Tage später in einem Selbstpflückfeld gesammelt, bezahlt und zu Hause aufgestellt
Die Stadt Rapperswil hat zwei Rosen im Wappen, nennt sich auch Rosenstadt und besitzt drei Rosengärten. Einen davon haben wir unlängst besucht. Letztes Jahr habe ich über die Geschichte der Stadt berichtet, siehe hier, und habe versprochen, zur Rosenblüte wieder hieher zu kommen.
1965 wurde der Stadt ein privater Garten beim Kapuzinerkloster zur Anlage eines Rosengartens in Pacht übergeben. Er umfasst rund 3000 Pflanzen von 150 Sorten, die mehr oder weniger wild durcheinander wachsen dürfen.
Mischwuchs
Auch die Reben am Schlosshügel geniessen die Sonne.
Kein RosenmuskatellerWer kennt die Namen. Ich jedenfalls nicht.Angeschrieben war auch nichtsund wären die Namen angeschrieben, ich hätte sie längst wieder vergessenZartrosa, fragilZartgelb
Danach spazierten wir noch durchs Städtchen.
Gebäudestützende Rosen, von einer Passantin mit Hut kritisch betrachtet
Liebend gerne wäre ich bei der freundlichen Magd eingekehrt, aber Frau L. war nach Schwarztee, nicht nach Bierhalle.
Das Städtchen Sempach liegt am Südostende des Sempachersees, etwa 20 km nördlich von Luzern. Vor gut 800 Jahren gründeten die Habsburger damals entlang dem Weg von Basel nach Italien über Luzern etliche Städtchen, um sich die Zolleinnahmen des zunehmenden Warenverkehrs über den Gotthard abzusichern. 1220 erhielt die Gemeinde von den Habsburgern das Stadtrecht. Das Städtchen ist heute noch klein, rund 4000 Einwohner.
Blick vom Sursee-Tor auf das Luzerner-TorBlick auf das Luzerner-TorSchweiztümelnde Fresken im Stil des ausgehenden 19. Jahrhunderts
Das Löwen- oder Nationaldenkmal wurde 1886 zur 500-Jahrfeier der Schlacht bei Sempach zu Ehren von Petermann von Gundoldingen, dem Anführer des Luzerner Harstes und Winkelried errichtet. Im Hintergrund die 1831 im klassizistischen Stil errichtete Pfarrkirche St. Stefan.
Winkelrieddenkmal und Pfarrkirche St. Stefan
Inmitten der Stadt fällt der Fachwerkbau des ehemaligen Rathauses der Stadt auf. Erbaut 1474. Die offenen Lauben dienten dem Warenhandel.
ehemaliges Rathaus, davor Rathausbrunnen mit Löwe (1555)
Obwohl rechtlich noch zu Habsburg gehörend, betrieb die Stadt Luzern (wie auch Bern und Zürich) im 14. Jhdt. eine aggressive Expansionspolitik. Nach dem Luzerner Überfall auf Rothenburg schloss Sempach 1386 ein Burgrecht mit Luzern, das brachte das Fass zum überlaufen. Leopold III von Habsburg sammelte mit Mühe und grossem Geldeinsatz den schwäbischen und Aargauer Adel in Brugg hinter sich und marschierte gegen Luzern. Bei Tagesanbruch des 9. Juli 1386, einem heissen Sommertag, brach das Habsburger Ritterheer von Sursee in Richtung Sempach auf, wo die beiden Heere in der Morgenfrühe aufeinander trafen.
Ausschnitt aus dem Schlachtfresko (16. Jhdt.) in der Schlachtkapelle SempachKapelle auf dem ehem. Schlachtfeld
Die Habsburger wurden empfindlich geschlagen. Den Verlauf der Schlacht kann man hier nachlesen. 1393 wurde hier der Sempacherbrief ausgehandelt. Die Zugehörigkeit von Sempach zu Luzern wurde von den Habsburgern erst 1415 anerkannt. Das Burgrecht mit Luzern wandelte sich bis Ende des 16. Jh. zum Untertanenverhältnis.
Was bleibt, sind Knochen
So viele Knochen ohne Fleisch geben Hunger. Mittag gegessen haben wir in Sursee. Bei Amreins. Nein, kein ossobuco, Kalbszitronenschnitzel mit Gemüse und Kartoffeln. Eine tolle Entdeckung mit erstaunlichem Preis/Leistungsverhältnis.
Erholung vom Getöse der Schlacht am Ufer des Sempachersees
Danach besichtigten wir noch die alte Pfarrkirche Sempachs ausserhalb der Stadt, Sankt Martin auf Kirchbühl, mit Beinhaus und ummauertem Friedhof. Die Kirche wurde etwa um das Jahr 1000 erbaut, im 13. Jhdt. erweitert, der Chor 1583 neu erbaut. Innen mit den Konturen von in frühern Jahrhunderten mehrfach übermalten Fresken aus dem 13. Jhdt..
