Wirsing-Gemüsequiche mit Ziegenkäse und Salbei

Eine Allerweltsquiche, ein wenig inspiriert durch ein Rezept in den femmes délices, was mir DeepL mit Frauenfreuden übersetzt. In meiner Küche mit einem klassischen Gemüse-Soffritto als Grundlage, darauf ein Pfund Wirsing (Wirz, chou vert, chou de savoie), reichlich Salbei, den Guss und zuletzt 3 Scheiben (für 3 Essende) Ziegenkäse aus Biederthal (F). Und der kühlschrankplatzverstellende Wirsing ist wieder weg. Une recette pour tous les jours.

Quiche au chou vert 20200925_115744

Zutaten:

für den Mürbeteig (pâte sablée), (26-er Wähenblech):
200 g Weissmehl (00-er)
1 knapper TL Salz (4 g)
125 g Butter, kühl
1 Ei
nach Bedarf wenig Wasser

für die Quiche:
1 Wirsing, ca. 500 g
je ca. 100 g in Brunoise geschnittene
1 Zwiebel
1 Karotte
2 Stangen Staudensellerie
20 g gute Butter, unter Vermeidung der in der Schweiz derzeit angebotenen „Schweizer Butter“ aus Lagerbeständen der EU
8 schöne Salbeiblätter, dicke Rippe entfernt, fein gehackt
1 kleiner Ziegenfrischkäse, in Scheiben geschnitten oder zerbröselt
ca. 100 g Crème fraîche
ca. 1 dl Rahm
3 Eier
Salz, Kräutersalz, Muskatnuss, weisser Pfeffer, rosa Pfeffer

Quiche au chou vert 20200925_105728
Blindgebackener Boden darauf das Soffritto

Zubereitung:

(1) Mehl und Salz in die Teigschüssel des Rührwerks sieben. Kalte Butter in kleinen Würfeln unter das Mehl mischen und mit dem K-Haken langsam zu einer krümelig-sandigen Masse verrühren.
(2) Das Ei zugeben, ggf. kleine Portionen Wasser, rühren bis der Teig klumpt. Nicht kneten. Von Hand zu einer Kugel formen und eingewickelt in Küchenfolie 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen. Ofen auf 170°C Umluft stellen.
(3) Zwiebel hell dünsten, Karotte und Staudensellerie beigeben und mitdünsten bis alles gut riecht. Würzen mit Kräutersalz und Pfeffer. Beiseitestellen.
(4) Wirsing entblättern und portionsweise in kochendem, gesalzenen Wasser 3-4 Minuten blanchieren, kalt abschrecken und das Wasser gut ausdrücken. Grob hacken.
(5) Den Teig auf einem Backpapier ca. 3 mm dick passend ausrollen und samt Papier in die Form legen und einen Rand hochziehen. Den Boden mehrfach mit einer Gabel anstechen. Ein zweites Backpapier drauflegen und mit Backbohnen beschweren. Den Teig 15 Minuten blind backen, herausnehmen, die wiederverwendbaren Backbohnen entfernen. Ofen auf 190°C Umluft stellen.
(6) Das inzwischen erkaltete Soffritto auf den Boden streuen, darauf den gehackten Wirsing und die halbe Menge Salbei verteilen.

Quiche au chou vert 20200925_110112
die Hälfte des Wirsing ist schon aufgestreut, die restliche Hälfte fehlt noch. Fehleinschätzung der benötigten Menge.

(7) für den Guss Rahm, Crème fraîche und Eier verrühren. Würzen mit Salz und Pfeffer und sorgfältig über die Gemüsemischung giessen. Rest Salbei aufstreuen und den Ziegenkäse auf die Quiche verteilen oder eindrücken. (Der gebräunte Rand kommt von einem übriggebliebenen Eigelb).
(8) Im vorgeheizten Ofen auf der zweituntersten Rille ca. 30 Minuten backen. Ziege mit rosa Pfeffer bestreuen.

