Archiv der Kategorie: Besuch in..

CH-4058 Basel: Winter an der Riviera

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Blick aus dem Küchenfenster

Blick aus dem Küchenfenster hatten wir zwar schon. Aber da Barbara  gerne Bilderlinks sammelt, wollen wir uns nicht verweigern und Frühling steht auch noch bevor. Der Blick war letztes Wochenende jedenfalls derart grau verhangen, das Wetter garstig, trübe, kalt und windig, dass wir uns nur auf ein paar Schritte nach draussen begeben haben. Dem Rheinknie entlang hoch, bis zum Park Solitude und wieder zurück nach Hause. 45 Minuten insgesamt ohne, 60 Minuten mit Fotografieren.

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weiss aufgedeckt
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für hungrige Gäste ?

Alles der Riviera entlang, wie hier das rechte, Kleinbaslerische Ufer des Rheins benannt wird, vorbei an den uferseitigen Mauern des ehemaligen Kartäuserklosters, das nach der Reformation Ende 17. Jhdt. erst als Erziehungs- und Züchtigungsanstalt für Waisen und gefangene Häftlinge  genutzt wurde und auch heute noch als Waisenhaus genutzt wird. Die grünen, gusseisernen Basiliskenbrunnen aus dem Jahre 1884  sind Teil des Basler Stadtbilds. Heute sprudeln noch 27 dieser Brunnen.

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Rheinbefestigung am Waisenhaus
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Basilisken Brunnen

Oberhalb der Wettsteinbrücke führt der Weg entlang an noblen Wohhäusern, unten am Rhein sieht man da und dort Fischergalgen, früher auch Fischwaagen genannt. Die grossen Netze wurden mit Hilfe des Auslegearms vor allem nachts im Wasser versenkt und damit nach Salm (Lachs) gefischt. Heute dienen die Häuschen meist als winzige WE-Häuschen, da die Salmfischerei mangels Salm eingestellt werden musste. Trotz Bau einzelner Fischtreppen werden Lachse am Oberrhein erst wieder in Einzelexemplaren gesichtet.

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Blick ans Grossbasler Ufer
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Fischergalgen

Weiter zieht sich der Weg entlang des Rheines, vorbei an den Fabrikgebäuden der grossen Chemiefabrik bis zum Park Solitude.

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Hoffmann La Roche
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Farbtupfer im Solitudepark

Seit 1996 beherbergt der Solitudepark ein Museum, das ganz den Werken von Jean Tinguely gewidmet ist. Am Museum angekommen, rechtsumkehrt, der Bise den Rücken gekehrt, ein Blick auf den vereisten Brunnen geworfen und auf Schleichwegen durchs Quartier, zurück nach Hause.

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Tinguely-Museum
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Brunnenskulptur, vereist

Im Park erfreut das Auge die  Villa des Emanuel Hoffmann-Preiswerk. Wohnhaus des Fabrikgründers und späterer Direktoren. Der Park wurde von der Stadt Basel bereits 1924 erworben. 

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Villa Solitude
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bolzgerades Rheinknie

Im Hof des Waisenhauses, der Eingang ist nicht auf der Rheinseite, steht der Caritasbrunnen aus dem Jahr 1677. Die Caritas als Personifikation der werktätigen Liebe, im Arm trägt sie nicht etwa einen Haufen Schnee um damit der Nachbarn Gören zu bewerfen, nein, ein zugeschneites Kind.

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Brunnstock Caritasbrunnen
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Caritas mit ihren Kleinen

Am Lindenberg steht eines der bemerkenswertesten Baudenkmäler Kleinbasels, der Hattstätterhof. Dessen Hauptgebäude wurde in ungefähr der heutigen Form 1501 vollendet und geht auf Eucharius Holzach zurück. Den heutigen Namen erhielt es von einem späteren Besitzer, dem Söldnerobristen Claus von Hattstatt, der sein Geschäft im Dienste von Schweden, Spanien, Frankreich und der Niederlande versah. Das Geschlecht der Hatstatt besass umfangreiche Güter, u.a. die Burg Hohenhattstatt im Elsass und andere auf der deutschen Seite des Rheins, Claus von Hattstatt (+1585) war aber gleichzeitig Basler Bürger.