Sempach: St. Martin auf KirchbühlSempach: St. Martin auf Kirchbühl, innen
Wer in Biasca in den Himmel will, muss sich auf einen steilen, steinigen Weg gefasst machen. Auf halbem Wege versuchte mich eine 1 Meter lange Schlangenschleiche -immer 20 cm abziehen, ich hatte kein Messband dabei- zu verführen und vom geraden Weg abzubringen. Nach dem ersten Schreck rief ich ihr ein „Vade retro Satanas! zu und bin mutig weitergestapft. Die Schlange wich in ihr Versteck in einer Mauerspalte. Nach dem guten Mittagessen im Ristorante Stazione in Lavorgo (siehe den Besuch von Sabine) hätte ich ohnehin keinen Apfel mehr essen mögen.
Biasca, Chiesa San Pietro e Paolo
Aber ich habs geschafft, bin oben angekommen. In der Kirche Sankt Peter und Paul in Biasca. Den Ort in der untern Leventina muss man sonst nicht kennen, deshalb fahren wohl auch alle Italienfahrer daran vorbei.
Die romanische Basilika ist durch fünf Paare quadratischer Säulen in drei Schiffe aufgeteilt und entspricht in ihrem Grundriss einer frühchristlichen Basilika. Die hohen Wände des kargen Mittelschiffs sind fensterlos, die Seitenschiffe sind durch schmale Bogenfenster gegliedert. Die Kirche wurde an einen steilen Felshang gebaut, dadurch steigt der Boden gegen den Chor hin an. Diese natürliche Bodenneigung ergibt eine verblüffende, gewaltige Raumwirkung.
Oben Gott, unten Volk, wie sich das gehört
Die heutige Gestalt der bergseitigen östlichen Partie geht auf das 12. Jahrhundert zurück: Je das letzte Joch auf jeder Seite wurde mit einem Kreuzgewölbe überdeckt. Die schachbrettartigen Grisaillemalereien in den Kreuzgewölben stammen aus dem 13. Jahrhundert.
Löwe mit Schlange, Katze mit Vogel
Die zahlreichen Fresken auf Wänden und Pfeilern stammen mehrheitlich aus dem 15. Jahrhundert. Einige lassen sich ins 17. Jahrhundert datieren.
Werk des Antonio de Tradate, Ende 15. Jhdt.
Das Abendmahl wurde gegen Ende des 14. Jahrhunderts gemalt. Karg die Speisen, verglichen mit unserem Mittagsmahl.
auf dem Tisch Ringbrot (oder Willisauer-Ringli ?)
Um einiges älter sind einzelne romanische Figuren, zB. dieser freundliche Herr. Nur der Herr mit der Handorgel und der Gelfrisur scheint neueren Datums zu sein.
Archaische Frontal-Relieffigur, romanischen UrsprungsSchacher Seppli mit der Handorgel ?
Nach Hause gings über den Lukmanier. Angenehm, wenn man sich bei der Fahrt an den Randsteinen Richtung Hause orientieren kann. Die vielen Eindrücke machen einen ganz seh-trunken.
Bremgarten: Blick von der Holzbrücke Richtung Unterstadt und Hexenturm
Im ersten Teil bin ich bei der Eroberung des Aargaus 1415 durch die Eidgenossen stecken geblieben. Bremgarten wäre lieber unter der Macht und wohlorganisierten Ordnung der Habsburger, den Gründern ihrer Stadt, geblieben. Das Angebot der Eidgenossen, dem Bund als selbständiger Ort beizutreten, wurde von den Stadtoberen zurückgewiesen. Trotzdem behielt Bremgarten auch unter den Eidgenossen seine weitgehende Selbständigkeit bei, die es schon unter den Habsburgern genossen hatte. Dank seiner Finanzkraft erwarb es bis ins Jahr 1522 die Herrschaftsrechte über einzelne umliegende Gemeinden und besass damit eigenes Untertanengebiet.
Die gedeckte Reussbrücke ist ein wesentlicher Bestandteil des malerischen Stadtbildes von Bremgarten. Die erste Brücke auf hölzernen Pfahljochen wurde schon 1281 erwähnt. Die heutige Brücke ist eine Kopie der 1953 abgebrochenen Holzbrücke. Die alten Reusstore sind verschwunden; letzter Rest der Befestigung ist das Bollhaus, mit dem Stadtwappen, dem Habsburger Löwen.
Bollhaus der Holzbrücke mit dem alten Stammwappen derer von Habsburg
Die städtische Wirtschaft war durch ihr Handwerk geprägt, ohne jedoch überregionale Ausstrahlung zu erlangen. Zu gering war der Warenverkehr, zu übermächtig die Konkurrenz aus Zürich.
Der Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft im Frühjahr 1798 brachte für Bremgarten das Ende der bisherigen Sonderstellung und Selbständigkeit. Die Untertanen wurden frei. Bremgarten stieg zu einem gewöhnlichen Landstädtchen mit Weihnachtsmarkt und Operette ab.
Zu Füssen der Oberstadt liegt die Unterstadt (welch scharfsichtige Erkenntnis). Zentral der Kirchenbezirk, ein geschlossenes Ensemble von kirchlichen Bauten. Um die Stadtkirche St. Nikolaus gruppieren sich neben den verschiedenen Pfrundhäusern drei weitere Kapellen. Alles in sanftem Barock.
