Archiv der Kategorie: Dessert

Uva Americana

Uva Americana
Diese Americana-Trauben hätten zu einem würzigen Sorbet verarbeitet werden sollen. Aber wie jedes Jahr…, kaum sind welche im Haus, sind sie auch schon weggegessen. Ich brauche mich nicht zu bemühen, den Eismaschinenbehälter im Tiefgefrierer zu versorgen: sinnlos. Es sind wunderbar aromatische Tafeltrauben. Die Aroma-Bezeichnungen fragolino (Erdbeer), framboisier (Himbeere), Cassis (schwarze Johannisbeere, aber auch foxy (Fuchston, nach nassem Fuchsfell), Wanzengeschmack, Katzenseicher und Tessineraroma geben von der unterschiedlichen Geschmacks-rezeption einen Eindruck. Man mag sie… oder dann eben nicht. Wir mögen sie. Uva Americana weiterlesen

Kemmeriboden-Bad-Merängge

Kemmeriboden-Bad merängge essbereit

Weit über die Schweiz hinaus berühmt sind sie, die Emmentaler Meränggen aus Schangnau. Meränggen sind die weiss-gelblichen Schaumgebäcke aus gezuckertem Eiweiss, das bei etwa 100°C getrocknet wird, bis eine Art poröser Gips draus entstanden ist. Serviert werden sie mit erstklassigem, frischem Alpenrahm. UP und hoch und halbhoch pasteurisiertes Zeug kann man vergessen. Da ich keine Kuh mein Eigen nenne, spare ich halt mit meinem ordinären Rahm und tue sonst noch was dazu: Heidelbeeren und Himbeeren, diese gefüllt mit ein paar Tropfen vom besten Balsamicoessig sowie die Hauptsache, Vanilleeis nach einem Rezept von Fredy Girardet. zum Rezept: Kemmeriboden-Bad-Merängge weiterlesen

Weinbergpfirsich in Tomate

Weinbergpfirsiche in Tomaten
Weinbergpfirsiche existieren in verschiedenen Varianten. Meine Liebsten sind die ‚Pêche de vigne rouge‘ oder ‚Sanguine vineuse‘, die dunkelroten, purpurfarbenen ‚Blutpfirsiche‘. Die Zeiten in denen am Ende einer Rebreihe Pfirsichbäumchen gepflanzt worden sind (damit der Ackergaul beim Pflugziehen nicht abkürzt und den Rebstock beschädigt) sind natürlich längst Vergangenheit. Die ersten in dieser Saison hab ich letzten Samstag auf dem Basler Markt gefunden. Ich mache daraus ein Dessert: Tomaten, gefüllt mit gedünsteten Weinberg-pfirsichen. Das von mir stark vereinfachte Rezept stammt von Gérard Rabaey, Restaurant Le Pont de Brent CH-1817 Brent/Montreux (auf meinem Blogroll: Journal du Chef). Da zorra zum Blog-Event XXVI Tomaten bereits ein schönes Rezept für eine Tomaten-Pfirsich-Salsa eingereicht hat, lasse ich mein Rezept ausser Konkurrenz mitlaufen. Zum Rezept
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Semifreddo al croccante di noci

Baumnussparfait

Ich hab in meinem Leben schon viel Baumnuss-Halbgefrorenes gegessen. In Restaurants meist Ganz- oder Durchgefrorenes, zuweilen Geschmolzenes oder Halbgeschmolzenes. Mit diesem Rezept beweist Frau L., dass sie nicht nur Schnitzel und Rösti, sondern auch andere klassische Delikatessen herzaubern kann. Das Parfait enthält Krokant aus Baumnüssen, serviert an einer Orangensauce mit Grand Marnier. Frau L., ehrlich, Ihr Semifreddo ist und bleibt das Allerbeste !.  zum Rezept: Semifreddo al croccante di noci weiterlesen

Framboises au fromage blanc citronné

EventMein Beitrag zum Garten-Koch-Event Himbeeren. Himbeeren mit Zitronenquark. Ein mehrschichtiger Desserttraum aus den Grundaromen Himbeere, Zitrus und Anis. Zuunterst Himbeeren mit Himbeer-likör. Dann eine Zitronencrème. Dann Himbeercoulis und zuoberst der mit Limettenschale aromatisierte Fromage blanc, getoppt von einer Schaumsauce mit Pernod. Frei interpretiert und vereinfacht aus dem Buch von Philip Rochat (La cuisine sublime, ISBN 3-85502-965-2). Wie immer man in das Dessert reinsticht, die harmonische Vielfalt der Aromen ist von Philip Rochat, dem Nachfolger von Fredy Girardet in Crissier, genial kombiniert. Super-Dessert zum niederknien, dann essen.
Framboises au fromage blanc citronné
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Sorbetto di pompelmo rosso al Campari

Sorbetto di pompelmo rosso

Ein elegantes Agrumensorbet mit einem durstlöschenden, herrlichen Bitter-Aroma. Das Sorbet sollte unbedingt frisch zubereitet werden. (Esstemperatur etwa minus 5°C bis minus 8°C). Stein- und bein-gefrorenes Sorbet kann man zwar stehen lassen, rühren oder mikroondulieren bis es weich ist; das schmeckt dann aber nicht mehr gleich gut.
Dieses Sorbet ist nichts für Leute, die Brüsseler-Salat warm duschen, damit er nicht mehr bitter schmeckt und auch nicht für jene, welche das klebrig-süsse, ach so gerühmte geflügelte Schweizer Fabrik-Sorbet mit den ledersohlenähnlichen Dörrfruchtstücken vorziehen. zum Rezept:

