Archiv der Kategorie: Besuch in..

CH-4102 Binningen: Pulverschnee – gut

CH-4102 Binningen 0_2012 02 04_2625
St. Margarethen

Montag, 6.2.2012, 14 Uhr
Wetter: schön bei -10 Grad
Schneehöhe: 5 cm
Pistenzustand: Pulverschnee gut – vereist
Skilift: keiner

CH-4102 Binningen 1_2012 02 06_2863
Schlittelhang St. Margarethen

Eiskaltes Wetter hat auch sein Vorteile. Das Auto bleibt in der Garage und ich komme einmal dazu, mich zu Fuss in der näheren Umgegend umzusehen. Binningen liegt als letzte Gemeinde am Fluss Birsig, bevor dieser in Basel bei der Heuwaage erst im Untergrund verschwindet, dann in den Rhein mündet.
Das Dorf selbst ist im Jahre 1004 in den Besitz des Bischofs von Basel gelangt. Etwas abseits vom Dorfkern, auf einer kleinen Anhöhe, liegt das Kirchlein St. Margarethen. Dessen Lage neben einem alten Hofgut lässt vermuten, dass es sich um eine mittelalterliche Eigenkirche handelt, also eine private Kirche, die sich ein reicher Gutsbesitzer neben seinen Hof bauen liess. Seit 1251 ist die Kirche als bischöflicher Besitz urkundlich belegt.

CH-4102 Binningen 0_2012 02 06_2868
St. Margarethen

Als Folge der Reformation gelangte das Kirchlein in den Besitz der Stadt Basel, die es 1530 samt Friedhof umgehend in private Hand verkaufte. Nach mehreren Handänderungen, Um- und Erweiterungsbauten, die zu dem heutigen Grundriss in Form eines Winkels führten, dient sie heute als Pfarrkirche der evangelisch-reformierten Kirche. Der nördliche Abhang wird von den Kindern im Winter gerne als Schlittelhang benutzt. Hier bin ich in jungen Jahren gerne runtergefahren.

CH-4102 Binningen 3_2012 02 08_2881
Schloss Binningen mit Bürgerhaus

Ferner stehen in Binningen zwei Schlösser, das eine, Schloss Binningen, wurde Ende des 13. Jahrhunderts als Wasserschloss erbaut. Das Basler Erdbeben im Jahre 1356 zerstörte die Anlage bis auf die Grundmauern. Das wiederaufgebaute Schloss brannte 1409 zur Ruine ab. Nach 10 Jahre wieder aufgebaut, wurde es bereits 1444 während des St. Jakobskrieges von den Habsburgern nochmals zerstört.

CH-4102 Binningen 4_2012 02 08_2884
Schloss Binningen

Das Anwesen wurde 1520 von einem Ratsmitglied der Stadt Basel gekauft, um zu verhindern, dass die ebenfalls kaufwilligen Solothurner ihren Einflussbereich bis vor die Tore der Stadt ausdehnen konnten.
Nach mehreren Handwechseln wurde der Weiher 1772 rund um das Schloss trockengelegt. 1960 kaufte die Gemeinde Binningen das Schloss. Heute wird darin ein Restaurant betrieben.

CH-4102 Binningen 5_2012 02 08_2885

Bekannt ist das sonst architektonisch weitgehend gesichtlose Binningen weniger durch seine Schlösser, als durch den deutsch-schweizerischen Schriftsteller und Schauspieler Curt Goetz (1888-1960). Der wurde zwar in Mainz geboren, besass aber von seinem Vater das Binninger Bürgerrecht und lebte zeitweise in der Schweiz. Seine bekanntesten Bühnenstücke sind Frauenarzt Dr. med. Hiob Prätorius, als Film ist mir Das Haus in Montevideo in Erinnerung. Daneben arbeitete er in einer Vielzahl von Filmen als Schauspieler oder Regisseur mit oder schrieb oder bearbeite Drehbücher wie etwa Die Tote von Beverly Hills.

Und nicht zuletzt: Binningen hat zwei deutschsprachige foodblogger hervorgebracht: Claudio von Anonyme Köche und meine Wenigkeit. Nach uns sind aber gottseidank noch keine Strassen benannt 😉

Quellen: Baselland, Altbasel

CH-4058 Basel: Vogel Gryff

CH-4058 Basel Vogel Gryff 5_2012 01 20_2413
Vogel Gryff, Gewicht des Kopfes: 35 kg

Freitag, 20. Januar war in Basel wieder Vogel Gryff. Der Vogel Gryff ist eine von drei heraldischen Kleinbasler Figuren. Das im „minderen“, rechtsrheinischen Teil der Stadt Basel organisierte, traditionelle Fest der drei Ehrengesellschaften zum Rebhaus, zur Hären und zum Greifen ist nach ihm benannt.

Am Vogel Gryff treten die drei personifizierten Schildhalter, der Vogel Gryff, ein Greif in schwerem Schuppenpanzer, der Wild Maa, ein grimmig blickender Wilder Mann mit einem ausgerissenen Tännchen in Händen, sowie der Leu, ein so gar nicht dämonischer Löwe, auf. Sie ziehen durchs Kleinbasel und führen dabei immer wieder ihre Tänze mit traditionell vorgeschriebenen Schrittfolgen vor. Die Figuren Vogel Gryff, Leu und Wild Maa wurden schon 1597 in einer Chronik als alter Brauch der drei Gesellschaften dokumentiert. Gemeinsam treten sie erst seit dem Jahr 1839 auf.

CH-4058 Basel Vogel Gryff 0_2012 01 20_2346
Der Wild Maa auf dem Floss

Etwa um 10.30 Uhr beginnt der Umzug mit der Rheinfahrt des Wilden Mannes. Der Wilde Mann fährt tanzend auf einem Floss bestehend aus überdeckten Langschiffen talwärts. Begleitet wird er von Trommlern, Bannerträgen und ohrenbetäubendem Krachen der Böllerschüsse, die aus dem mitgeführten Mörser abgefeuert werden.

