Galettes de Sarrasin

Personalessen, nachgekocht

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Auch in bewegten Zeiten wie diesen, hilft Essen zu überleben. Einfach, nur einfach, ja nichts kompliziertes. Fasnachtsflüchtig erwarb ich in der Molkerei von Réussilles im Jura 1 Pfund tagesfrischen (noch warmen) Sérac (Ziger, Molkenkäse). Mein Gott, was mach ich denn mit dem wieder? Da kam mir eine Rezeptidee des 2-Sternekochs Stéphane Décotterd, die er in seiner Küche als Personalessen realisierte, gerade recht. Bin ich doch in unserem Haushalt nicht nur Geschäftsführer, sondern besorge gleichzeitig Haushalt, Küche, Wäsche, Glätterei, Büro, Reinigung, Gartenarbeiten im Jura, die Pflegestation und Therapieabteilung sowie als Fuss- und Velokurier die Beschaffung des Betriebsmaterials in Personalunion. Und das viele Personal ist ständig hungrig, will verpflegt sein und murrt, wenn die Zeit nur noch für Fertigpizza reicht.

Buchweizen-Galettes mit Ziger, Honig und Rauke


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Zutaten und Zubereitung
für 2 Personen und 4 Pfannkuchen resp. 5 Galettes

für die Galettes:
110 g Buchweizenmehl
250 g Wasser, lauwarm
3 g Salz
1 kleines Ei
20 g Butter, geschmolzen

für die Füllung:
200 g Sérac (Ziger)
100 g Rucola, geputzt
1-2 EL flüssiger Honig
ein paar Walnusskerne
Salz
Pfeffer
1 Ei pro Galette

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1) Salz im Wasser lösen, das Mehl gut unterrühren, zudecken und über Nacht im Kühlschrank quellen lassen.
2) Anderntags das Ei, danach die Butter untermixen. Eine grosse, beschichtete Pfanne einbuttern, wenig Teig in der Pfanne verteilen und Galettes backen, die bei mir meist zu Pfannkuchen werden. Danach wenden. Die Rückseite nur noch kurz backen, damit der Teig nicht bricht. Auf einem vorgewärmten Teller im Ofen bei 70°C zugedeckt warm halten.
3) Den Ziger in grosse Würfel schneiden und in einer beschichteten Pfanne in wenig Olivenöl allseitig anbraten, Honig und Nüsse zugeben, würzen mit Pfeffer und Salz und leicht karamellisieren.
4) Spiegeleier braten, würzen.
5) Rucola in wenig Butter ganz kurz anziehen und leicht würzen.
6) auf warme Teller anrichten und servieren.


Vier Pfannen, von wegen einfach. Das Personal war mit dem Essen für einmal zufrieden und sicherte mir zu, auf Zusehen hin weiter bleiben zu wollen.

24 Kommentare zu „Personalessen, nachgekocht“

  1. Soo fein und farbefroh! Do lohnt sich sogar (bi/für mir/mi) d‘ Aaschaffig vonere vierte glaine Brootpfanne.
    I wynsch Eych e scheene Sunntig.

  2. Hallo,
    das sieht aber lecker aus!
    Erst einmal denkst du: „Ein einfaches Essen“, dann aber erkennst du den Pfiff dieser Galettes und das wunderbare Zusammenspiel der Zutaten. Werde ich nachkochen und mit verschiedenen Käsen ausprobieren.
    Danke und viele Grüße,
    Matthias

  3. Du hast das Personal aufs Allerbeste verwöhnt!
    Du bist ein wahrer Tausendsassa im Heim und am Herd…..das kann nur wahre und jahrelange Liebe bewirken.
    Frau L. kann (und wird) sich glücklich schätzen.

    Habt einen schönen Sonntag
    Liebe Grüße Eva

    1. Das Personal bin ich 🙂 Frau L. isst nicht mehr viel und beklagt sich nicht. Und auf mein erstes IKE… gestell bin ich mächtig stolz. Seit 30 Jahren wollte ich die Gerümpelkammer ordnen und habs jetzt endlich geschafft. Eine schöne Woche für euch beide.

    1. unter uns: das alles gehört zum Pflichtenheft einer Hausfrau und die hat oft noch Kinder zu betreuen. Und die macht das einfach still und leise und ohne Lärm wie unsereiner.

  4. Das sieht ja köstlich aus. Ich werde es nachmachen. Vielen Dank für die vielen schönen Rezepte und Reisebeschreibungen.

  5. oh, ein mann für alle fälle! sieht sehr schön aus, aber 4 pfannen😱. bei den enziankartoffelkäsepuffer bin ich erst beim nippen am enzian. prost-auf eure gesundheit/genesung👋🏼❤️🐝🐶

      1. das kann ich auch und zwar besser als kochen. habe viel erfahrung da ich erst vor kurzem IKE untreu wurde 😃. gute zeit 👋🏼❤️🐝🐶

  6. Wunderbare Idee und auch noch so toll umgesetzt. Da sieht man, wozu die Personalunion führt: Zu Meisterleistungen! Beste Grüße! (Was könnte ich statt des unerreichbaren Zigers nehmen?)

    1. wiki: „Zieger (Deutschland, Österreich) wird ein Molkenkäse bzw. Frischkäse bezeichnet, der aus der Molke durch Ausfällung des Resteiweißes durch Säure gewonnen wird.“ Im Prinzip ein Ricotta, aber trockener, kompakt und schnittfest. Ist bis zu 10 Tagen haltbar.

      1. Lieben Dank, aber das bekomme ich hier nicht. Ich überlege, ob es auch mit einer Art Feta ginge….Und Schreiben ist in manchen Fällen ein sehr guter Reiseersatz. Doch, ja!Ich warte noch immer auf ein Buch, das die Flusstour mit Rezepten würzt. Das wäre absolut toll.

  7. Robert, du hast eine so tolle Schreibe rund um deine Rezepte, ich könnte tausende von Seiten von dir lesen. Danke für deine so unkonventionellen und erfrischenden Blog-Beiträge!

    1. wenn du wüsstest, wie schwer ich mich mit schreiben tue! Kochen und etwas dazu schreiben geht bei mir nicht. Erst brauche ich eine Geschichte, dann koche ich etwas dazu. 🙂

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