Soffritto als Bodendecker hält nicht nur Unkraut vom Wirsing fern, es gibt dem Langweiligen ein wenig umami. Und der Salbei sorgt für die südberglerische Note.

17 Kommentare zu „Wirsing-Gemüsequiche mit Ziegenkäse und Salbei“

  1. Guten Morgen, dieses Rezept ist wirklich sehr schweizerisch und animiert mich heute zum Nachkochen! Und die „printfriendly“-Funktion auf der Homepage ist super. Noch einen schönen Tag.

  2. Diese Quiche backe ich heute noch, dann habe ich gleich für 2 Tage was. Beim Gemüsehändler erstand ich einen riesigen Wirsing, einen halbvertrockneten Topf Salbei gab es auch noch. Ich bin gespannt!
    Vielen Dank für die tolle Inspiration!

  3. ach hätte ich nur diese Zeit, ich werde den Teig vorbereiten und dann zu Weihnachten der Familie auftischen

    Lieber Robert, da hast Du aber viel vorzubereiten für die Festtage
    in meiner Famile sind wir mindestens 12 nichtgläubige Apostel aber Essen mache ich immer mit meinen 2 Schwestern haha die ersten Stollen Produktionen sind schon im Gange

    es bleibt spannend

    Liebe Grüßen aus München

    1. Für die Festtage werde ich mich nicht speziell bemühen. Wozu auch für 1.5 Personen? Bananen und Salzbrezeln sind immer im Haus 🙂
      In einem grossen Haus ist das etwas anderes.

  4. Jä, vo däm „Angge-Bschiss im Schwyzerglaid“ han‘ i au gläse. Do lob ich mir dr Diräggtimport vo däm wo i kenn und mir au passt – us Irland. „Däne“ isch är erscht no priiswärter 😉
    Di Allerwälts-Quiche gfallt mr sehr, sehr guet und isch notiert! I wird für mi einzig dr Gaisseechäs gege Roquefort ustusche. Dä han‘ i lieber. Danggscheen fir‘ s Rezäpt.

    1. Ob Ziege oder Schaf, beide freuen sich am Wirzgrün. Interessant ist, das die billige EU-Importbutter in der Schweiz gleichviel kostet, wie die Schweizer Butter. Mein Butter kommt aus dem Jura, da herrscht keine Butternot.

      1. Das git zuesätzligi Marge … ! Durch das dä EU-Angge witerhin im Schwyzer Anggepapier verkauft wird, wüsses viili nit, sin nit informiert oder dängge nit dra. Mi Angge koschtet (in Aktion) weniger als d‘ Hälfti und isch besser. Offiziell erlaubt isch 1 kg pro Daag und Person und e Plätzli im TK losst sich immer finde. 😉
        E scheene Sunntig an Beidi.

  5. Vielen Dank, Robert, für das wunderbare Rezept!
    Kürzlich hätte ich Chöli für ein Rezept gebraucht und weit und breit war kein Wochenmarkt, wo ich ihn hätte erstehen können. Deshalb versuchte ich es bei einem unserer grossen Detailhändlern. Den gewünschten Chöli konnte ich unter einer riesigen Auswahl an Früchten und Gemüse aus aller Welt nicht finden. Nachdem ich der Verkäuferin genau erklären musste, was Chöli, Wirsing oder Kohl überhaupt ist, hat man mir mitgeteilt, dass dieses Gemüse aus dem Sortiment genommen werden musste, da ein 5kg-Absatz pro Monat nicht erreicht wurde… Bis ich endlich zu meinem Chöli kam, mussten noch weitere Läden abgeklappert werden.
    Nun, ich freue mich auf diese Quiche, den Chöli habe ich bereits auf der Märet-Einkaufsliste eingetragen.
    Herzliche Grüsse

    1. Eine fast unglaubliche Geschichte. Wenn ich ähnliches nicht auch schon erlebt hätte. Dem Wirz fehlt einfach das Superfood-Etikett, wie es am Brokkoli klebt oder die Italianità eines Romanesco. Liebe Grüsse

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.