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Barockgitter des Hattstätterhofes
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Blick in die Rheingasse

Eine Stunde in der Stadt gewandert und wir sind kaum einer Menschenseele begegnet.

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Rheingasse

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CH-4800 Zofingen: Altstadt

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Vordere Hauptgasse

Kalt wars. Draussen flöckelte es leicht. Das geflickte Schultergelenk von Frau L. schmerzte. Nach dem Mittagessen raus aus der geheizten Bude, dem Rappel entfliehen: nach Zofingen. Was mir ganz unerwartet erlaubt, den abonnierten LiebhaberInnen meiner sonntäglichen Reiseberichte einen neuen Artikel abzuliefern.

Die historische Altstadt von Zofingen ist eine der am besten erhaltenen der Schweiz. Sie hat die Form eines unregelmässigen Rechtecks. Die aus dem frühen 14. Jahrhundert stammenden Ringmauern wurden Anfangs des 19. Jhdt. abgerissen, da sie militärisch wertlos geworden waren.

Zofingen ist eine Gründung der Grafen von Frohburg, die ihr Territorium gegen Ende des 12. Jahrhunderts südlich und nördlich des Hauenstein-Hügelzuges mit acht Stadtgründungen zu sichern begannen. Der am Handelsweg von Basel nach Luzern gelegene Ort wurde zu einem Markt- und Verwaltungszentrum ausgebaut. Gegen Ende des 12. Jh. wurde die heutige Zofinger Stadtkirche in ein Chorherrenstift umgewandelt; Stift und Dorf wurden zur Stadt mit Markt- und Münzrecht erhoben.

Um 1250 begann der Niedergang der Frohburger, die sich in drei Linien aufgeteilt hatten. Sie mussten im Jahr 1274 fast ihren gesamten Besitz an König Rudolf I. verkaufen. 1299 erwarben die Habsburger Zofingen, den Ursprungsort der Frohburger. Unter der Herrschaft der Habsburger erweiterte Zofingen seine Autonomie.

Während der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Luzern und den Habsburgern hielt Zofingen treu zu den Habsburgern und kämpfte am 9. Juli 1386 in der Schlacht bei Sempach an deren Seite. Auf dem Brunnenstock der Alt-Schultheiss Niklaus Thut, der in der Schlacht sein Leben verlor, der Stadt aber ihr Fähnlein rettete, wofür sie ihm ein Denkmal errichtete. Das zentrale Wahrzeichen ist die Stadtkirche St. Mauritius, die ehemalige Kirche des Chorherrenstiftes. Am Kirchplatz steht der St. Urbanhof, die Lehensverwaltung des nahe gelegenen, ehemaligen Klosters St. Urban.

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Thut Brunnen hinter der Stadtkirche
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St. Urbanhof

Nachdem der habsburgische Herzog Friedrich IV. 1415 während des Konzils von Konstanz in Ungnade fiel, forderte der deutsche König Sigmund die Eidgenossen auf, den Aargau im Namen des Reiches zu erobern. Bern liess sich nicht lange bitten, und marschierte 1415 kampflos in die Stadt ein. Entgegenkommenderweise wurden nicht nur die bestehenden Rechte bestätigt, die Autonomie der Stadt konnte erweitert werden. Die Stadt prosperierte unter der Herrschaft der Berner. Zünfte wurden gegründet. 1528 beschloss der Rat von Bern die Einführung der Reformation. Das Chorherrenstift fiel der Säkularisation zum Opfer. Das heutige Erscheinungsbild wurde im 17. und frühen 18. Jahrhundert geprägt, als die Holzhäuser aus dem Mittelalter nach und nach durch Steinbauten im Barockstil ersetzt wurden. Die bernische Herrschaft erlosch 1798 mit der Bildung des helvetischen Kantons Aargau.

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Stadthaus
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Klösterli

Auffallend die schöne Markthalle. Das gegenwärtige Gebäude entstand 1726 und diente mit der offenen Schaal (Fleischerei) im Erdgeschoss und der Tuchlaube im Obergeschoss einem doppelten Zweck. Heute werden hier nur noch die Wochenmärkte abgehalten. Dienstag und Samstags.