CH-4058 Basel Vogel Gryff 1_2012 01 20_2357
Die Tänzchen vom Logenplatz an der Wärme aus

Mit einem Sprung geht er an Land und netzt dabei die Tanne. Sein grünes Wams hängt voller Aepfel, ein Fruchtbarkeitssymbol. Empfangen wird der Wild Maa unterhalb der Mittleren Rheinbrücke vom Vogel Gryff, dem Leu und ihren Begleitern, drei Trommlern und Bannerträgern, sowie vier Ueli (Narrengestalten), welche mit klappernden Büchsen Geld für Bedürftige sammeln. Seine Tänze führt der Wild Maa immer gegen das Kleinbasel gerichtet zu. Dem Grossbasel zeigt er den Hinterteil.

CH-4058 Basel Vogel Gryff 3_2012 01 20_2385
Vogel Gryff beim Tanz

Vor dem Kloster Klingental absolvieren die drei Schildhalter ihre traditionelle Tänze, die durch die schwarz behüteten Vorgesetzten der Ehrengesellschaften mit dem Lüften ihrer Hüte verdankt werden.

CH-4058 Basel Vogel Gryff 6_2012 01 20_2416
Der Leu mit seinem Hüpftanz

Die um 1225 erbaute erste Rheinbrücke in Basel führte zu einem raschen wirtschaftlichen Aufschwung Kleinbasels im 13. Jahrhundert. Im Delta des einst mäandrierenden Schwarzwaldflüsschens Wiese wurden Kanäle abgeleitet, Gewerbe siedelte sich an, die Bevölkerung nahm stetig zu. So zählte die Stadt Kleinbasel um das Jahr 1300 schon über tausend Einwohner. 1285 erteilte König Rudolf Kleinbasel die Stadtrechte.
Trotz enger, wirtschaftlicher Verflechtungen mit dem linksrheinischen Grossbasel besass das Kleinbasel eine eigene Gerichtsbarkeit und autonome Verwaltungsstrukturen. In dieser Zeit schlossen sich die Kleinbasler Bürger in den Drei Ehrengesellschaften zusammen. Anders als die Zünfte im Grossbasel waren sie nicht gewerblich organisiert, sondern bildeten einen Verband von Bürgern, die das öffentliche Leben organisierten und überwachten sowie die Interessen Kleinbasels nach aussen vertraten.

Die Gesellschaften waren für die niedere Gerichtsbarkeit, das Vormundschaftswesen, den Weidgang, den Unterhalt der Teiche (Kanäle), die kirchliche Aufsicht, die Weinlese und Allmendangelegenheiten zuständig. Hinzu kommt die Aufsicht über das Wehrwesen, z.B. die Überwachung eines Abschnittes der Kleinbasler Stadtmauer und die militärische Musterung der Ausrüstung, die damals aus Harnisch, Hellebarde, Schwert und Helm bestand.
Im 14. Jahrhundert nahmen die wirtschaftlichen Verflechtungen mit Grossbasel stetig zu. Gleichzeitig musste der Bischof von Basel aus Geldnot nach und nach wichtige Herrschaftsrechte in Kleinbasel an den Grossbasler Rat verkaufen, was letzlich zu einer politischen Vereinigung der beiden Stadtteile führte.

Der Umzug hat seinen Ursprung in den im Mittelalter stattgefundenen jährlichen Waffenmusterungen der verantwortlichen Ehrengesellschaften. Diese Musterungen endeten jeweils mit einem Marsch durch das Kleinbasel und einem Umtrunk.

CH-4058 Basel Vogel Gryff 4_2012 01 20_2397
Der seiner Äpfel beraubte Wild Maa

Nach Abnahme des ersten Tanzes vor dem Klingental beginnt die wilde Jagd durchs Kleinbasel, wobei es die übermütige Jugend besonders auf den wilden Mann bzw. dessen Aepfel abgesehen hat. Trotz heftiger Gegenwehr mit der Tanne hat er seine Aepfel nach wenigen Minuten eingebüsst.

CH-4058 Basel Vogel Gryff 8_2012 01 20_2423
Bannerherren und Ueli

Um 12 Uhr tanzen die Ehrenzeichen vor dem Käppelijoch auf der Mittleren Rheinbrücke vor Kindern. Auch dabei bleibt das Hinterteil der Figuren stets Grossbasel zugewandt. Auf keinen Fall dürfen sie die Mitte der Brücke überqueren. Grossbasel revanchiert sich mit der herausgestreckten Zunge des Lällekönigs, einem Neidkopf, der fast zwei Jahrhunderte lang vom ehemaligen Rheintor hinunter die Leute grüsste.

Danach wird der Lauf bis in den Abend hinein fortgesetzt, von einigen Pausen mit viel Speis und viel Trank unterbrochen. Kreuz und quer durch Kleinbasel vor die Wohn- oder Geschäftssitze der Herren Meister und Vorgesetzten sowie in den Hof des Waisenhauses.

Heuer war insofern ein besonderes Jahr, als der ganze Vogel Gryff Tross erstmals seit vielen Jahren wieder ein Aussenquartier besuchte. Und zwar mit dem Oldtimertram samt Freiluft-Sommer-Anhänger, dem Badwännli, Baujahr 1938.

CH-4058 Basel Vogel Gryff 14_2012 01 20_2433
rechts das Badwännli
CH-4058 Basel Vogel Gryff 10_2012 01 20_2432
Der Leu im Badwännli

Für uns gabs an diesem kalten und eher nassen Tag heisse Mehlsuppe mit Faschtewajie. Für die Rezepte anklicken.

CH-4058 Basel Vogel Gryff 13_2012 01 20_2429

Quellen:
3 Ehrengesellschaften Kleinbasel
wiki

CH-4229 Beinwil: Kloster

CH-4229 Beinwil 1_2012 01 03_2160

Es ist Winter, obwohl etliche schon den Frühling zu spüren vermeinen. Der Aktionsradius für unsere traditionellen Sonntagsausflüge an Werktagen ist klein geworden, reicht gerade mal in die nähere Umgebung, wenn überhaupt noch ein Ausflug drin liegt. Also sind kleinere Brötchen angesagt oder gar keine. In der ersten Januarwoche hat es uns zwischen zwei Regenfronten nach Beinwil verschlagen, weil Frau L. dringlich in ein Café wollte und „unser“ Café in der benachbarten Ortschaft geschlossen war. Beibel, wie man hierorts Ort sagt, liegt an der Strasse über den Passwang (943 M. ü.M) von Laufen/Breitenbach nach Balsthal/Oensingen.

