Boeuf bourgignon

Boeuf bourguignon

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Oft steht bei mir am Anfang eines Rezeptes ein Produkt und kein Rezept. Schule des Lucas Rosenblatt. Diesmal waren es die kleinen Chantenay-Karotten, die es während ein paar weniger Tage in meinem Lieblingswarenhaus gab. Karotten mit jöööh-wie-herzig-Effekt. Als ob es sich um junge Kätzchen handeln würde. Dann gabs daselbst noch erstmalig Cipolle Borettane, die ich vorletztes Jahr noch aus dem Veltlin importieren musste. Ab in den Einkaufswagen damit. Zuhause dann die völlig zweitrangige Antwort auf die Frage, was ich um die Jöööh-Karöttchen und Zwiebelchen herum koche. Irgendetwas in Richtung Daube oder Boeuf bourguignon.

Boeuf bourguignon


Boeuf bourgignon 2016 10 23_0447

Zutaten
700 g Rindfleisch (Rindsschulter, in 30 g Würfel geschnitten)
Salz und schwarzer Pfeffer
200 g Karotten, (L.: die ganz kleinen Chantenay oder normale in Rädli)
50 g Knollensellerie, gewürfelt
30-40 g Speckwürfel, nicht zuviel damits nicht speckelt
3 Schalotten, klein, geschält, gehackt
1 Knoblauchzehe, geschält, gehackt
1 EL Tomatenmark
300 ml Rotwein (L.: Pinot noir)
100 ml Wasser
1 Lorbeerblatt
200 ml Rindsjus
200 g kleine  Cipolle Borettane
200 g kleine, braune Champignons, Cremini
1 EL glatte Petersilie, gehackt
Bratöl
Olivenöl
Zitronenrind
Sherryessig

Boeuf bourgignon 2016 10 23_0441

Zubereitung
(1) Ofen auf 140° C vorheizen. Chantenay-Rüebli schrubben, nicht schälen. Cipolle Borettane kurz blanchieren, schälen. Ganz belassen.
(2) Bratöl in einem Schmortopf stark erhitzen und das Fleisch darin in 3-4 Portionen nacheinander ca. 2 Minuten rundherum anbraten. Fleisch in einem Sieb über einer Schüssel abtropfen lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen.
(3) Öl mit Küchenpapier auftupfen, etwas Olivenöl erhitzen und Karotten, Sellerie und Speckwürfel darin anbraten. Herausnehmen und beiseitestellen.
(4) Wiederum etwas Olivenöl erhitzen, Schalotten darin 2 Minuten glasig dünsten, dann den Knoblauch dazugeben und eine Minute mitgehen lassen. Tomatenmark unterrühren, kurz mitrösten, dann mit der Hälfte des Rotweins ablöschen. Stark einkochen lassen. Die zweite Hälfte Wein zugeben und ebenfalls etwas einkochen lassen. Dann Fleisch und Lorbeerblatt zugeben, mit abgetropftem Bratensaft, Rindsjus und etwas Wasser auffüllen. Aufkochen lassen und zugedeckt in den vorgeheizten Backofen auf der zweituntersten Schiene anfänglich bei 140 Grad stellen. Sobald das Topfinnere zu blubbern beginnt, Ofentemperatur auf 110°C zurücknehmen und insgesamt 1.5-2 Stunden leise simmern lassen. Nicht kochen.
(5) Nun die angebratenen Rüebli, Sellerie und Speck dazugeben und den Topf eine weitere Stunde im Ofen belassen. Den Deckel entfernen, so dass die Flüssigkeit einreduziert und man (bei Verwendung von Jus) keine Stärkebindung mehr braucht.
(6) Die Zwiebelchen in einer beschichteten Pfanne in wenig Olivenöl leicht anbraten, herausnehmen und 30 Minuten vor Ende in den Schmortopf geben.
(7) Den Eintopf abschmecken mit Zitronenrinde und einem Spritzer Sherryessig.
(8) Die Champignons putzen und die Stiele entfernen. Ein paar kleine Champignons ganz lassen und die restlichen in dünne Scheiben schneiden.
(9) In der beschichteten Pfanne Olivenöl erhitzen, erst die ganzen Champignons rundum goldbraun anbraten, salzen, pfeffern, herausnehmen. Danach die Champignonscheiben ebenfalls goldbraun anbraten, salzen, pfeffern und in den Schmortopf geben.
(10) Den Boeuf in tiefen Tellern anrichten, mit Petersilie und den ganzen Champignons garnieren. Mit Baguette oder kurzer pasta servieren.