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Markthalle

Zum herumstapfen wars uns dann doch zu kalt, schnell noch in der Bäckerei Leutwyler ein Luzerner Weggen gekauft, ein dunkles Sauerteigbrot, so gut wie ich es in Luzern noch nie erhalten habe. Das allein lohnte den Ausflug ! Rappelfrei kehrten wir wieder nach Hause zurück.

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Verheissung warmer Schuhe
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Ich bin ein Berliner

Quellen: google und homepage Zofingen.

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CH-4058 Basel: Tierpark Lange Erlen

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Diepholzer Gans

Neben dem bekannten Zoo existiert auf Basler Stadtgebiet seit 1871 ein zweiter Tierpark. Er liegt am östlichen Ufer der Wiese, der lieblichen Tochter des Schwarzwaldes, und belegt eine Fläche von ungefähr 10 Hektaren. Der Tierpark ist während den Tagesstunden frei zugänglich. Der Park liegt an unserm bevorzugten Spaziergang in den Langen Erlen, über den ich hier schon berichtet hatte. Er wird von einem privaten Trägerverein mit rund 9000 Mitgliedern (inklusive meiner Wenigkeit) getragen.

Hauptattraktionen des Park sind die zehn verschiedenen Hirscharten, die den Tierpark Lange Erlen weitherum bekannt gemacht haben.

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Wapitihirsch
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derselbe im Herbst

Neben den Hirschen pflegt der Park weitere einheimische und europäische Tierarten wie Wildschweine, Poitou-Esel, Sardinische Zwergesel, Ponys, Zwergziegen, Hängebauchschweine, Schafe, Feldhasen, Kaninchen und Meerschweinchen. Daneben nisten Störche und Reiher. Weiter kann man Pfauen, Perlhühner, mehrere Eulenarten, Wildhühner, Fasane und auf dem Weiher Schwäne, Gänse und Enten beobachten.  Nicht mehr ins moderne Gestaltungskonzept passt das Gehege mit den bei Kindern beliebten, und deshalb wohl unvermeidlichen Kapuzineraffen.

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Wildschweinbache mit Nachwuchs
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Ziege

Im Rahmen der laufenden Umgestaltung des Parks sind vor zwei Jahren ein Luchsgehege, neu ein Fuchsgehege sowie ein Erlebnishof hinzugekommmen.

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Luchsfamilie
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Wollschwein
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wer mag das wohl sein ?
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Bild vom letzten Herbst

Die einmalige Lage des Parks inmitten einer stillgelegten Kehrschlaufe der Deutschen Reichsbahn in einer ehemaligen Auenlandschaft zwischen Stadtrand und dem Landschaftspark Wiese bietet bei jedem Besuch eine wohltuende Erholung.

 

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I-39057 San Michele/Appiano: Restaurant zur Rose

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Gerade noch rechtzeitig vor Weihnachten komme ich mit meinen Reiseberichten aus den Herbstferien an ein Ende. Jetzt, wo es selbst bei uns schneit, sind Meraner Kurtrauben wirklich nicht mehr aktuell. Dabei habe ich praktisch jedes Wochenende häppchenweise über unsere Ferien berichtet. Zum Abschluss gehört ein Abschlussessen: wie jedes Jahr im Restaurant zur Rose  in Eppan/Appiano.

 

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Grissini normal, Tomaten und Sepia
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offen ausgeschenkte Weine

Die im Hause gebackene Brotauswahl ist ein schöner Beginn. Die prachtvolle Weinkarte umfasst u.a. alle nennenswerten Produzenten des Südtirols. Die Speisekarte ist regional verankert, alle Angebote der Saison angepasst.  Trotz aller Kreativität darf man Herbert Hintner als modernen Traditionalisten (E. Witzigmann) bezeichnen. Die Verschmelzung alpiner mit mediterraner Kochkunst ist in der ganzen Karte ablesbar.