CH-4229 Beinwil 0_2012 01 03_2169

Das Kloster wurde um 1085 vermutlich durch lokalen Adel gegründet. Schriftliches existiert nicht mehr. In der Folge von Streitigkeiten über Gebietsansprüche der Städte Solothurn und Basel an die Grafen von Thierstein, Kastvögte des Klosters, wurde das Kloster 1445 abgefackelt. 1519 wurde es von den Solothurnern samt einem Grossteil des Klosterbesitzes als Pfand eingezogen.

Das Benediktiner-Kloster liegt sehr abgeschieden, im 16. Jahrhunderts lebten nur noch wenige Mönche hier, die geistliche Betreuung wurde 1589 vom Kloster Einsiedeln, später vom Kloster Rheinau übernommen. 1648 wurde der Klosterbetrieb nach Mariastein verlegt. Von dort aus wurde Ende des 17. Jahrhunderts das Kloster Beinwil mit einem barocken Neubau der Klosterkirche und der Konventsgebäude wieder reanimiert. Das Kloster wurde während des Kulturkampfes (einem Machtgerangel zwischen Staat und der Kirche) im Jahr 1874 durch einen Volksentscheid aufgehoben.

CH-4229 Beinwil 4_2012 01 03_2153
Das Innere, weihnachtlich dekoriert

Die Klosterkirche brannte 1978 aus und wurde danach umfassend restauriert. Der „neue“ Hochaltar wurde um die 1700 angefertigt und stand früher in Bellwald (Wallis). Auffallend die in der Decke des Chors eingelassene Uhr. Heute dient das Kloster Beinwil als ökumenische Begegnungsstätte. Im 1594 erstellten Speisshaus kann man sich in der Selbstbedienungscafeteria einen Kaffee anbrühen. Geschirr muss selber abgewaschen werden. Im Klosterladen gibts geistlichen Tand und weltlichen Trödel zu kaufen. Die Stiftung wird weder durch den Staat noch durch die Kirche finanziert. Wir haben ein Stück Beibler Käse gekauft. Leider erwies sich das in Glasflaschen angebotene Beibler Wasser als Beinwiler Quellwasser. Zu gerne hätte ich meine Fonduekirschvorräte mit Kirsch aus dem Schwarzbubenland ergänzt. Wer Stille und einfachen Lebenstil sucht, ist hier gut aufgehoben. Übernachten kann man auch hier, die Betten müssen halt selber gemacht werden.

Der Ortsname geht auf einen althochdeutschen Personennamen zurück. Das Gemeindewappen, das auf das 17. Jahrhundert zurückgeht, wird dennoch von zwei schräggestellten Knochen geziert.

CH-4229 Beinwil 3_2012 01 03_2155
Beinwiler Knochen in der Lunette an der Decke, Lunettes ohne Knochen am Bildrand

CH-4001 Basel: Münsterplatz, Weihnachtsmarkt

CH-4001 Basel 0_2011 11 25_1233
Münsterplatz, ehemalige Domherrenhäuser

Jeder Ort, der etwas auf sich hält, angefangen von Aachen über Nürnberg und Niederbipp bis Zürich und Zuffenhausen, führt in diesen Tagen einen Weihnachtsmarkt durch. So auch Basel. Baslerische Bescheidenheit spricht schlicht von der längsten Weihnachtsstrasse Europas. Neu ist dieses Jahr ein kleiner Ableger auf dem kleinen Münsterplatz, unter den Kastanien beim Pisonibrunnen. Den wollte sich Frau L. mal anschauen. Ich brummle was von Kitsch. Frau L. hält dagegen, Kitsch wärme die Seele, zudem benötigten wir dringend noch ein geschnitztes Schaf in die Krippe. Das neunundzwanzigste.

Nett, mehr habe ich dazu nicht zu sagen. Gastronomisch das übliche Glühweinangebot, die unvermeidlichen Kääsküechli von Wacker. Pommes frites mit Ketchup und Würsten der Metzgerei Eiche. In den Bäumen hangen hübsch beleuchtete Schneesterne. In den Holzhüttchen das übliche Weihnachtsmarktangebot an verlogenem Nippes. Oohwieschöön.  Zeug das niemand braucht, das niemandem etwas nützt und trotzdem so gerne gekauft wird.

CH-4001 Basel 2_2011 11 25_1232
Budenzauber I
CH-4001 Basel 4_2011 11 25_1252
Budenzauber II

Eingenebelt von Glühweinschwaden lässt sich das Sterneglitzern auf der Wasseroberfläche des Brunnens besonders schön beobachten.

CH-4001 Basel 3_2011 11 25_1249
Reflexionen
CH-4001 Basel 5_2011 11 25_1243
der grosse Weihnachtsbaum neben dem Münster

Auf dem Heimweg, vom Münsterplatz den Rheinsprung zur Rheinbrücke hinunter, führt unser Weg an der winzigen Schreibstube, dem Scriptorium des Kalligraphen Andreas Schenk vorbei. Hier werden im Auftrag von Kunden in kunstvoller Arbeit Liebesbriefe und Urkunden angefertigt. Unzählige Federn, Federhalter, Bleistifte, Pinsel und farbige Tintenbehälter geben dem kleinen Raum ein mittelalterliches Gepräge. Besonders am frühen Abend im Winterhalbjahr ist ein Blick in die Schreibstube reizvoll. Und wenn einmal nicht von Hand geschrieben wird, wirft der Laptop sein bläuliches Licht ins Mittelalter.

CH-4001 Basel 1_2011 11 25_1263
Scriptorium Rheinsprung
CH-4001 Basel 1_2011 11 25_1261
Scriptorium Rheinsprung
CH-4001 Basel 1_2011 11 25_1267
Scriptorium Rheinsprung

CH-6004 Luzern: Trüffelmarkt und allerlei

CH-6004 Luzern 5_2011 11 26_1298
Luzern, 26. November 2011

Luzerner Markt. Winterwetter. Bitterkalt und neblig verhangen. Versteht man den Begriff „Markt“ als Ort, an dem Waren regelmäßig gehandelt oder getauscht werden, so mag er für den Luzerner Trüffelmarkt nicht zutreffen. Ein Händler, der das Jahr hindurch immer wieder ein paar Trüffel im Angebot hat, bietet hier einmal im Jahr eine grössere Auswahl an Trüffeln an. Unabhängig davon gibts Trüffel um diese Zeit auch bei andern Marktfahrern.

