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Corzetti alla polceverasca. Pasta aus dem Val Polcevera

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Corzetti alla polceverasca

Letztes Jahr habe ich hier Croxetti (mestolo sei Dank) vorgestellt, mit hölzernen Prägestempeln ausgestanzte, runde Pastamedaillen. Die Ursprünge der gedruckten Croxetti stammen aus der Renaissance, in der einzelne  ligurische Adelsfamilien ihr persönliches Wappen auf der medaillenförmigen Pasta anbrachten.  In Ligurien gibt es aber noch eine bäurische Variante der Croxetti bzw. Corzetti: Jene aus dem ländlichen Val Polcevera, einer nördlich von Genua gelegenen Talschaft. Sie werden ausschliesslich von Hand hergestellt in der Form einer verdrehten Acht.

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Nahaufnahme

Die verdrehte Acht ist ein hübsches, im Jugendstil häufig anzutreffendes Ornament. Seemänner legen Tauwerk in verdrehten Achterschlaufen um sie besser verstauen zu können. Pastamänner verdrehen kleine Pastaringe in eine Achterschlaufe, damit sie sich besser mit Sauce füllen. Ich halte mich an das Rezept von Alain Ducasse in Die mediterrane Küche.

Dazu gibts eine köstliche Walnusssauce. Und wieder ist eine der über tausend italienischen Pastasorten abgehakt.

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Die kann man nicht kaufen !

Zutaten
für 2 Personen

für die Corzetti:
200 g Weissmehl
ca. 8 Eigelb, wenn der Teig zu fest wird noch eins

für die Walnuss-Sauce:
1 Knoblauchzehe
300 g geschälte Walnüsse
200 ml Olivenöl
Gemüsebrühe nach Bedarf
Blätter von 6 Majoranzweigen (steht nicht bei Ducasse)
Salz, Pfeffer

Parmesan, frisch gerieben, zum aufstreuen

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Walnussauce mit Majoran

Zubereitung
für die Corzetti:
(1) Mehl und verquirlte Eigelb in der Teigschüssel der Küchenmaschine zu einem homogenen Teig mischen und verkneten. In Folie einschlagen und 2 Stunden kalt stellen.
(2) Aus einem Kichererbsengrossen Stück Pastateig erst einen kurzen Teigstrang rollen (eine ca. 4-5 cm lange Wurst), die beiden Enden verbinden und einen Ring in Eheringgrösse formen. Eine Hälfte des Ringes um sich selber drehen (um 180°) so dass eine Acht entsteht. Mit Daumen und Zeigfinger beider Hände die beiden entstandenen Öffnungen wieder zusammendrücken. Im Internet findet man auch andere Anweisungen, die jedoch zu unansehnlichen, jämmerlich eingedellten Dingern führen.

für die Walnuss-Sauce:
(3) Die Walnusskerne mit der Knoblauchzehe und den Majoranblättchen in kleinen Mengen im Mörser zerstossen, bis sie zu Püree geworden sind. Olivenöl langsam zugeben und einarbeiten. Nach Bedarf mit Gemüsebrühe verflüssigen. (ich hab alles zusammen im Gewürzmixbecher gemixt). Salzen und Pfeffern.

Corzetti in kochendem Salzwasser al dente garen, abgiessen, mit etwas Olivenöl beträufeln. Mit Pfeffer würzen und mit geriebenem Parmesan bestreuen und vermischen.
Walnuss-Sauce als Spiegel auf einen heissen Teller vorlegen. Corzetti darauf anrichten.

Anmerkung
Der Rand meiner Corzetti ist mir, wie man auf der Vergrösserung sieht, etwas zu dick geraten. Der Achterwulst müsste dünner sein. Wenn man den Dreh mal raus hat, sind die Corzetti aber mit (etwas Aufwand) und Geduld einfach und formschön herzustellen. Die Sauce schmeckt aber auch zu gekaufter Pasta, z.B. Trofie

Croxetti stampati al battuto di pinoli

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Seit 2 Jahren habe ich Corzetti oder Croxetti bei uns vergeblich gesucht. Kürzlich hat sie mir mestolo mit ihren Croxetti mit Oregano-Pesto wieder in Erinnerung gerufen. Wenige Tage später laufe ich im Tessin zufällig an Croxetti. Ein Zufall kommt doch selten allein. Da musste eine Packung mit.
Die Ursprünge der gedruckten Corzetti stammen aus der Renaissance, in der einzelne  ligurische Adelsfamilien ihr persönliches Wappen auf der medaillenförmigen Pasta anbrachten.  In Ligurien werden sie entweder mit Fleischsugo, mit Basilikumpesto (Pesto genovese) oder Nuss- und Pinienkernpesto (Pesto alle noci, battuto di pinoli, aromatisiert mit Majoran) gegessen.
Traditionell werden sie mit Holzstempeln hergestellt. Die Stempel bestehen aus Holz, idealerweise Olivenholz und handgeschnitztem Wappen und einem untern Teil zum ausstanzen der Medaille.  Erhältlich sind die Stempel in der Altstadt von Genua: z.B. La botteghetta magica, Via della Maddalena 2, Genova oder im Internethandel.  Die hier verkauften Corzetti kommen aus der Fabrik und werden maschinell gestanzt.

Mich hat der Majorangeschmack des pesto interessiert, ich servierte sie mit einem battuto di pinoli,  einem elektrisch  „gehämmerten“ Pesto. Ein Pesto der anders schmeckt als der übliche Basilikumpesto, eine wunderbare Vorspeise oder Hauptmahlzeit. Die Prägung ist weniger eine Machtdemonstration, damit wird mehr Sauce an die Pasta gebunden.

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Croxetti und Rest-Majoran, der den Winter überstanden hat

Zutaten
Hauptmahlzeit für 2

für den Pesto:
70 g Pinienkerne, ohne Fett in der Pfanne leicht angeröstet
40 g Parmesan (L.: von meinem Alpsbrinz)
2 kleine Knoblauchzehen
ca. 50 ml Olivenöl extra
1 Bund Majoran (zugekauft),
8 Blättchen Basilikum zum abrunden
Salz, Pfeffer
Ein paar Tropfen Zitronensaft

ca. 200 g Croxetti

Zubereitung
(1) Pinienkerne mit den Blättern aus 3-4 Zweigen Majoran, Knoblauch, den Basilikumblättern, dem Käse und Olivenöl im Cutter oder Handmixer zu einer Paste mixen, würzen mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft.
(2) Croxetti nach Angaben der Packung in siedendem Salzwasser aldente kochen, mit dem pesto sowie 2-3 Elf. Kochwasser vermischen und mit reichlich Majoranblättern und ein paar zurückbehaltenen Pinienkernen servieren.

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Wappen des Hauses Savoyen und Ähren

Ich hätte anstelle des Wappens der Savoyer mein eigenes Wappen anzubieten: Ein dürrer Ast. Die einen sagen,  dass es die Familie lamiacucina nie auf einen grünen Zweig gebracht habe, andere meinen, die Familie setze sich immer auf  angesägte Äste. Beide könnten Recht haben.

Croxetti Wappen Gescannt

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