Da wir derzeit kaum mehr ausreisen können, habe ich mich in einem Quartier ausserhalb des Altstadtkerns vor der Haustüre umgesehen. Dieser Stadtteil ist nach dem früheren Landgut „zum Rosental“ benannt. Warum ich moderne Architektur in den Besuchsberichten in meinem Blog meist ausblende und konsequent nur Bauten aus vergangenen Jahrhunderten zeige, hat seine Gründe: Früher wurden Gebäude von Baumeistern mit Sinn für schöne Proportionen erbaut. Was in den vergangenen Jahrzehnten von studierten, aber phantasielosen Architekten erbaut (hingeklotzt) wurde, davon zeugen heute in jeder europäischen Stadt unzählige banale, ja trostlose Bauten, die, kaum erstellt, besser gleich wieder abgerissen würden. Wo Kreativität und Phantasie fehlen, helfen auch modische Dekorationen nicht. Schrott bleibt Schrott. Aber lassen wir das, heute ist Sonntag. Dass es auch anders geht, zeigen wenige, in den Besuchsbericht eingestreute Beispiele guter, moderner Architektur, die auch in zwanzig oder 100 Jahren noch gut und sehenswert sein werden.
Die ersten beiden Bilder stammen von dem an sich hässlichen Autoparking der Deutschen Bundesbahn beim Badischen Bahnhof. Stahlträger, Betonplatten, Parkplätze. Der vertikale Anstrich eines Malermeisters aus geschätzten 100 unterschiedlichen Farbkübeln erhebt den trostlosen Renditebau zur Sehenswürdigkeit.
Der blaue Messeturm ist nach meinem Empfinden schön geraten, klar, geradlinig, eine senkrechte Wegmarke Richtung Frankfurt.
Nebenan der neue Kopfbau der Mustermesse Basel mit dem Loch im Dach. Hier möchte man sich auf die Tramgeleise legen und gespannt dem Treiben der Wolken zusehen. Führen da nicht andauernd Strassenbahnen durch.
Schade nur, dass das witzig-gewellte Dach der vertikalen Linie des Messeturms quer im Wege steht.
Anschliessend habe ich mich im neuen Erlenmattquartier umgesehen. Hier wird auch gebaut. Mehr gibts dazu nicht zu sagen.
Nichts wie weg hier. Erholung bietet ein Landsitz vor den Toren Kleinbasels, die Sandgrube. Ein wunderschöner Barockbau, erbaut für einen Seidenbandfabrikanten um die 1751.

1931 kaufte die Stadt Basel das Anwesen und benutzt es seither als Lehrerseminar.

Frisch erholt habe ich mir noch den neuen Rocheturm (187m) im Wettsteinquartier nebenan angesehen.
Drei Baustile hintereinander: vorne das gediegene, schöne, alte Verwaltungsgebäude der Hoffmann-La Roche AG aus dem Jahre 1936 (Architekt: Otto R. Salvisberg). Dahinter zwei zeitgeistige Bürosilos. Das hohe von Herzog&DeMeuron.

Weiter an den Rhein, Mehrfamilienhäuser einer neuen Überbauung, deren dunkle Holzoberflächen den Loggien angeblich „eine taktile Sinnlichkeit“ vermitteln sollen. Die Sinnlichkeit scheint mir eher vom farbigen Plastikgestühle zu kommen. Rechts das einfache Haus eines Baumeisters aus dem Jahre 1347, ganz ohne visuelle und taktile Reize.
Lebensqualität in der Rheingasse.
oder am Rheinweg. Womit wir wieder in der Altstadt angelangt sind.
„Schön ist es auch anderswo, Und hier bin ich sowieso“ (W. Busch, Plisch und Plum). Bloss nicht stolpern !











































































