CH-6004 Luzern 0_2011 11 26_1274
Trüffeln unter der Egg
CH-6004 Luzern 1_2011 11 26_1272
das weisse Gold

Gleich nebenan wird Kartoffelsuppe und Risotto gekocht und, sparsam bzw. sparsamst, mit Trüffeln bestreut. Dafür teuer bzw. teuerst verkauft. Das ist der Luzerner Trüffelmarkt.

CH-6004 Luzern 8_2011 11 26_1322
Risotto ohne Trüffel

Zu Trüffel gibt es eine preiswürdigere Alternative: Wirsing und all das Wintergemüse.

CH-6004 Luzern 3_2011 11 26_1286
Wirsing mit Kapellenbrücke

Wein muss auch nicht immer sein. Most tuts auch.

CH-6004 Luzern 9_2011 11 26_1277

Erstmals sind mir die in andern Blogs beschriebenen, gelben Randen aufgefallen. Ein Kilo eingepackt und nach Hause geschleppt. Wesentlich billiger als Trüffel und ebenfalls gelb.

CH-6004 Luzern 9_2011 11 26_1280
gelbe Randen

Wie immer sticht der Stand des Kulinarikers durch besonders liebevolle Dekoration der angebotenen Waren,  Floristik, Gemüse, Obst hervor. Mit Nikolausmütze der Chef persönlich.

CH-6004 Luzern 6_2011 11 26_1318
Der Kulinariker hinter seinen Schutzengeln verschanzt

Merkwürdiger Adventskranz, aber hübsch: ausschliesslich aus offenen, gedörrten Bucheckernschalen geflochten.

CH-6004 Luzern 4_2011 11 26_1296
Bucheckernkranz

Das erste Liebesschloss am Luzerner Reuss-steg. Liebende sollen angeblich ein Leben lang zusammenbleiben, wenn sie ihre Namen oder das Datum auf ein Vorhängeschloss schreiben und dieses an einem Laternenpfahl des Ponte Milvio in Rom festmachen. Danach muss der Schlüssel über den Rücken in den Tiber geworfen werden. Schon der Name „Love Padlock“ gibt den Hinweis auf den Ursprung dieser seit etwa 2006 in touristischen Städten grassierenden Legende.

CH-6004 Luzern 7_2011 11 26_1320
bis der Rost uns scheidet

Die Linde von Linn, Herbst

Linde von Linn 0_2011 10 26_0772
Linner Linde, 26. Oktober 2011. Noch halten sich die Blätter am Baum

Der älteste und grösste Baum der Schweiz. Ich verfolge ihn seit Monaten durch die Jahreszeiten hindurch. Hier die Berichte über meine früheren Besuche. Nun fehlt mir nur noch ein Bild mit Schnee.

Linn, Nur ein Baum

Linde von Linn, Winter

Linde von Linn, Frühsommer

Linde von Linn 2_2011 10 26_0774
Die Gedenktafel erinnert an 1940: Den Strassenbau durch die Radfahrerkompanie 35
Linde von Linn 1_2011 10 26_0776
Selbstporträt 🙂 Die Sonne wirft schon lange Schatten

CH-1323 Romainmôtier: Juwel Cluniazensischer Baukunst

CH-1323 Romainmôtier 15_2011 08 10_5489
Stiftskirche Romainmôtier

Abgeschieden in einer Talsenke zwischen den ersten Ausläufern des Juras, unweit von Orbe entfernt, liegt das ehemalige Benediktinerkloster Romainmôtier. Gemäss einer Legende wurde es vom heiligen Romanus in der Mitte des 5. Jahrhunderts gegründet. Es ist damit die früheste Klostergründung auf dem Boden der Schweiz. Nach einer ersten Zerstörung durch Alemannen wurde 632 eine zweite Abtei begründet nach den Regeln des Heiligen Columban. Im 9. Jahrhundert erlebte das Kloster wiederum eine Zeit des Niedergangs. Das Kloster, nunmehr im Besitz der Könige von Burgund wurde 928/29 dem Reformkloster Cluny übergeben. Die 909/910 in Cluny gegründetet Benediktinerabtei stand an der Spitze eines der wichtigsten Mönchsorden des Mittelalters. Seit dieser Zeit hatte Romainmôtier den Status eines Priorats, erst 1447 erhielt es wieder den Titel einer Abtei. Trotzdem wurden dem Kloster noch von König Rudolf  III. von Burgund und später von reichen Waadtländer Familien umfangreiche Schenkungen vermacht.

CH-1323 Romainmôtier 7_2011 08 10_5476
Stiftskirche Romainmôtier
CH-1323 Romainmôtier 8_2011 08 10_5482
Uhrturm und Südseite der Stiftskirche Romainmôtier

Nach dem Vorbild der zweiten Abteikirche in Cluny errichteten Cluniazenser Mönche bis 1027  im romanischen Stil eine neue Kirche. Die Güter des Priorats bildeten ein geschlossenes Territorium rund um das Kloster und umfassten zwölf Dörfer. Der Grundbesitz reichte aber bis ins Elsass und in das benachbarte Frankreich hinein. Diese Blüte hielt bis in das 15. Jahrhundert an. Aufgrund seiner Grösse, seiner Rechte und seines Grundbesitzes bildete das Priorat Romainmôtier eine Art Kleinstaat.

Mitte des 15. Jh. gelangte Romainmôtier an Angehörige der Herzöge von Savoyen, also in weltliche Hände.  Die Einkünfte des Klosters wurden abgezweigt, die Klosterregeln immer weniger respektiert. Das Amt des Priors wurde nur noch an Günstlinge der Savoyer vergeben. Nach der Eroberung der Waadt durch Bern wurde das Kloster 1536 aufgehoben. Grund für die sofortige Säkularisation waren wohl die engen Verbindungen mit Savoyen. Widerspenstige Mönche, die den neuen Glauben nicht annehmen wollten, wurden ausquartiert und vertrieben. In der Folge wurden der Kreuzgang und die Konventsgebäude mit Ausnahme des Priorhauses abgebrochen, und die Klosterkirche 1537 in eine reformierte Pfarrkirche umgewandelt.

