommerernte 2019. Geht auch mit frischen, anconfierten Tomatenfilets 😉
ein paar TL Basilikumpesto Sommerernte 2019
ein paar TL Tomatenpassata aus dem Glas, damit noch was richtig rotes auf die Brizza kommt
ein paar frische Februarbasilikumblättchen aus dem Gewächshaus, damit noch was Grünes auf die Brizza kommt
Salz, weisser Pfeffer

Montage:

(5) Die Mozzarella Creme mit einem Spachtel vorsichtig auf den weichen Briocheteig aufstreichen. Die Tomatenfilets in die Creme legen, etwas Pesto und Passata darauf verkleckern.
(6) In den vorgeheizten Ofen schieben, Ofen auf 190 °C zurückstellen. Die Briochetarte etwa 30 Minuten backen. Ggf. abdecken.
Danach die Basilikumblättchen aus dem Cellophanbeutel zupfen und aufstreuen.

Obwohl die Brizza zart und weich, konnte Frau L. auch davon nichts kosten. Plan misslungen. Ich lasse den Kopfteil im neuen, elektrischen Pflegebett von der Sitzposition wieder auf Horizontallage herunter. Frau L.: Dieses Luxushotel gefällt mir nicht. Ich will nach Hause.

15 Kommentare zu „Brizza 2019“

  1. bei einer so schönen länderübergreifenden speise kann die orientierung leicht verloren gehen 🙃.
    es grüsst ❤️aus den punschkugeln (kuchenresten aus tk) 🐝mit 👑🐶 und wünscht alles gute🍀

  2. Wie schön deine Brizza aussieht! Es kann weder mit ihrem Aussehen noch mit dem luxuriösen Etablissemenet zu tun haben, dass die Brizza dennoch nicht unwiderstehlich war!

  3. Sehr interessant, diese Brizza. Das merke ich mir für den sommer, wenn es wieder gute Tomaten gibt, denn confierte habe ich keine.
    Säfte haben zum Glück einen hohen Nährwert. Ovomaltine (Ovi?)
    bringe ich nicht hinunter. Wahrscheinlich fehlen mir die Schweizer Gene..
    Liebe Grüße

  4. Die Brizza sieht sehr köstlich aus und regt an zum Nachmachen. Wie wäre eine „dünnere“ Käsecreme oder eine Tomatencreme zum Füttern? Jeweils mit Sahne verdünnt und ohne zu kauende Restlein? Immerhin Bewertung Luxushotel, das ist doch schon gut. Wir üben uns im positiv sehen….Ganz lieben Gruß, Sunni

  5. Lieber lamiacucina,
    ich lese – als ungefähre Altersgenossin -Ihre emails und bin in Gedanken bei Ihnen. Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Frau L die möglichste aller Besserungen.
    Viele Grüße Elke Müller-Risse

  6. Lieber Robert, so Schade, dass Frau L. nur noch Flüssiges zu sich nehmen kann, wo Du doch so abwechslungsreich und fein kochst.
    Es ist so traurig.

    Alles Liebe.

  7. Lieber Robert, du bist mir immer wieder ein Lichtblickspender. Deine Rezepte und Kommentare machen Lust auf freudvolles Kochen und Backen! Leider erlebe ich zurzeit genau dieselbe traurige Situation mit meiner Mutter wie Du mit Frau L. Ich wünsche uns Allen viel Kraft,
    Geduld und zwischendrin ein kleines Lächeln !
    Herzlich, yvonne

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