Archiv der Kategorie: Gourmandisen

Kunst und Kochen (1): Italienischer Pastasalat

Italienischer Pastasalat

Für die Dauer von etwa 4 Wochen muss ich hier leider den Laden schliessen. Damit es hier nicht ganz still wird, habe ich einen bekannten und begabten Künstler beauftragt, von einigen meiner neueren Gerichte kunstvolle Aquarelle anzufertigen, die ich hier im 2-Tage Abstand zeigen werde. Durch anklicken des Aquarells kommt man direkt auf das Rezept. Die Kommentarfunktion ist ausgeschaltet. Das erlaubt jedem Leser zu entscheiden, ob er sich Kunst antun, oder lieber auf neue Rezepte warten will.

Den Namen des begabten Künstlers werde ich in der letzten Folge (14)  der Serie, am 25.09.2010 enthüllen. Er malt für jedermann, und das kostenlos. 🙂 Live gehts hier weiter voraussichtlich am 27.09.2010.

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Kaltes Buffet

Regelmässigen Lesern dürfte bekannt sein, dass wir seit einiger Zeit einmal die Woche in die Kantine des Universitätsspitals Basel essen gehen. Neben der Auswahl aus dem Tagesmenu, dem Spezialitätenmenu, dem Wahlmenu und dem Vegetariermenu gibt es hier ein kaltes Buffet in Selbstbedienung.  Früchte und Käse hab ich nicht fotografiert. Teller füllen, egal mit was, an der Kasse auf die Waage legen. Preis nach Gewicht. Zahlen.  Essen. Kantinenküche ?  Kantinenküche ! Noch einmal rund ums Büffet gelaufen:

Kaltes Buffet 1_2010 07 23_8251
Bataviasalat, Mischsalat, Rucola
Kaltes Buffet 2_2010 07 23_8252
Tofusalat, Ofengemüsesalat, kalte Tomates provencales
Kaltes Buffet 3_2010 07 23_8253
Nudelsalat, Tomatensalat, Selleriesalat, Rote Betesalat
Kaltes Buffet 4_2010 07 23_8254
Kartoffelsalat mit Majo, Apfel-Staudensellerie-Curry-Salat, Nudelsalat, Tomatensalat
Kaltes Buffet 5_2010 07 23_8255
Thonsalat, gekochter Karottensalat, Rindfleischsalat
Kaltes Buffet 6_2010 07 23_8256
Kalte Kalbsschnitzel paniert, Thoncreme, kalte Lachsschnitzel
Kaltes Buffet 8_2010 07 23_8258
Rote Betesalat, Selleriesalat, Tomate-Mozzarella-Pesto
Kaltes Buffet 7_2010 07 23_8257
Kalte Zucchiniwürfel gebraten, Tofusalat, frischer Zucchinisalat

Neulich haben wir uns sogar als Gäste „immatrikuliert“. Mit Badge isst man günstiger 🙂

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Tellernektarinen, Saturnia Nektarinen

Saturnie-Nektarinen 0_2010 07 30_8501
links Teller-Pfirsich, rechts Teller-Nektarinen

Tellerpfirsiche, Saturnia, bei uns vor 5 Jahren noch weitgehend unbekannt, sind zu einem festen Teil des hiesigen Früchteangebots geworden. Mittlerweise werden sie von verschiedenen Händlern geführt. Sie haben eine gelb- rotbackige Haut mit weissem, süss-saftigem Fruchtfleisch. Ein reifes und gutes Exemplar schmeckt besser als ein nomaler Pfirsich.
Neu für mich sind heuer Nektarinen Saturnia, also Tellernektarinen. Diese sind von einer dunkelroten Haut überzogen. Darunter verbirgt sich ein hellgelbes, saftiges Fruchtfleisch, mit herrlich süßem Geschmack ! Kein Vergleich zu Allerwelts-Nektarinen.

Seit Jahren kaufe ich keine Nektarinen mehr ein, weil diese trotz dunkelroter Färbung meist unreif in den Handel kommen und eher einem Kohlrabi als einer Frucht gleichen. Hoffen wir, dass dieses Schicksal den Tellernektarinen nicht widerfahren wird.

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Meloncelle, Gurkiger als Gurke

Meloncelle 0_2010 07 02_7832
Meloncelle

Seit Wochen hat er sie feil, mein silizilianischer Gemüsehändler: Meloncelle. Seit Wochen bin ich sein bester Kunde dafür. Cucumis melo L. varietas inodorus gehört zur Familie der Cucurbitaceae, wie die Süssmelonen. Ein Gemüse, das tief unten aus Apulien (Salento) stammt und dort als Menunceddhe oder Spiuleddhe gehandelt wird. Eine lokale Melonenart, etwa 15 cm lang, die aber unreif verzehrt wird und durch ihren tiefen Zuckergehalt als Ersatz für Gurken verwendet wird. Wir essen die als Gurkensalat…. sie schmecken gurkiger als Gurke, einfach sagenhaft.