CH-1323 Romainmôtier 4_2011 08 10_5468
Reste des von den Bernern abgebrochenen Kreuzganges
CH-1323 Romainmôtier 5_2011 08 10_5471
Stiftskirche Romainmôtier: Vorbau zum Narthex

Das aus dem 13. Jahrhundert stammende Priorhaus diente nach der Säkularisation des Klosters dem bernischen Vogt von Romainmôtier als Amtssitz und Schloss. Es erfuhr im 16. und 17. Jahrhundert einige Umbauten.

CH-1323 Romainmôtier 3_2011 08 10_5463
Schloss Romainmôtier, Amtssitz der Berner Herren
CH-1323 Romainmôtier 6_2011 08 10_5473
Scheune hinter dem abgebrochenen Kreuzgang

Die Stiftskirche gilt als eines der ältesten Gebäude der Schweiz im romanischen Stil. Die Basilika besitzt einen kreuzförmigen Grundriss: ein dreischiffiges Langhaus mit einem Querschiff und einem Vierungsturm mit flachem Pyramidendach, das in einem spitzen Nadelhelm ausläuft. Die ursprünglichen drei Apsiden sind nicht mehr erhalten, sie wurden im 14. und 15. Jahrhundert durch rechteckige gotische Kapellen ersetzt. Die archäologischen Grundrisse der verschiedenen Bauetappen finden sich hier.

Im Innern enthält die Stiftskirche einen Ambo (frühe Form der Kanzel) des Vorgängerbaus aus dem 8. Jahrhundert der die Reformation unbeschadet überdauert hat. Schöne Fresken aus dem 14. Jahrhundert und das aus dem 15. Jahrhundert stammende Chorgestühl.

CH-1323 Romainmôtier 12_2011 08 10_5504
Das Innere von St. Pierre et St. Paul
CH-1323 Romainmôtier 10_2011 08 10_5512
Gotik und Romanik, einträchtig nebeneinander
CH-1323 Romainmôtier 13_2011 08 10_5493
Kreuzgewölbe mit auch für reformierte Augen unverfänglichen Mustern
CH-1323 Romainmôtier 11_2011 08 10_5508
Von den Bernern mit weisser Tünche übermalt
CH-1323 Romainmôtier 14_2011 08 10_5491
Die Luft flimmerte warm draussen, sorry, den Beitrag musste ich immer wieder verschieben
CH-1323 Romainmôtier 2_2011 08 10_5467
Ingeniöse, artesische Wasserumleitung im Schlossgarten
CH-1323 Romainmôtier 1_2011 08 10_5479
Hier findet das Herz klösterliche Ruhe... und etwas zu essen

Das Dorf ist klein. Etwa 400 Einwohner. Gegessen haben wir in Croy, im Dorf nebenan, in der Rotisserie au gaulois, einfach, aber gut gekocht. Den Kaffee nimmt man am besten im fleur de farine, der dörflichen Bäckerei mit freier Sicht in die Backstube, wo jedoch am Nachmittag Backruhe herrschte.

Quellen: wiki und Commune de Romainmôtier-Envy

CH-9107 Urnäsch: Viehschau

CH-9107 Urnäsch 0_2011 09 29_0187
Viehmarkt Urnäsch 2011

Zufällig sind wir Ende September in Urnäsch in die Viehschau geraten. Kuhfladen wiesen uns den Weg. Die Viehschau findet alljährlich nach dem Alpabtrieb statt (siehe mein Beitrag Appenzeller Streetparade). Die Tiere werden, nachdem sie von Experten in verschiedenen Klassen eingeteilt (rangiert) sind, einem Schönheitswettbewerb unterzogen, bei dem es kaum weniger ernsthaft als an Misswahlen zugeht. Gruppenweise werden sie den (männlichen) Preisrichtern vorgeführt, die das Exterieur der Schönheiten: deren Fundament, Schönheit, Aufhängung und Drüsigkeit der Euter, Fitness, Lebensmilchleistung, Breite des Beckens, Brustbreite, Gang und mehr der Dinge, die auch bei richtigen Misswahlen im Vordergrund stehen, säuberlich in Bewertungsblätter eintragen.

CH-9107 Urnäsch 4_2011 09 29_0171
Vorführung vor den Preisrichtern
CH-9107 Urnäsch 0_2011 09 29_0168
Die Hintern der Missen

Insgesamt habe ich, grob geschätzt, etwa 500 Models gezählt, die ihren Anspruch auf den Titel mit lautem Gemuhe und nackten Hintern unterstrichen. Neben dem Platz lud ein Jahrmarkt zum Verweilen

CH-9107 Urnäsch 6_2011 09 29_0184
Billiger Jakob am Jahrmarkt
CH-9107 Urnäsch 2_2011 09 29_0173
An der Viehschau ist schulfrei

Die Urnäscher Siegerin, wenn ich mich recht erinnere, heisst sie  Aline, ist ungleich schöner und besitzt einen noch braunern Teint als Alina, die Schweizer Miss 2011

CH-9107 Urnäsch 1_2011 09 29_0172
Miss Urnäsch 2011
CH-9107 Urnäsch 3_2011 09 29_0178
Bauernsöhne in Appenzellertracht an der Viehschau. Oder gar Brautschau ?
CH-9107 Urnäsch 5_2011 09 29_0166
Gruppe 27: Leere Rinder. Bäurischer Smalltalk

Zur Appenzellertracht gehört am rechten Ohr eine Ohrschuef(fl)e getragen, ein kleiner Schöpflöffel aus vergoldetem Silber, Nachbildung der hölzernen Rahmschöpfkelle. Wozu der Schmuck dient, ist mir nicht klar. Vielleicht zum Schnapstrinken ? Das Rauchen von Krummen (einer Art gewundener Virginia-Zigarre) ist Buben an solch hohen Feier- und Festtagen ja auch erlaubt.

CH-9107 Urnäsch 7_2011 09 29_0186
Neugieriger Appenzeller mit Ohreschuefe

Neben der Viehschau waren noch Dutzende bemalter Milcheimer aus geschnitztem, hellem Ahornholz der teilnehmenden Bauernfamilien zu bewundern.