Beim Rezept habe ich mich in den Zutaten, weniger in Mengen und Zubereitung, nach jenem von Table Tales gerichtet.  Man muss ja nicht alles neu erfinden.

29 Kommentare zu “Boeuf bourguignon”

  1. Da bekomm ich trotz gerade hinter mich gebrachtem, genussvollem Sonntagsfrühstück gleich wieder Hunger! Danke für dieses schöne Rezept, und wie immer gefallen mir besonders Ihre launigen Schilderungen – und natürlich die schönen Fotos. Schönen Sonntag!

  2. Schönes Rezept für gelegentliche Fleischgelüste. Vielen Dank und by the way ein für mich noch neues blog kennengelernt. Schönen Sonntag wünscht der Buchfink

  3. Ein genussvoller Moment für das Auge und hoffentlich bald auch für alle Sinne, wenn ich dein Rezept in die Tat umgesetzt habe.
    Ganz lieben Dank für deine gelungene Inspiration!

  4. Diesen Karotteneffekt kenne ich wohl von gewissen Damen her. Was aber nicht heißt, ich hätte dann das restliche Bœuf für mich allein 😉

  5. Da weiß ich ja jetzt welches Rezept ich für Boeuf bourguingnon nachkochen werden, wenn es gekocht werden soll. Dein Ochsenschwanzragout war zum Niederknien, darum gehe ich davon aus das dieses Rezept genauso vorzüglich ist! 🙂

    Ich lese den Blog schon seit vielen Jahren und habe so einiges nachgekocht. Dass es nicht mehr so viele Beiträge wie früher sind, finde ich nicht schlimm. Jedoch graust es mir vor dem Tag, an dem ich nicht mehr nach Rezepten suchen könnte…

  6. Gerade will ich mein heute gekochtes Boeuf Bourguignon posten und suche mal im Netz, wer das noch so alles gekocht hat, und wo lande ich (wie so oft und immer wieder liebend gerne!)? – bei dir!

  7. I gratulier dir hyt hääärzlig zem 10-jährige Bloggjubiläum ! E wohrhaftig stolzi Leischtig – und das uf immer sehr hohem Niveau. Chapeau !

  8. In der Tat, heute vor 10 Jahren erschien Dein erster Artikel 🙂 Ich gratuliere ebenfalls ganz herzlich und verneige mich. Grossartige Leistung, grossartiger Blog!
    Danke für die vielen Inspirationen und weiterhin
    beste Wünsche und liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

  9. Lieber Robert, seit vielen vielen Jahren bin ich ein treuer, neugieriger und begeisterter Leser Deines Blogs, der Dank Deines umfassenden Wissens zu den besten auf dem schier unendlichen Markt der meist weiblichen Blogger gehört.
    Viele Rezepte habe nachgekocht und mich dabei an Deinen präzisen Anleitungen gespickt mit feinsinnigen Kommentaren erfreut.
    Das grosse Lob meiner Gäste reiche ich gerne weiter!
    Herzlichen Glückwunsch zu dem Jubiläum!

    Peter
    p.s. vielleicht besuchst Du auch mal eine Stadt außerhalb der schönen Schweiz

  10. Auch ich gehöre zu den begeisterten Freunden dieses Blogs und erfreue mich an all den herrlichen Beiträgen.
    Die Reisebeschreibungen sind genauso lesenswert wie die exzellenten Rezepte.
    Ich kann gut verstehen, dass nicht regelmäßig neue Blogberichte erstellt werden können, genieße trotzdem jeden neuen Beitrag.

    Ich habe mir hier oft Anregungen geholt und Rezepte nachgekocht 🙂 Das neue Rezept steht fürs WE auf dem Plan 👍

    Herzlichen Glückwunsch zum 10-jährigen Blog
    Heidrun

  11. Ja, dieses Schmorgericht ist eine feine Sache und auch für eine große Gesellschaft, wie es sie bei uns öfters gibt, gut geeignet. Du hast ja vollkommen recht und genießt deine Zeit, mit Dingen die dich freuen.

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