F-25150 Pont-de-Roide (Doubs 34)

Wenn schon nicht Paris, dann ein Katzensprung über die französische Grenze, nach Pont-de-Roide. An den Ufern des Doubs. Wieder einmal. Frau H. kennt hier eine schöne Gratwanderung entlang der Crêt des Roches in einem Naturschutzgebiet. An den Schattenhängen über Goumois liegt noch Schnee, tief unten glitzert der Doubs. Der Himmel blau, eiskalt.

Wieder runter nach Saint Hippolyte und nach wenigen Kilometern sind wir in Pont-de-Roide. Natürlich kein Vergleich mit Paris. Rund 4000 Einwohner. Schönstes Gebäude der Stadt: das Hôtel de Ville.

Hässlichstes Gebäude: der Lidlschuppen (links daneben, ohne Bild). Die übrigen Häuser irgendwie dazwischen. Mittagessen im Restaurant La Tannerie am Ufer des Doubs. Einfach, ordentlich, freundlich. Danach hoch zum Parkplatz des Fort des Roches auf 615 Meter Höhe.

Die Festung Fort des Roches wurde zwischen 1874 und 1880 am Rande einer Klippe errichtet, die sie an seiner Nord- und Westseite unzugänglich macht. Sie überwachte das Doubs-Tal, die Straße von Vesoul nach Saint-Hippolyte, die umgebenden Plateaus und sicherte das südlich von Montbéliard gelegene Fort Mont-Bart vor Umgehung. Die Kommunikation erfolgte zu Beginn mit optischer Telegrafie.

Als Folge der Niederlage von 1871 und des Verlusts von Elsass-Mosel (im französisch-deutschen Krieg) wurde von Dünkirchen bis Nizza ein neues Verteidigungssystem von isolierten polygonalen Forts errichtet. Insgesamt wurden 212 Forts, 18 Schanzen und 156 Festungen neu erbaut.

Endlose Gänge,

die teils an verlassene psychiatrische Kliniken erinnern. Sinnbild des kriegerischen Irrsinns.

Das Design der Latrinen scheint seit 2000 Jahren keine Fortschritte gemacht zu haben; jene z.B. in Ostia antica im alten Rom waren in Marmor gehauen und auf Sitzhöhe angebracht. Siehe Bild bei wiki

Nur in der Küche wächst hoffnunfsfrohes Suppengrün aus dem Festungsgraben in den Fensterausschnitt.

Nach dem Rückfall des Elsass-Mosel 1918 an Frankreich verschob sich die Grenze wieder an den Rhein. Die meisten Fortifikationen der Nord-Ost-Flanke verloren an militärischem Wert, weil sie zu tief im Landesinneren lagen. Sie wurden grossenteils aufgegeben oder 1936 in die spätere Maginotlinie integriert.

Nach soviel Düsternis & Dunkelheit durften wir auf der Wanderung entlang der Felskrete Sonnenschein und erste Frühlingsblüten (unten das immergrün Felsenblümchen) geniessen. Die Welt könnte ohne Kriege so schön sein.

7 Kommentare zu „F-25150 Pont-de-Roide (Doubs 34)“

  1. „Die Welt könnte ohne Kriege so schön sein“ – wie wahr!!

    Danke fürs Mitnehmen auf euren schönen Ausflug und für die schönen Bilder.

    Liebe Grüße Eva

  2. Wieder ein schöner Beitrag, danke!
    Könnte es sein, dass in der email-Benachrichtigung dazu ein technischer Fehler existiert? Da gab es etwa tausend zufällig erscheinende Zeichen…hmmm.

  3. Das mit den Zeichen hatte ich auch (auf dem Handy) – hat sich aber stabilisiert.
    Alles Gut weiterhin!

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