CH-9107 Urnäsch 8_2011 09 29_0189
Weissküferwaren

CH-3653 Oberhofen: Schloss

CH-3653 Oberhofen 0_2011 09 23_0047
Schloss Oberhofen

Schloss Oberhofen liegt in der Gemeinde Oberhofen am Thunersee. Der mächtige Bergfried der einstmaligen Wehrburg Oberhofen entstand wohl im frühen 13. Jh. Der Besitzer, Walter von Eschenbach, wurde von König Albrecht von Habsburg (vermutlich) gezwungen, die Burg den Habsburgern abzutreten. Walter rächte sich 1308 zusammen mit weiteren Verschwörern und ermordete König Albrecht von Habsburg. Nach der Schlacht von Sempach (1386) besetzten bernische Truppen Oberhofen. Burg und Herrschaft gingen an die Familie der Scharnachthal über, hernach an andere bernische Patriziergeschlechter.

CH-3653 Oberhofen 7_2011 09 23_0089
Der alles überragende Bergfried

Die Schlosskapelle, die Niklaus von Scharnachthal 1473 gestiftet hat, enthält u.a. Fresken, welche die Marter der zehntausend Ritter der thebäischen Legion thematisieren. Ein Zusammenhang mit der Schlacht von Murten, die – wie schon die Schlacht bei Laupen – am 22. Juni, dem Zehntausendrittertag, siegreich geschlagen worden war.

CH-3653 Oberhofen 8_2011 09 23_0057
Schlosskapelle, 1473

1652 bis 1798 war das Schloss Sitz bernischer Landvögte und gelangte 1801 in Privatbesitz. 1844 erwarb der Oberzeremonienmeister am preussischen Hofe, der neuenburgisch-preussische Graf Karl Friedrich von Pourtalès das Schloss. Diese erfuhr um die Mitte des 19. Jahrhunderts bedeutende Umgestaltunge. 1926 gelangte das Schloss für ein Trinkgeld (Fr. 750’000) an den Amerikaner William M. Measey, der es 1940 in eine Stiftung einbrachte. 1954 wurde hier ein Filialmuseum des Bernischen Historischen Museums eröffnet. Das Schloss beherbergt das bedeutendste Wohnmuseum am Thunersee mit einer umfassenden Ausstellung zur bernischen Wohnkultur mit Interieurs des 16. bis 19. Jahrhunderts. Ab 2009 wird das Museum als selbständige privatrechtliche Stiftung.geführt

CH-3653 Oberhofen 4_2011 09 23_0078
Blick aus dem Seetürmchen auf den Niesen und eine Stechmücke
CH-3653 Oberhofen 1_2011 09 23_0048
Das hübsche Seetürmchen

Während Frau L. das Seetürmchen (geistig) zur Teestube ummöbliert, steige ich in die oberste Etage des Bergfrieds in den türkischen Selamlik, ein dem Grafen de Pourtalès vorbehaltener Rauchsalon. Gerne hätte ich mich auf eine der Ottomanen gesetzt. Musste aber mit einem Plastikstapelstuhl vorliebnehmen.

CH-3653 Oberhofen 2_2011 09 23_0061
türkischer Rauchsalon mit Ottomane aus TausendundeinerNacht und Plastikstuhl
CH-3653 Oberhofen 5_2011 09 23_0080
Blick in den Gartensaal, auch hier nichts, auf das man sich setzen dürfte
CH-3653 Oberhofen 3_2011 09 23_0075
Terassenpflästerung
CH-3653 Oberhofen 6_2011 09 23_0090
Blick auf den Niesen, endlich mit einer adäquaten Sitzgelegenheit

Quellen:
Schloss Oberhofen
wiki
G26

D-97070 Würzburg: Bloggertreffen

Würzburg 0_2011 10 29_0829
FIAT LUX, Sieg der Sonne über die Finsternis, ähem... den Nebel

Bedächtig in der Arbeit, langsam im Denken, bin ich mit meinem Beitrag über das Bloggertreffen in Würzburg beinahe der Letzte. Macht nichts, zum Danke sagen ist es nie zu spät. Ein rundum gelungener Tag. Danke den Initiantinnen NoémieEvi und Simone sowie nicht zuletzt dem freundlichen, engagierten Team der Osteria Tre. Mädels, das habt ihr gut gemacht.

Würzburg 16_2011 10 29_0850
Frankoniabrunnen: Tilman Riemenschneider

Besammlung war vor der Residenz am Frankoniabrunnen, einem Geschenk der Würzburger an den Prinzregenten Luitpold von Bayern, 1891. Hier kann man Meister Tilman Riemenschneider bei der Arbeit zusehen. Danach führte uns Brot und Rosen Petra kompetent durch die Stadt.

Würzburg 1_2011 10 29_0852
Kurzer Blick in den Hofgarten

Der Grafeneckart war ursprünglich Sitz eines bischöflichen Beamten und verfügt über einen  Turm aus romanischer Zeit. Er ist der älteste Teil des Rathauses, das im Lauf der Jahrhunderte stetig erweitert wurde. Nach Westen schließt sich an den Grafeneckart der 1660 im Stil der Spätrenaissance errichtete Rote Bau an.

Würzburg 7_2011 10 29_0823
Drei auf einem Bild: Grafeneckart und Rathaus mit Vierröhrenbrunnen

Danach gings auf die Alte Mainbrücke, die älteste Brücke über den Main in Würzburg. Bis 1886 Würzburgs einziger Flussübergang. 1720 bis 1730 wurden 12 barocke Heilige in den Pfeilerkanzeln aufgestellt.

Würzburg 4_2011 10 29_0838
Alte Mainbrücke und Festung Marienberg
Würzburg 6_2011 10 29_0831
um die Brücke ohne Menschen zu sehen, muss man lange warten
Würzburg 2_2011 10 29_0840
zum Dritten: wie man sieht, gefällt mir die Brücke

Vorbei an unzähligen Barockkirchen und einem königlich bayrischen Postkasten (schade, dass Micha nicht dabei war) gehts Richtung Marktplatz.