Stadtmauer, Konifere und Stadtkirche, die letzteren himmelwärts strebend
Das Kornhaus, nahe dem Warenumschlagplatz an der Reuss, wurde 1687 als städtisches Lagerhaus errichtet. Darum wird es heute noch als „Neubau“ bezeichnet. Durch die breit gefassten Rundportale konnten grosse Wagen ein- und ausfahren.
Bremgarten: Kornhaus
Noch ein Brunnen von Meister Hans Murer, im Jahre 1570 aufgerichtet.
Bremgarten: Brunnen vor dem Kornhaus
In der Unterstadt wohnten die einfachen Handwerker. Das ist noch heute an den Häusern ablesbar.
Bremgarten: Blick in die Spiegelgasse
Der Hexenturm dürfte aus dem 14. Jahrhundert stammen. Der bollwerkartige Rundturm erhebt sich vor der Südwestecke der Unterstadtmauer direkt über dem Reussufer. Die Mauer ist im Erdgeschoss 3 Meter dick und 22 Meter hoch. Hexen und Kirchen. Passt.
Eines dieser mittelalterlichen Städtchen, die meist etwas verschlafen wirken, wenn nicht gerade Weihnachtsmarkt stattfindet oder im Casino eine Operette gegeben wird. Wenig Touristen. Und doch so sehenswert, dass ich mich wundere, warum ich bei meinem Besuch keinen einzigen Amerikaner, Engländer, Deutschen oder Chinesen angetroffen habe.
1135 wurde Bremgarten indirekt erstmals urkundlich erwähnt. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Stadtgründung der Habsburger, diese erhoben sie jedenfalls zum Verwaltungssitz ihrer Besitzungen in der näheren Region. Um die 1238/40 verlieh Graf Rudolf I. von Habsburg, der spätere deutsche König, Bremgarten das Stadtrecht, das, ähnlich wie in der Zähringerstadt Freiburg im Breisgau, den Bürgern bedeutende Rechte zugestand.
Als Untertanen der Habsburger zogen die Bremgarter für ihre Landesherren wiederholt in den Krieg, u.a. in der Regensberger Fehde gegen die Freiherren von Regensberg (1267) sowie in der Schlacht am Morgarten (1315) und in der Schlacht bei Sempach (1386) gegen die Eidgenossen. Das hat ihnen aber nichts genützt, heute sind es ebenso gute oder schlechte Eidgenossen, wie wir andern auch.
Der hübsche, pyramidenförmige Brunnen aus Tessiner Granit erinnert weder an gefallene Helden noch an Schlachten, allenfalls an die etwas grössern Vettern in Ägypten. Zu den sieben Weltwundern der Antike darf man ihn dennoch nicht zählen. Dafür ist er einfach noch zu jung.
plätscher, plätscher, plätscher
Zum Schutz vor der expandierenden Eidgenossenschaft schlossen sich die Städte im Aargau, im Thurgau und in Schwaben sowie der Aargauer Adel 1410 zu einem Verteidigungsbündnis zusammen. Bremgarten befand sich durch seine unmittelbare Nachbarschaft zu den eidgenössischen Orten Luzern, Zug und Zürich in einer besonders exponierten Lage.
Nachdem Herzog Friedrich IV. 1415 beim Konzil von Konstanz in Ungnade gefallen war, forderte König Sigismund die Eidgenossen auf, den Aargau im Namen des Reiches zu erobern. Diesem Wunsche entsprachen die Eidgenossen noch so gerne, am 24. April 1415 kapitulierte Bremgarten vor den Truppen der 6 alten Orte der Eidgenossenschaft.
Danach verlieh König Sigismund den Städten Bremgarten, Baden und Mellingen das Privileg der Reichsunmittelbarkeit. Er hoffte vergeblich, sie auf diese Weise dem Einfluss der Eidgenossen wieder entziehen zu können. Doch diese formierten aus den eroberten Gebiete im Osten des Aargaus die Grafschaft Baden, eine gemeine Herrschaft -Untertanengebiet-, das von mehreren eidgenössischen Orten gemeinsam verwaltet wurde.
Doch weg mit den Geschichtsbüchern: Den Rundgang habe ich in der Oberstadt begonnen. Die Marktgasse ist die Hauptstrasse Bremgartens. Den Eingang zur Marktgasse dominiert der Spittelturm. Ihm gegenüber steht das alte Kaufhaus mit dem Treppengiebel. Seit dem Herbst 1994 sind die Marktgasse und der Bogen, die ehemalige Hauptstrasse zur Reussbrücke, verkehrsfrei.
Marktgasse mit Spittelturm
Vorbei am Schlössli, dessen Anfänge in die vorstädtische Zeit zurück reichen. Es diente als Wohnsitz habsburgischer Dienstleute. Seine heutige Gestalt geht auf Umbauten im Jahre 1642, wobei es zu einem Bürgerhaus im spätgotisch-frühbarocken Stil umgebaut wurde.
