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Doubs der Unschlüssige (13) Vallée de la Loue

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Die Loue, als wasserreichste Karstquelle des Jura, ist einer der wichtigsten Zuflüsse des Doubs. Sie entspringt im Gemeindegebiet von Ouhans in 535 m Höhe  und fliesst dann in weit ausholenden Schleifen durch die Region Bourgogne-Franche-Comté, um letztlich bei Parcey, südlich von Dole, in den Doubs zu münden.

Die Quelle der Loue besitzt einen magischen Reiz. Am Fuss einer gewaltigen Felswand bricht der junge Fluss aus einer grossen Höhle tosend und voller Leben hervor. Das Quellwasser stammt unter anderem vom oberen Doubs, der bei Pontarlier teilweise versickert. Dieses Phänomen wurde 1901 entdeckt, als eine Absinth-Destillerie in Pontarlier in Brand geriet und größere Mengen Absinth in den Doubs ausliefen. Einige Tage später roch das Wasser der etwa 14 km entfernten Louequelle stark nach Anisschnaps.

Spricht man vom Vallée de la Loue, muss man auch vom französischen Maler Gustave Courbet (1819-1877) sprechen. Im verschlafenen Kleinstädtchen Ornans wurde er geboren, er studierte in Besançon und Paris Malerei. In Ornans entstanden seine wichtigsten Bilder. Courbet erregte mit seiner einfachen, realistischen Bildsprache Aufsehen und Widerstand in künstlerischen und politischen Kreisen. Courbet war der Hauptvertreter der realistischen Malerei in Frankreich und hatte damit einen grossen Einfluss auf die Entwicklung der nachfolgenden Malerei. 1870 floh er vor der französischen Justiz in die Schweiz, wo er im Waadtland seine letzten Lebensjahre verbrachte.
Die Loue-Quelle inspirierte G. Courbet zu einem seiner schönsten, aber auch dem berüchtigsten Gemälde der Kunstgeschichte: L’Origine du monde, der Ursprung der Welt. Das Bild wird von facebook&Co. nach wie vor blockiert, google versteckt es notdürftig zum Schutz der Jugend. Ach ja…, die Jugend ist natürlich findiger, als sich das IT-Spezialisten erdenken können.

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Gedenkplakette der Gebirgsstrasse nach Ornans. Immerhin ist erwähnt, dass auch die Bevölkerung zur Kasse gebeten wurde.

Genug der hehren Kunst. Vom Plateau oberhalb der Quelle führt eine steile, in den Fels gehauene Gebirgsstrasse über Lods in das Tal der Loue (Vicky Leandros besingt übrigens mit „Theeeo, wir fahr’n nach Lodz“  eine andere Stadt).  Lods ist als Bilderbuchstädtchen in der Liste der „Les plus Beaux Villages de France“ klassifiziert. Daher besteht hier Anhaltezwang mit Fotografierpflicht zu Beweiszwecken.

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Lods, Brücke und die wieder aufgebaute Burg
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Lods, einige Bürgerhäuser, die Kirche und die Loue-Schwelle

Im Talboden angelangt, führt die Strasse entlang der Loue nach Ornans. Die Loue erreicht dasselbe Ziel etwas langsamer, dafür mit mehr Andacht.

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La Loue, kurz nach Lods

Ornans, der Hauptort des Départements Doubs. Rund 5000 Einwohner.

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Ornans, Unterstadt

Sigismund, nachmaliger König der Burgunder, gründete 515 die Abtei von Agaune (Saint Maurice) und schenkte ihr einen großen Teil der Grafschaft Warasch (Varais), die das ganze Gebiet des Oberlaufs des Doubs bis Besançon hin umfasste. Der Ort Ornans ist erstmals 1151 urkundlich erwähnt und gehörte zu dieser Zeit den Grafen von Burgund.

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Ornans: Stadtkirche St. Laurent, 16. Jahrhundert

Im Zentrum der Altstadt an der Loue sind die Adels- und Bürgerhäuser aus dem 15. bis 18. Jahrhundert und die Brücke Grand Pont sehenswert.

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Ornans: Das Ancien Hotel de Grospain aus dem 15. Jahrhundert
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Ornans: Die Rue St. Laurent mit ihren Bürgerhäusern

Zu allen Zeiten immer wieder das Wüten von Mensch gegen Mensch: Kriege, Verwüstungen, Plünderungen und Brandschatzungen. Hin und wieder Pestilenz. Im 19. Jahrhundert erlebte der Ort durch seine Lage am Fluss und dessen gewerbliche Nutzung  einen Aufschwung. Heute sind die Alstom und eine Verpackungsfirma die grössten Arbeitgeber.

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Ornans: Postkartenmotiv Grand Pont im „Petit Venise“
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Links das Musée Gustave Courbet

Am Place Gustave Courbet und in dessen Verlängerung, der verkehrsreichen Rue Vernier, befindet sich die Restaurantzeile. Der Guide Michelin empfiehlt das Restaurant Courbet mit Blick auf die Loue. Ich hätte gerne im Griotte in Saules gegessen, ein paar Kilometer ausserhalb von Ornans. Wenn es denn nicht gerade geschlossen gewesen wäre.

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Ornans: Place Gustave Courbet

Winterreisepause.

Quellen:

La Loue wiki (f)
Gustave Courbet wiki
Ornans wiki (f)
Headerbild: La Reflexion, G. Courbet

15 Kommentare zu „Doubs der Unschlüssige (13) Vallée de la Loue“

  1. Herrliche Fotos von einer wunderschönen Landschaft!
    Ich bin sehr froh darüber das zumindest virtuell miterleben zu können.
    Danke dafür!
    Schade, dass du Winterpause einlegen musst, aber verständlich.
    Liebe Grüße an euch und einen schönen Sonntag
    Eva

  2. Eifach prächtig und au sehr interessant! Dr Quellehelge am Aafang erinneret mi fascht eglai an‘ e Iigang zer Unterwält.
    Häärzlige Dangg fir di Bricht und e scheene Sunntig.

    1. Das müssen ja grosse, unterirdische Höhlensysteme sein, die den Querschnitt für solche Wassermassen aufweisen. Da muss ich aber nicht hinein. Auch dir einen schönen Sonntagabend.

  3. Courbet ist ein Maler, der es verdient, dass man sich mal mit ihm beschäftigt. Und das Haus im rechten Winkel zu seinem Musée möchte ich am liebsten bewohnen.Schönen Sonntag

  4. Oh wie schön, da kommt sie die Vorwinterreiseetappe. Durch Ornans würde ich auch gern noch einmal wanderen. Danke für den tollen Bericht und die wunderbaren Fotos, denen man – und nicht nur dem Flüßlein – die Andacht und Freude ansieht. Herzliche Grüße, bis bald! Sunni

  5. Wunderbarer Bericht, schöne Bilder, Deine. Die Mode hat sich der Quelle der Loue angepasst, beinahe ohne Vegetation.
    Grüsse, Erich

  6. Hups, wieso habe ich die schönen Bilder verpaßt? Und ja, ich weiß genau, welche Corbet-Gemälde du meinst… tsss, das ausgerechnet das unter Jugendschutz fällt…

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