Kochen in Krisenzeiten

Wenn Einkaufen keinen Spass mehr macht, heisst das noch lange nicht, dass sich das Essen dem tristen Gemütszustand anpassen muss. Hier ein bunter Bilderbogen gekochter Gerichte aus 8 Wochen Coronazeit, die ich gestern einseitig als beendet erklärt habe: Remakes oder nicht blogwürdig da ohne Rezept, weil Zutaten vergessen gingen, nichts aufgeschrieben oder schludrig fotografiert wurde oder einfach keine Zeit für den Blog da war. Dazu kam alle 3 Tage ein Laib Brot. Brot backen frisst viel Präsenzzeit. Auch wenn die eigentliche Arbeit von Hefen erledigt wird.

Headerbild: Der ehrwürdige Schweizer Butter-Zopf, erstmalig mit lievito madre gebacken, hält eine ganze Woche vor.

Brotkugeln, jede mit 65 g Teig gebacken. Zum Tennisspielen zu schwer, als Wurfgeschosse zu leicht. Aber wozu? Mit einem eingebackenen Trüffel  wärs eine Surprise geworden.

Boules de pain 20200125_121618

Ein Ausflug ins Jurahäuschen erdet mich jedesmal wieder: Thymian und Estragon mit letztjährigem Tannzapfen auf Gartenmauer. Hallo! Das ist kein Gericht!

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Rösti mit Spiegelei. Remake. Die Kartoffeln in ausgelassenem Fett von Guanciale und Butter gebraten.

Rösti Spiegelei 20200423_114845

Spargelhochzwei. Remake. Weisse Spargel an Grünspargel-Parmesansauce. Nach Bollis Kitchen. Neu grob gehackt statt gemixt. Möglich, dass ich noch ein hartes Ei drin hatte. Ich weiss es nicht mehr.

Spargelhoch2 20200510_131436

Hacktätschli (Fleischpflanzerl), Saucenresten, Pommes rissolées aus Noirmoutier Kartoffeln und gebratenem Laitue romain.

Buletten 20200523_122259

Sfogliata spinaci e formaggio: Blätterteigpastete mit Spinat, Schinken und Käse. Einst im Südtirol auf Schloss Freudenstein, Eppan, gegessen. Wieder einmal nachgebaut. Leider ist aus dem einfachen Schlosshotel ein Golfnobelresort „only for members“ geworden. Hier logieren und dinieren heute Menschen mit gehobenem Geschmack.

KS Freudenstein 20200406_122910

Dazu ein Glas Hauswein von „L“ („lies lamiacucina“). Verleiht Schloss-Feeling.

L wie lamiacucina20200430_134226

Das Passionsfruchtsoufflée von F. Girardet als Menuportion. In 25 Minuten gemacht. Bistrotauglich. Das  kommt auf die Karte.

Soufflee F.G. 20200427_124119

Und wieder einmal pasta, bevor ich das Pastamachen ganz verlerne: Taglierini aglio olio auf der Chitarra geschnitten mit viel Spitzpaprika nach R. Trettl.

Taglierini 20200515_112101

Taglierini 20200515_121039

Und der geliebte Avocadotoast aus dem Jahre 2007, mit Schinken und Estragon-Rahmquark.

Avocadotoast 20200318_123539

Avocadotoast 20200318_130352

Wenn Wetter schön, wird kein Brot gebacken, die Mutterhefe bloss gefüttert und ich fahre ins Juragärtchen: Arbeiten. Hecke und Gras schneiden. Jäten. Ruhen. Sünnelen. Die Pfingstrose ist trotz guten Zuredens eine Woche zu früh. Erde und Menschen haben offensichtlich Fieber. Ich wünsche allerseits einen schönen, gesunden Sommer. Auf Wiedersehen.

Pfingstrose 20200519_115643

33 Kommentare zu „Kochen in Krisenzeiten“

  1. …. ich schliesse mich dem Dank an, nicht nur für den Bildersegen sondern auch die erheiternden Kommentare allenthalben! Die Spargelhochzeit könnt ich mit meinen Kochkünsten schaffen … und das Thymianmäuerchen natürlich auch;-) Herzlichen Gruss aus W’thur

  2. Ein sehr schöner Ausflug in Deine Küche!

    Und ich freue mich so sehr für Dich, dass Du das Jura-Häuschen mit Garten hast – so etwas tut gerade zur Zeit der Seele mehr als gut!