Schlössli und Stadtmauer
Auf dem höchsten Punkt der Altstadt liegt der Schellenhausplatz. An seiner Längsseite steht das mächtige Schellenhaus, die nördliche Schmalseite wird vom Schlössli gesäumt, die südliche vom ehemaligen Zeughaus. Der lange, rechteckige Bau des Schellenhauses wurde 1635 als Zehntenscheune des städtischen Spitals errichtet. Der Name Schellenhaus rührt von den Fuss-Schellen der hier Mitte des 19. Jhdts. untergebrachten Häftlinge einer Sträflingskolonie her.
links Schlössli, rechts: Schellenhaus, heute TheaterAltes Zeughaus
Das ehemalige Stallgebäude an der Ecke Rechengasse/Metzgergasse mit der Jahrzahl 1611 über dem Einfahrtstor gehörte zeitweise dem Viehhändler Braunschweig und wird heute noch als Braunschweigscheune bezeichnet.
Braunschweig-Scheune an der Metzgergasse
Zwischen verschiedenen Häuserzeilen der Altstadt finden sich heute noch die charakteristischen, engen Ehgräben. Das waren früher Wassergräben, durch die Abwasser und Fäkalien aus den angrenzenden Häusern entsorgt wurden. Heute duftet es hier besser.
Danke, kein Bedarf
Der schlichte Brunnen beim Rathaus ist ein Werk des Meisters Hans Murer aus dem Jahre 1567.
Brunnen beim Rathaus
Das Rathaus mit seiner klassizistischen Fassade wurde 1817-19 an Stelle des mittelalterlichen Vorgängerbaus erbaut.
Blick durch die Rechengasse Rictung RathausRathaus
Via „Bogen“, eine steil abfallendes Strassenstück hinunter zur Reussbrücke und in die Unterstadt.
Unter den nachfolgenden links habe ich bereits über die grösste und älteste Baumdame der Schweiz berichtet. Obwohl ihr Stamm innen hohl ist, hat sie auch dieses Jahr wieder ausgetrieben. Irgendetwas klappte nicht mit der Belichtung beim Fotografieren. Macht nichts. Ich lass die Bilder so stehen.
Eine Fahrt durchs Zürcher Weinland lohnt sich immer, sei es des guten Weines oder frischer Spargeln wegen. Zudem gehören die Ortschaften des Stammertals zu den schönsten und sehenswertesten Riegelbaudörfern der Schweiz.
gut verriegelt
Die Gemeinde Stammheim wird in einer Urkunde aus dem Jahre 761 erstmals erwähnt. Die Klöster St. Gallen und Rheinau waren über Jahrhunderte die wichtigsten Grundbesitzer in Stammheim.
1684 errichtete der Amtmann der Fürstabtei St. Gallen, der Zürcher Bürger Johannes Wehrli, in Oberstammheim einen herrschaftlichen Gutsbetrieb, der 1777-79 zum Gasthof Hirschen mit angegliederter Trotte umgebaut und 1786 an einen Gastwirt verkauft wurde. Rund 150 Jahre später wurde der Besitz von der Familie Wehrli wieder zurückgekauft. Das Haus wurde inzwischen unter Denkmalschutz gestellt. Im Ort wird Hopfen und Grünspargel angebaut. Im Frühjahr gibts im Hirschen nur ganz kurze Zeit die seltenen Hopfenspargeln (Wurzeln der Hopfenpflanze). Die haben wir verpasst und assen deshalb ein Zürcher Geschnetzeltes mit Rösti. Gut und währschaft. Beinahe wie zu Hause.
am Dorfplatz
Nach dem Essen sind wir oben im Dorf zufällig auf eine romanische Kapelle gestossen, die auf das 9. Jh. zurückgeht. Um 1300 wurde sie erweitert und mit einem hochgotischen Freskenzyklus geschmückt. Die in der Reformationszeit übertünchten Malereien wurden erst 1896 wieder entdeckt und freigelegt.
Galluskapelle im WeinbergGalluskapelle, innenGalluskapelle, Bilderzyklus unterste Bildreihe: Passionsgeschichte
Dabei wollten wir nur Spargeln einkaufen und etwas zu Mittag essen.
Während man mir im Autohaus die Reifen wechselte, habe ich mich zu Fuss über die alte Dornachbrugg Richtung Arlesheim aufgemacht. Hier fand im Juli 1499 die letzte kriegerische Auseinandersetzung zwischen dem Schwäbischen Bund und den Eidgenossen während des Schwabenkrieges statt. König Maximilian soll über die Niederlage tief betrübt gewesen sein. Die alte Holzbrücke, auf dem kolorierten Kupferstich weiter unten abgebildet, gibts inzwischen nicht mehr, heute ist sie in Stein, bzw. gleich daneben, in Beton geformt.
altes Gemäuer
Zeitgenössischen Berichten zufolge soll sich hier ein rechtes Gemetzel abgespielt haben. Tausende von Toten blieben auf dem Schlachtfeld zurück, unter ihnen auch der gegnerische Anführer, Graf Heinrich von Fürstenberg, einer aus dem Hause Fürstenberg, das seit 1283 „den Maßstab für Brau- und Bierkultur“ setzt.
