Dreschersalat

Wer findet die Wurst ?
Drescherznüni: Wer findet die Wurst ?

Ich drische, Du drischst, Er drischt. Mit solchen Konjugationsübungen hat man uns Kinder früher gequält. Drischt heute überhaupt noch jemand mit Dreschflegeln ? Frau L. kann sich noch schwach erinnern, Dreschmaschinen waren in der Nachkriegszeit noch rar, Mähdrescher gabs sowieso keine. An Dreschtagen im Herbst wurden Taglöhner angestellt. In der ersten Arbeitspause am Morgen gabs ein Drescherznüni. (Nüni = 9 h). Bestehend aus Wurst mit sehr viel (blonden) Zwiebeln obendrauf und Bier und Brot. Dreschen ist staubig und gibt Durst. Unsere sanften Cipolle di Tropea sind ideal für einen Zwiebelsalat. Und ich, hungrig des vielen Strohdreschens, bin dankbarer Abnehmer. Ein sanfter und absolut folgenloser bäurischer Salat.

Zutaten
für 2 Personen:
2 Cipolle di Tropea oder andere, milde Zwiebeln
2 Cervelat (Fleischwurst)
Salatsauce der Frau L.

Zubereitung
Wurst in Scheiben schneiden und auf einem Teller auslegen. Die Zwiebeln schälen und auf dem Gemüsehobel in feine Ringe schneiden und über die Wurst verteilen, bis man die Wurst nicht mehr sieht. Sauce drauf. Mit Schwarzbrot servieren.

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9 Kommentare zu „Dreschersalat“

  1. Das erinnert an eine Fahrt in den unwegigen Bergen Kretas, ein kleines Kafenion hatte auf, aber nichts zu essen, einzig beste Zwiebeln mit Olivenöl konnten gereicht werden (Brot war auch aus). Aber allein das reicht für ein köstliches Mahl (vorausgesetzt es ist keine Zwiebelsupermarktware).

  2. @Eva: hast die Zwiebeln mit der Gabel hochgelupft ?

    @the rufus: Dreschersalat 🙂

    @kulinaria: das kann ich mir lebhaft vorstellen, die vier Stunden, bis der nächste öffentliche Bus kommt, waren im Kafeneion gut angelegt.

  3. Wunderzwiebeln, auch haben will!! Von wievielen Zwiebelsorten muss man sich blähen lassen, bis man die richtige findet? Ich liebe rohe Zwiebeln (als Frankfurterin bei Handkäs‘ mit Musik damit aufgewachsen), jedoch die Konsequenzen am oberen und unteren Körperende (Zwiebelatem allenthalben) wirken etwas abschreckend, wenn man innerhalb der nächsten 12 bis 24 Stunden noch unter Menschen gehen möchte. Aber angesichts solcher Rezeptideen möchte man eine einsiedlerische Zwiebelversuchsphase starten. Einfach. Gut.

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