Hopper

Hopper: Bilder einer Ausstellung

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Hopper: Cape Cod Morning, 1950

„Er ist so gefällig. So leicht zu verstehen. So einfach zu bewundern. So sorglos aufzuhängen. So kompatibel mysteriös“ (Zitat Tagesanzeiger). Bis zum 17. Mai 2020 kann man sich in der Fondation Beyeler Hoppers Stadt-, Industrie-, Haus-, Seen- und Land-Landschaften ansehen. Teils mit verstörenden Menschen, die scheinbar ausdruckslos in der Szenerie sitzen oder stehen und in die Leere schauen. Bilder, die ausserhalb ihrer Einrahmung so viel zu erzählen haben.

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Bilder und ihre Betrachter

Eine der einsamen Frauen, aus einem leeren Innenraum in eine unbekannte Weite blickend. Was sieht sie? Was erwartet sie?

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Hopper: High Noon, 1949
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Bild, Blick, Klick
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Hopper: Route 6, Eastham, 1941
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Dasselbe Bild mit Abstand

Einsamkeit und Abgeschiedenheit einer Eisenbahnlinie, inszeniert in einer endlosen Weite.

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Hopper: Railroad Sunset, 1929

Geheimnis- und spannungsvolle Weite auch in einem wenig bekannten Bild:

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Hopper: Road and Trees, 1962

In manchen der Bilder von Hopper mischen sich Einsamkeit, Melancholie und Strenge. Obwohl still, sind sie zugleich voller Spannung, ähneln Standbildern aus Filmen, doch die Handlung bleibt verborgen. So erstaunt nicht, dass bekannte amerikanische Schriftsteller sich von Werken des Malers Edward Hopper zu Kurzgeschichten inspirieren liessen (Nighthawks. Stories nach Gemälden von Edward Hopper).
typisch: Mobil-Gas Station, ohne Auto, ohne Handlung. Was tut der Tankwart?

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Hopper: Gas, 1940

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Der Maler und seine Epigonen

Wenig bekannt sind Hoppers Zeichnungen: Kohle und Aquarelle, denen die Fondation einen ganzen Raum widmet.

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Cars and Rocks, 1927
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Hopper: ??? Creek, Aquarell, erinnert mich an den Doubs bei St. Ursanne

Hopper arbeitete viele Jahre als Werbeillustrator und konnte bis zu seinem 42. Lebensjahr nicht von der Kunst leben. Mit Hilfe seiner Familie und eigenen Ersparenissen besuchte er auf mehreren Reisen Europa. In seinen Frühwerken, hier eine Pariser Szene an der Seine, ist der Einfluss des französischen Impressionismus gut zu erkennen.

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Hopper: Le Bistro or the Wine Shop, 1909. Detail

Am Ende des Ausstellungsrundgangs wird ein von der Fondation angeregter Kurzfilm von Wim Wenders gezeigt. Im Film „Two or Three Things I Know about Edward Hopper“ lässt Wenders Schauspieler Szenen aus Hoppers Bildern beleben. Geschichten, mit filmischen Mitteln weitererzählt.

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Benutzte 3-D Brillen bitte hier deponieren

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23 Kommentare zu „Hopper: Bilder einer Ausstellung“

  1. Ich war in New York zweimal in Museen mit großen Hopper Sammlungen, sah aber nur vier Bilder. Sie hatten die Bilder nur in den Archiven. Ich werde wohl jetzt nach Basel fahren. *gehtZügeundHotelsgoogeln

  2. So, lieber Robert, du bist schuld 🙂 Dieser Bericht mit deinem so typischen Blick für Details war der letzte „Schubs“: Wir haben nun Bahn- und Museumstickets und freuen uns auf den Besuch.
    Liebe Grüße Anne (annzoe)

  3. Hallo Robert,

    vielen Dank für den Bericht. Die Ausstellung ist (wie bei Beyeler allgemein üblich) absolut sehenswert. Wann gab (oder gibt) es in Europa eine derartige (quantitative wie qualitative) Menge an Hopper-Bildern zu sehen. Der anfällige CO2 Verbrauch (bei einem Besuch der Bilder an ihren Plätzen in den USA) ist da ein fast vernachlässigbares Argument. Großartig sind auch die Zeichnungen und Aquarelle, welche leider allgemein weniger im Fokus stehen.
    Als Tipp noch ein Verweis zu einem Film der auf ARDalpha lief: https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=video&cd=7&ved=0ahUKEwjpkvvK4dXnAhXJxcQBHYVVD0wQtwIISTAG&url=https%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3Dmcjld3-rApk&usg=AOvVaw0m1sMSzQM7piXQGIYv9aoj

    Gruß
    Thomas

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