Doubs der Unschlüssige (21) Dole Teil 1

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Neun (9) Monate sind seit meiner letzten Reise an den Doubs vergangen. Eine Ewigkeit. ABEANT FURES MURES LEMURES  (Fort mit Dieben, Mäusen und Geistern)  lese ich über dem Eingang eines Hauses in der Altstadt von Dole. Ich würde den Satz gerne durch MORBUS erweitern, aber das reimt nicht. Umsomehr freue ich mich an einer neuen Etappe meiner Eintagesreisen entlang des Doubs. Bis zum Meer ist es noch weit. Aber die Saône liegt schon in Reichweite. Zeit hatte ich nur wenig eingeplant in Dole, was soll es hier schon zu sehen geben???, das Mittagessen war in Arbois bestellt. Umsomehr überraschte mich das hübsche, herausgeputzte Städtchen. Da muss ich nochmals hin. Besser vorbereitet.

Die im 11. Jahrhundert gegründete Stadt liegt über einer Schleife des Doubs an Verkehrswegen, die sich hier kreuzen. U.a. verläuft der Rhein-Rhone-Kanal parallel zum Doubs. In Dole kreuzen sich die französischen Autobahnen A 36 und A 39. Der Bahnhof liegt an den TGV-Eisenbahnstrecken Paris-Dijon–Frasne–Vallorbe-Lausanne sowie Dijon-Besançon–Belfort-Strassburg).

Historisches:

Die Grafen von Burgund und der deutsche Kaiser als Oberherr der Grafschaft gewährten Dole 1274 einen Freibrief, der ihr eine gewisse Autonomie garantierte.

1422 wurde Dole Hauptstadt und Parlamentssitz der Freigrafschaft Burgund (Franche-Comté) im Burgundischen Reichskreis. Im gleichen Jahr gründete Philipp III. der Gute von Burgund eine Universität, die zur wichtigsten Ausbildungsstätte für Zivil- und Kanonisches Recht in Westeuropa wurde.

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Das alte Spitalgebäude aus dem frühen 18. Jahrhundert beherbergt heute ein Lyzeum.

Zusammen mit dem Herzogtum Burgund, der Freigrafschaft Burgund und der Grafschaft Flandern, die er geerbt hatte, formte Philipp ein Territorium von Gebieten beiderseits der Grenze zwischen Deutschland und Frankreich. Aus Hass gegen den Dauphin, den späteren französischen König Karl VII. (der den Vater Philipps umbringen liess), verbündete sich Philipp im Vertrag von Troyes vom 21. Mai 1420 mit Heinrich V. von England gegen Frankreich, um sich zu rächen. In seinen letzten Jahren überließ Philipp die Regierung ganz seinem ehrgeizigen Sohn und späteren Nachfolger, Karl dem Kühnen. Der installierte sich vollends als Oberhaupt eines von Frankreich unabhängigen Reiches, das er allerdings durch seine unbedachte Politik verspielte und das nach seinem Tod auf dem Schlachtfeld 1477 wieder zwischen Frankreich und Habsburg aufgeteilt wurde.

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Idyllisch der Canal des Tanneurs. Heute gibt es dort keine Gerber mehr. Dafür hat es Restaurants am schmalen Ufer.
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Vom Canal des Tanneurs sind es nur wenige Schritte bis zum Geburtshaus des allgegenwärtigen Louis Pasteur.

1479 belagerten die Truppen Ludwigs XI. die Stadt Dole, die dem französischen König heroischen Widerstand leisteten. Dole wurde erobert und abgefackelt. Wütend über ihren Widerstand verbot Ludwig XI. den Dolois den Wiederaufbau ihrer Häuser Das erklärt das Fehlen von Gebäuden aus dieser Zeitepoche. Letztlich musste die Stadt 1493 von den Franzosen nach dem Vertragschluss von Senlis an die Habsburger zurückgegeben werden.

1636 probierten die Franzosen ein zweites Mal, jedoch erfolglos, die Stadt zu unterwerfen, diesmal unter Leitung von Kardinal Richelieu himself. Wiederum leisteten die Einwohner während der 80 Tage dauernden Belagerung erbitterten Widerstand, so dass von den ursprünglich 4500 Einwohnern nur noch 662 das Ende der Belagerung erlebten.

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Die Schäden der diversen, französischen Belagerungen sind den Fassaden heute noch abzulesen 😉
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Maison des Orphelins (Waisenhaus) Erbaut zu Beginn 18. Jahrhundert. Bis vor wenigen Jahren noch durch eine Stiftung unterhalten. Das Gebäude steht auf den Fundamenten der alten Stadtmauer.
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Hotel de Champagney, dit Palais Granvelle. Hoch über dem Ufer die spätgotische Collegiale Notre Dame aus dem Jahre 1571.
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Nahe der Collegiale eine Hauswand, mit schönsten trompe l’oeil Graffiti verziert. Links oben guckt Louis Pasteur heraus. Im Dachfenster „Die grüne Stute“, ein Werk des Schriftstellers Marcel. Aymé. Auf dem Balkon: andere lokale Grössen verschiedener Epochen.