  3. 🏰feeling und natur kommt bei 🐝 immer gut an. deshalb tapst hier in bälde ein 🐶 namens earl (=👑🐶), stellt mein leben auf den kopf 🙃und macht mich gleich zur countess 😳…………❤️dankeschön für all deine denk-und kochanstösse! auch euch einen erfreulichen sommer 👋🏼❤️🐝

    1. Earl? der Erste? Hat seine Vorteile: man kommt vermehrt an die frische Luft und bei Hunden darf man üblicherweise Chef bleiben. Bei Katzen wäre das anders. Das Jahr ist eh im Eimer, schauen wir noch das beste draus zu machen.

  4. Dein freundlicher Humor scheint mir wie so oft die am wenigsten verzichtbare Zutat in der Küche und am Computer. Danke, es schmeckt schon beim Zusehn, und ein Zopf (zumindest äußerlich wie deiner) wird uns die neue Heimarbeitswoche versüßen. Den rechtfertigenden Gang durchs Grüne haben wir schon genossen. Herzliche Grüße und Wünsche P.

    1. Lasst es euch gut gehen, das sind ja erfreuliche Nachrichten aus dem botanischen Garten. Heute war mir nicht ums Ausgehen und ich blieb zuhause. Durfte bei offenem Fenster als Schwarzhörer einem kleinen Kammermusikkonzert im Hof des Museums nebenan lauschen. Das hält auch mich wieder ein paar Tage über Wasser!

  5. Alles, was ich sehe, ist bistrotauglich. Wäre in einem solchen Fall der Weg nicht so weit, kämen wir alle naselang vorbei. Und hätte das Bistro samt seinem verehrten Chef auch den verdienten Ruhetag, egal: wir ergötzten uns an den Bildern und führen zufrieden wieder nach Hause.
    Herr und Frau Sandkorn aus Schleswig-Holstein
    PS: Vorgestern ein Festtagsschmaus: Zucchini-Krapfen! Zucchini von Robert/Susanna im Pasta-Teig von Micha Salzkorn. Sollte unbedingt auch auf die Bistro-Karte!

    1. mein Handy sagt mir jeden Tag, dass ich die Linsen putzen solle, weil schmutzig. Das sieht man den Fotos an. Dafür hab ich die Hände desinfiziert und ein sauberes Taschentuch 🙂

  6. Mir macht einkaufen zur Zeit auch keinen Spaß. Aber hilft ja nix. Gut geplant, im Hofladen geht es, durch den Supermarkt wird gerannt und nicht rechts und nicht links geschaut, und wieder nach Haus.
    Und wenn dann solche Gericht wie bei Dir herauskommen, dann ist alles nicht so schlimm.
    Ich wünsche auch einen schönen Sommer!
    Liebe Grüße
    Katja

  7. Ich glaube nicht, dass im Schloßhotel Leute mit „gehobenem Geschmack“ dinieren, höchsten solche mit gehobenem Portemonnaie.Für die mit dem gehobenen Geschmack, also deine Leserschaft, hast du wieder allerlei reizvolle Vorschläge, fast zuviel für einen Sommer! Hoffen wir auf freudigere Zeiten.
    Liebe Grüße

  8. Hallo,Robert,
    Dein Hefezopf ist ein Bild,zum Freuen. Auch wie Du in den letzten Wochen Deinen Weg zu einem wunderschönen (und sicher noch viel wunderbarer schmeckenden) Brot beschrieben hast, ist einfach zugleich so umwerfend schön, so leichtfüßig komisch und so entwaffnend bodenständig, dass man einfach davor sitzt und eine Freude hat.
    Danke für diesen blog.
    Günther

  9. Hallo Robert. Vor beinahe 10 Jahren bin ich auf der Suche nach Steinpilz-Capuns auf deinen Blog gestossen und „hängen“ geblieben. Ich habe alle Rezepte und Reiseberichte mit grossem Vergnügen gelesen und mich an deinen Fotos aber vor allem an deinem unglaublich vergnüglichen UND intelligentem Schreib- und Kommentar-Stil gefreut. Sehr viele Rezepte habe ich mit Erfolg und zur Freude meines Mannes und etlicher Gäste nachgekocht und die Reiseberichte über den Doubs haben uns in etliche Gebiete der Schweiz und nach Dole gelockt. Deshalb nun endlich: DANKE! Tausend Dank und alles Liebe und Gute in und trotz diesen schwierigen Zeiten. Auf, dass es wieder besser werde. Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf deinen nächsten Beitrag. Liebe Grüsse aus Laax und Grossbasel am Rhein. Irene

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