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Cappuccino von Tomaten mit Gorgonzolacreme
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Taube mit Entenleber zu Pfifferling/Kartoffelrisotto

Sehr hübsch und interessant die dreifarbigen Maisgnocchetti, die werde ich bei Gelegenheit nachmachen.

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Maisgnocchetti mit Herbsttrüffel

Gut wie immer die Lammkoteletts, der Dessertteller mit moussegefüllten Schokohippen auf Feigenkompott fast ein wenig zu üppig.

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Lammkotelett mit Bohnen
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Schokohippe, Feigen, rote Früchte

Mittlerweile ist der ca. 52-jährige Herbert Hintner Ehrenpräsident der Jeunes Restaurateurs d’Europe. Ein Beweis dafür, dass Kochen jung erhält 🙂

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I-23022 Chiavenna: Bruno Ritter

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Jedesmal, wenn wir in Chiavenna sind, essen wir bei Passerini. Seit Jahren am selben Stammplatz. Beinahe jedesmal sitzt uns derselbe, fliessend italienisch sprechende Geniesser gegenüber, der hier sein Mittagsmahl als Stammgast einnimmt. Einheimische nennen ihn pittore: Maler. Diskret, wie Schweizer sich im Ausland benehmen, ging es lange, bis wir überhaupt merkten, dass es sich um einen Schweizer handelt. Seither wechselten wir bei jedem Aufeinandertreffen ein paar freundliche Worte. Nach den vorletzten Ferien kamen wir via Internet (!)  zufällig in Kontakt und er lud er uns zu einem Atelierbesuch ein.

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Atelier
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Atelier

Die wichtigsten biografischen Daten des Künstlers sind auf seiner website einsehbar:

Der Rückzug aus der Stadt Zürich im Jahre 1982, als sich Bruno Ritter vorsätzlich in das enge, ländliche Tal Valchiavenna zurückzog, hatte in seinem Schaffen eine grosse Zäsur zur Folge. In seinen Werken setzt er sich mit breitgefächerten Themen auseinander: Der Berg, Metapher für die Einsamkeit, die Enge und Unausweichlichkeit des Tals, den hier wohnenden Leuten, die sich gegen die Naturgewalten wehren, der Konfrontation mit elementarster Natur und Kultur. Vor allem aber steht immer wieder die menschliche Gestalt in all ihren Verwandlungen im Mittelpunkt seiner Arbeit. Interessierten möchte ich die homepage von Bruno Ritter nahelegen, die seine Entwicklung mit sehenswerten Bildern dokumentiert.

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Selbstbildnis
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Selbstbildnis
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Calendi Marzo
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Cheti/San Barnaba
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Tryptichon: in der Bar
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Atelier
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Bild Atelier im Atelier stehend
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Atelier
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Die Kübel hängen jetzt bei uns

Vor dem Atelierbesuch haben wir uns bei Passerini gestärkt, u.a. mit einem Steinpilzsoufflée an leichter Safransauce und dem besten Flan Caramel, den wir auswärts je gegessen haben.

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Steinpilzsoufflee
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Flan Caramel

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CH-3672 Oberdiessbach: Neues Schloss

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Eines der vornehmsten Wohnschlösser der französischen Spätrenaissance im Bernbiet steht in Oberdiessbach, am südlichen Eingang des Emmentals.

Im frühen Mittelalter unterstand der Landstrich den Herzögen von Zähringen, später den Grafen von Kyburg. 1406 gelangte die Herrschaft endgültig unter die Oberhoheit der Berner. Die Freiherren von Diessbach residierten in einem Schloss am östlichen Dorfrand und hatten die hohe Gerichtsbarkeit über Oberdiessbach und das nahe Umland inne. Die Herrschaft wechselte mehrfach den Besitzer. 1647 verkaufte Magdalena Diesbach das alte Schloss ihrem Tochtermanne Sigismund von Wattenwyl, der den Besitz nach kurzer Zeit seinem Bruder, Abrecht von Wattenwyl, überliess. Albrecht, von seiner Dienstzeit als Oberst in französischen Diensten her mit Stil und Kunst des französischen Hofes vertraut geworden, liess in zweijähriger Bauzeit 1666-68 ein zweigeschossiges Patrizierschlösschen neben das alte Schloss derer zu Diesbach erstellen. 3 Jahre später ereilte den lediggebliebenen der Tod