Am 22. September 1499 wurde der Frieden zu Basel zwischen Maximilian von Habsburg als Landesherr von Vorderösterreich und Tirol, dem Schwäbischen Bund mit Bischof Heinrich von Chur, den zehn Orten der Eidgenossenschaft und den Drei Bünden geschlossen und damit der Schwabenkrieg beendet. Gestern, am 7. Mai, jährte sich eine andere, diesmal bedingungslose Kapitulation. Die Menschheit scheint einfach nicht lernfähig.
Schlacht bei Dornach (aus wiki commons)
Die Brückenfigur des hl. Johannes von Nepomuk gibts an vielen Orten zu sehen.
Der heilige Nepomuk auf der Birsbrücke
Ich gehe weiter, bergaufwärts, an teuren Villen und edeln Gärten vorbei ins Zentrum von Arlesheim.
Ursprünglich ein kleines Bauerndorf, wechselte es 1529 zum reformierten Glauben, später 1581 dann wieder zum alten zurück. 1679 wurde das durch die Reformation aus Basel vertriebene Domkapitel nach Arlesheim verlegt. Entstanden ist eine Barockkirche mit einem schönen Ensemble von Domherrenhäusern.
Nach der Besetzung des Bistums Basel 1792 durch die Franzosen wurde das Domkapitel in Arlesheim aufgelöst, die Domkirche und die Stiftshäuser an die Meistbietenden versteigert. Damit schwand der weltliche Besitz und Einfluss des Bischofs. Arlesheim gehörte fortan zu Frankreich, wurde nach dem Fall von Napoleon I. 1814 durch den Wiener Kongress dem alten Kanton Basel zugeschlagen. Die Arlesheimer Bürger setzten sich 1832 für die Kantonstrennung ein und gehören als Bezirkshauptort seit 1833 zum Halbkanton Basel-Landschaft.
Ansehnliche Häuser des DomkapitelsDomplatz mit Brunnen
Wo viele Gutverdienende wohnen, sieht auch das Gefängnis entsprechend aus.
Arlesheim: Polizei, Staatsanwaltschaft und Bezirksgefängnis in Neo-BarockDorfplatz mit Zivilstandsamt und hinten links dem Ortsmuseum
Nachdem die Räder am Auto wieder dran waren, holte ich Frau L. zum Mittagessen ab. Gegessen haben wir im Domstübli: landestypische, transalpin apulisch-schweizerische Küche. Sehr gut, beinahe wie zuhause, der Service war hingegen an diesem sonnigen Frühlingstag bei vollbesetztem Garten völlig überfordert. Der Empfang bestand aus einem raunzigen Reserviert ? Murrende, wartende Gäste wurden vom Patron angeknurrt: wir sind doch kein MacDonalds ! Etwas rauh, aber herzlich halt doch 😉 Das war für uns, die wir hier zum ersten Male einkehrten, etwas gewöhnungsbedürftig, aber wir wollen es nochmals probieren.
Wenige Kilometer unterhalb des Rheinfalles bei Schaffhausen bildet der Rhein eine Doppelschleife. Die Ortschaft Rheinau liegt auf der Halbinsel in der westlichen Schleife. In der östlichen Schleife liegt die Rheininsel mit dem ehemaligen Kloster Rheinau. Der Rhein ist hier für das Kraftwerk Rheinau gestaut.
Nach einem Besuch in Schaffhausen haben wir gegen Abend einen kleinen Umweg auf die Klosterinsel gemacht. Die Kirche war bereits geschlossen. Barock. Gottseidank.
Das Kloster wurde im Jahr 858 von König Ludwig dem Deutschen zum Reichskloster erhoben. Im Jahr 1126 befestigte Graf Rudolf von Lenzburg die beim Kloster entstandene Siedlung Rheinau. Urkundlich fassbar wird die ehemalige Benediktinerabtei ab dem 11. Jhdt. Wie in vielen andern Klöstern auch, weckten Schenkungen und Privilegien den Neid benachbarter Adelsfamilien. Im Spätmittelalter schloss das wirtschaftlich bedrängte Kloster 1455 mit der Eidgenossenschaft einen Schutzvertrag ab, der das Kloster vor weiteren Übergriffen des Adels bewahrte.
Kloster Rheinau: Vedute (Bild: Gemeinde Rheinau)
Von Zürich her griff 1529 die Reformation auch auf Rheinau über, das Kloster wurde kurze Zeit aufgegeben und geplündert. Seither durchlief das Kloster eine wechselvolle Geschichte: Bereits 1532 wurde es wiederhergestellt und entwickelte sich zu einem Zentrum der Gegenreformation. In den Schweizer Religionskriegen (Villmergerkriegen) wurde es 1656 und 1712 beschädigt. 1799 durch die Franzosen aufgehoben und geplündert. 1803 restituiert.
In der Zeit der Gegenreformation entstanden zahlreiche Neubauten. Im 18. Jahrhundert wurden die Klosterkirche St. Maria mit ihrer Doppelturmfront und die Konventsgebäude im barocken Stil prunkvoll erneuert.