Würzburg 15_2011 10 29_0858
Vorsicht Barock. Hier hinter Beton und Travertin versteckt
Würzburg 17_2011 10 29_0859
Nicht nur für Liebesbriefe

Am Marktplatz: Eva, die mit dem Feigenblatt, rechts am Portal der Kapelle, freut sich bestimmt über die angebotene Bügelhilfe. Endlich kriegt Adam gebügelte Hemden.

Würzburg 13_2011 10 30_0799
Marienkapelle am obern Markt mit Adam und Eva am Seiten-Portal
Würzburg 15_2011 10 30_0796
gerolltes Marktangebot

Das Angebot auf dem Markt ist reichhaltig. So grosse Kartoffeln hab ich meiner Lebtag nicht gesehen. Sogar Kürbisse gibts. In Franken scheint man gut zu leben.

Würzburg 7_2011 10 29_0805
Frischware
Würzburg 10_2011 10 29_0816
Da hätte ich am liebsten rein gebissen

Wer den Blick von Kohlköpfen, Früchten, Töpfen und Bügelhilfen in die Höhe erheben mag, erblickt Gotik und das zauberhafte Rokokohaus zum Falken.

Würzburg 8_2011 10 29_0802
Haus zum Falken und Marienkapelle

Katzen scheinen sich in Würzburg heimisch zu fühlen. Siehe hier.

Würzburg 5_2011 10 29_0832
Jack, der Löwe, am Mainufer zu finden

Am Mainufer befindet sich der Alte Kranen, ein barocker Hafenkran aus dem Jahre 1773. Dahinter ein modernes Heizkraftwerk, für gute Architektur preisgekrönt, verschandelt es den Ausblick in die Weinberge. Sorry Heike, Du kannst da nichts dafür.

Würzburg 18_2011 10 29_0833
Der alte Kranen

Da war doch noch etwas, ach ja, das Bloggertreffen, wesentlich erfreulicher als die Ausblick auf Heizkraftwerke !!!
Ab 20 Uhr gabs zu futtern. Freudiges Wiedersehen bekannter Gesichter. Spannendes Zuordnen neuer Gesichter. Und vor Allem viele nette Gespräche mit vielen netten Menschen. Nach dem zweiten Antipasto-teller kämpfte ich mit Gelbstich im Fotoapparat, Blaustich im Kopf und Rotstich auf der Nase und gab das Fotografieren auf. Von den aufgetischten Süssigkeiten hab ich leider nichts probiert. Mehr ging nicht mehr.

Hier gibts fundierte, seriöse Berichte über das Bloggertreffen: (wird aktualisiert)

Heikes Blog
Sammelhamster
kyche
Brot und Rosen
Süße Hex‘
Dillspitzen
Azestoru
einfachköstlich.com
schnuppschnüss
Brot und Rosen
Würzblog
miris kitchen
Mainpost
Engelchens Küche
Deichrunners Küche
Kochfrosch
CorumBlog
Chili&Ciabatta
einfachguad
Foodina
Kräutersturm
Digilotta
mein-i-tüpfelchen
Pi-mal-Butter

Würzburg 10_2011 10 29_0864
Feigen-Ziegenkäse-Crostini
Würzburg 11_2011 10 29_0869
Marinierte Peperoni mit Rucola und Mozzarella

Am andern Tag eine kleine Bergwanderung auf die Marienfestung. Vollbepackt mit all den erhaltenen Geschenken von Nathalie (echtes Tegernseer Bier, Pralinen, Nüsse, Pane Carasau !), Eva (Heidehonig, Wurst, 50&iger Heidegeist !), Petra (C&C Sauerteig) und Franz (das grosse Buch der Pasteten von Teubner !) . Schön wars. Leicht neblig. Rucksack und Abschied schwer.

Würzburg 13_2011 10 30_0787
und nochmals ein Blick auf die schöne Brücke

und das Mainufer

Würzburg 18_2011 10 29_0836
Wink mit dem Zaunpfahl auf einem Boot am Mainufer

Wer nicht dabei war, den bestraft das Leben !

CH-1113 St. Saphorin: Weltkulturerbe Lavaux

CH-1113 St. Saphorin 0_2011 10 04_0273
Lavaux, von Cully aus

Wir sind einfach losgetrudelt, Mitte Oktober, Richtung Genfersee. Eigentlich war nur ein Bistrotbesuch beabsichtigt. In Cully war ausgerechnet vor der altehrwürdigen Auberge du Raisin ein Parkplatz frei. Ein Wink des Schicksals. Also haben wir hier erst gut gegessen, danach haben wir uns in den Hafen von Cully gesetzt, und uns das Treiben im Paradies angeschaut.

CH-1113 St. Saphorin 9_2011 10 04_0283
Einfahrt des Kursschiffes Général Guisan

Das Unesco-Welterbe Lavaux über dem Genfersee umfasst 14 Gemeinden auf einer Fläche von 898 Hektaren. Davon werden in sechs Weinbaugebieten mit AOC 574 Hektaren für Rebenpflanzungen genutzt. Die Weinbaugebiete heissen: Lutry, Villette, Saint-Saphorin, Epesses, Dézaley und Chardonne.
Die steilste Weinbauzone liegt im Dézaley (54 Hektaren) und wurde von Zisterziensermönchen in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts angelegt.

CH-1113 St. Saphorin 1_2011 10 04_0285
Lavaux, hinten die Rebberge der Lage Dézaley

Menschenhand hat hier die Natur zur Terassenlandschaft geformt. Die Weinberge, Terrassen und Dörfer mit Blick auf den Genfersee und die Alpen machen das Lavaux zu einer Region von aussergewöhnlicher, atemberaubenden Schönheit. Die Strassen sind eng, und während der Traubenlese teilweise gesperrt, dennoch hat es wegen der heuer frühen Weinlese Anfang Oktober zu einer Fahrt durch die Route de la Corniche gereicht.

CH-1113 St. Saphorin 3_2011 10 04_0295
St. Saphorin, Kirche
CH-1113 St. Saphorin 8_2011 10 04_0293
St. Saphorin, steile Gässchen
CH-1113 St. Saphorin 4_2011 10 04_0296
St. Saphorin, die Einwohner

An der Seestrasse in Rivaz sind wir, natürlich rein zufällig ;-), noch ins neue Vinorama geraten. Hier können sämtliche Weine des Lavaux, gegen 200 unterschiedliche Weine, degustiert und gekauft werden.

