Archiv der Kategorie: Gourmandisen

es weihnachtet bald…

Kochbuch Cover
und wie jedes Jahr stellt sich die gleiche Frage: was schenke ich meiner/m Liebsten ?  Kleiner Tipp: meinen grössten Schenkerfolg (seit den Trauringen vor fast vierzig Jahren) habe ich kürzlich mit einem Buchgeschenk an Frau L. eingeheimst: ein Kochbuch mit meinen Kochrezepten. Und persönlicher Widmung. Auflage 1 Stück. Unverkäuflich. Unbezahlbar. Bekanntere foodblogger haben natürlich schon „richtige“ Bücher herausgegeben wie Claudia von FoolforFood, oder arbeiten daran, wie Nicky und Oliver von delicious days. Aber auch ein Gelegenheitsblogger freut sich mit seiner Frau, wenn ein eigenes Buch im Regal steht.

Viele Händler, Buchbinder, Fotolabors bieten heute die Möglichkeit, sich mit Hilfe von Gratis-SW Fotobücher off-line mit eigenen Fotos und Texten zusammenzustellen. (googlesearch: Fotobuch). Der Spass ist nicht ganz billig, 80 Seiten kosten zwischen 50-80 Euro mit farbigem Hardcover, Klebebindung, je nach Anbieter auch mit Fadenbindung. Für das Geld gäbe es die kulinarische Enzyklopädie von Alain Ducasse zu kaufen. Aber der Ducasse ist eben nicht das eigene Kochbuch. es weihnachtet bald… weiterlesen

Plädoyer für RezCard-Verwaltung, Version 1967

Rezeptkarte

Frau L., die allzeit ordnungsliebende, braucht keine Computer. Die Verwaltung ihrer Rezepte beruht auf Karteikarten. Seit 1967. Änderungen sind rasch nachgetragen. Sie hat sie immer zur Hand, auch am Kochherd, es sei denn, Herr L. hätte sie unter falschen Buchstaben abgelegt. Kochzeitschriften enthalten in der Regel kaum mehr als ein einziges brauchbares Rezept, das wird ausgeschnitten und auf die Karteikarte aufgeklebt. Der Rest kommt ins Altpapier. Plädoyer für RezCard-Verwaltung, Version 1967 weiterlesen

Knödelschleuder

Knödelschleuder
Ich habe eine Erfindung gemacht. Sieht aus wie eine Knödelschleuder. Wenn man mit voller Wucht auf die eine Seite mit dem kurzen Hebelarm tritt, wird der auf der Seite mit dem längern Hebelarm liegende Gegenstand weggeschleudert. Richtung Paris versteht sich. Ernsthaft: diese ingeniöse Erfindung dient dazu, die Sonne, die mir in meiner Dachwohnung im Sommer wegen des hohen Sonnenstandes nicht mehr so recht in die Wohnung scheinen will, einzufangen. Mit der langen, nach aussen verschiebbaren Platte kann ich angerichtete Teller im besten Sonnenlicht fotografieren. Vorausgesetzt die Sonne scheint. Professionelle Fotografen machen das mit indirektem Blitz und/oder starken Lampen. Ich arbeite mit Bio-Sonne, ganz Natur. Und bin daher auch vom Bio-Rythmus der Sonne abhängig. Mein Fotoapparat, eine billige japanische Kompaktkamera, macht den Rest ohne mein Zutun. Wenns regnet, sehen meine Fotos halt verregnet aus.

Das ist aber nur eines der Probleme, die ich als Jung-Fotograf zu meistern habe. Bei uns gibts immer zwei Teller: der schöne Foto-Teller mit wenig drauf, weils besser aussieht, und der überfüllte Essteller für Frau L.. Bis ich die Foto im Kasten habe, ist der Foto-Teller kalt und kaum mehr geniessbar. Das ist der wahre Grund, warum ich langsam verhungere und laufend an Gewicht verliere, währenddem Frau L. an Gewicht eher zulegt. Weiss jemand unter den erfahrenen Foodbloggern Rat ? Foodbloggen macht schlank, das steht jedenfalls fest.

Lieb’ Vaterland, magst ruhig sein

Schweizer KavalleristUnter der Rubrik „Gesellschaft, Demokratie, Verantwortung“ veröffentlicht der schweizerische Bundesrat Moritz Leuenberger (Verkehrsminister, SP) in loser Folge nebst politischen Gedanken auch Kochrezepte. Keine schlechte Idee. Hoffentlich ziehen Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Herren Nicolas Sarkozy, Gordon Brown und deren Kollegen bald nach. Bundesrat Leuenbergers Rezepte sind aber genau so, wie er politisiert. Etwas verworren.  Ziemlich verworren. Immerhin: wenn Herr Leuenberger kocht, richtet er keine schlimmeren (Kollateral-)Schäden an. Am Vorabend des schweizerischen Nationalfeiertages übergebe ich deshalb meine Kochlöffel an Herrn Bundesrat Leuenberger. Link zum Bundesrätlichen Kochrezept (Er kocht so irgendetwas Ausländisches, weder Rösti noch Zürcher Geschnetzeltes). Aber ich sage mir: Solange Soldaten wie dieser wackere Kämpe der 1. Kavallerie-schwadron auf meinem Bild unsere Grenzen schützen (das hoffe ich doch !), habe ich keine Angst um unser Vaterland. Trotz kochendem Bundesrat. Kochen sie ruhig weiter, Herr Bundesrat, was immer Sie wollen. Morgen werde ich wieder kochen: Rot-Weiss.