Klosterkirche am "kleinen" RheinHauptfassade KlosterkircheGästehaus des KlostersMagdalenenkapelle am Nordende der Klosterinsel
Nachdem Rheinau 1803 dem reformierten Kanton Zürich zugeschlagen wurde, stellte dieser 1834 das Kloster unter kantonale Aufsicht, 1836 verbot er die weitere Aufnahme von Novizen. 1862 wurde es durch den Kantonsrat endgültig aufgehoben. Das Klosterarchiv wurde dem Staatsarchiv des Kantons Zürich einverleibt. In den Konventsgebäuden wurde 1867 eine kantonale Heil– und Pflegeanstalt eingerichtet. Seit dem Umzug der psychiatrischen Klinik in einen Neubau im Jahre 2000 werden die Klostergebäude auf der Insel durch u.a. durch eine Stiftung genutzt, die geschützte Wohn-, Ausbildungs- und Arbeitsplätze anbietet, Ökologisches Pflanz- und Saatgut herstellt, auf dem Klostergut Biologisch-dynamische Landwirtschaft samt einer Biometzgerei betreibt.
Die Wurzeln von Avenches gehen auf die Kelten zurück. Ein Stamm der Helvetier hatte im Lauf des 1. Jahrhunderts v. Chr. vermutlich auf dem heutigen Stadthügel eine befestigte Siedlung errichtet. Die Siedlung entwickelte sich allmählich zum Zentrum der Helvetier, die das Schweizer Mittelland zwischen dem Genfersee und dem Bodensee bewohnten. Gaius Julius Caesar schrieb in seinen Berichten über den Gallischen Krieg, dass die Helvetier im 1. Jahrhundert v. Chr. aus dem Gebiet des heutigen Schweizer Mittellands ins Rhônetal auswandern wollten (nach Cäsar wegen der Germaneneinfälle, nach meiner Meinung wegen des Nebels, der sich im Mittelland so hartnäckig hält). Dieses Vorhaben gefiel aber weder den Römern noch den Galliern, weshalb Caesar die Helvetier in der Schlacht bei Bibracte 58 v.Chr. mit Gewalt an der Auswanderung hinderte und in ihr Nebelheim zurückschickte, damit die entleerte Landschaft nicht den Germanen in die Hände fallen solle. Schrittweise wurde danach bis ins 1. Jh. v. Chr. das gesamte Gebiet der heutigen Schweiz ins Römische Reich integriert. Hat aber alles nichts genützt.
Der Name der römischen Stadt Aventicum, die Hauptort der Helvetier blieb, ist von der helvetischen Quellgöttin Aventia abgeleitet. Schon bald nach Beginn unserer Zeitrechnung entwickelte sich Aventicum zu einer blühenden Handelsstadt mit rund 20’000 Einwohnern, war damit sieben Mal grösser als das heutige Avenches und wurde im 3. Jhdt. Bischofssitz.
Zur Zeit des Kaisers Vespasian war Aventicum mit einer 5 km langen und bis zu 7 m hohen Ringmauer sowie einem davorliegenden Graben umgeben. Sie wurde mit 73 Türmen verstärkt und besass zwei Haupttore an der römischen Heerstrasse im Westen und im Osten sowie weitere Nebentore. Die Ringmauer umfasste eine Fläche von rund 2 km², von der jedoch selbst zur Blütezeit von Aventicum höchstens ein Viertel überbaut war. Eines der Tore steht noch und wurde restauriert. Dafür hätte man allerdings einen längeren Fussmarsch auf sich nehmen müssen, nichts für uns nach eben überstandener Grippe.
Aventicum Amphitheater. Weit am Horizont Reste der Stadtmauer
Am Osthang des Hügels von Avenches wurde Ende des 1. Jahrhunderts das Amphitheater, das heute am besten erhaltene nördlich der Alpen, in den Hügel gegraben. Nach einer Vergrösserung zu Beginn des 2. Jhdt. hatte es mit 33 Rängen ein Fassungsvermögen von 14’000 bis 16’000 Personen. Im Juli finden hier jedes Jahr Opernfestspiele statt. Heuer Rigoletto.
Aventicum, Theatre Romain
Am Südrand von Aventicum befindet sich ein weiteres römisches Theater, das Théâtre romain. Ferner können Überreste von Thermen, des Kapitols und einer Tempelanlage im Freien besichtigt werden. Vom Cigognier-Tempel steht nur noch eine rund 12 m hohe Säule, auf der früher Störche nisteten, weshalb der Tempel später seinen Namen vom französischen Wort cigogne (Storch) erhielt.
Im 3. Jahrhundert n. Chr. setzte ein allmählicher Verfall der Römerstadt ein, verursacht durch innere Reichswirren und Plünderungszüge der Alemannen, die 354 zu einer weitgehenden Zerstörung der Römerstadt führten. In der Folge siedelten sich die verbliebenen Bewohner auf dem Hügel an, auf dem sich das heutige Städtchen befindet. Als Bischof Marius im 6. Jhdt. seinen Sitz nach Lausanne verlegte, bedeutete dies das Ende von Aventicum.
1074 wurde auf dem Hügel das heutige Städtchen gegründet, das im Mittelalter den Namen Adventica trug und seit 1518 Avenches genannt wurde. Die Stadt wurde im 11. Jahrhundert mit einer Ringmauer umgeben und erhielt 1259 das Stadtrecht.