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Sbrinz, der bessere Parmesan

Sbrinz-Spargel gebraten 0_2010 05 21_7232
Grüner und weisser Spargel, gebraten, dazu Alp-Sbrinz

Ein kühne Behauptung, ich weiss. Dass noch heute ein grosser Teil der Sbrinz-Produktion nach Norditalien exportiert wird, muss doch seine Gründe haben. Mit dem reifen Extrahartkäse aus der Urschweiz wurde bereits im späten Mittelalter reger Handel betrieben. Auf der Via Sbrinz, einem Saumweg über den Brünig-, Grimsel- und Griespass, erreichte der Sbrinz in Domodossola die norditalienischen Märkte. Auch über den Gotthardpass wurden grosse Mengen Sbrinz exportiert und anschliessend in Magadino verkauft.  Die Verkehrswege  sind heute andere,  was nicht nach Italien geht, wird in der Schweiz verzehrt. In Deutschland ist er eher schwer zu finden.
Hergestellt wurde der Käse früher ausschliesslich auf Alpen. Als Mitte des 19. Jahrhunderts die Talkäsereien aufkamen, wanderte jedoch ein Teil der Produktion ins Flachland ab. Dadurch konnte billiger und das ganze Jahr über produziert werden. Wer sich für das AOC-Pflichtenheft interessiert, kann es hier nachlesen. Leider muss man auch in der Schweiz in Supermärkten nach ihm suchen. Hinten rechts, hinter grossen Mengen von Industrieparmesan. Migros wie COOP bieten abgepackten Sbrinz aus grossen Talkäsereien an, 18-24 Monate gelagert (wobei mir der von Migros besser schmeckt). Sbrinz hat als Folge der Parmesaninvasion an Bedeutung verloren. Zu Unrecht. Und daran fühle ich mich mitschuldig. Schreibe ich doch bei vielen Rezepten gedankenlos Parmesan hin, obwohl ich Sbrinz verwende. Das muss ändern. Sofort.

Slow Food Schweiz und COOP unterstützen seit einiger Zeit mit einem neuen Presidio kleine Käsereien auf sechs Alpen im Kanton Obwalden. Alp Sbrinz aus dem Presidio wird während den Sommermonaten aus frischer Rohmilch in Sömmerungsbetrieben hergestellt. Nach fünfzehn Tagen im Salzbad beginnt seine Reifezeit, die um die drei Jahre dauert. Nach einer Odyssee durch fünf grössere COOP-Läden habe ich ihn endlich gefunden, den Alpsbrinz. Ganz versteckt. Hinten rechts.
Ich habe den Alp-Sbrinz hier über Grün- und Weiss-Spargel geraspelt, den ich zuvor in Olivenöl angebraten hatte, etwas fleur de sel, etwas Pfeffer, ein paar Tropfen Zitronensaft. Mehr nicht ! Lieber einen erstklassigen Sbrinz, als einen der vielen zweit- und drittklassigen Parmesankäse aus Padanien, die den Markt überschwemmen. Umgekehrt gibt es einige wenige, herausragende Parmesankäse, mit denen auch der allerbeste Sbrinz nicht mithalten kann! Sodeli, damit habe ich meine Meinung zum Thema kundgetan.

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Schweizer Kuh, die Alpen betrachtend

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Erdbeerdessert. Kein Rezept

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Frau L. ihr Dessert

Ein kleines Nichts, von Frau L. schnell auf den Tisch gezaubert: ein paar Erdbeeren, eine Handvoll Blueberries, Saft und Abrieb einer halben Zitrone, wenig Zucker, 2-4 chiffonierte Pfefferminzblätter. Kurz marinieren lassen. Fertig. Ein kleines Nichts, aber doch im Gedächtnis haften bleibend. Ich weiss, der Vergleich mit einer kunstvollen Patisseriekreation wie der folgenden hier, die wir vor 2 Wochen in einem 16 Gault Millau-Punkte-Tempel gegessen haben, ist unfair. Irgendetwas mit Birneneis, Schokolade, warmem Birnenravioli, gemalten Blümchen auf dem Teller, Zierhimbeere etc. etc. Gegessen… und Vergessen.

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Kunstvoll, gegessen und vergessen

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