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Die Auffahrt zum Schloss
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Alte Befestigungsanlage

Die von Wattenwyls gehören zu den sechs adeligen Patriziergeschlechtern Berns mit dem Prädikat «Wohledelfesten». Adeliger als die «Edelfesten» und weit über den drittadeligsten, den «Festen» stehend. Das Wappen, das den von Wattenwyls 1453 von Kaiser Friedrich III. gegeben wurde, enthält drei silberne Engelsflügel auf rotem Grund, sie versinnbildlichen das Motto der Familie: Unter dem Schatten deiner Flügel beschütze uns Herr.

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Das Wappen der de Watteville
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Dachvasen

1798 wurde der damalige Schlossherr von den Franzosen als Geisel für die Erpessung der Kontributionszahlungen ins Elsass abgeführt. Der heutige Schlossherr, Sigmund von Wattenwyl besitzt das Anwesen in der 11. Generation. Neben seinem Broterwerb, dem Ackerbau, hat er nach umfangreichen Renovationen das Neue Schloss 1997 seinem ursprünglichen Verwendungszweck wieder zurückgeführt, die Repräsentation: Führungen und Anlässe sind auf Anfrage für grössere Gruppen möglich.  Inzwischen wurde auch der Barockgarten und die südliche Baumallee wieder in den Zustand von 1668 zurückversetzt. Sigmund von Wattenwyl wohnt nebenan im alten Schloss.

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Blick auf den Barockgarten
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das etwas armseligere Entenhaus

 

2010 ist das Schloss vorübergehend geschlossen. Hier noch ein kurzes Video:

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CH-7516 Maloja Cavlöcc: Berg hoch

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Spiegelung am Lagh Cavlöcc

In jeden Ferien packt mich einmal pro Woche der Wandertrieb in die Höhe. Frau L. lässt mich dann ziehen. Mit dem Oberengadiner Linienbus gings erst nach Maloja, dann zu Fuss zum Cavlöccsee. Weiter hinein ins Tal Richtung Val Forno. Nach spätestens 2-3 Stunden war jedoch Schluss, die kaputten Herzklappen mahnten mich zur Umkehr, erinnerten daran, dass meine Zeit als Bergwanderer um ist. 

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mit dem Bus am Silsersee entlang
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lagh de Cavlöcc

Der Morgennebel hinterlässt auf allen Nadeln glitzernde Tautröpfchen.

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Tautropfen am Morgen

Steindächer aus Schiefer bedecken hier die Alphütten. Ein wunderbar beruhigender Anblick.

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Dachlandschaft

In den Bergen geht es ständig bergauf. Selten runter. Moderndes Holz lässt einen schauen, verweilen und Atem holen.

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Irgendetwas modert immer
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Spätblüher im September
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Endstation Sehnsucht

Und wieder musste ein Erstbesteigungsversuch der Fornohütte vorzeitig abgebrochen werden. Ist auch besser so, bin eh nicht schwindelfrei.

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ein Bänkli für den Opa

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CH-7550 Scuol/Schuls: Häuser

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Die Einteilung des Reiches in Gaue, die Karl der Grosse (768 –814) vornahm, trennte die Geschichte des Unterengadins von jener des Oberengadins. Das Unterengadin wurde zur Grafschaft Vinschgau geschlagen. Im 12. Jhdt. zählten die Grafen von Tarasp sowie das Kloster Marienberg im Vinschgau zu den grossen Landbesitzern in Schuls. Im Spätmittelalter besassen auch die Grafen von Tirol, das Kloster Müstair und die Herren von Matsch ausgedehnte Güter in Schuls. 1533 hielt die Reformation Einzug. 1621/22, während des dreissigjährigen Krieges, wurde Schuls durch spanisch-habsburgische Truppen im Dienste des österreichischen Erzherzogs Leopold V mehrfach verwüstet, was auch für die Siedlungs- und Baugeschichte gravierende Folgen hatte. 1652, vier Jahre nach Beendigung des dreissigjährigen Krieges, konnte sich das Engadin von den letzten, Habsburg verbliebenen Rechten loskaufen.