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Pesche Saturnie

Pfirsich SaturnieSeit etwa 3 Jahren gibt es den Tellerpfirsich Saturne auf dem Basler Markt zu kaufen. Anfänglich sehr rar, erhält man ihn inzwischen an einigen Ständen. Er sieht aus, als ob mal eine Dampfwalze drübergefahren wäre. Erstaunlich: Er duftet und schmeckt, wie einstmals Pfirsiche geduftet und geschmeckt haben. Ich hab mir längere Zeit überlegt, was ich damit anfangen soll. Das hat sich erledigt. Alle gegessen. Frisch.

Ciliege al Aceto Balsamico

Ciliege al Aceto BalsamicoKirschenkompott an Balsamicosauce. Ein ernstes Wort an meine Leser: Ich bitte Euch, nein, ich flehe Euch an, gehet hin, kaufet die Zutaten und kocht dieses Kompott nach. Einfaches Rezept, wenig Drumherum, aber das Resultat ist unglaublich. Nicht einfach die Summierung der zugesetzten Aromen, da entsteht etwas Neues. Besser sind Kirschen nur noch direkt ab Baum. Und wahrscheinlich hier. Das Rezept habe ich aus einem Kochkurs von Lucas Rosenblatt mitgebracht, original ist es nur Beilage zu Cannoli. Für mich ist das Kompott so stark und so selbstständig, dass es keine Begleitung um sich braucht. Das Rezept steht auch in Rosenblatts Buch Balsamico ISBN 3-03780-221-9. zum Rezept: Ciliege al Aceto Balsamico weiterlesen

Mezza Melone con Marsala

Mezza Melone con MarsalaFür heisse Tage: sooo einfach, sooo gut. Melone halbieren, Kerne entfernen, vorsichtig Segmente einschneiden, mit gutem (wirklich gutem) Marsala füllen. Das grüne Kraut war diesmal Melisse. Die Charantais-Melone kam aus Marokko und war verblüffend gut. Wenn ich hingegen heute Montag in der Morgendämmerung aus dem Fenster schaue, dann regnet es. Ist kühl. Auch gut. Die Melone schmeckt auch bei Regen.

Panna cotta al caffè Borgia

Panna Cotta Borgia finalCaffè Borgia. Espresso, Schokolade, Orangen-abrieb, Rahmtopping. Ein wunderbares Getränk, das die Kaffeebanausen von Starbucks alt aussehen lässt. In Luzern gibt es seit Jahrzehnten eine kleine, unbedeutende Cafeteria (da Emilio), in welchem wir bei jedem Besuch einen Caffè Borgia trinken. Das Rezept für Caffè Borgia ist in Italien, in der Schweiz, aber auch in Deutschland kaum bekannt. Eher fündig wird man in den USA, da gibt es einige Restaurants dieses Namens. Kurzum, ich weiss nicht, woher das Rezept kommt. Ist aber egal. Wir haben es dem da Emilio nachempfunden.

Mein Rezept für Panna cotta Borgia basiert auf einer Idee von Alfons Schuhbeck, der in seinem Buch Hausmannskost Italien eine „weisse“ Kaffeesahne realisiert hat. Ich mache daraus ein „weisses“ Panna cotta mit Kaffeegeschmack, bestäube mit Kakao und aromatisiere mit Orangenabrieb. Da Kaffee meist mit einem dunkelbraunen Getränk assoziiert wird, überrascht der erstaunlich intensive Geschmack der weissen Zubereitung. Um diesen Effekt nicht zu beeinträchtigen, habe ich auf die Begleitung mit einer Sauce verzichtet. Eine andere Umsetzung in ein weisses panna cotta hat früher schon Kochblogger in einem schönen Rezept präsentiert. zum Rezept: Panna cotta al caffè Borgia weiterlesen

Schokoladekuchen Elektrisch

Elektrisch BackenHausfrauen kocht Elektrisch.
So lautete ein Werbespruch der Elektrizitätswerke in der Zwischen-kriegszeit. Unser Rezept stammt aus einer Werbe-kochvorführung des Basler Elektrizitätswerks um die 1970. Die Antwort von Frau lamiacucina auf meine drei Versuche, die Sacher-Muffins aus dem wundervollen Buch von Trish Deseine, Verrückt nach Schokolade, AT-Verlag, ISBN 3-85502-940-7 nach-zubacken. Drei Desaster nacheinander. Drei mal bleischwerer Kuchen mit Schokogeschmack. Frau lamiacucina weigert sich, an der Verwertung eines weitern Versuchs teilzunehmen. Ihr Kuchen ist luftig, nicht spektakulär, in ähnlicher Zusammensetzung jedes Wochenende in zig-hunderttausend Haushaltungen gebacken. Aber schmeckt gut. Ich gebs ja zu. Und erst noch elektrisch gebacken. zum Rezept: Schokoladekuchen Elektrisch weiterlesen