Das unter dem Schutz des Bischofs von Lausanne stehende Avenches verbündete sich 1239 mit Freiburg i.Ue. und 1353 mit Murten. Die Herrschaft wurde in Vertretung des Bischofs durch einen Kastlan ausgeübt. Mit der Eroberung der Waadt durch Bern im Jahr 1536 gelangte Avenches unter bernische Herrschaft und wurde Sitz der Landvogtei Avenches. Mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung 1803 wurde Avenches zusammen mit dem heutigen Bezirksgebiet als Exklave dem Kanton Waadt angegliedert.
Avenches, Tour de BennevilleAvenches, Rue des Alpes
Avenches besitzt eine gut erhaltene historische Altstadt mit malerischem mittelalterlichem Stadtbild. Der Kern der Altstadt mit rechteckigem Grundriss weist eine Ausdehnung von 300 x 200 m auf. Die alte Hauptstrasse von Payerne nach Murten bildet die zentrale Längsachse. Von der ehemaligen Stadtbefestigung sind noch zwei Türme aus dem 13. Jhdt. erhalten. Die Stadtmauer wurde im 19. Jahrhundert geschleift. Auch der im 11. Jahrhundert erbaute Turm am Rand des Amphitheaters gehörte vermutlich zur Ringmauer. Er beherbergt seit 1838 das Musée Romain mit einer reichen Sammlung von Ausgrabungsfunden aus der römischen Stadt Aventicum.
Avenches, Église Sainte- Marie-Madeleine
Die reformierte Kirche Sainte-Marie-Madeleine wurde Ende des 11. Jahrhunderts im Zentrum der Altstadt errichtet und von 1709 bis 1711 umgebaut.Ihre Eckpfeiler sind mit grossen römischen Architraven unterlegt.
Avenches, SchlossAvenches, Schloss Détail
In der nordöstlichen Ecke der Altstadt steht das Schloss. Es wurde im 13. Jahrhundert als Burg erbaut und war zunächst Sitz des Kastlans, seit 1536 des von Bern eingesetzten Landvogts. Dieser liess von 1565 bis 1568 eine grundlegende Umgestaltung zum heutigen Renaissanceschloss vornehmen. Es beherbergt heute die Stadtbibliothek.
Avenches, Schloss Détail
Essen wollten wir in der Stadt. Das eine Lokal, das Restaurant des Bains, war geschlossen, das andere, das Restaurant du Maure schien in Einrichtung und Menukarte im Zeitalter von Louis XV zu verharren. Wir hatten keine Lust, als einzige Gäste in Plüsch und Plum zu essen. So etwas war selbst uns Konservativen zu klassisch. Das Städtchen wirkte ohnehin beinahe ausgestorben. Schliesslich haben wir in Murten gegessen. In der Käserei. Sehr angenehme Trouvaille.
Bern ist immer eine Reise wert. Weil ich bei meinem letzten Besuch einen historischen Schinken entdeckt hatte, bei dem ich mir nicht sicher war, ob ich ihn nicht doch schon besitze, durfte ich die Reise nochmals antreten, um ihn endgültig in meinen Besitz zu überführen. Diesmal allein, ohne Frau L. Dafür mit Zeit, durchs historische Museum zu streifen, die vorderen und hinteren Gassen Berns abzutrampeln.
Zwischen dem Barockbau der Heiliggeistkirche und dem Burgerspital liegt der neue Tram-/Busbahnhof. Ein grosser, wellenförmiger Glasbaldachin, der einem zumindest bei regnerischem Wetter trocken lässt, wenn darob schon kein Auge trocken bleibt. Die Glasflächen scheinen häufig geputzt zu werden. Das Spiel der Spiegelungen war jedenfalls interessant zu beobachten. Der Platz verbindet den Bahnhof mit dem Eingang zur Altstadt. Ob das Dach einen Zusammenhang mit der ehemaligen Berner Gesetzgebung hat, nach welcher jeder Grundbesitzer einen überdachten, trockenen Durchgang durch die Stadt gewährleisten musste ? Dieses Gesetz ist übrigens der Grund dafür, warum Bern so viele gedeckte Laubengänge besitzt.
Blick durch die Kreuzgasse zum Rathaus
Das Rathaus wurde 1406 bis 1415 im spätgotischen Stil erbaut. Spätere Umbauten führten zu einem etwas wilden Stilgemisch.
Stotziger Treppenaufgang zum Rathaus
Am Rathaus vorbei in die Postgasse. Viel Kleingewerbe und Lädeli mit Krimskrams.
Postgasse, Handwagen eines Tapezierergeschäftes
Die moderne Brunnenskulptur des verstorbenen Berner Künstlers Carlo E. Lischetti „Keine Brunnenfigur“: eine Rednerplattform mit Treppe, wird erst vom Besteiger einer Form zugeführt. Jeder darf hier Chindlifresser, Samson, Volkstribun oder Justitia darstellen. Kann schweigen oder reden. Der Künstler war auch Erfinder des immerwährenden Kalenders, der nur aus einem Blatt, „Heute“, besteht.
Keine Brunnenfigur
Durch den Nydeggstalden stieg ich zur Aare hinab.
