Endlich eine Anwendung für die doppelwandigen, italienischen Thermogläschen, die ich unlängst zu einem Drittel des bei dum.Bo verlangten Preises erstanden hatte. Das Sauerrahmeis schmeckt wunderbar zitronig, frisch, mit leichtem Beerenaroma und lässt sich auch nach einer Woche bei minus 23°C im Tiefkühler durchgefroren problemlos portionieren. Lila oder Altrosa ? Es schmeckt ausgezeichnet.
Zutaten
½ dl Vollrahm
1 Becher Saurer Halbrahm 500 g
90 g Zucker
60 ml Invertzuckersirup
Feingeriebene Zitronenschale von ½ Zitrone
4 Elf. Zitronensaft
10 Brombeeren
10 Himbeeren
1 Elf. Heidelbeeren (echte)
Zubereitung
(1) Zucker mit der Zitronenschale und -Saft verrühren, auf 60° erwärmen, bis der Zucker gelöst ist. Erkalten lassen.
(2) Beeren und Invertzuckersirup mit dem Stabmixer mixen. Absieben hätte nicht geschadet.
Danach die Zucker Zitronen-lösung und die beiden Rahmsorten untermixen. Kaltstellen und im Glacegerät zu Eiscreme frieren.
Als Fruchtsauce habe ich ein Handvoll Heidelbeeren mit einem Elf. Zucker und einem Schuss roten Portweins aufgekocht, mit wenig Maizena eingedickt und erkalten lassen.
ein Beitrag aus den Ferien zum Farbenevent von Uwe:
Die Gemeinde in der Nähe von Basel trägt den Namen des ersten römischen Kaisers Augustus (63 v. Chr-14 n.Chr.). In der Folge der Eroberung der Zentralalpen und Ausweitung der Reichsgrenzen bis zu Rhein und Donau kam es hier um 15 v. Chr. zu einer Koloniegründung. Soldaten wurden nach dem Ende ihrer Dienstzeit als Veteranen mit einer Landparzelle abgefunden und in den neu eroberten Gebieten angesiedelt. Jede Kolonie verfügte über ein beträchtliches Umland mit mehreren Siedlungen und Gutshöfen.
Augusta Raurica: Säulenreste
Augusta Rauricorum liegt auf einer Hochfläche, nahe des Rheines. Der Ort entwickelte sich zu einer lebhaften, römischen Stadt mit zeitweise über 10’000 Einwohnern. Während der langen Friedenszeit vom 1. bis zum 3. Jahrhundert n.Chr. wurde Augusta Raurica zu einem wichtigen Wirtschafts- und Handelszentrum. Die Stadt lag am Knotenpunkt von drei wichtigen Verkehrsrouten. Hier trafen sich die Süd-Nord-Verbindung über den Grossen St. Bernhard in die nordwestlichen Grenzgebiete des Reiches, die West-Ost-Verbindung von Gallien an die obere Donau und nach Rätien. Ein Grossteil des Personen- und Warenverkehrs gelangte hier an den Rhein, der selbst einen wichtigen Verkehrsweg bildete. In der Antike wurden Güter, wenn immer möglich, auf dem Wasserweg transportiert.
Augusta Raurica: Halbrund des TheatersAugusta Raurica: Blick durch das Theater auf das gegenüberliegende keltische Heiligtum
Augusta Raurica bot seinen Einwohnern alles, was zum römischen Leben gehört. Blühendes Handwerk, Kunstschaffen, Delikatessen aller Art: Schinken, Speck, Brot, Wein. Zur Unterhaltung gab es für die Gebildeten ein Theater, für die Unterschichten ein Amphitheater, verschiedene Foren, gedeckte Einkaufszentren, diverse Tempel, mehrere öffentliche Bäder und eine unterirdisch geführte Kloake.
Augusta Raurica: Gang durch die Kloake
Die verkehrsgeografische Lage und das fruchtbare Umland brachten der Stadt bis gegen die Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. einen kaum unterbrochenen Aufschwung. Das überbaute Gebiet umfasste schliesslich mehr als 100 ha. Siehe Stadtplan
Ein Grossteil der Bevölkerung der Kolonie lebte in den zahlreichen Gutshöfen der näheren und weiteren Umgebung. Was diese Gutshöfe über ihren Eigenbedarf hinaus produzierten, wurde in der Stadt gehandelt oder weiterverarbeitet. Archäologisch belegt sind neben Händlern insbesondere Bäcker, Metzger, Gerber, Beindrechsler und -schnitzer, die alle auf landwirtschaftliche Erzeugnisse angewiesen waren. Aber auch das Kleingewerbe lässt sich belegen, u.a. durch Töpfer, Ziegler, Bronzegiesser, Schmiede, Maler, Schreiner und Zimmerleute und Glasbläser.
Augusta Raurica: rekonstruierte Getreidemühle in der BäckereiAugusta Raurica: Holzbackofen
Im Mittelpunkt römischer Koloniestädte stehen stets öffentliche Bereiche und Bauten. Jedes wichtige Gebäude erhielt seinen Platz angewiesen. Zentrum der Stadt war der Marktplatz (forum) mit Jupitertempel und Rathaus (curia). Während die Gebäude in de Gründungsjahren noch mehrheitlich aus Holz erstellt waren, wurden ab den Jahren 50-80 n. Chr., hauptsächlich in Stein gebaut.
Augusta Raurica: Grundmauer der curiaAugusta Raurica: Jupitertempel als 1:1 MaquetteAugusta Raurica: eines der im Keller der curia gezeigten MosaikeGerümpelschuppen mit antiken Stützen
Die Gründe für den Niedergang der Koloniestadt sind vielfältig. Die Krise des römischen Reiches führte zwangsläufig auch in der Provinz zu einem politischen, wirtschaftlichen und sozialen Niedergang. Mit dem Fall des Obergermanisch-Rätischen Limes im späten 3. Jahrhundert n.Chr., musste die Reichsgrenze aufgrund des militärischen Drucks der nach Süden drängenden Germanen wieder an die Ufer von Donau, Iller und Rhein zurückgenommen werden. Die häufigen Alemanneneinfälle führten zu massiven Zerstörungen in der Oberstadt, zu einer Abnahme und Verarmung der Bevölkerung. Manche der Verbliebenen zogen sich in den Schutz des inzwischen stark befestigten Kastells am Rhein zurück.
Augusta Raurica: Statue eines Bürgers aus echtem Stein gehauen
Das Ende der Römerzeit an der Rheingrenze begann mit dem Abzug der Truppen im Jahre 401. Doch lassen sich römische Traditionen und Strukturen bis ins frühe Mittelalter nachweisen. Augusta Raurica diente der Stadt Basel über Jahrhunderte als Bezugsquelle für behauene Steine.
Noch heute lassen sich bei einem verstohlenen Blick in die Gärtchen der Einfamilienhäuser im heutigen Augst wahre antike Kunstschätze entdecken. Kunst ist eben zeitlos ;-).