Energiesparen

Weinkistchen vorher

Mein Beitrag zum Energiesparen: Die sich mit der Zeit ansammelnden Weinkistchen werden in der Nähe des Spaltstocks:
1) aufgeschichtet (Grossbild, damit Martin prüfen kann, was da so durchgeht).
2) Zerschlagen
3) Nägel rausziehen, sammeln für die künftige Metallverwertung
4) Zu Anfeuerholz zerkleinern
Weinkistchen nachher
Mit dem eingesparten Heizöl neue Weine (samt Kistchen) kaufen. Deren Kistchen wiederum zerhacken usw. usf.
Falls die Metall- und Heizölpreise noch etwas anziehen, so wird sich mein Konsum an Bordeaux bald selbsttragend finanzieren. Ein Bombengeschäft. Her mit dem Kyoto-protokoll. Ich unterzeichne !

Von Alpenrosen und Gratins

AlpenrosenBezaubernd sehen sie aus, die kleinwüchsigen rostblättrigen Alpenrosen. Eben war da noch Schnee, und schon beginnen sie zu blühen. Zuerst in den tiefern Lagen, dann höher. Sie duften apart und zart. Irgendwo meine ich einmal ein Kochrezept mit Alpen-rosen gelesen zu haben, finde in meinem meter-hohen Zettelhaufen natürlich nichts.  Bei der letzten Fahrt über den Gotthard habe ich ausser einem kleinen Strauss noch eine Handvoll Blüten abgezupft, lege sie zuhause in Rahm eingebettet für 2 Tage in den Kühlschrank. Mal schauen, vielleicht gibts einen Alpenrosengratin. Ein Eigelb und etwas Zucker einrühren und ab in den Ofen. Sehr schön anzuschauen. Ein fast poetisches Bild. AlpenrosengratinGottseidank hab ich während des Backens noch bei Wiki reingeschaut: GIFTIG Es sind schon Vergiftungen beim Menschen durch den übermäßigen Genuss von Honig aus Alpenrosen aufgetreten. …. es kann verlangsamte Herztätigkeit, schwacher Puls bis hin zum Koma und Tod durch Atemstillstand eintreten. Naja, wieder mal Glück gehabt. Bei meinem verlorenen Rezept handelte es sich vermutlich um den Schweinsbraten aus dem Restaurant-Hotel „Alpenrose“. Schade um den Gratin. Schade um den Beitrag für den Wildkräuter-Event des Gärtner-Blogs.

Gartenstraflager

Nicht dass ich gerade einen grünen Daumen hätte. Wer immer sich in meine gärtnerische Obhut begibt, wird einem schlimmen Ende entgegenserbeln. Aktuelle Beispiele gefällig ? Links meine Geranien von einem selten leuchtenden Braun-Rot, rechts die Johannisbeeren, die auch heuer wieder eine Grossernte von etwa 3-4 Beerenrispen erwarten lassen.
Geranien in voller BlüteJohannisbeeren ???
Derartige Unbotmässigkeiten lasse ich mir natürlich nicht gefallen. Wer nicht pariert, wird ausgerissen und lieblos in ein Straflager, ein leerstehendes Gartenbeet versetzt, genauer verscharrt. Ohne Wasser. Und Brot schon gar keins. Und doch: Kaum meiner gärtnerischen Fürsorge entronnen, beginnen die undankbaren Pflanzen sich zu erholen, gedeihen, blühen. Beispiel: die Straflagerecke des Gartens. Salbei, Thymian, wildes Bohnenkraut, Lysimachien.
Gartenstrafkolonie
Auch die Wildpflanzen und all das sonstige Unkraut, das sich im Garten eingenistet hat, gedeihen prächtig, dürfen sie doch, unbehelligt von mir vor sich hin wuchern. So auch der Bibernell, der sich frech mitten in der Mähwiese anfängt breitzumachen. Da er mir schmeckt, komme ich ihm immerhin etwas entgegen, indem ich ihn mit dem Rasenmäher in gehörigem Abstand umfahre. Gartenschuhe ab, Kochschürze an

Daraus leite ich die Legitimation ab, am laufenden Garten-Blog-Event: Wildkräuter erstmalig mitzumachen. Das Rezept kommt Morgen. Bibernell-Spinat-Gnocchi. In die Stiefel Herr L.! Ich bin dabei !

Kochbuch-Belletristik (5:1)

Bookstore Thalia BaselMigros Basel

Bild links: Kochbuch-zeile Buchhandlung Thalia Basel: Seltsam, wie sich das Gesicht unserer Buchhandlungen allmählich verändert. Im gleichen Mass, wie die Belletristik auf Nischenplätze verdrängt wird, macht sich die einstige Kochbuchecke breit, ja bläst sich dermassen auf, dass sogar die ebenso aufgeblähte Abteilung für Lebenshilfe um ihr Recht als Platzhirsch fürchten muss. Könnte man den kulinarischen Bildungsstand der Bevölkerung an der Zahl der angebotenen Kochbücher bemessen, stünden wir unmittelbar vor dem Einzug ins Schlaraffenland.

Bild rechts: Convenience-zeile Grossverteiler Migros Basel: Schlaraffenland ? Ich habe da meine Zweifel. Wenn ich mich im Lebensmittel-Supermarkt umschaue, was für Ramsch denn die Leute so alles in ihre Wägelchen stopfen, komme ich eher zur Vermutung, dass die Qualität der Koch- und Esskultur einer Gesellschaft sich umgekehrt proportional zur Anzahl der in Buchhandlungen angebotenen Kochbücher verhält. Ob meine hirnverbrannte Behauptung einer wissenschaftlichen Betrachtung standhält, weiss ich nicht. Lassen wirs bis zum Beweis des Gegenteils mal so stehn.