1668 belagerte Ludwig XIV. die Stadt erneut und eroberte sie, musste sie im Frieden von Aachen aber wieder an die Habsburger abtreten. Erst im Holländischen Krieg 1674 wurde sie endgültig von Frankreich eingenommen. Die Rache liess nicht auf sich warten: 1676 verlegten die neuen Herrscher das Parlament der Freigrafschaft in das nun zur Hauptstadt erhobene Besançon. Wenige Jahre danach wurden im Frieden von Nimwegen (1678/79) die Freigrafschaft sowie die freie Reichsstadt Besançon endgültig vom Heiligen Römischen Reich abgetrennt und an Frankreich abgetreten. Später wurde die Universität von Dole nach Besançon verlegt, die Münzwerkstätte geschlossen und die Befestigungsanlagen unter der Leitung von Festungsbaumeister Vauban geschleift. Durch den Bedeutungsverlust wanderten die reichen Patrizierfamilien nach Besançon ab. Dole musste sich mit dem Status einer Kleinstadt mit heute gut 25000 Einwohnern abfinden.

Kleinstadt? Dole hat in ihren Mauern eine Markthalle, freitags leider geschlossen, Confiseure und Metzger, die ich mir in Basel wünschen möchte.
Mehr darüber nach dem nächsten Besuch. Zunächst weiter nach Arbois durch die weite Landschaft der Franche-Comté.

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Quellen:
wiki: Dole
wiki: Philipp III. Burgund
wiki: Liste des monuments historiques de Dole

Basel Tattoo 2019 Parade

Wenn ich schon nicht mehr an den Doubs komme, so muss die Stadt am Rhein herhalten. Wieder einmal ein paar völlig subjektive Eindrücke vor und von der Tattoo Parade. Headerbild: Hellenic Navy Band. Posieren fürs Erinnerungsfoto.

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was tun die Dancers of the Water Supply and Drainage Company of Shijizhuang, China, hier?

Rätsels Lösung: Was auf der einen Seite in die Kannelüren des Türbogens hinein geflüstert wird, wandert auf die andere Seite und wer dort gegenüber steht, versteht Wort für Wort.

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Schwarzwälder Trachtenverein St. Georgen

Familienleben im Schatten der Kastanienbäume neben dem Münster.

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Schwarzwälder Trachtenverein St. Georgen

Mineralwasser als Haarfestiger.

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Schwarzwälder Trachtenverein St. Georgen

Hutablage für St. Georgener Schäppel mit unbeabsichtigter Werbung für das braune Gesöff.

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Markgräfler Trachtengruppe Weil a. Rhein

Die Damen tragen Hörnerchappe mit Fürtuech, die Herren Gehrock, Zylinder oder Hut.

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The Wind Band of the Water Supply and Drainage Company of Shijizhuang, China

Wenn ordensbehangene Chinesen sich in einen historischen US-Sanitätsjeep setzen.

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Kriegsführung mit lackierten Fingernägeln

Bis zum Haarnetz perfekt gestylt.

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Dudelsackbläser der Cape Town Highlanders

In der Parade wie jedesmal: viel Dudelsack

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Der arme Fuchs weiss abends, was es geschlagen hat

Trommeln, Pauken und

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Kavalleriebereitermusik Bern

Trompeten und andere Hörner, ja sogar Schalmeien.

Eiszeit mit Gianduja und Tonka

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Gianduja-Eiscreme mit viel Nuss und wenig Zucker. Einfach herzustellen aus einem guten, handelsüblichen Haselnuss-Schokolade-Brotaufstrich. Den gibts in der Schweiz als Gourmetvariante z.B. in der Confiserie Sprüngli mit 47% Nussanteil oder im Lindt-Store als „Haselnusscreme“ mit einem Nussanteil von 40%. Wers billiger mag, kriegt den Lindt-Brotaufstrich bei COOP in einer beinahe gleich aussehenden Packung unter dem Namen „Crème noisettes“, der jedoch nur 25% Haselnüsse enthält. Wer billiges Palmöl und viel Zucker Haselnüssen vorzieht, greift zu Nutella mit mageren 14% Nussanteil. „Der Morgen mache den Tag“ sagen sie bei Ferrero. Wem der Morgen den Tag nun verdorben hat, findet auch in Deutschland Produkte mit Nussanteilen bis 60%. Mit und ohne Palmöl.

Gianduja Eiscreme mit Tonkabohne aromatisiert

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Zutaten und Zubereitung
200 ml Vollrahm
250 ml Milch
1 kleine Tonkabohne, feinst gerieben
2 Eigelb
50 g Zucker
150 g Haselnusscrème (Lindt, 40% Nussanteil)

(1) Milch und Rahm mit der geriebenen Tonkabohne bis knapp unter den Siedepunkt erhitzen, auf ein Holzbrett ziehen und zugedeckt 5 Minuten ziehen lassen.
(2) Eier und Zucker mit dem Schwingbesen der Küchenmaschine schlagen bis die Masse hell ist.
(3) Heisse Milch-Rahmmischung unter kräftigem Rühren unter die Eimasse rühren.
(4) Die Mischung vorsichtig unter Rühren auf etwa 94°C erwärmen, bis sie bindet und leicht andickt
(5) Zimmerwarme Haselnusscrème homogen untermixen.
(6) Durch ein feines Spitzsieb absieben und über Nacht zugedeckt kalt stellen.
(7) In der Eismaschine zu Eis drehen.

Damit überstehe ich jeden Hitzesommer. Unbezahlte Werbung für piemontesische Haselnüsse und das akribische Lesen von Zutatenlisten: „Die Weisheit der Welt ist kleingedruckt“ (eigener Aphorismus).