Salat mit Buchenkeimblättern

Das Jahr 2020 war hierzulande eine gutes Buchenjahr. Der Waldboden im Winter mit Bucheckern übersät. Die Spähtrupps der Bergfinken vollauf damit beschäftigt, die Vorkommen zu registrieren und dem hungrigen Hauptschwarm mitzuteilen. Im Winter vermag ein einzelner Bergfink pro Tag nicht weniger als 30-50 Bucheckern zu essen. Dennoch bleiben genügend Nüsschen unentdeckt liegen, die im Frühjahr keimen und zu neuen Buchen heranwachsen.

Mischwald mit Salbeiblüten auf der Magerweide

Auf einer unserer Wanderungen entdeckte Frau H. am Waldboden mit ihrem Blick für alles Grüne die vielen zweiblättrigen, fächerförmigen Keimblätter (Kotyledone) der Rot-Buche die ich -ohne ihren Hinweis- übersehen hätte. „Essbar“, beschied sie. Also, füllten wir unsern Wanderbeutel damit. Wenn der Wald Millionen von Bergfinken ernähren kann, wird er auch uns zwei Menschlein nicht darben lassen.

Die beiden Keimblätter des pflanzlichen Embryos mit den ersten Laubblättern

Bis mein Bericht erscheint, werden die Buchentriebe ihre Laubblätter bereits ausgetrieben haben. Zu spät, um die Keimblätter noch zu ernten. Wer diese verpasst, kann sich im Spätherbst aus den dreieckigen Bucheckern einen nussigen Pesto zubereiten.

Salat mit Buchenkeimlingen

Zutaten und Zubereitung

Salat für 2 Personen

1 kleiner Kohlrabi, 150-200 g, geschält
30 g Buchenkeimblätter, gewaschen, trocken geschleudert
1 Hand voll Baumnuss-/Walnusskerne
2-3 EL Baumnussöl (Walnussöl)
1-2 EL Apfelbalsamessig
1 TL Dijonsenf
1 kleine Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer

Zubereitung
(1) Kohlrabi schälen und in feine Julienne schneiden.
(2) Baumnüsse grob hacken und trocken im Ofen bei 180°C leicht anrösten.
(3) Öl, Essig, Senf und gepressten Knoblauch in einem kleinen Glas schütteln und mit dem Kohlrabi gut mischen. 15 Minuten ziehen lassen, dann die Buchenkeimblätter und die Baumnüsse untermischen und abschmecken.

Die Keimblätter der Rotbuche sind oben grün, auf der Unterseite hell. Sie schmecken angenehm nussig, etwas herb, weswegen ich einen süssen Balsamessig verwende. Sie sind kaum bitter und passen sehr gut zu Kohlrabi.

Was nicht heissen soll, dass wir uns fortan ausschliesslich grün und von den Gaben des Waldes ernähren wollen: der Hauptteller hier bestand aus dem Gericht Sellerie-Taleggio-Birne mit knusprig gebratenen Würfeln von Bauchspeck (!) und aufgestreuten Buchenkeimblättern 🙂



21 Kommentare zu „Salat mit Buchenkeimblättern“

  1. Was gibt es Schöneres als Wanderungen mit Ernten verbinden zu können = ihr macht das genau richtig, wie man auch den köstlich gedeckten Tellern ansehen kann!

    Liebe Grüße und schöne Pfingsttage
    Eva

  2. Ich bestelle gleich einmal ein paar Gläschen vom Bucheckern-Pesto – sollte ja rechtzeitig sein. Bauchspeck oder ähnliches als Beilage treibe ich schon auf 😉

  3. LIEBER HERR SPRENGER ,

    ES IST DOCH TOLL WAS DIE NATUR SO BEREITSTELLT !

    …UND WAS MAN DARAUS MACHEN KANN !….

    DA HEUTE HASE & TIGER 36 JAHRE VERHEIRATET SIND GEFÄLLT UNS DIESES KLEINE GESCHENK DER NATUR ZUM GEGEBENEN ANLASS…( GESTERN BEIM BEPFLANZEN DER KÜBEL , EINE KLEINE WALNUSSSCHALE , DIE DAS HAUSEICHHÖRNCHEN FÜR UNS HINTERLASSEN HATTE ! HERZIG ODER ?

    EINEN EHER KÜHLEN UND VERREGNETEN PFINGSTGRUSS ,

    Mit herzlichem Gruß Petra Schwede-Zimmermann

    >

  4. Wanderungen im Wald sind ein Traum! Und dieses Jahr durch den vielen Regen gibt es so viel Grün. Wir sind einige Wochen später dran als Ihr; vielleicht finde ich ja noch Buchenkeime.

    Ich finde es immer wieder toll, was man alles aus der Natur essen kann. Frische Lindenblätter zum Beispiel mag ich auch gerne.

  5. ich habe letzten herbst meinen sammelbeutel mit den hütchen gefüllt , zum basteln😄…..allerdings haben sie noch den status „lager“.
    geh jetzt aber zuerst dörrfrüchte verarbeiten.
    schöne pfingsten
    👋🏼❤️🐝👑🐶

  6. Endlich einmal ein Pfingsten mit dem gerade richtigen pfingstlichen Grün. das freut Herz und Seele, und wie man bei euch sieht: auch den Magen. Frohe Pfingsten p.

  7. Was für tolle Ideen! Das ist etwas für den nächsten Spaziergang. Vielleicht sollte Frau H. so einen kleinen internen Leserkurs machen, damit wir von dem vielfältigen Wissen profitieren? Ist es nicht schön, was Natur so für uns parat hält? Alles Liebe und viele genüßliche Spaziergänge und Essen! Sunni

  8. Schöne Geschichte die Überleitung zu Dürrenmatt, gelesen pflichtbewusst gelesen und die Dichtung als unerschöpfliche Quelle, ist ein Spaziergang in die Küche auch ohne oben genannte Rezeptur. Hier in der Großstadt und immer mit dem Fahrrad unterwegs kaum möglich, aber wir haben ja den Viktualienmarkt und dort werde ich die Zutaten schon bekommen…. und sicherlich auf meine Weise nachkochen
    Viele Grüße aus München!
    Kornelia

  9. sehr interessant, wir haben gerade keine richtige Küche zum Nachkochen, aber jede Menge Hauseichhörnchen und die Idee wird abgespeichert.
    Muss ich eigentlich jedesmal E-Mailadresse und Namen neu eingeben um einen Komentar zu senden, oder geht es auch einfacher? Ich bin weder bei wordpress, twitter oder facebook.

    1. Gebratene Hauseichhörnchen gibts auf diesem Blog keine 🙂
      Den Anmeldeprozess zu vereinfachen, geht m.W. nicht. Allenfalls kannst du deine e-mailadresse als Kürzel im Browser festlegen.

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