Bärenpark, durch die Bogen der Nydeggbrücke betrachtet
Und wieder zurück durch die Junkerngasse. Der Erlacherhof gilt als Berns repräsentativster Patriziersitz. Er wurde 1745 bis 1752 für Hieronymus von Erlach errichtet. 1795 wurde der Erlacherhof von einem Grossmetzger gekauft. Nach dem Einmarsch der Franzosen war er Hauptquartier des französischen Generals Guillaume Brune. Heute ist er Sitz eines Teils der Stadtverwaltung.
Junkerngasse mit Erlacherhof
Da an der Gerechtigkeitsgasse heute noch viel alter Adel und junges Geld zu wohnen pflegt, gibt ein Blick in die zur Abfuhr bereit gestellten, liegengebliebenen Abfälle einen Einblick in die Essensgewohnheiten der besseren Kreise.
Pizzaschachteln an der Junkerngasse
Der Bau überdeckter Lauben brachte es mit sich, dass die Kellerabgänge vor die Laube, auf die Strasse zu liegen kamen. Heute sind in den Kellern oft Läden, Kleintheater, sogar kleine Restaurants untergebracht.
Kellerabgang an der Junkerngasse
Pause an der Münstergasse. Mittagessen im Metzgerstübli. Gutes Tagesmenu. Danach ab zum Ziel des Tages, dem Historischen Museum. Das Historische Museum Bern wurde 1894, ursprünglich als „Landesmuseum“ errichtet. Im schlossartigen Baustil spiegeln sich Bauformen aus unterschiedlichen Epochen, die an die Zeit erinnern, aus der die wichtigsten Sammlungen des Hauses stammen.
Die beiden steinernen Bären bewachen seit langem die Torsäulen am Eingang in den Park des Historischen Museums am Helvetiaplatz. Früher zierten sie das Murtentor, eines der beiden Westeingänge nach Bern, das 1807 abgebrochen wurde.
Einer der Bären vor dem Historischen Museim
Das Historische Museum Bern hat 2009 einen modernen Anbau mit Glasfassade erhalten. Unter dem Platz sind zusätzliche Ausstellungsräume und Depots untergebracht.
Ziel: Historisches Museum Bern, Spiegelung im Anbau
Wer kann es mir verdenken, dass ich nach soviel Bären zwei Mandelbärli nach Hause brachte.
Berner sind tierfreundlich. Insbesondere hat die Beziehung der Stadt zu ihrem Wappentier eine sehr lange Tradition. Der Gründer der Stadt, Herzog Berchtold V. von Zähringen, soll, der Legende nach, auf der Halbinsel als erstes Tier einen Bären erlegt haben, dem die neu gegründete Stadt ihren Namen verdankt.
Der bernische Chronist Valerius Anshelm berichtet in einer zeitgenössischen Chronik, wie die siegreich aus der Schlacht von Novara heimkehrenden Berner einen lebenden Bären als Kriegsbeute in ihrem Triumphzug mitführten. Dieser wurde 1513 dem französischen Heer unter Marschall La Tremouille vom Berner Anführer, Glado von May, abgenommen. Der Bär wurde zunächst im Stadtgraben beim Käfigturm untergebracht. 1798 entführten die Franzosen nach dem Einmarsch in Bern die Nachkommen des Bären (samt der Staatskasse) nach Paris. Eine 1810 aus Savoyen angeschaffte Bärenfamilie starb 1853 wieder aus. 1857 wurde der Zwinger im Bärengraben bezogen. 2009 wurde der Bärengraben durch einen tierfreundlicher angelegten Bärenpark am Aareufer ersetzt. Mitte Dezember 2009 wurden zwei Bärenmädchen geboren, Ursina und Berna. Die haben wir uns Ende Februar erstmals angesehen.
Friedlich sitzt Berna auf einem Baume, hoch über der Aare...das scheint dem Schwesterherz Ursina nicht zu passen...Ich bin hier die Säulenheilige, Du bleibst unten !!!!Potz Bärendreck, meinst Du, das lasse ich mir bieten ?Und ich sage: Runter mit Dir, Du Honigzicke !!!Vater Finn kümmert das nicht.Früher war Bärsein gemütlicher: mit Weinkrug am KindlifresserbrunnenBrasserie Bärengraben
Zu Mittag gegessen haben wir in der Brasserie Bärengraben. In einem der vier ehemaligen Zollhäuschen der 1844 eingeweihten Nydeggbrücke. 9 Jahre später wurde der Brückenzoll aufgehoben. Typisches, bei Touristen und Einheimischen beliebtes Brasserieangebot. Wir haben eine sehr gute Zwiebelsuppe. Kalbsgeschnetzeltes an einer guten Rahmsauce mit einem Hauch Curry und ausgezeichnete pommes alumettes gegessen. Für Berner Verhältnisse guter Kaffee. Da gehen wir wieder hin.
Klar, sind wir noch durch die Stadt spaziert, haben das gute Glatzbrot eingekauft, uns im Buchladen eingedeckt. Nur im Küchenladen entsprach das Angebot aus China nicht ganz unseren Vorstellungen.
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