
… die Frist, die ich mir für meine Dauerbloggerei gesetzt habe.
Waren es im ersten Jahr meiner Blogtätigkeit noch etwa 30 Blogs, die ich täglich gelesen habe, sind es heute über 200, die ich lese oder mindestens überfliege. Da ich einer von jenen bin, die alles gründlich machen wollen, kann man sich leicht ausrechnen, dass ich täglich 3 bis 4 Stunden ausschliesslich damit zubringe. Zeit, die mir für das Unterhalten des eigenen Blogs fehlt. Das merkt man meinen Beiträgen an, sie sind nicht mehr so verfasst, wie ich mir das wünsche. Aus Zeitdruck ist manches zur Fliessbandarbeit geraten, nur um dem Anspruch, beinahe täglich zu bloggen, gerecht zu werden.
Will ich das ? Wozu ? … Nein.
Hinzugekommen ist die kommerzielle Vereinnahmung der Blogger. Die täglichen Anfragen an den „sehr geehrten Herrn Webmaster“ nach Blogverlinkungen und Produktempfehlungen. Awards, Aufforderungen zur Teilnahme an Produktetests und an Miss-Superblogwahlen. Mitansehen, wie sich sonst durchaus vernünftige Menschen von den Verlockungen des Kommerzes korrumpieren lassen.
Will ich das ? Wozu ? … Nein.
Nach zwei, drei (vergeblichen) Anläufen, an meiner Publikations-Frequenz etwas zu ändern, nach dem Anraten verschiedener Kolleginnen, kürzer zu treten (weniger sei mehr), bin ich zur Einsicht gekommen, auf diese Empfehlung einzugehen. Kochen, Essen und Bloggen sollen mir weiterhin Vergnügen bereiten.
Um mein Zeitmanagement wieder ins Lot zu bringen, werde ich meine täglichen Gewohnheiten ändern müssen, selektiver lesen, selektiver kommentieren, weniger schreiben. Einfach weniger. Von Allem weniger.
Die Kochbloggerszene hat sich in den vergangenen 5 Jahren stark ausgedehnt, hat sich von einer lockeren Interessen-Gemeinschaft zu einer fragmentierten und teilweise satellisierten Szene gewandelt. Wahre Spitzenköche (meist Köchinnen), Gelegenheitsköche und Alltagsköche buhlen um die Gunst der Leserschaft und es werden immer mehr. In der Flut der Angebote gilt das Prinzip: Je lauter, desto besser wird man gehört. Neue und leise auftretende Blogs haben zunehmend Mühe, ein grösseres Lesepublikum um sich zu scharen. Da schadet es nichts, wenn einer von den Mittelaltbloggern sich wieder zurücknimmt und das Feld Jüngeren überlässt.
Statt anaximandrischer Dauerblogger will ich künftig nur noch Gelegenheitsblogger sein. Meine Küche wird sich dabei nicht ändern. Mit den als Folge sinkenden Leserzahlen wird auch das kommerzielle Interesse an meinem Blog wieder verschwinden. Ich werde wieder mehr Zeit haben und darf in Ruhe wieder kochen und so wird sich alles wieder einrenken. Kein Aprilscherz. C’est la vie. Selawie 🙂
https://www.youtube.com/watch?v=ldHNwp7LbXc