CH-1113 St. Saphorin 5_2011 10 04_0298
Rivaz, Vinorama

Und weil es so schön war, die gleiche Strecke wieder zurück. Bis uns ein lautes Brummen aus unserm Paradies holte.

CH-1113 St. Saphorin 10_2011 10 04_0306
Bergrettung unterwegs ?

wer wird denn da gerettet ?

CH-1113 St. Saphorin 6_2011 10 04_0304
Da wird einem beinahe schwindig. Ganz unten am Seeufer die Kantonsstrasse

Die Traubenernte ! In den steilsten Reblagen im Dézaley werden die Trauben nach der Ernte per Helikopter auf die nächstliegende Strasse transportiert. Deshalb sind hier die Weine wohl etwas teurer als in ebenen Lagen.

CH-1113 St. Saphorin 7_2011 10 04_0308
Die Traubenernte !

Ich meinerseits konnte mir auch ein paar lebensrettende Fläschchen retten. Bei den Produzenten sind sie etwas billiger als im Vinorama.

CH-1113 St. Saphorin 11_2011 10 06_0322
Dézaley Chemin de fer, von weit oben, wo die Eisenbahn durchfährt

CH-1950 Sion: Hauptstadt mit Käsebrot

Sion: Alte Foto-Ansichtskarte (wiki commons)

Genauso wie auf der alten Ansichtskarte wird das Stadtbild heute noch beherrscht von den zwei üppig aus dem Hang spriessenden Felsen Valère und Tourbillon. Valère, der südlich, rechts im Bild, gelegene Fels (621 m ü. M.) mit der Wallfahrtskirche Notre-Dame de Valère (12./13. Jahrhundert). Diese beherbergt die älteste spielbare Orgel der Welt, die etwa 1430 erbaut wurde. Nördlich, im Bild links, der Fels Tourbillon (655 m ü. M.) mit der Ruine des ehemaligen bischöflichen Schlosses aus dem 13. Jahrhundert. 1788 brannte das Gebäude während eines grossen Stadtbrandes nieder.

Sion, deutsch Sitten, ist die Hauptstadt des Kantons Wallis. Die zwischen den Hügeln liegende Altstadt stammt aus dem Mittelalter und beherbergt zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Dolmenfunde bezeugen, dass die Gegend schon in der Steinzeit besiedelt war.

Als im Jahre 15 v. Chr. die Römer das bis dahin keltische Wallis eroberten, erbauten sie anstelle eines älteren Oppidums die Siedlung Sedunum. Im Jahre 580 wurde der Bischofssitz von Martigny hierher verlegt. Die Schenkung der Grafschaft Wallis durch König Rudolf III. von Burgund an den Bischof von Sitten 999 machte die Bischofsstadt zum Hauptort des Landes und den Bischof zum Landesherr. Dank Zugeständnissen seitens des Bischofs erlangten die Sittener Bürger gewisse Selbstständigkeitsrechte, die fortan jedem Bischof nach seiner Wahl zur Bestätigung vorgelegt wurden.  Ende des 12. Jahrhunderts war Sitten eine Stadt mit Ringmauern, Freiheitsbriefen und Marktrecht.

Charakteristisch für Sitten ist das mittelalterliche Stadtbild. In der Altstadt selbst befindet sich die sehenswerte Kathedrale Notre Dame de Glarier aus dem 15. Jahrhundert. Sie besitzt einen romanischen Turm, der aus dem 12. Jahrhundert stammt.

CH-1950 Sion 6_2011 08 02_5296
Cathédrale
CH-1950 Sion 1_2011 08 02_5312
Cathédrale

Südwestlich der Kathedrale befindet sich die Kirche St-Théodule. Sie wurde 1516 als spätgotischer Bau begonnen, jedoch erst zwei Jahrhunderte später fertiggestellt.

CH-1950 Sion 11_2011 08 02_5315
Kirche St-Théodule

Weiter östlich liegt das Rathaus der Stadt. Es wurde 1657 bis 1665 im Renaissancestil erbaut. Reich geschnitztes Portal. Im Treppenvorhaus sind römische Inschriftensteine zu sehen. Hübsch der Turm mit der Astronomischen Uhr.

CH-1950 Sion 8_2011 08 02_5304
Rathaus mit Glockenturm
CH-1950 Sion 7_2011 08 02_5300
Geschnitzte Holztüre des Rathauses

Wer durch die Hauptstrasse der Altstadt, die Rue du Grand-Pont flaniert, kann darin oder nahebei weitere Bauten aus spätgotischer und jüngerer Architektur entdecken. u.a. das Haus Supersaxo (1505). Dazwischen blitzen im Norden immer wieder Weinberge auf, die lediglich einen kurzen Fußmarsch von der Innenstadt entfernt liegen.
Beim Löwenbrunnen ist Zeit für eine Pause: Im Café de la Grenette unter den Arkaden des historischen Getreidemarkts oder wesentlich gepflegter in der Boulangerie Gaillard et Fils an der Rue du Grand-Pont 4.

CH-1950 Sion 4_2011 08 02_5308
Löwenbrunnen und ehemaliger Getreidemarkt La Grenette
CH-1950 Sion 5_2011 08 02_5306
Eckhaus Rue du Grand pont
CH-1950 Sion 3_2011 08 02_5310
Palazzo an der Rue de Savièse
CH-1950 Sion 2_2011 08 02_5314
Palazzo an der Ruelle du Chapitre
CH-1950 Sion 9_2011 08 02_5302
Einkaufen in der Rue du Rhone
CH-1950 Sion 10_2011 08 02_5303
Wallfahrtskirche Notre-Dame de Valère, aus der Ferne

Wer aus Basel kommend in Sion zu Mittag essen will, muss früh aufbrechen. Mit Frau ein Ding der Unmöglichkeit, also gabs unterwegs nur Käsebrot. Zeit, um einen geeigneten Fotostandort zum Ablichten des Doppelhügels zu finden, blieb keine. Deshalb die Postkarte am Anfang des Berichts 🙂

Quellen: wiki und Historisches Lexikon der Schweiz