1853 wurde eine fahrbare Strasse durch das ganze Engadin gebaut, damit wurde die Isolation der Unterengadiner Dörfer vermieden. Um 1860 begann die Nutzung der Heilquellen im grösseren Stil, zahlreiche Badehotels wurden erbaut, zudem wurde der Flüelapass durch eine Strasse erschlossen.  

Wer S-Charl mit dem Auto besucht, muss auch Schuls/Scuol durchqueren. Hier ein paar Aufnahmen. Sehenswert sind die spätgotische St. Georgskirche von 1516 und die guterhaltenen, schönen Bürgerhäuser im unteren Dorfteil Scuol Sot rund um den malerischen Dorfplatz.

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An einzelnen Häusern lässt sich der starke Einfluss Südtiroler Malereitechnik deutlich ablesen:

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CH-6300 Zug: Umwege zum Rührflügel

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Aussicht vom Röthelberg

Seit Monaten kann ich auf meiner Kenwood kein Eis mehr rühren. Im Sommer ist mir der Rührflügel abgebrochen. Der postalische Versand wegen einer Mindestbearbeitungsgebühr zu teuer. Dann holen wir den Flügel halt persönlich ab. Kommt ja viel billiger !

Bei dem gesparten Geld müsste sogar ein Mittagessen drinliegen. Nach einigem Suchen haben wir ein uns zusagendes Etablissement gefunden: Ristorante Pasteria Röthelberg, ob Zug. Hier oben ist alles beeindruckend: die Aussicht, das Kalbssteak im Parmaschinkenmantel mit Gnocchi, der Wein, eine Flasche Carbonaione von Vittorio Fiore, leider auch die an der Schmerzgrenze liegende Rechnung. Dennoch nicht unzufrieden tuckern wir im zweiten Gang Richtung Zug. Nicht ohne erst dem oberhalb der Pasteria gelegenen, kleinen, 1705 geweihten Kirchlein einen Besuch abgestattet und der heiligen Verena einen Obulus für eine Votivtafel für Bewahrung vor Erwischen in Radarfallen beim Autofahren im Kanton Zug einbezahlt zu haben.

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Verenakirchlein
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Stadtmauer

Der Zytturm, das 52 Meter hohe Wahrzeichen von Zug prägt den historischen Teil der Stadt. 1480 erhielt er seine heutige Gestalt. Zuoberst im Turm ist ein Föhnwächterstübchen eingerichtet.

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Ober Altstadt mit Zytturm

Um die Jahrhundertwende  des 12./13.  Jahrhunderts gründeten Immigranten aus Bayern, die Grafen von Kyburg, zur Sicherung ihres Herrschaftsgebietes die Stadt Zug, am Ufer des nach ihr benannten Sees.
1273 erwarb Rudolf von Habsburg, kurz bevor er zum deutschen König gewählt wurde, neben grossen Teilen ehemals kyburgischen und laufenburgischen Besitzes, die Stadt Zug und Arth am See von der minderjährigen Anna v. Kyburg, deren Vormund er war.
Nach dem Bündnis Luzerns mit den Eidgenossen 1332 und dem Eintritt Zürichs in die Eidgenossenschaft 1351 war Zug schliesslich vollständig von eidgenössischem Gebiet umgeben. 1352 eroberten die Eidgenossen die Stadt. Zug trat daraufhin zusammen mit seinem Äusseren Amt dem Bund der Eidgenossen bei. Die habsburgische Oberhoheit und Gerichtsbarkeit blieb aber weiterhin erhalten. Während der Reformation entschied sich Zug, 1526 katholisch zu bleiben und bildete zusammen mit Uri, Schwyz, Unterwalden, Freiburg und Solothurn 1586 den Goldenen Bund.

