Alb-Leisa auf unschwäbische Art

Bei einem Besuch von Herr und Frau Buchfink in meinem kurzfristig und probehalber geöffneten Basler Bistro brachten sie uns -einmal mehr- kleine, köstliche Alblinsen mit. Danke! Am darauf folgenden Weekend setzte sich auch im Jura endlich der Sommer durch, was die Kochlust erheblich minderte. Dennoch kochten wir uns gemeinsam ein warmes, vegetarisches Linsengericht mit orientalischem Einschlag. Frau H. dämpfte selbstgesammelten Giersch mit Spinat und briet dazu Bio-Tofu. Ich kochte die Linsen nach einem abgewandelten Rezept der aus dem Zollernalbkreis stammenden Tanja Grandits. Gemeinsam Kochen erfreut Herz und Gaumen und belässt einem mehr Freizeit.

Zutaten und Zubereitung

Alb-Leisa

90 g kleine Linsen
2 EL Olivenöl
50 g Zwiebel, fein gewürfelt
1 Knoblauchzehe, fein gewürfelt
50 g Karotten, fein gewürfelt
80 g Knollensellerie, fein gewürfelt
1 EL Tomatenpüree
200 g Cherrytomätchen, geschält, halbiert
1 Lorbeerblatt
2 EL Rosmarin, Nadeln fein geschnitten
1/2 TL Kreuzkümmel, frisch gemahlen
1 EL Sherryessig
Salz, schwarzer Pfeffermischung

(1) Linsen kalt abspülen, in einem Topf mit Wasser bedecken und 10 Minuten köcheln. Wasser abgiessen.
(2) Zwiebeln und Knoblauch in einem Topf in Olivenöl farblos dünsten. Karotten und Sellerie beigeben und 3 Minuten mitdünsten. Tomatenpüree unterrühren und kurz mitdünsten.
(3) Tomätchen, Lorbeer und wenig Wasser zugeben und 10 Minuten köcheln.
(4) Linsen, Rosmarin und Kreuzkümmel zugeben, salzen und weitere 10 Minuten köcheln.
(5) Abschmecken mit Essig, Salz und Pfeffer

Kardamom-Spinat mit Tofu

200 g Bio-Tofu in grossen Würfeln
Ingwer, geschält und gerieben
Knoblauch, fein gewürfelt
Zitronensaft
Sojasauce
4 EL Sonnenblumenöl
1 grosse Zwiebel, gehackt
4 Knoblauchzehen, zerdrückt
1 cm Ingwerwurzel, geschält und gerieben
150 g frischer Spinatsalat
150 g Giersch, mit Stielen
1/2 TL Kurkuma, gemahlen
1 Msp. Chilipulver
6 Kardamomkapseln, geschält und gemörsert
3/4 TL Salz

(1) Ingwer, Knoblauch und Zitronensaft mit Tofu über Nacht einlegen.
(2) Öl in beschichteter Pfanne erhitzen und Tofu braten, bis er leicht braun ist. Mit Sojasauce ablöschen. Warm stellen.
(3) Zwiebeln und Ingwer in das verbliebene Öl geben und goldbraun braten.
(4) Inzwischen Spinat und Giersch im Dampfgarer 1 Minute dämpfen und dazu geben, Knoblauch, Kurkuma, Chilpulver, Kardamom und Salz beifügen und 2-3 Minuten dünsten.
(5) Tofu dazugeben und unter Rühren garen, bis das Gemüse trocken ist.

20 Kommentare zu „Alb-Leisa auf unschwäbische Art“

  1. Hallo verehrter Koch des täglichen Lebens!

    Kann man das Basler Bistro besuchen?
    Seit langem lese und erfreue ich mich an den Schweitzer Rezepten und an der wunderbaren Selbstironie die mir am Morgen in mein Bett flattern.
    Herzlichen Gruß
    Henning von Gierke

    1. Lieber Henning, mein Basler Bistro besuchen, wollten schon einige meiner Leser, doch haben das bislang nur Wenige geschafft, ganz einfach weil das Bistro eine Fiktion ist. Liebe Grüsse.

  2. Ene köstliche Variante der auch von uns sehr geschätzten Alb-Leisa! Welchen Wein gab es zu dieser sicher kräftigen Mahlzeit?

  3. OH das klingt rundum fantastisch! Das Rezept merke ich mir, da bei mir seit einigen Monaten (ungeöffnete) Alblinsen rumstehen. Und ich mag ja Linsen wirklich gerne, außer Linsen & Spätzle (der Grund, warum ich als Kind keine Linsen mochte – weil ich nur das kannte).
    Gruss,
    Sarah

  4. Das liest sich mega lecker, vieleicht schaffen wir es damit gegen die Gierschplage anzuessen.
    Danke, dass du Frau Hs Wildkräuter Wissen mit uns teilst.

  5. Das sieht sehr gut aus und liest sich so, als könne auch der Normalkoch/köchin das nachfertigen. Diese Linsen habe ich hier noch nie gesehen, aber man kann sie sicher schicken lassen. Und Giersch hat es ja soweit das Auge reicht…Herzlich, Sunni

  6. Schöne Idee, den Tofu mit Giersch zu kombinieren. Ich habe gerade einen mit chinesischem Spinat auf dem Blog – stelle mir aber Brennessel-Giersch auch super dazu vor. Das ist meine Quer-durch-den-Garten-Blattgemüse-Version, die immer mal verkocht wird, wenn ich sonst nichts grünes habe. Eigentlich blöd, gesünder und schmackhafter als das meiste grüne Blattgemüse, das man kaufen kann – sollte ich öfter machen.

    Und die Linsen dazu gefallen mir.

    1. Neulich hatten wir auch Distelkohl-„Spinat“. Geringfügig bitter und gesund. Wenn man eh beinahe jeden Tag im Wald spazieren geht, kann man sich das Supermarktgemüse schenken.

  7. Das ist ein wunderbares Rezept für die geliebten Leisa.
    Ich wünsche euch ganz viel schönes gemeinsames Kochen und
    Essen am traumhaften Steintisch!

  8. Hallo, möchte das Rezept am Wochenende nachkochen, bin mir aber nicht ganz sicher zu den Mengenangaben.
    Beziehen sich die Angaben auf zwei oder auf 4 Personen?
    Gruß Markus

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