Vorgesehen war die Fahrt zur Doubsquelle, aber für solch lange Reisen wars mir zu heiss. Begnügen wir uns heute mit dem Val du Dessoubre. Ein über 30 km lang gezogenes, sehenswertes, wenig besiedeltes Tal, durch das sich der Dessoubre, ein Nebenfluss des Doubs, in vielen Windungen zieht. Der Dessoubre fliesst bei St. Hippolyte in den Doubs und versorgt den bis dahin schwächelnden Fluss mit frischem und unbelastetem Wasser.
Die Zufahrt aus der Schweiz über Morteau und Fuans gibt Gelegenheit, Würste nachzutanken. Hinter Fuans beginnt das Tal mit der Felsarena von Consolation-Maisonnettes.
Ein steiler, ca. 150 Meter hoher Felsenzirkus, an dessen Fuss die Karstquelle des Dessoubre entspringt. Oben auf dem Fels liegt einer der beiden Aussichtspunkte, das Bellevue de Consolation, der auf stotzigem Fussweg erklimmt werden muss. Aussicht: viel Wald, wenig Kloster und fast kein Fels. Denn dieser liegt unter den Füssen. Dafür kann man sich auf einer Tyrolienne, einer 500 Meter lange Drahtseilrutsche, auf die andere Talseite rutschen lassen. Aber was soll ich dort, hier bin ich ja sowieso. Und gerutscht wird nur während der Sommermonate, sonst verirren sich hieher nur wenige Touristen.
Das Kloster von Consolation-Maisonnettes geht auf eine der Notre Dame de Consolation (Maria Trost) geweihte Kapelle des 15. Jahrhunderts zurück. Ende des 17. Jahrhunderts wurde hier ein Kloster gegründet, das später als Priesterseminar diente. Heute ist ein spirituelles Zentrum einquartiert. Barock zweiter Klasse. In Gottes Namen. Damals kannten sie nicht anderes. Interessanter sind die Anlagen der Electricité de France. Zeugen dafür, dass die Elektrizität seit geraumer Zeit im Tal angekommen ist.
Nach Consolation führt die Strasse abwärts, alles entlang dem Dessoubre, der die Richtung vorgibt. Manchmal wird das Tal eng, felsig, der Fluss zwängt sich durch sein schmales Bett. Hin und wieder öffnet sich das Tal, macht kleinen Weilern und Ortschaften Platz. Eine schöne, abwechslungsreiche Fahrt.
Kurz nach Consolation trifft man auf die restaurierte Moulin Girardot, eine ehemalige Sägemühle.
Weiter talabwärts liegt, direkt am Dessoubre, eine gute Fischbeiz (La truite du moulin, Ortschaft Cour St. Maurice) mit Zuchtforellen aus dem Fluss. Dumm nur, dass an diesem Tag gerade eine Armada Cabrioletfahrender Herrenfahrer das Restaurant belegt hatte. Muss ich nicht haben. Ein andermal. Nach den Porsches präsentierte sich das Tal wieder still, ruhig und schön.
Gleich unterhalb der Brücke von St. Hippolyte liegt der Zufluss des Dessoubre in den Doubs. Den sparen wir uns für die nächste Etappe, die Hungerbekämpfung mittels des vorzüglichen Comté aus dem örtlichen Käseladen hatte Priorität.










Schöne Gegend, schöne Bilder. Die Fischbeiz merke ich mir, die Charcuterie natürlich auch.
Keine Sensationen, keine Schneeberge, keine Seilbahnen, nur kleine Seen…Jura!
Wenn der Barock schon nichts taugt, dann bleibt nur der Trost der getankten Würste und der Fromagerie. Nicht zu verachten. Danke für die schönen Bilder und einen schönen Sonntag.
Ist ja auch schön, wenn man für seine Ausflüge immer wieder an denselben Tankstellen vorbei muss. Schönen Sonntag auch euch beiden!
Schöner Ausflug bei herrlichstem Wetter mit schönen Fotos. Die Sägemühle hätte es mir besonders angetan.
Liebe Grüße und einen schönen Sonntag für euch
Eva
Danke dafür, dass es weiter geht. Die Porscheherren braucht es dazu nicht. Tolle Fotos und ebensolche Beschreibungen. Hach, was wäre ich gern wieder dort in der Gegend!Danke! Herzlich, Sunni
Inzwischen ist das Wetter auch im Nordosten schön geworden. Man muss geniessen, was man hat. Eine gute Woche wünsch ich Ihnen!
Das tun wir auch, wie und wo immer es geht. Trotzdem bleibt die Sehnsucht im Herzen. Aber vielleicht ist das auch gut so. Ihnen auch einen gute Woche!
Ohne Sehnsüchte wäre die Welt arm. Danke.
Eifach scheen – Danggscheen!
Und als Dipfli no Morteau-Wurscht und Comté-Kääs.
Daas isch Lääbe 🙂
und nachts wieder im eigenen Bett 🙂
Wunderbar dieses immerwieder weiterspinnen eines Flusslaufes mit unterschiedlichsten Facetten. Habe nun aber noch ein Anliegen und hoffe es kann über die Kommentarfunktion beantwortet werden. Vor einiger Zeit wurdeim Blog eine romanische Kirche beschrieben mit einem Christopherus? Bild welches die mittelalterlichen Menschen mit der Bitte sie vor einem „plötzlichen“ Tod zubeschützen, verehrt worden sei. Könnte mir aufgezeigt werden wie ich ihn finden kann? Hintergrund: als Hospizbegleiter mache ich immer wieder die Erfahrung wie beglückend es für Menschen noch sein kann eben diesen in unserer Gesellschaft als positiv angesehenen, raschen Tod nicht zu erleben sondern wie auch immer Abschied nehmen zu können und sie Belastendes noch gelöst zu haben. Danke
mein Gedächtnis lottert zwar mehr und mehr, es ist aber immer noch flexibler als google:
Danke, ja das war der Bericht 🙂
Am Dessoubre sind wir oft und gerne. Sommer und Winter. Und immer mit unserem Möbelwagen.
liebe Geüsse vom Muger
Auf den Dessoubre bin ich u.a. auch durch deinen Blog gekommen.