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Unter Altstadt
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Haus zur Münz
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Burg Zug
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Kunsthaus Zug
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Ober Altstadt
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Unter Altstadt am See

Nachdem wir uns in der Metzgerei Aklin mit Wurstwaren aller Art eingedeckt hatten, fuhren wir an den Hauptsitz der Kenwood Swiss in Cham. Für den kaputten Rührflügel, ein Billig-Plastikteil, erhielt ich kostenlos Ersatz. Hat sich doch gelohnt !

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CH-7515 Sils Baselgia: Chasté, Kraftort

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Eine der schönsten Kleinwanderungen im Oberengadin führt entlang lauschiger Buchten um die Halbinsel Chasté bei Sils. Die Halbinsel war einst Lieblingsaufenthalt des Philosophen Friedrich Nietzsche, der während acht Sommern seit 1878 in Sils zu Gast war. Jeden Morgen, vor sechs Uhr, machte sich der Philosoph zu einem Spaziergang zum Silser See auf, dessen Anblick ihm ob so viel Schönheit „Thränen des Jauchzens“ in die Augen trieb. An der Spitze der Halbinsel haben ihm Bewunderer ein Denkmal gesetzt: Verse aus Zarathustra, in Fels gemeisselt.

Wir beginnen die Wanderung bei der Kirche St. Laurenz in Sils-Baselgia, trampeln die täglich von Hunderten von Besuchern begangenen Wege ab, freuen uns der schönen Aussichten, gucken nach vorhandenen Pflanzen und Beeren. Setzen uns auf einige der von Besuchern gestifteten Ruhebänke und tanken Kraft. 

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Sils-Baselgia: San Lurench
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Chasté Südseite
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Silberdistel
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Preiselbeeren

Die Blüten des Herbstes.

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Kraft soll es gemäss Fremdenverkehrswerbung an diesem Kraftort reichlich (und kostenlos) geben. An einem Orte, wo früher Hesse, Chagall, Marcuse, Musil, Neruda, Proust, Thomas Mann und Dürrenmatt Kraft geschöpft haben, wird wohl auch auf uns ein Quentchen inspirierende Kraft überspringen wollen. Zumal wir sie nötiger haben als jene.

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gekappte Kraft
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Ausblick

Die verräterische Lärche verhindert, dass ich das Bild als Mittelmeer ausgebe.

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CH-6004 Luzern: Wochenmarkt im Herbst

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Vor einer Woche graues Regenwetter in Luzern. Feuchte Kälte. Der Hausberg Pilatus schon eingeschneit. Vor Beginn des Terrinen- und Pastetenbackkurses bei Lucas Rosenblatt noch ein Gang über den samstäglichen Wochenmarkt, den ich hier im Sommer bereits einmal besucht hatte. Der schönste Wochenmarkt der Schweiz. Leider kein Fotowetter.

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herbstliche Sträusschen
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herbstliche Wurzeln
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Blaue Linzer neben rattes
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kein Herz für hungernde Vögel ?
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Apfelsaft ist fabelhaft
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besonders wenn er frisch gezapft
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Weisse Trüffel
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nature morte

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Breakfast at Richemont’s

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Beinahe so beeindruckend wie mein Jugendschwarm Audrey Hepburn in der Verfilmung der Geschichte Breakfast at Tiffany’s war mein Breakfast at Richemont’s. Der zweitägige Terrinen- und Pastetenkurs bei Lucas Rosenblatt brachte mich in den Genuss einer ausserhäusigen Übernachtung in Luzern. Mein Bett fand ich im zur Schweizerischen Bäckereifachschule gehörenden Seminarhotel Gastretto. Ein modernes, blitzsauberes, eher einfaches Haus, vernünftige Preise und… ein herrliches Frühstück. Das öffentliche Restaurant kann die Kantine nicht verleugnen, bietet deshalb wenig Atmosphäre, aber am Wochenende eine unglaubliche Vielfalt täglich frisch gebackener Brot- und Brötchensorten. Die Visitenkarte des Unternehmens. Bei einem Besuch von Luzern unbedingt einen Brunch einplanen. Reservation ratsam !

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Und weil das so schön war, gleich noch einen Blick in den trailer des Films. Wie die Zeit doch vergeht. Das könnte ich mir heute nicht mehr ansehen. Trotz Audrey.

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